Statt stabile oder sogar sinkende Gaspreise, was speziell für Europa und seine Industrie wichtig wäre, steigen die Energiekosten teilweise um das fünffache an, und verursachen, neben den Ausgaben für den Krieg gegen Russland, Inflation und teilweise Deindustrialisierung. Letzteres soll nun durch eine staatliche finanzierte Aufrüstungskampagne aufgehalten werden. Schauen wir uns das genauer an.
Vor Jahren galt Nord Stream 2 als Projekt, das die Gaspreise in Europa – und mit ihnen den Weltmarkt – dauerhaft niedrig halten und damit ausgerechnet die margenschwache US-Fracking-Industrie unter Druck setzen würde. Die Pipeline wurde gesprengt, der Angriff der USA und Israels auf den Iran folgte, und nun meldet Bloomberg das vorläufige Ende der Geschichte: Katar, einst der verlässlichste Gaslieferant der Welt, verhandelt langfristige Lieferverträge mit US-Fracking-Anbietern.
Die Folge von Sanktionen und Angriffskrieg der USA
Laut Bloomberg verhandelt der katarische Staatskonzern QatarEnergy seit Kurzem über langfristige Abnahmeverträge für Flüssigerdgas (LNG) aus den USA – sowohl aus bestehenden Anlagen als auch aus Projekten, die dort noch im Bau sind. Es ist das erste Mal seit Kriegsbeginn, dass Katar sein Portfolio derart offensiv über den Nahen Osten hinaus erweitert. Dies wird natürlich weiteren Druck auf die weltweiten Gaspreise ausüben, und sie für Jahre stabil hoch halten.
Vorausgegangen war ein Jahr, in dem Katar bereits 33 Spot-Ladungen US-amerikanisches LNG gekauft hat, größtenteils vom US-Produzenten Venture Global, um vertragliche Lieferverpflichtungen gegenüber Japan, Südkorea, Indien, Bangladesch und Taiwan zu erfüllen. Das ist kein Randdetail, sondern eine bemerkenswerte Umkehr: Im Jahr zuvor hatte Katar ganze vier Ladungen aus den USA bezogen.
Grund ist der Schaden an Ras Laffan, der weltweit größten LNG-Exportanlage. Iranische Raketenangriffe am 18. und 19. März 2026, als erwartbare Vergeltung für den US-israelischen Angriffskrieg von Basen des Landes aus, trafen zwei von vierzehn Produktionslinien und legten damit rund 17 Prozent der katarischen Exportkapazität lahm. QatarEnergy erklärte daraufhin höhere Gewalt gegenüber vier Vertragspartnern – China, Italien, Belgien und Südkorea. Konzernchef Saad al-Kaabi bezifferte den jährlichen Einnahmeausfall auf etwa 20 Milliarden Dollar und die Reparaturdauer auf drei bis fünf Jahre.
Die Vorgeschichte: Nord Stream 2 als Preisdämpfer
Die Ausgangsanalyse, auf die sich diese Einordnung stützt, ist keine neue: Vor der Sprengung von Nord Stream 2 im September 2022 argumentierten mehrere Energieökonomen, dass die Pipeline – mit ihrer Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern jährlich – das europäische Preisniveau strukturell absenken und damit den Preisspielraum für das deutlich teurere, weil verflüssigte und über den Atlantik verschiffte US-Fracking-Gas einengen würde. Ein dauerhaft niedriger Gaspreis in Europa wäre für Anbieter mit hohen Förder-, Verflüssigungs- und Transportkosten ein Problem gewesen – unabhängig davon, wie man zur Pipeline politisch steht.
Wer immer für die Anschläge auf Nord Stream 1 und 2 verantwortlich war – die Ermittlungen dazu sind bis heute uneinheitlich und politisch aufgeladen –, das Ergebnis war eindeutig: Europa verlor seine günstigste Pipeline-Option und wurde zum Importeur von LNG, vor allem aus den USA. Die Marktlücke, vor der die Fracking-Industrie 2021 noch stand, schloss sich.
