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Wirtschaft

Frankreichs Löschflugzeuge: Halbe Flotte am Boden

5 Kommentare 28. Juli 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Während man offenbar für den Krieg gegen Russland rüsten will, versagt die Zivilschutzbehörde. Das liegt nicht am Klimawandel. Pannen, fehlende Ersatzteile, verzögerte Wartung: Die Flugzeuge stehen am Boden.

Die Luftflotte der Zivilschutzbehörde (Sécurité civile) ist in Frankreich massiv in die Kritik geraten. Das linke Blatt Libération bestätigt jüngst Zahlen, die bereits kursierten: Von den 12 Canadair-Löschflugzeugen der Zivilschutzbehörde waren in den Tagen der großen Brände nur fünf bis acht einsatzbereit – also weniger als zwei Drittel der Flotte.

Opposition und Medien sehen ein Staatsversagen der Sonderklasse. Piloten und Gewerkschaftsvertreter schildern die Lage dramatisch. Ein Kommandant berichtete bei France Info, am Freitag zuvor seien lediglich fünf Maschinen verfügbar gewesen: „Das ist einfach skandalös.“

Die Gründe: intensive Nutzung, Pannen, verzögerte Wartung und fehlende Ersatzteile. Der private Wartungsdienstleister komme dem Tempo nicht hinterher. Zwei Maschinen waren länger außer Betrieb – eine nach einem Unfall 2025 auf Korsika, eine nach leichten Schäden beim Einsatz in Fontainebleau. Die Flotte besteht aus CL-415-Modellen, von denen die ältesten über 30 Jahre alt sind; die Produktion dieses Typs endete 2015.Frankreich verfügt zusätzlich über acht Dash-8-Flugzeuge (die mehr Wasser oder Retardant tragen, aber nicht aus Gewässern schöpfen können), Beechcraft-Aufklärer, Hubschrauber und gemietete leichtere Bomber. Bei Großfeuern halfen zudem europäische Verstärkungen (kroatische Canadair, portugiesische Air Tractor) und erstmals ein militärischer A400M als Wasserbomber. Dennoch klagten Besatzungen, dass die Kräfte auf mehrere Brände verteilt werden müssten und so oft nur zwei Maschinen pro Feuer zur Verfügung stünden – zu wenig.

Nach den Bränden 2022 hatte Präsident Emmanuel Macron angekündigt, die 12 alternden Canadair bis Ende der Amtszeit (2027) vollständig zu erneuern und die Flotte auf 16 Maschinen zu erhöhen.

Mediale und parlamentarische Berichte zeigen nun aber: Ein vollständiger Ersatz ist bislang nicht eingeleitet. Zwei neue DHC-515 (die Nachfolgegeneration) wurden 2024 über ein EU-Programm bestellt, sollen aber erst 2029 eintreffen.

Budgetkürzungen 2024 hatten zwei zusätzliche nationale Bestellungen verhindert. Die Regierung versucht zu verharmlosen. Innenminister Laurent Nuñez nannte die Debatte um die Canadair „lächerlich“. Die Gesamtflotte an Luftmitteln gehöre zu den leistungsfähigsten Europas. Trotzdem steht teilweise die Hälfte der Flotte am Boden. Kritik sei Teil des „russischen Hybridkrieges“.

Während die Politik mit ihren Klimaexperten also davor warnt, dass die Gefahr von Großbränden immer größer werden würde, setzt man offenbar andere Prioritäten. Die alternde Flotte scheint doch zu genügen. Oder man könnte auch fragen, ob es ein Interesse daran gibt, dass die Brände länger anhalten. Die nächsten neuen Maschinen kommen frühestens 2028.

Bild „Drop“ by Falcon_33 is licensed under CC BY-SA 2.0.

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5 Kommentare

  1. Jurgen
    Antworten

    Ist genauso wie bei der Bundeswehr. Peak-Quality der Technik war schon 1985.

  2. triple-delta
    Antworten

    Jeder Schreibtisch in Westeuropa hat nur noch ein Ziel – 100% Dienst nach Vorschrift. Wichtig sein, aber keine Verantwortung übernehmen müssen. Indem die Politik diese Handlungsweise durchgesetzt hat, verursacht jeder Beamte oder Verwaltungsangestellte nur noch den maximal möglichen Schaden. Aber das Ziel ist ja auch leben wie 1850.

  3. 1150
    Antworten

    man könnte die gealterte flotte z.b. durch russische berijew be-200 amphibienflugzeuge ersetzen,
    demontierbare 12000 liter tanks, die beim gleitflug im wasser über die wassereinlässe in ca. 18 sekunden gefüllt sind und eine beeindruckende einsatzgeschichte vorweisen können, so wie die kamov drehflügler

    1. 1150
      Antworten

      alternativ können 64 passagiere oder 30 krankentragen oder 8000kg fracht befördert werden …..

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