Ben-Gvirs Video zu Gaza-Flotilla-Aktivisten löst internationale Kritik aus

21. Mai 2026von 2,7 Minuten Lesezeit

Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir hat mit einem Social-Media-Beitrag scharfe internationale Kritik ausgelöst. Ben-Gvir veröffentlichte ein Video, das illegal festgenommene Aktivisten der „Global Sumud Flotilla“ zeigt – darunter Teilnehmer aus mehreren europäischen Ländern.

Die Aufnahmen zeigen die Aktivisten kniend und gefesselt, während die israelische Nationalhymne läuft. Begleitet wurden sie von Kommentaren Ben-Gvirs wie „Willkommen in Israel“ und der Bezeichnung als „Terror-Unterstützer“. Die Flotilla hatte versucht, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen und humanitäre Hilfsgüter zu liefern. Israelische Streitkräfte enterten die Schiffe in internationalen Gewässern, nahmen die rund 430 Aktivisten fest und brachten sie nach Ashdod.

Ben-Gvir präsentierte die Festnahmen als Erfolg. Die Art der Darstellung – gefesselte Personen vor laufender Kamera – stieß jedoch auf breite Ablehnung. Das auf X veröffentlichte Video zeigt, wie Ben Gvir die Aktivisten verspottet, während diese mit auf dem Rücken gefesselten Händen und auf den Knien, den Blick zum Boden gerichtet, festgehalten werden. An einer Stelle des Videos ist die israelische Nationalhymne zu hören, während die Aktivisten mit dem Gesicht nach unten auf einem offenbar israelischen Schiff festgehalten werden.

Reaktionen aus dem Ausland

Mehrere europäische Staaten reagierten scharf. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die Behandlung als „inakzeptabel“ und forderte die Freilassung der italienischen Staatsbürger sowie eine Entschuldigung. Auch Frankreich, die Niederlande, Kanada, Polen und Großbritannien äußerten Kritik und bestellten israelische Diplomaten ein.

„Die Bilder des israelischen Ministers Ben Gvir sind inakzeptabel. Es ist unzulässig, dass diese Demonstranten, darunter viele italienische Staatsbürger, einer solchen Behandlung ausgesetzt werden, die die Menschenwürde verletzt“, erklärte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einem Beitrag auf X.

„Die italienische Regierung unternimmt unverzüglich auf höchster institutioneller Ebene alle notwendigen Schritte, um die sofortige Freilassung der betroffenen italienischen Staatsbürger zu erwirken“, schrieb Meloni und fügte hinzu, dass Rom eine Entschuldigung von Israel fordere und den israelischen Botschafter in Italien vorladen werde.

Jean-Noel Barrot, der französische Außenminister, sagte auf X, dass die französische Regierung die Flottille zwar nicht unterstütze, die beteiligten französischen Aktivisten jedoch „mit Respekt behandelt und so schnell wie möglich freigelassen werden müssen“ und dass Paris den israelischen Botschafter vorladen werde, um „unsere Empörung zum Ausdruck zu bringen und Erklärungen einzuholen“.

Ben Gvirs Video ging selbst für einige Mitglieder der israelischen Regierung zu weit, darunter Außenminister Gideon Sa’ar, der sagte, dass Ben Gvir „unserem Staat mit dieser schändlichen Darbietung wissentlich Schaden zugefügt hat“.

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Ein Kommentar

  1. VerarmterAdel 21. Mai 2026 um 10:44 Uhr - Antworten

    Das ist so ein unfassbares Drecksland, es fehlen einem die Worte. Aber dass die sich das und einen offen verübten Genozig und endlose Kriege, Terrorattacken usw. usf. leisten können, zeigt den Status dieser gottlosen Psychopathen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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