Die Kettenreaktion seit Februar 2026
Aber dann ging es noch weiter. Der zweite Baustein ist der Krieg, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 mit Angriffen auf iranische Militär- und Nuklearanlagen sowie der Tötung von Revolutionsführer Ali Khamenei begannen. Der Council on Foreign Relations dokumentiert die Eskalationsstufen seither: eine von Pakistan vermittelte Waffenruhe im Juni, ein Memorandum, das den großflächigen Kampf vorerst beendete, aber keine dauerhafte Lösung brachte. Bis heute werfen sich beide Seiten gegenseitig Vertragsverletzungen vor.
Iran reagierte auf den Angriff im Frühjahr mit einer Serie von Vergeltungsschlägen gegen US-Interessen und -Verbündete in der Region – darunter, wie Britannica festhält, auch die faktische Schließung der Straße von Hormuz, durch die vor Kriegsbeginn rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels lief. Katar, das den größten US-Luftwaffenstützpunkt der Region beherbergt und als Verbündeter Washingtons gilt, geriet dabei ins Fadenkreuz – mit den bereits beschriebenen Folgen für Ras Laffan. Alles war vorher vom Iran als Warnung für den Fall eines Angriffes angekündigt gewesen.
Der Westen legt Wert auf die Feststellung: Nicht die USA haben katarische Gasanlagen direkt zerstört, sondern der Iran. Vergisst oft, dass es eine angedrohte Vergeltung im Falle einer Agression gegen das Land war. D.h. wegen Katars Rolle als US-Stützpunkt. Es war vorhersehbar: Dass ein Angriff auf den Iran die gesamte Golfregion – samt ihrer für die Weltversorgung kritischen Gasinfrastruktur – in Mitleidenschaft ziehen würde, war keine überraschende Randnotiz, sondern ein von Anfang an benanntes Risiko.
Was Medien nicht diskutieren
Die aktuellen Meldungen, etwa bei Middle East Monitor, beschreiben den Vorgang vor allem technisch: Katar sucht Ersatzmengen, US-Anbieter liefern. Was in dieser Darstellung fehlt, ist die Frage nach den Nutznießern der Verschiebung. Katar galt bislang als der Stabilitätsanker des Weltgasmarkts – günstige Förderkosten, hohe Kapazität, verlässliche Lieferungen. Fällt dieser Anker für mehrere Jahre aus, verschiebt sich preissetzende Marktmacht dauerhaft zu jenen US-Produzenten, die zuvor unter genau dem Preisdruck litten, den ein Wettbewerber wie Nord Stream 2 einst erzeugt hätte. Alles Zufall?
Laut Streamlinefeed sind die Reparaturen an Ras Laffan auf drei bis fünf Jahre veranschlagt – ein Zeitfenster, in dem sich Lieferbeziehungen neu verfestigen können. Wer einmal langfristige Verträge mit einem US-Anbieter unterschrieben hat, kehrt danach nicht ohne Weiteres zum alten Lieferanten zurück. Aus einer akuten Notlösung wird so leicht eine strukturelle Marktverschiebung.
Was zu hinterfragen ist
- Wer wusste vor dem 28. Februar 2026, dass ein Angriff auf den Iran mit hoher Wahrscheinlichkeit auch katarische Exportinfrastruktur treffen würde – und welche Rolle spielte dieses Wissen in der Entscheidungsfindung in Washington? (Wusste das nicht jedermann?)
- Wurde das Risiko für die Golf-Verbündeten gegen den vermeintlichen strategischen Nutzen der Militäraktion abgewogen, oder war es ein hingenommener Kollateralschaden? (Oder war es ein bewusst einkalkulierte Kollateralschaden?)
- Welche US-Unternehmen – Venture Global wird namentlich genannt – profitieren am stärksten von den neuen Verträgen, und wie verhält sich das zu ihrer Position im Fracking-Sektor vor 2022? (Wie entwickelten sich die Aktienkurse und wer erzielte hohe Gewinne durch Steigerungen?)
