Krise in Westasien und Europas Wirtschaftsaussichten am 28. Juli

28. Juli 2026von 8 Minuten Lesezeit

Während die USA pausieren, offensichtlich um neu aufzumunitionieren, der Iran sich zurückhält, aber die Straße von Hormus sowohl durch die USA als auch den Iran gesperrt ist, blockiert die jemenitische Regierung in Sanaa weiter das Rote Meer für Schiffe von, zu und aus Saudi-Arabien. Und die Ukraine versucht weiter, den eigenen Konflikt mit dem in Westasien zu verschmelzen. Derweil motivfiert Netanjahu Donald Trump den Angriffskrieg gegen den Iran weiterzuführen. Im Einzelnen:

Benjamin Netanyahu wird voraussichtlich während seines Treffens mit Präsident Trump am Dienstag Geheimdienstinformationen präsentieren, die besagen, dass der Iran sein Nuklearprogramm am Standort Pickaxe Mountain wieder aufbaut, während er die Verhandlungsführer über seine Bereitschaft zu einem diplomatischen Abkommen täuscht, so der NYP. Netanyahus Team plant, „Beweise“ vorzulegen, dass der Iran seine Aktivitäten am Standort wieder aufgenommen hat und nicht in gutem Glauben verhandelt. Er beabsichtigt zudem, israelische Geheimdienstinformationen bereitzustellen, die besagen, dass Teheran seine Raketen- und Drohnenprogramme nach den schweren Schäden im Krieg wieder aufbaut.

Wichtigste Kernpunkte der israelischen Versuche, die USA zum Weiterführen des Krieges zu bewegen

  • Der Täuschungsvorwurf: Laut einer israelischen Quelle dokumentieren die Beweise, dass das iranische Regime Verhandlungsführer über diplomatische Absichten täuscht. Parallel dazu verlagert Teheran Nuklearinfrastruktur (wie Zentrifugen) in die unterirdische Anlage am Pickaxe Mountain (Kuh-e Kolang Gazla). Was man von solchen Dokumentationen zu halten hat, zeigt die Geschichte.
  • Hintergrund zur Anlage: Der Komplex liegt etwa 1,5 Kilometer südlich der Atomanlage Natanz und reicht bis zu 100 Meter tief in das Granitgebirge. Trump hatte zuvor Angriffe auf diesen spezifischen Standort vermieden, da es bis dahin keine gesicherten Beweise für aktive nukleare Aktivitäten gab.

Weitere Details und Analysen zu den Bewegungen der Zentrifugen wurden ursprünglich auch vom Wall Street Journal aufgegriffen.

Trump erklärte wohl, er brauche Netanjahus Informationen nicht. Er wisse, dass Bibi ihn zur Weiterführung des Krieges überzeugen wolle. Die nächste Nacht wird zeigen, ob Netanjahu wieder einmal „überzeugend“ war, oder eher nicht.

Die Straße von Hormus

Der Iran und der Oman entwerfen die Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus, und Teheran wünscht sich eine Friedensvereinbarung vor den US-Midterms. Gemäß dem WSJ haben die beiden Länder das Wochenende bis Montag eng an einer Regelung für sichere Durchfahrt durch die Straße gearbeitet, und die Vermittler hoffen, eine Lösung zu finden.

Der Knackpunkt ist die ursprüngliche Frage des Krieges: Iran besteht weiterhin darauf, die Straße zu kontrollieren und GEBÜHREN einzuziehen, sieht Mautgebühren als Einnahmequelle für seine massive Wiederaufbaurechnung, weil Reparationszahlungen durch die USA, selbst wenn vom IGH geurteilt, niemals gezahlt werden. Wie der Fall Nicaragua beweist.

