
Chinas Rohölimporte sind auf ein Acht-Jahres-Tief eingebrochen
Die weltgrößte Volkswirtschaft China hat im Mai 2026 so wenig Rohöl importiert wie seit Oktober 2017 nicht mehr.
Laut offiziellen Zolldaten der Volksrepublik sanken die Einfuhren auf rund 33 Millionen Tonnen – umgerechnet nur noch 7,8 Millionen Barrel pro Tag. Im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2025 mit 11,6 Millionen Barrel täglich bedeutet das einen Rückgang von fast 30 Prozent. Nicht nur die Blockade der Straße von Hormus dürfte der Grund für diesen Einbruch sein.
Als der Ölpreis zu Beginn des Krieges eskalierte, hielt sich Peking zurück, während Asien und Europa zu Höchstpreisen einkauften. Peking jagte keine teuren Ersatzlieferungen – eine bewusste Entscheidung, die durch hohe Preisobergrenzen für Raffinerien noch verstärkt wurde. Die Verarbeitungsmargen der chinesischen Raffinerien sind dadurch eingebrochen, die Anlagen laufen deutlich langsamer. Gleichzeitig wurden Treibstoffexporte gedrosselt, um den heimischen Markt mit Diesel und Benzin ausreichend zu versorgen. Zudem kann China die Importflaute durch eigene Lagerbestände abfedern. China hatte vor dem Konflikt über eine Milliarde Barrel Rohöl und Produkte gehortet – ein Puffer, der es den Raffinerien erlaubte, Importe radikal zu kürzen, ohne dass die tatsächliche Nachfrage sofort einbrach.
Analysten von Societe Generale sprechen deshalb von China als einem der „größten Schockabsorber“ für den Weltölmarkt: Der Rückgang der chinesischen Käufe wirkt derzeit stärker preisdämpfend als die Umlenkung saudischer Ströme oder frühere strategische Reserve-Freigaben der USA, Europas und Japans zusammen. Allerdings wächst in diesem Jahr auch die chinesische Wirtschaft langsamer als erwartet. Der Ölpreisschock schlug sich auf die Exporte und die Lieferketten nieder, auch der anhaltende Handelskonflikt mit den USA bremst das Wachstum. Aktuelle Prognosen rechnen mit knapp über vier Prozent statt fünf Prozent Wachstum. Noch immer Zahlen, von denen man in der EU und in den USA nur träumen kann.
Die schwache Binnennachfrage dämpft nicht nur den Treibstoffverbrauch, sondern auch die industrielle Nachfrage nach petrochemischen Produkten. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Rekordimporte des Vorjahres 2025 (11,6 Millionen Barrel täglich) vor allem der strategischen Bevorratung geschuldet waren – nicht einer dauerhaft höheren Verarbeitungsnachfrage. China dürfte also schon gerochen haben, dass es brodelt.
Für den globalen Ölmarkt ist die chinesische Zurückhaltung zunächst eine gute Nachricht. Die Preise für Rohöl (WTI und Brent) gerieten nach der Veröffentlichung der Mai-Zahlen weiter unter Druck. Die geringere Nachfrage aus Asien entlastet den Markt und mildert die Folgen der Golf-Störungen ab.
Ein US-Wirtschaftsmagazin berichtet über weitere Analysen: Die Lagerpuffer schrumpfen mit jedem Tag. Mit der saisonal starken Nachfrage im Sommer (Q3) könnte der Bedarf um mehr als drei Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Vorquartal steigen. Sobald China seine Bestände auffüllen muss – und das wird früher oder später geschehen –, könnte der Preisdruck zurückkehren, insbesondere wenn die geopolitischen Risiken im Nahen Osten nicht abklingen.
Chinas Importeinbruch ist für die Weltwirtschaft jedenfalls auf mehreren Ebenen von zentraler Wichtigkeit. Er zeigt auch, wie stark der weltgrößte Ölimporteur inzwischen von geopolitischen Schocks, eigenen wirtschaftlichen Problemen und strategischer Lagerpolitik abhängt. Für die OPEC+, die US-Schieferölproduzenten und alle anderen Marktteilnehmer bedeutet das: China bleibt der entscheidende Faktor – mal als Preisdämpfer, mal als potenzieller Preistreiber.
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Trump in China: Getrennte Welten
Es wird China nicht schaden. Alternative Energien, Kernkraft und Kohle reichen durchaus schon ziemlich weit, so dass das eingeführte Öl für die Armee reserviert werden kann. Aber da China die Agenda 2030 mit betreibt, genauso wie Russland, Iran, englischsprachige Alliierte, wird der Krieg gegen die Zivilbevölkerung demnächst auf der Versorgungsebene weiter geführt. Man mache sich nichts vor! Dieser Krieg geht gegen die Menschen auf dem Planeten, um sie in ein neues System zu zwingen – alternativlos!