- Und schließlich: Wenn Katar über Jahre Marktanteile an die USA verliert, wie verändert das die Preisverhandlungsmacht der übrigen Importeure, allen voran in Asien und im globalen Süden, die bislang von katarischen Vertragskonditionen profitierten? (Wenn das angebliche Ziel von US-Sanktionen war, denen die EU folgte, Russlands Finanzen zu stören, um die Finanzierung er Militäraktion in der Ukraine zu unterminieren, wie verträgt sich das mit der Tatsache, dass ganz offensichtlich die höheren Energiepreise durch den Krieg gegen den Iran absehbar waren, riskiert wurden?)
Wie die Medien berichten
In der westlichen Berichterstattung wird die Verschiebung fast durchgehend aus der Perspektive der Versorgungssicherheit erzählt: Katar „muss“ liefern, US-Gas „hilft“ aus. Kaum diskutiert wird, wer die Rechnung zahlt. Nach Angaben des Institute for Energy Research sind die Strompreise für deutsche Haushalte seit dem Ukraine-Krieg bereits um rund 31 Prozent gestiegen – ein struktureller Trend, den ein dauerhafter Ausfall katarischer Kapazität eher verstärkt als abschwächt, weil LNG grundsätzlich teurer ist als Pipeline-Gas.
Für die eigentlich Betroffenen – die Bevölkerungen in Katar, im Jemen, im Iran und in den übrigen Golfstaaten, die unter der militärischen Eskalation direkt leiden, sowie die asiatischen Abnehmerländer, deren Energiesicherheit von einem einzigen Kriegsverlauf abhängt – interessiert sich die marktorientierte Berichterstattung praktisch nicht.
Die Geschichte wird als Angebots-Nachfrage-Anpassung erzählt, nicht als Folge einer politischen Entscheidung mit Namen und Verantwortlichen. Genau dieser Rahmen verdient hier festgehalten zu werden: Eine Pipeline, die die Preise gedrückt hätte, wurde gesprengt; ein Krieg, dessen Nebenwirkungen absehbar waren, hat den größten verbliebenen Konkurrenten der US-Fracking-Industrie handlungsunfähig gemacht.
Am Ende der Kette steht ein Markt, der genau dorthin zurückkehrt, wo er vor Nord Stream 2 stand – nur ohne die Alternative, die einmal existierte.
Bild: Screenshot von Video über Gaskauf in den USA
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.
Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.
Europas Gaspreise auf 2-Jahres-Hoch bremsen Industrie
Gaspreise bleiben in Europa hoch, LNG-Importe haben Obergrenze erreicht
Russland „dreht den Gashahn zu“? Was wirklich passiert, woher der Ersatz kommt und was er kostet
19 Kommentare
Kann auch sein, dass die Qataris einfach ihre Dollar-Reserven abbauen möchten, weil sie einen Verfall dieser Währung befürchten. Die Gaskäufe halten den Dollar kurzfristig stabil, was einen späteren Crash umso heftiger ausfallen lässt. Wäre schon ziemlich clever.
In der Nacht wurde bekannt, dass es noch schlimmer werden wird, weil auch eine saudische Pipeline, welche das Öl vom Golf zum Roten Meer transportiert, von Drohnen getroffen und für Monate beschädigt wurde. Angeblich waren es irakische Drohnen, was aber anzuzweifeln ist. Vermutlich eine Ausrede des Kronprinzen, um nicht anders reagieren zu müssen, denn er verzichtete nach Bitte des Iraks auf Vergeltung.
Zitat:
https://x.com/marcfriedrich/status/2098649402214695217
in san diego, kalifornien, kostete gestern die gallone diesel bereits über $ 10.-.
die preisanzeigetafeln an den tankstellen reichen aber nur bis $ 9,99
und die zähe, venezolanische pampe können sie nur unter hohen kosten weiterverarbeiten
Schon verrückt, dass erst der hohe Benzinpreis einem kriegsgeilen Präsidenten die Angst vor seinen Wählern aufkommen lässt und nicht die ausufernde Staatsverschuldung oder der Krieg selbst! Klar, der Benzinpreis zeigt es jedem Amerikaner an jeder Tankstelle von weitem, dass hier etwas gewaltig schief läuft!
