Sonnencreme verbunden mit erhöhtem Risiko von Hautkrebs

10. Juni 2026von 5,1 Minuten Lesezeit

Seit Jahrzehnten trommeln Gesundheitsbehörden, Dermatologen und die Kosmetikindustrie die Botschaft „Sonnencreme schützt vor Hautkrebs“ in die Köpfe der Menschen. Wer ohne Lichtschutzfaktor 50 an den Strand geht, gilt als leichtsinnig. Wahr ist vielmehr: Das Gegenteil.

Was aber, wenn die Daten eine völlig andere Geschichte erzählen? Eine im Januar 2024 in BMC Cancer publizierte Studie auf Basis der UK Biobank mit über 470.000 Teilnehmern hat genau das getan, was gute Epidemiologie tun sollte: Sie hat nicht einfach Sonnencreme-Nutzer mit Nicht-Nutzern verglichen und fertig. Die Forscher rechneten statistisch die größten bekannten Risikofaktoren für Hautkrebs heraus – Alter, Geschlecht, Hauttyp, Bräunungsfähigkeit, Sonnenbrand-Vorgeschichte, Solariumnutzung und Zeit im Freien.

Und dann kam das Ergebnis, das in keiner Sonnencreme-Werbung auftauchen wird:

  • Malignes Melanom: +292 % höheres Risiko (RR = 3,92) bei häufiger Sonnencreme-Nutzung

  • Basalzellkarzinom: +140 % höheres Risiko (RR = 2,40)

  • Plattenepithelkarzinom: +126 % höheres Risiko (RR = 2,26)

Wie Nicolas Hulscher, Epidemiologe der McCullough Foundation, in seiner Analyse der Studie auf The Focal Points schreibt: Die Forscher kategorisierten das Sonnenschutzverhalten von „nie/selten“ bis „immer“ – und fanden die stärksten Assoziationen bei den häufigsten Sonnencreme-Nutzern. Je mehr Sonnencreme, desto höher das beobachtete Hautkrebsrisiko.

Das ist kein Rechenfehler. Das ist ein Muster. Wie früher berichtet, ergab eine 20-jährige schwedische Studie, dass die Vermeidung von Sonnenlicht das Risiko eines vorzeitigen Todes um 60 % erhöht, insbesondere durch Herzerkrankungen und Krebs.

Die Studie: Richie Jeremian et alGene-environment analyses in a UK Biobank skin cancer cohort identifies important SNPs in DNA repair genes that may help prognosticate disease risk

„Aber Korrelation ist nicht Kausalität!“

Diesen Einwand wird jeder sofort parat haben. Und ja: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die keine direkte Kausalität beweisen kann. Hulscher räumt das auch ein.

Aber – und das ist der entscheidende Punkt – die Studie war eben kein plumper Vergleich von zufälligen Sonnencreme-Nutzern gegen Nicht-Nutzer. Die Forscher kontrollierten für: Hautfarbe, Haarfarbe, Bräunungsfähigkeit, Sonnenbrände in der Kindheit, Solarium-Exposition, Aufenthaltsdauer im Freien, Alter und Geschlecht. All die offensichtlichen Confounder, die einem sofort einfallen („Sonnencreme-Nutzer sind halt hellhäutiger und gehen öfter in die Sonne“), wurden herausgerechnet.

Und der Zusammenhang blieb. Robust. Signifikant. Dosisabhängig.

Das wirft eine unbequeme Frage auf: Wenn Sonnencreme tatsächlich vor Hautkrebs schützt – warum zeigen dann ausgerechnet die Menschen, die sie am gewissenhaftesten verwenden, das höchste Risiko?

Was in der Tube steckt, von dem niemand spricht

Vielleicht liegt die Antwort nicht im Sonnenschutz, sondern in dem, wovor man sich eigentlich schützen will – nur dass die Gefahr diesmal aus der Tube kommt.

Wie Hulscher anmerkt, enthalten viele chemische Sonnencremes hormonell wirksame Substanzen, die nachweislich rasch in den Blutkreislauf aufgenommen werden: Oxybenzon, Octocrylen, Homosalat – klingt wie das Inhaltsverzeichnis eines Chemielabors, nicht wie etwas, das man sich großflächig auf die Haut schmieren sollte.

Oxybenzon etwa ist ein bekannter endokriner Disruptor. Es imitiert Östrogen, bringt den Hormonhaushalt durcheinander. Die FDA selbst hat in einer Pilot Studie 2019/2020 festgestellt, dass die Blutkonzentrationen dieser Chemikalien nach großflächiger Anwendung die Sicherheitsschwellen überschreiten, ab denen toxikologische Tests erforderlich wären.

Und dann ist da noch die Benzol-Kontamination, die in den letzten Jahren bei zahlreichen Sonnencreme-Chargen festgestellt wurde. Benzol – ein bekanntes Karzinogen. Ausgerechnet in einem Produkt, das Krebs verhindern soll.

Das Vitamin-D-Dilemma

Und dann ist da noch der Elefant im Raum, den die „Immer-eincremen“-Fraktion konsequent ignoriert: Sonnenlicht ist nicht nur ein Risikofaktor. Es ist die primäre Quelle für Vitamin D – ein Hormon-Vorläufer, der an Immunregulation, Zellreparatur, Entzündungskontrolle und Krebsabwehr beteiligt ist.

Wie Hulscher es formuliert: Menschen, die niemals ungeschützt Sonnenlicht abbekommen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Vitamin-D-Mangel entwickeln. Und Vitamin-D-Mangel ist seinerseits mit erhöhten Krebsraten assoziiert – einschließlich, man ahnt es, Hautkrebs.

Nach meiner Erfahrung sind „normal-gesunde“ Werte im Bereich von 100 bis 150 ng/ml der Speicherform 25-OH Vitamin D3. Und sie sind leicht erreichbar. Nach einer Woche Aufenthalt auf Meereshöhe bei einem Sonnenstand, der zur Mittagszeit nur etwa 8 Grad von der Senkrechten abweicht, also in den Tropen, kam ich dank Vermeidung von Sonnencreme auf einen Vitamin D Spiegel von 109 ng/ml:

Natürlich vom Körper erzeugt, kann das also nicht ungesund sein, obwohl das Labor einen „Normbereich“ von 30,0 bis 50,0 angibt. Tatsächlich sind das die „normal kranken“ Durchschnittswerte von 95% der Patienten die wegen Krankheit vom Arzt zur Laboruntersuchung geschickt worden sind.

Was tun? Die vernünftige Mitte und Nachsorge

Das bedeutet nicht, dass man sich jetzt bei 35 Grad stundenlang in die pralle Mittagssonne legen und auf den Sonnenbrand warten sollte. Sonnenbrände sind nachweislich schädlich – daran gibt es nichts zu rütteln.

Die vernünftige Strategie liegt, wie so oft, in der Mitte:

  • Sensible Sonnenexposition: Genug Zeit in der Sonne, um von den Vorteilen zu profitieren, ohne den Punkt des Sonnenbrands zu erreichen

  • Mineralische statt chemischer Filter: Zinkbasierte Sonnencremes bilden eine physikalische Barriere auf der Haut, statt chemischer Substanzen, die ins Blut eindringen

  • Schatten und Kleidung: Wenn die Sonne am intensivsten brennt, sind Hemd und Hut die bessere Wahl als der nächste Klecks Chemie-Creme

  • Keine Panik vor der Sonne: Die Sonne ist kein Feind. Sie ist die Energiequelle, unter der sich das Leben auf diesem Planeten entwickelt hat

Hautrötungen durch intensive Sonneneinstrahlung und generell strapazierte Hautpartien pflege ich mit einem Hautgel, das bioenergetisch aktives Ubiquinon Q10 (0,6 %) in ultrakleinen Tropfen enthält. Q10 kann durch diese spezielle Struktur intensiver in die Hautschichten vordringen und damit seine schützenden und pflegenden Eigenschaften voll entfalten. Insbesondere wird das Coenzym Q10 von den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, benötigt, die allfällige Schäden blitzschnell reparieren können.

Eine andere Studie mit den Daten der Biobank hatte eine deutliche Reduzierung der Todesfälle durch Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch hohe Sonneneinstrahlung festgestellt.

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5 Kommentare

  1. Judith Panther 10. Juni 2026 um 21:23 Uhr - Antworten

    Da bleibt einem die Spucke weg:
    https://www.preventivehealth.sa.gov.au/evidence-data/explore-and-request-data/open-data-portal/data-about-cancer
    Klicken Sie links auf
    „Data about cancer in South Australia“ und dort dann rechts auf
    „Most common cancers in South Australia“
    Dort finden Sie die Krebshäufigkeiten von bis zu 30 verschiedenen Krebsarten von 1982 bis 2021.
    Die Zeiträume kann man oben jeweils einstellen.
    Daß die Zahlen ab 2021, dem Beginn der Impfkampagne, von den offiziellen Stellen nicht mehr veröffentlicht werden versteht sich von selbst.
    Aber auch die Zahlen davor – wie gesagt: Es bleibt einem die Spucke weg.

  2. local.man 10. Juni 2026 um 16:36 Uhr - Antworten

    Die Erfindung der Industrie im Produkte zu verkaufen. Das spiel mit der Angst…
    Ohne Sonnenschein auf der Haut, verkümmert man eher. Ohne Sonne würde hier auf der Erde sogut wie nichts wachsen. Die Eingriffe durch Wettermanipulation und Verdunklung der Himmel sind zu verfolgen und unter schwerste Strafen zu stellen.
    Niemand wird sich stundenlang bei 30° Aufwärts in die pralle Mittagssonne setzen/legen/liegen. Ok es gibt Ausnahmen..

    Die Industrie erfindet ständig irgendwas um Profite zu steigern, oder aus irgendeiner Sache Profit zu generieren.
    Und am Ende landen wir dann da, dass die künstlichen Dinge sogar besser und gesünder sind, als normale Sachen, oder gar nichts davon.

    Es gibt genügend Beispiele…
    Ich weiß nicht mehr welches Land es war.. Aber da wurde den Frauen eingeredet, dass die Milchprodukte, idR. artenfremd, der Industrie besser seien als Muttermilch der stillenden Frauen. Wer glaubt sowas?

    Oder bleiben wir bei Milch, dass diese hocherhitzt besser und sicherer ist, die H-Milch. Dabei ging es nur darum, sie haltbar zu bekommen, um sie lange lagern zu können und Profite zu steigern, ja das Milchgeschäft überhaupt erst rentabel zu bekommen, da Milch sehr schnell verdirbt, oder bei holprigen Wegen sich vom Fett trennt. Erst der Zugverkehr hat Milch zum Geschäft gemacht. Die großen gesundheitlichen Nachteile des Milchverzehrs in all seinen Arten, wurden ebenfalls verschwiegen, gerade besonders wenn es durch Hitze und homogenisieren, und wer weiß was damit noch alles angestellt wird, immer wertloser für den Körper wird und die negativen Eigenschaften immer stärker zunehmen.

    Oder nehmen wir das Salz-Geschäft. Ohne Salz schmeckt halt das totgekochte Zeugs kaum noch. Salz so in dieser isolierten Form, ist für den Körper ein Gift und er lagert es sofort mit großen Mengen Wasser in die Fettzellen ein, um es dann, wenn er denn dazu kommt, es alsbald wieder abzubauen und dann rennt man laufend pinkeln. Wer viel Salz ist, trinkt sehr viel, schwabbelt leicht und sieht immer eher aufgedunsen aus, was aber auch die vielen E-Stoffe auslösen.
    Dicke Menschen, die Salz weglassen, nehmen auch sofort in der ersten Zeit, schnell ab, da der Körper sich davon sofort trennt.
    Was wir brauchen sind organische Mineralien, die erst durch die Pflanze ihre anorganische Form verlieren. Dieses Wissen steht in Büchern, die man aber lieber versteckt und gegen die Propaganda der Konzerne tauscht.
    Wer kein Salz ist stirbt.. na klar.. deswegen leben die Tiere im Walde ja auch alle nicht mehr, die bekommen nirgendswo Salz her bis auf wenige Ausnahmen die an Meeren leben und die werden auch nur süchtig danach… Salz macht süchtig, wenn auch weit weniger als isolierter Zucker in all seinen Formen.
    Das schlimmste Salz von allen Salzen die wir ins Essen gemengt bekommen ist übrigens das Nitritpökelsalz. Lässt das Fleisch rot aussehen, darum gehts.. Ist aber extrem schädlich..

    Es gibt noch viele weitere Beispiele des ganzen Schwindels zum Wohle der Konzerne und der sogenannten Wirtschaft..

  3. Glass Steagall Act 10. Juni 2026 um 11:25 Uhr - Antworten

    In Urlaubsregionen um den 20. Breitengrad nutze ich beispielsweise Sonnencreme nur solange an wenigen exponierten Stellen, bis sich der natürliche Schutz aufgebaut hat. Auch ein Sonnenhut ist als Prävention dabei hilfreich. Eine gewisse Vorbräune von zuhause hilft dabei, den Prozess enorm abzukürzen! Zuhause am 50. Breitengrad nehme ich nie Sonnencreme.

  4. Daisy 10. Juni 2026 um 10:37 Uhr - Antworten

    Ich verwende nie eine Sonnencreme. Stattdessen Kapperl und für die Nase nehme ich ein Blattl beim Baden im Fluss, Tauchen hilft auch ;-)
    Jedenfalls bleibe ich prinzipiell nie so lange in der Sonne, bis es brennt auf der Haut und habe daher noch nie einen Sonnenbrand gehabt. Allerdings bin ich sehr dunkel…da hält man es auch länger aus.
    Gerade aber die Hellhäutigen braten so lange in der Sonne, bis sie rot werden…

    • Daisy 10. Juni 2026 um 10:47 Uhr - Antworten

      PS: und die meinen, wenn sie die Sonnencreme Lichtschutzfaktor 100 auftragen, können sie 100 x länger in der Sonne braten als ohne…das ist allerdings fatal…:-)

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