Skip to content
Wirtschaft

Kater-Bekämpfung mit Gentechnik wird immer populärer

6 Kommentare 7. August 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Das Startup ZBiotics hat gentechnisch veränderte Probiotika massentauglich gemacht – und zwar als Kater-Bekämpfung. Der Transhumanismus normalisiert sich über ein kleines Fläschchen, das man vor dem ersten Bier reinkippt.

ZBiotics, gegründet 2016, vermarktet den weltweit ersten kommerziell erhältlichen genetisch veränderten Probiotikum-Stamm für den direkten menschlichen Verzehr. Das Produkt enthält Bacillus subtilis ZB183™, einen Sporenbildner, der so manipuliert wurde, dass er im Darm das Enzym Acetaldehyd-Dehydrogenase (ALDH) produziert. Acetaldehyd entsteht beim Alkoholabbau und gilt als einer der Hauptverursacher von Kater-Symptomen. Die Leber spaltet es relativ effizient ab, der Darm weniger – genau dort setzt der Shot an. Die Bakterien überstehen den Magen als Sporen, keimen im Darm aus und sollen das giftige Nebenprodukt abbauen.

Das Unternehmen startete 2019 mit dem Direktvertrieb, kam 2023 auf Amazon und expandiert inzwischen in den stationären Handel (Total Wine, BevMo, Spezialgeschäfte und Restaurants). Zwischen 2021 und 2025 lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei rund 113 Prozent. Das Unternehmen ist inzwischen profitabel. Der Preis von 7 bis 9 Dollar pro Shot scheint die Nachfrage nicht zu dämpfen – viele Kunden in den 30ern und 40ern schätzen den „Tag danach“. Das Unternehmen betont Transparenz und kennzeichnet die Produkte stolz mit „Proudly GMO“. Wissenschaftliche Hintergründe findet man in diesem Paper.

Ein zweites Produkt, „Sugar-to-Fiber“, folgt dem gleichen Prinzip: Ein B. subtilis-Stamm produziert verstärkt Levansucrase und wandelt Zucker aus der Nahrung in das Präbiotikum Levan um – wenige Gramm pro Tag, die dem Mikrobiom zugutekommen sollen.

Unabhängige, randomisierte, placebokontrollierte Humanstudien zur tatsächlichen Reduktion von Kater-Symptomen fehlen. Kritiker wie etwa die Alcohol Hangover Research Group betonen, dass die einzige wissenschaftlich belegte Methode, einen Kater zu vermeiden, weniger Alkoholkonsum ist. Acetaldehyd spielt eine Rolle, doch der Kater ist multifaktoriell (Schlafentzug, Dehydrierung, Entzündung, andere Metaboliten). Einige Beobachter bezweifeln, ob die Aktivität im Darm systemische Effekte ausreichend beeinflusst. ZBiotics verweist auf Labordaten, Kundenfeedback und hohe Wiederholungskaufraten und bietet eine Geld-zurück-Garantie.

Regulatorisch gilt das Produkt als Lebensmittel bzw. funktionelles Lebensmittel, nicht als Arzneimittel – daher ist keine FDA-Zulassung für Wirksamkeitsansprüche nötig. In der EU gibt es (noch) keinen offiziellen Verkauf.

Was dahintersteckt, ist eine größere Dynamik, die Aufmerksamkeit verlangt: Die erste breite Markteinführung genetisch veränderter Mikroben für den direkten menschlichen Konsum adressiert nicht Hunger, seltene Stoffwechselkrankheiten oder etwas anderes, sondern die Nebenwirkungen freiwilligen Rausches. Ist das nicht seltsam, dass der direkte menschliche Verzehr genetisch veränderter Mikroben zuerst vermarktet wird, um Schäden durch selbstzerstörerische Aktivitäten zu lindern?

Es ist jedenfalls ein konsumfreundlicher Einstieg in die Idee, den eigenen Körper und sein Mikrobiom gezielt zu verbessern.

In ein paar Jahren wird es viele solcher Produkte geben. Allein ZBiotics baut eine Pipeline weiterer enzymatisch aktiver Probiotika und hat bereits Assets aus dem Bereich Präbiotika und Polyphenole übernommen. Der erste große Schritt der genetisch veränderten Probiotika in den Massenmarkt führte über den Kater.