Dass der Angriff auf die Pipeline aus dem Irak erfolgte halte ich für plausibel, da Pakistan klargestellt hat, dass das Beistands-Abkommen mit Saudi Arabien laut Vertragstext nur bei unprovozierten Angriffen auf saudisches Territorium gilt. Deshalb werden die Houthies in Absprache mit Iran darauf achten, keine Gründe für ein Eingreifen Pakistans in den Konflikt zu liefern.
Es gibt wohl aber auch eine Klarstellung Pakistans, dass die Angriffe der Houthis gegen Saudi Arabien ohnehin nicht die Beistandsklausel auslösen werden, weil Saudi Arabien den Jemen 2015 als erstes angegriffen hat.
angeblich wollen am montag die golfstaaten in teheran ihrem neuen herren huldigen.
nachdem trump den saudi’s die unterstützung gegen die houthi verweigert hat.
der iran hat in den letzten tagen erfolgreich etliche us-militärflugzeuge aus dem bestand gestrichen,
ohne das die us-amerikaner nennenswert darauf militärisch reagiert hätten.
alleine in jordanien haben sie diese woche bei nur einem angriff ca. 100 patriots
um gut $ 250 millionen verbraten – die werden der koksnase in banderistan nun fehlen.
der irankrieg kostete bisher den us-amerikanern für nichts ~ $1650.- pro nase,
egal, donald hat ihnen dieser tage für die midterms ja $ 5000.- versprochen.
also gute geschäftsleute sind sie sicher nicht, die us-amerikaner.
die golfstaaten wollen nun wegen finanzieller probleme ihre us-devisenbestände und staatsanleihen
dramatisch reduzieren, die japaner sind wegen liquiditätsmangel ebenfalls dabei.
der dollar verliert zusehends seine stellung als leitwährung und die chinesen kaufen wie irre gold
die saudische luftwaffe sollen etwa 400 kampfjets,
aber keine ausreichende anzahl an erfahrenen piloten dafür haben,
vermutlich haben sie deshalb den orangenen wegen luftunterstützung gegen die houthi angebettelt und sind gleich zweimal abgeblitzt – wahre freunde, würde ich sagen
Im Prinzip geht nur noch eines, die Politik absetzen und der Souverän (der Bürger) sollte sofort die Gaslieferungen von Russland selbst wieder aufnehmen und alles in die eigenen Hände nehmen! Wir wollten noch nie das überteuerte Gas aus den USA kaufen! Das hat man uns mit einer Reihe von miesen Tricks einfach aufgedrückt!
Die Sache mit der Energie ist nur einer von vielen Bausteinen! Was wir in diesem Jahrzehnt beobachten können, ist einzig und allein das systematische Ausnehmen und versklaven der Bürger von einer korrupten Politik und mächtigen Milliardären im Hintergrund! Solange das nicht endlich beendet wird, macht es kaum Sinn, jeden Tag über die eine Millionen weiteren Knechtschaften zu sprechen, die man uns täglich neu aufdrückt! Teures Gas hier, neue Steuern dort, jeden Tag weniger Rechte für den Bürger und weitere Milliarden für die Ukraine. Solange das Grundprinzip der Versklavung nicht gestoppt wird, solange wird auch der Bürger unter dem ganzen System weiter geknechtet! Die wichtige Frage dabei ist, wie lange wird der Bürger das noch passiv alles hinnehmen? Wie lange wird der Bürger sich von den Mainstream Medien noch falsche Nachrichten anhören und den ganzen Mist noch glauben? Oder ist der Zug bereits abgefahren und die Versklavung bereits akzeptiert?
den Souvereign hat es so nie gegeben und die Verträge wurden von „uns“, also unsren Eliten, gebrochen und zum Krieg und töten möglichst vieler Russen aufgerufen. Es ist zu spät und ebenso völlig unrealistisch, dass Russland unsrem Faschistenreich wieder billige Energie anbieten wird. Energie womöglich schon, aber das mindestens zum Weltmarktpreis. Für bessere Konditionen müsste sich erst vieles wieder ändern, dieses Regime hier also komplett gekippt werden und Buse getan werden…
„Der Bürger…“
hahaha, dem Bürger ist das schnurzegal, dem Bürger ging immer Sicherheit vor Freiheit.
Auch dazu gibt es einen schlauen Spruch: Wer Freiheit gegen Sicherheit eintauscht, wird beides verlieren.
warum die aufregung?
der wähler wollte es so und hat sich mehrheitlich dafür entschieden.
in ungarn jammern und heulen die lappen heute auch wegen magyar’s politik herum
Das für Deutschland größte Problem dürfte das Wegwischen von Problemen auf Grund eines aktuell historisch niedrigen Gasspeicherfüllstandes sein. Am Donnerstag lag der bei 55,29 Prozent und in den letzten 7 Tagen wurde dieser nur um ca. 1,4 Prozentpunkte aufgefüllt. Vor einigen Wochen waren dies wenigstens noch ca. 2 Prozentpunkte pro Woche. Wenn man das hochrechnet, dann wird der Speicherstand zum 1.10. bei unter 60 Prozent liegen. Die Gasspeicherunternehmen halten sich offensichtlich mit dem Kauf von Gas zurück auf Grund von steigenden Preisen und möglichen Verlusten bei Öffnung der Straße von Hormus in den kommenden Monaten. Und die Bundesregierung ignoriert dies einfach und behauptet, man könne im Winter unbegrenzt LNG dazukaufen, falls die Speicher knapp werden. Wer glaubt das wirklich, wenn die USA ihr LNG auch an arabische und andere Staaten weltweit verkaufen? Es könnte nur irgendwie gerade so gut gehen bei einem sehr milden Winter.
Auf gasspeicherstand.de kann man sich seine eigene Prognose erstellen, je nachdem welche Temperaturen man im nächsten Winter vermutet. Selbst bei einem milden Winter wird der Speicherstand wohl unter 10% fallen.
Ist es einfach Ignoranz bei der Bundesregierung oder will man bewusst einen Ausnahmezustand im Winter herbeiführen, so dass man ein gutes Argument hat, die zum 1.1.2027 eingeführte digitale ID zu verbreiten, wenn es bestimmte Güter oder Energieträger nur noch per Rationierung gibt?
Das für Deutschland größte Problem dürfte das Wegwischen von Problemen auf Grund eines aktuell historisch niedrigen Gasspeicherfüllstandes sein. Am Donnerstag lag der bei 55,29 Prozent und in den letzten 7 Tagen wurde dieser nur um ca. 1,4 Prozentpunkte aufgefüllt. Vor einigen Wochen waren dies wenigstens noch ca. 2 Prozentpunkte pro Woche. Wenn man das hochrechnet, dann wird der Speicherstand zum 1.10. bei unter 60 Prozent liegen. Die Gasspeicherunternehmen halten sich offensichtlich mit dem Kauf von Gas zurück auf Grund von steigenden Preisen und möglichen Verlusten bei Öffnung der Straße von Hormus in den kommenden Monaten. Und die Bundesregierung ignoriert dies einfach und behauptet, man könne im Winter unbegrenzt LNG dazukaufen, falls die Speicher knapp werden. Wer glaubt das wirklich, wenn die USA ihr LNG auch an arabische und andere Staaten weltweit verkaufen? Es könnte nur irgendwie gerade so gut gehen bei einem sehr milden Winter.
Auf gasspeicherstand.de kann man sich seine eigene Prognose erstellen, je nachdem welche Temperaturen man im nächsten Winter vermutet. Selbst bei einem milden Winter wird der Speicherstand wohl unter 10% fallen.
Ist es einfach Ignoranz bei der Bundesregierung oder will man bewusst einen Ausnahmezustand im Winter herbeiführen, so dass man ein gutes Argument hat, die zum 1.1.2027 eingeführte digitale ID zu verbreiten, wenn es bestimmte Güter oder Energieträger nur noch per Rationierung gibt?
Insgesamt ein interessantes hochriskantes geplantes geopolitisches Spiel auf mehreren „Spielbrettern“ gleichzeitig. Geht es schief, gehen im wahrstem Sinn die Lichter an vielen Orten aus. Trump und Co. sind auf jedem Fall von einigen Leuten gewarnt wurden und haben sich zurückgezogen bzw. stehen auf der Abschußliste. Wenn man die Möglichkeit hat, sich die US Frackingausbreitung über Satellitendaten anzuschauen, sei der Hinweis auf sogenannte induzierte Naturereignisse wahrscheinlich erlaubt. Man muß Iran / Naher Osten, Ukraine / Rußland und Fern Ost im Zusammenhang einer weltweiten „Umstrukturiernung“ betrachten, denn hier eht es nicht nur um „bissel“ Gas oder Öl oder Währungsstabilität oder…… Hier geht es darum, wer perspektivisch das Sagen auf der „Murmel“ haben möchte.
„Strompreise um 30 Prozent gestiegen“
das mag wohl sein. Aber was ich komisch finde ist, daß ich beispielsweise im letzten Abrechnungsjahr ein ordentliches Guthaben hatte; meine Stromrechnung ist auch nicht gestiegen. Woran das wohl liegt …
autonomie?
hast wohl kernkraftwerke und windräder im garten :-))
Weder noch. Ich spare einfach.
Zitat:
Kurze Auffrischung für Denkfähige:
Wie in der EU-Branche seit 1970 als Standard üblich, waren die Gaslieferungen an take-or-pay-Verträge geknüpft. Nimm Gas oder bezahl es, ohne das du was nimmst!
🔺1. Februar 1970 Take-or-Pay-Klausel historisch mit ersten Erdgas-Röhren-Vertrag zwischen BRD und Sowjetunion – Die westdeutsche Seite sagt zu, über eine Million Tonnen Großröhren für den Erdgastransport zu bauen. Moskau verpflichtet sich im Gegenzug, jährlich drei Milliarden Kubikmeter Gas zu liefern, abgedeckt über Hermes-Bürgschaften (Brandt/Scheel) https://nytimes.com/1970/02/02/arc
hives/bonn-and-moscow-sign-pact-trading-pipes-for-gas.html
Dieses Erdgas-gegen-Röhren-Geschäft 1970 legt den Grundstein für die Energiepartnerschaft zwischen West und Ost https://ost-ausschuss.de/de/erfolgsgesc
hichte-fuer-europa
.
Take-or-pay kommt primär aus den USA (https://lexology.com/library/detail
.aspx?g=23456c65-c1c1-40fb-9fa7-887cefc2f2a1
)
Chronologie:
🔺2005 Start Nord Stream 1
🔺 18. Juni 2015 Erweiterung Nord Stream 2. Ein Jahr nach Referendum der Russen auf der Krim – unter Protest der Ukraine, Polen, der dänischen Wettbewerbskommissarin Vestager sowie der EU-Parlamentarier: Weber (CSU), Bütikofer (Grüne), Šefčovič (EU-Kommissar für die Energieunion).
🔺 2017 Sanktionen der USA gegen den Bau der Pipeline (CAATSA, PEESA; PEESCA) – Sanktionen gegen Deutschland souverän zu handeln!
🔺 am 7. Januar 2021 Gründung „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“ unter Schirmherrschaft Manulea Schwesig als Tarngesellschaft, um die Sanktionen der USA gegen den Pipelinebau zu umgehen – „Schlupfloch-Konstrukt“ = Zwischenhändler: Die Stiftung kaufte heimlich Spezialausrüstung (wie Schweißgeräte und Rohre), charterte Schiffe (wie den Baudampfer Blue Ship), um die Pipeline im Auftrag von Gazprom fertigzubauen.
🔺 19. Mai 2021 vorübergehender Verzicht der USA durch Joe Biden auf die Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft Nord Stream 2 AG, um Deutschland nicht komplett zu verärgern https://2021-2025.state.gov/nord-stream-2-
and-european-energy-security/
🔺am 20.2.2022, zwei Tage vor dem russischen Einmarsch, in die Ukraine entzog Habecks Ministerium im Februar 2022 die entscheidende Versorgungssicherheitsanalyse. Damit stoppte die Bundesregierung das Genehmigungsverfahren für Nord Stream 2 endgültig – die Pipeline ging nie in Betrieb. Dieser Grüne Märchenschreiber signalisierte damit, dass die neue Pipeline als politisches Druckmittel gegen Russland, vor Einmarsch in die Ukraine, eingefroren wird. wem diente Habeck?
🔺am 23. Februar 2022 (einen Tag vor dem offiziellen Einmarsch Russlands in die Ukraine) 100% Scharfschalten der Sanktionen gegen in der Schweiz ansäßige 100% Gazprom-Tochter durch Biden (USA)
🔺am 24.2.20222 der Krieg Russland/Ukraine startet
🔺 28. Februar 2022 kündigte Manuela Schwesig (SPD) – das ist die Dame, die jetzt wieder gewählt werden will‼️, in MeckPomm die Auflösung der Tarnorganisation „Stiftung Klima- und Umweltschutz MV“, die die Sanktionen der USA bezüglich des Baus der Pipeline umgehen sollte (Finanzierung zu 99% über Gazprom).
🔺Juni/Juli 2022 Wartungsarbeiten einer lebenswichtigen Turbine in Kanada
🔺10.7.22 Kanada will aufgrund der westlich verhängten Russlandsaktionen die lebensnotwendige, geartete Turbine nicht ausliefern. https://handelsblatt.com/unternehmen/en
ergie/gas-pipeline-kanada-liefert-gewartete-turbine-fuer-nord-stream-1-kanzler-scholz-zeigt-sich-erleichtert/28495346.html
– dann Auslieferung
🔺 am 26. September 2022 Sprengung 3 von 4 Leitungen
Das extreme Sanktions-Schachspiel bereits vor Sprengung der Pipeline scheint Wagener nicht mehr zu wissen.
So geht verlogener Populismus und das Täuschungsmanöver, dass angeblich, das russische Gas die deutschen Haushalte teurer kommt.
Wichtig zu verinnerlichen:
In den langfristigen Verträgen lag der Preis für russisches Gas historisch stabil bei rund 15 bis 25 Euro pro Megawattstunde (MWh)
Der reale Kauf aus den USA nach Boykott und Sprengung er N ordstream-Pipeline: 35 bis 60 Euro pro MWh.
🚨Vergleich zum alten Nord-Stream-Gas-Bezug:
Weil das günstige russische Pipeline-Gas wegfiel und Deutschland kurzfristig auf die logistisch weitaus aufwendigere Versorgung mit US-LNG umstellen musste, explodierten die Systemkosten.‼️
Die Gesamtsumme der Mehrausgaben liegt bei 71,7 bis 77 Milliarden, für den Steuerzahler – noch einmal, der Staat hat kein Geld, nur Einnahmen durch Steuerzahler oder weitere Verschuldung, weil er unverantwortlich agierende Politiker hat.
Ja, es ist korrekt, wenn die AfD fordert – Gas wieder aus Russland – das ist billiger als es über Indien von den USA zu beziehen. Die Milliarden kann man auch in Bildung stecken – siehe PISA….
Wie heißt es noch 2020:
„Russland ist uns seit einem halben Jahrhundert ein verlässlicher Energielieferant“ – Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.
Zeit für Vernunft und Deeskalation! https://x.com/Elke_Austenat/status/2098507852684169421
Ergänzung: Im 4. Quartal 2021 kündigte die damals unter Chaos-Wirtschaftsminister Habeck neu inthronisierte Bundesregierung an, künftig auf Öl- und Gasimporte aus Russland komplett zu verzichten..
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.