Der Oman und die USA lehnen verpflichtende Gebühren ab. Omans Gegenvorschlag: ein regionales Konsortium, das für maritime Sicherheit und Seenotrettung zuständig ist, freiwillig finanziert von regionalen Ländern sowie den Schifffahrts- und Ölindustrien. Damit lässt sich natürlich der iranische Wideraufbau nicht finanzieren.

Ein iranischer Diplomat sagt, Teheran wolle einen umfassenden Deal mit Trump VOR den Midterms im November, weil der Iran glaube, dass Trump dann unter stärkerem Druck stehen wird, nachzugeben. Vermittler drängen auf einen formellen 10-tägigen Waffenstillstand: Iran öffnet Hormus wieder, Amerika hebt die Blockade auf, und die Unklarheiten, die den Deal im Juni getötet haben. Was derzeit der Iran ablehnt, da der Versuch bereits einmal scheiterte, als die USA versuchten, entgegen der Vereinbarung, dem Iran die Verwaltung zu überlassen, versucht hatten, Schiffe durchfahren zu lassen. Der Iran soll den Vorschlag innerhalb von zwei Stunden abgelehnt haben.

Beide Uhren ticken: Die Vorräte an US-Abfangraketen sind strapaziert, Irans Wirtschaft taumelt, und die Sperrung des Roten Meeres durch den Jemen könnten das Öl wieder über 100 Dollar treiben Das Midterm-„Geständnis“, so interpretieren es westliche Analysten, sei ein Aufdecken von Teherans Karten, welche angebliche die Schwäche beweisen.

Iran richte seine Diplomatie nach der amerikanischen Politik aus und setzt darauf, dass ein Präsident, der im Oktober mit 4-Dollar-Benzin konfrontiert wird, unterzeichnet, was er im Juli nicht getan hätte. Die Konsortium-Idee ist der elegante Ausweg, die Straße wird von allen verwaltet, sodass sie von niemandem kontrolliert wird, aber Iran will trotzdem bezahlt werden, „und diese Maut ist der Hügel, auf dem dieser gesamte Krieg ausgefochten wird„. Nach Wall Street Journal / Autor: Daniel, berichtet durch Nawfal.

Trump will Irans Vermögenswerte an Firmen verteilen, welche durch die Sperrung der Straße Verluste erlitten

Es ist fantastisch, auf welche Ideen der US-Präsident kommt. Die teilweise seit 1979 eingefrorenen iranischen Vermögenswerte in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar, so erklärte Trump, sollte Firmen zugutekommen, welche von der durch den US-Angriffskrieg verursachte Sperrung der Straße von Hormus Verluste erlitten hatten. Die Antwort des Iran kam sofort. … Der Sprecher der iranischen Streitkräfte:

Der Präsident der Vereinigten Staaten möchte Irans eingefrorene Vermögenswerte an Unternehmen und Länder verteilen, die Schäden im Krieg erlitten haben Von nun an kündigen wir an, dass jedes Unternehmen oder Land, das dieses Angebot annimmt, niemals mehr den Hormuz-Straße passieren darf„.

Iran schwört Rache für toten iranischen Matrosen

Mehrmals hat nun der Iran geschworen, sich für den durch einen ukrainischen Angriff auf ein iranisches Schiff getöteten Matrosen zu rächen. Dabei wird auch immer wieder darauf hingewiesen, dass es europäische Länder sind, welche das unterstützten. Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte, dass der Angriff gerechtfertigt war, weil der Iran Waffen an Russland geliefert habe. Mit der Begründung hätte natürlich Russland nun jede Rechtfertigung, Europa in Schutt und Asche zu legen.

Irans mögliche Pläne zur Zerstörung der US-Wirtschaft

Ein iranischer Professor erklärte, welche Meinung sich im Iran auf der Straße verbreitet. Durchhalten, und die USA durch monatelange Sperrung der Straße von Hormus so viel Schaden zuzufügen, dass Trump stürzt, und mit einer neuen Regierung der Weg frei ist, um einen neuen JCPOA zu schließen. Allerdings diesmal so, dass er nicht von der nächsten Regierung einfach wieder gebrochen werden kann. (Details wie das funktionieren soll.)