Bild KI

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter. 

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇



Pfizer verschweigt dramatische Ergebnisse zur Grippe-mRNA-Behandlung

EU-Parlament stimmt über Gentech-Verheimlichung ab: Neue „NGT-1“-Pflanzen ohne GM-Kennzeichnung – Weil Verbraucher sie sonst ablehnen

Teile diesen Artikel

6 Kommentare

  1. Andreas_Sch.
    Antworten

    Können Sie bitte einmal zusammengefasst schreiben, was Sie mit Ihren seltsam verwirrten Beiträgen auszusagen wünschen – und sich dabei auf eine Sprache beschränken?

  2. bribrei
    Antworten

    Nehmt’s ruhig, Leute, haut rein – eines könnt Ihr mit diesem Schwachsinn nicht verhindern: Alkohol ist ein Nervengift, das bereits nach kleinen Mengen direkt auf das Gehirn wirkt, die Gehirnfunktionen beeinflusst. Langfristig schädigt regelmäßiger Alkoholkonsum die Gehirnzellen, beeinträchtigt das Gedächtnis und erhöht das Risiko für Demenz und Gedächtnisschwund – also, Alkohol zerstört das Gehirn, da hilft auf Dauer auch nicht der Kater-Killer. Der ist nur eine weitere, lukrative Abzockerei…

  3. Glass Steagall Act
    Antworten

    Ich wusste gar nicht, dass es so einen Quatsch überhaupt gibt. Aber ich trinke auch keinen Alkohol und brauche auch soetwas nicht. Interessant dürfte es sein, welche Nebenwirkungen man sich damit wieder durch die Hintertür herein holt! Der Mensch erfindet immer soviel unsinniges, welches eine Sünde gegen den eigenen Körper, mit vielen weiteren erkauft! Für mich riecht dieses Produkt danach, völlig überflüssig zu sein!

  4. Daisy
    Antworten

    An Rotwein musst auf Zimmertemperatur bringen. Die Mönchszimmer waren ca. auf 12° => Eiswürferln.

    Heute sind mir alle ausgewichen bei Mississippi in the middle of a dry spell … oder Celentano (ich musste mehrfach schreien) …ich fuhr heute auf der Autobahn auf blankes Durchkommen (musste mehrfach rechts außen überholen, unter Einbeziehung von ganz rechts außen, worauf alles auswich, hopps hopps links rechts), hatte mehr als 200 Sachen, primär aber schätze ich die Beschleunigung ..a = v/t mit Quadrat, die besondere ist der freie Fall mit der Gravitationskonstante,, jedenfalls nimmt sie zu.., ;-)
    Doch bin ich betrübt, es geht mir nicht mehr aus dem Sinn, denn neulich war ein Golf GTI (muss ein Benziner gewesen sein) ähnlich wie ich bzw. besser eigentlich. Das halte ich nicht aus;-) Der Typ startete seine Manôver aus dem Überholverbot heraus, ganz wie ich…
    Ich muss mir daher einen höheren Abarth besorgen, am besten Baujahr 2022….denn ich finde sowas unerträglich. Dennoch wars wieder viel Spaß :-)
    Er wusste immer un einem Bruchteil einer Sekunde vorher schon, was ich vorhabe. OMG, was für ein Spaß! Genauso war auch mein alte in den 80ern. Damals habe ich den Golf GTI gestaubt, denn ich hatte einen Overdrive.. also, ich muss das ândern…

    Einen Alk-Kater habe ich niemals denn ich trinke nur rote Gspritze, einen echten Kater habe ich jedoch schon. Er heißt Peppone und er ist orange mit einer rosa Nase, sehr hochbeinig…ich liebe ihn über alles…nie würde ich ihn bekämpfen… zZt sitzt er neben mir und möchte eie inmer meine Haare fressen…:-)

  5. Jakob
    Antworten

    …. scheint als hätte ich selbst einen.😀
    Natürlich Kater vermeiden!

  6. Jakob
    Antworten

    Na bravo. Eine der wichtigsten Erfindungen der letzten Jahrhunderte.
    Gut, einen Kater könnte Säufer:In auch durch weniger Alkohol erreichen, aber das ist natürlich viel schicker.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Entdecke mehr von tkp.at

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen