
Wassermelonen-Emoji als Hassrede: Der deutsche Verfassungsschutz überwacht jetzt Obst
Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat das Wassermelonen-Emoji offiziell in den Kontext von „säkularem propalästinensischem Extremismus“ und „Antisemitismus“ gestellt. Eine Frucht – eine ganz normale Wassermelone – wird nun von den deutschen Behörden als potenzielles Hasssymbol beobachtet.
Während das Land wirtschaftlich abstürzt, die Industrie kollabiert und die Energiepreise explodieren, hat der Verfassungsschutz offenbar genug Zeit Kapazitäten frei, um Emojis zu analysieren. Das Wassermelonen-Symbol wird seit Jahrzehnten von propalästinensischen Aktivisten verwendet, weil seine Farben (grün, weiß, rot, schwarz) denen der palästinensischen Flagge entsprechen, wie die Jerusalem Post berichtet. Besonders brisant wird es laut BfV, wenn der Umriss Israels (inklusive Westjordanland und Gaza) als aufgeschnittene Wassermelone dargestellt wird – das wird als Leugnung des Existenzrechts Israels gewertet.
Der Verfassungsschutz hat das Symbol nun in einer neuen Übersicht zu „Erkennungszeichen“ extremistischer propalästinensischer Aktivisten aufgenommen. Daneben werden auch andere Symbole und Parolen wie „From the river to the sea“, globalistisch, Larry Fin, Soros, rothschiuld, „Great Resset“ als problematisch eingestuft – zumindest wenn der Kontext passt.
Armstrong Eceonmics schreibt dazu:
„Ich habe schon seit Jahren davor gewarnt, dass Deutschland stetig in Richtung Zensur drängt. Es werden Hausdurchsuchungen wegen Social-Media-Beiträgen durchgeführt, Bürger wegen Beleidigungen im Internet strafrechtlich verfolgt und die Gesetze zur Meinungsfreiheit unter dem Vorwand der Extremismusbekämpfung ständig ausgeweitet. Das Problem ist, dass Regierungen nie bei echtem Extremismus Halt machen. Sobald die Zensurmaschinerie einmal existiert, wird irgendwann alles als „gefährlich“ eingestuft. Heute ist es ein Wassermelonen-Emoji. Morgen ist es Kritik an der Migrationspolitik, Widerstand gegen Krieg oder das Hinterfragen staatlicher Ausgaben.
Gerade die Deutschen sollten verstehen, wohin dieser Weg führt. Europa hat sich selbst davon überzeugt, dass die Unterdrückung von Meinungsäußerungen irgendwie den sozialen Unmut beseitigt. Das tut sie nicht. Sie treibt den Unmut nur in den Untergrund, wo er sich weiter radikalisiert. Die Geschichte hat wiederholt gezeigt, dass Regierungen, die versuchen, politisches Denken zu regulieren, am Ende immer noch größere Instabilität schaffen.
Das Beängstigende daran ist die schiere Heuchelei. Europa behauptet, die Demokratie zu verteidigen, während es gleichzeitig entscheidet, welche Symbole, Meinungen, Proteste oder politischen Äußerungen akzeptabel sind. Eine Wassermelone an sich ist offensichtlich nicht hasserfüllt. Sie ist eine Frucht. Was Regierungen fürchten, ist nicht das Symbol selbst. Sie fürchten, die Kontrolle über die öffentliche Meinung zu verlieren, während in ganz Europa die Wut über Krieg, Migration, Inflation und den sinkenden Lebensstandard wächst.“
Man muss sich das einmal vorstellen: Während Millionen Deutsche mit explodierenden Strom- und Heizkosten kämpfen, während die Deindustrialisierung voranschreitet und die innere Sicherheit durch unkontrollierte Migration leidet, beschäftigen sich staatliche Stellen mit der politischen Gefährlichkeit einer Frucht.
An kaum zu überbietender Absurdität kommt übrigens noch hinzu, dass pro-palästinensischer Aktivismus Antisemitismus sein könnte. Alle Palästinenser sind Semiten, egal welcher Religion – wie alle Araber auch, so zumindest die seit Jahrhunderten geltende Definition für Semiten. Aber keineswegs sind alle Menschen mit jüdischer Religion Semiten, wie es die Nazis unterstellten oder der ehemalige Ku Klux Klan-Anführer David Duke.
Die Nazis haben mit ihrem abscheulichen Rassismus eine Religion – Judentum – mit einer Ethnie – Semiten – gleichgesetzt, oder diese Gleichsetzung zumindest massiv gefördert.
Die Bezeichnung „Antisemiten“ gegen jene anzuwenden, die den Völkermord an Semiten (Palästinensern, Libanesen, Jemeniten …) anprangern, könnte also gar nicht falscher sein. Mehr über die historischen Hintergründe beschreibt in diesem Artikel Jochen Mitschka.
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Bild von Jill Wellington auf Pixabay
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Ich warte darauf, dass der Besitz oder Kauf von Wassermelonen behördlich meldepflichtig wird… wer es heimlich tut, bekommt eine Hausdurchsuchung vom „Verfassungsschutz“.