Eine solche Politik würde natürlich Europa zuerst treffen. Denn die USA lässt zunächst seine „Verbündeten“ zur Kasse bitten. Die noch dazu vollkommen auf Energieimporte angewiesen sind, während die USA zumindest teilweise auf eigene Quellen zurückgreifen kann. Aber da die EU-Länder auch nichts unternommen hatten, um den JCPOA zu retten, als Trump ihn brach, sieht man in Teheran offensichtlich keinen Grund, diese Länder zu schonen.

Israel brüstet sich, behauptet Iran habe Angst Israel anzugreifen

Israels Minister Katz erklärte, der Iran habe Angst, Israel anzugreifen, obwohl dort viele US-Flugzeuge stationiert sind, welche den Iran angreifen.

Katz behauptet auch öffentlich, dass die USA das Land zurückhalten würden, den Iran entscheidend zu treffen, aus Furcht vor einer globalen Energiekrise.


Außerdem schlägt Israel vor, saudisches Öl zukünftig über Israel ins Mittelmeer zu exportieren. Dazu soll eine neue Pipeline gebaut werden. Und das obwohl man gerade sah, dass Pipelines genau so angegriffen werden können, wie Schiffe oder Förderanlagen.

Russland will von Irans asymmetrischer Kriegsführung lernen

Putin erklärt, dass Russland das Modell Irans für asymmetrische Marinekriegführung übernehmen muss „Schauen Sie sich an, was im Nahen Osten passiert; Irans Flotte aus ‚Mosquito‘-Schnellbooten hat sich als wirksam erwiesen. Wir entwickeln ebenfalls ähnliche Fähigkeiten“. Tatsächlich hat Russland das Problem des Iran in Bezug auf die NATO als Feind. Ohne auf Atomwaffen zurückzugreifen hätte Russland große Probleme, in einem konventionellen Krieg der zehnfachen Übermacht Paroli bieten zu können. Man sollte den derzeitigen Zustand, der nur eine zehnfache Übermacht auf dem Papier zeigt, im Falle eines entbrannten Krieges nicht als Maßstab heranziehen. Denn die NATO mit ca. 1 Milliarde Menschen und vielen ungenutzten industriellen Möglichkeiten (aus Wettbewerbsgründen) würde Russland mit 144 Millionen Menschen und bereits im Stellvertreterkrieg gegen die Ukraine in einer angespannten Situation, in einem längeren Konflikt sicher vernichtend schlagen. Es sei denn Russland findet die richtigen Druckpunkte und führt einen asymmetrischen Krieg, ähnlich wie der Iran.


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Ein Kommentar

  1. Fritz Madersbacher 28. Juli 2026 um 18:29 Uhr - Antworten

    „Denn die NATO mit ca. 1 Milliarde Menschen und vielen ungenutzten industriellen Möglichkeiten (aus Wettbewerbsgründen) würde Russland mit 144 Millionen Menschen und bereits im Stellvertreterkrieg gegen die Ukraine in einer angespannten Situation, in einem längeren Konflikt sicher vernichtend schlagen“

    Das ist eine seltsame Überschätzung der NATO, eine dumme Selbstüberschätzung, wie sie vor allem von den Kriegshetzern und Kriegspropagandisten suggeriert wird. Wohin solche Illusionen, bar jeder Fähigkeit, aus der Geschichte zu lernen, führen, erleben gerade die „exzeptionellen“, großartigen US-Imperialisten in Westasien. Die NATO würde längst einen „totalen Krieg“ gegen Rußland führen, wenn sie dazu nur annähernd in der Lage wäre. Theoretische Vergleiche, z.B. von Bevölkerungszahlen oder „Industriepotential“, ändern nichts an der Realität und ihrer Komplexität …

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