Die wissenschaftlichen Beweise für die gesundheitlichen Wirkungen von Pilzen sind zahlreich. Auch die Wirkmechanismen sind gut erforscht. Dazu sind sie seit Tausenden von Jahren in der chinesischen Medizin und der Naturmedizin weltweit wichtige Heilmittel. Nun hat sich auch der Enoki-Pilz in einer neuen Studie als hochwirksam gegen Krebs erwiesen.
Eine im Mai 2026 im Fachblatt BMC Biotechnology veröffentlichte Studie von El-Sayed et al. untersuchte die Anti-Krebs- und Immunwirkung eines Heißwasser-Extrakts aus dem Myzel von Flammulina filiformis – besser bekannt als Enoki-Pilz. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Bei oraler Verabreichung von 200 mg/kg/Tag über nur 10 Tage wurde das Wachstum des Ehrlich-Solid-Tumors um 99,79 % gehemmt, und bei 66,7 % der Mäuse (10 von 15) verschwand der Tumor vollständig. Die Originalstudie ist hier abrufbar: Metabolic profiling and systems biology analysis of Flammulina filiformis Fv19 extract.
Wie heißt der Pilz auf Deutsch?
„Enoki“ ist die japanische Bezeichnung (榎茸, enokitake). Im Deutschen trägt derselbe Pilz mehrere Namen:
- Samtfußrübling – der gebräuchlichste deutsche Name, auch in Pilzbüchern und bei der DGfM
- Samtfuß – Kurzform
- Winterpilz – weil er als einer der wenigen Speisepilze bei kaltem Wetter, teils bis in den Winter hinein, fruktifiziert
- Gemeiner Samtfußrübling – wenn man ihn von verwandten Arten abgrenzen will
Wichtig für die Einordnung: Der wilde Samtfußrübling sieht völlig anders aus als das, was im Supermarkt als „Enoki“ liegt. Die Wildform hat einen orangebraunen bis honigfarbenen Hut und einen samtig behaarten Stiel, wächst büschelig auf Holz – daher der Name. Die Kulturform dagegen ist langstielig, dünn und weiß bis blassgelb, weil sie im Dunkeln und bei hoher CO₂-Konzentration gezogen wird. Das ist der „Enoki“ aus dem Asia-Laden.

Auch vorbeugend wirksam
In einem separaten präventiven Versuch, bei dem die Mäuse den Extrakt vor der Tumorimplantation erhielten, zeigte sich eine 99,34 % Tumorhemmung, und 60 % (9 von 15) der Tiere entwickelten keine nachweisbaren Tumoren. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass die Experimente keine Ausrottung großer, bereits etablierter Tumoren belegten.
Über die Tumorunterdrückung hinaus dokumentierten die Forscher deutliche Veränderungen der Immunfunktion:
- Makrophagen stiegen um 166 % gegenüber tumortragenden Kontrollen
- TNF-α-Produktion erhöhte sich um bis zu 284 %
- Stickstoffmonoxid (NO) um 71 %
- Wasserstoffperoxid (H₂O₂) um 55 % – der Krebszellkiller wie von hochdosiert infundiertem Vitamin C erzeugt
Makrophagen sind Immunzellen, die Krebszellen verschlingen, entzündliche Mediatoren freisetzen und die breitere Anti-Tumor-Antwort koordinieren können. Die Autoren betonen aber, dass die makrophagenvermittelte Tumorzerstörung nicht direkt nachgewiesen wurde.
Wichtig: Myzel, nicht Fruchtkörper
In der BMC Biotechnology-Studie ging es nicht um die Fruchtkörper, sondern um das Myzel – also die Pilzmasse aus der Flüssigkultur, nicht der Fruchtkörper, den man isst. Der Heißwasser-Extrakt wurde daraus gewonnen. Wer beim Thema Heilwirkung recherchiert, sollte diesen Unterschied im Blick behalten: Myzelextrakte und Fruchtkörper-Extrakte sind nicht dasselbe.
Für die Küche ist der Samtfußrübling ein guter Speisepilz; für die in der Studie beschriebene Wirkung braucht es dagegen den konzentrierten Extrakt, nicht das Pfännchen.
Keine Auffälligkeiten bei der Sicherheit
Vorläufige Sicherheitsbeobachtungen waren ebenfalls ermutigend. Die mikroskopische Untersuchung ergab keine offensichtlichen pathologischen Auffälligkeiten in Milz- oder Lymphknotengewebe der behandelten Mäuse, während unbehandelte tumortragende Tiere fokale Milznekrosen aufwiesen.
Auch die molekularen Andock-Analysen der Forscher zeigen starke Wechselwirkungen mit onkogenen und immunregulatorischen Proteinen, darunter Bcl-2 (−5,015 kcal/mol), EGFR (−4,567 kcal/mol), COX-2 (−4,581 kcal/mol) und iNOS (−5,855 kcal/mol).
Die Enoki-Befunde rechtfertigen weitere Untersuchungen, einschließlich der Replikation in etablierten Tumormodellen und schließlich klinischer Studien am Menschen. Die Kombination aus oral verabreichter Behandlung, nahezu vollständiger Unterdrückung des Tumorwachstums, Tumorverschwinden bei der Mehrheit der behandelten Mäuse und erheblichen Immunveränderungen macht dies zu einer faszinierenden präklinischen Entdeckung.
Der Epidemiologe Nicolas Hulscher von der McCullough Foundation hat die Studie in einem Beitrag zusammengefasst: NEW STUDY: Enoki Mushroom Extract Suppressed Tumor Growth by 99.8% in Mice.
Was TKP schon lange berichtet
Diese Ergebnisse überraschen nicht, wenn man die umfangreiche Literatur zu Heilpilzen kennt. TKP berichtet seit Jahren über Studien, die bei verschiedenen Heilpilzen hohe Wirksamkeit gegen alle Arten von Krebs nachgewiesen haben. In diesem Zusammenhang sind insbesondere drei Pilze hervorzuheben, über die TKP ausführlich berichtet hat:
Der Huaier-Pilz (Trametes robiniophila Murr) ist einer der wirkungsvollsten Heilpilze überhaupt. Japanische Studien haben gezeigt, dass Huaier nicht nur Krebs bis ins Stadium IV heilen, sondern auch Impf-Spikes aus dem Körper entfernen kann – eine Voraussetzung für die Heilung eines mRNA-induzierten Krebses. Eine Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien mit 29 RCTs und insgesamt 2206 Krebspatienten ergab, dass Huaier-Granulat als adjuvante Therapie die Immunfunktion bei Krebspatienten deutlich verbessern kann. Die ausführlichen TKP-Artikel dazu finden sich hier: Huaier Pilz: Wirksam gegen Impfspikes, Grippe- und andere Viren, Krebs und stärkt Immunsystem.
Der Chaga-Pilz (Inonotus obliquus), auch Schiefer Schillerporling genannt, wächst im hohen Norden und soll umso wirksamer sein, je nördlicher er gewachsen ist. Mehrere Studien untersuchten die Anti-Tumor-Aktivität des wässrigen Extrakts und stellten fest, dass er die Proliferation verschiedener Karzinom-Zelllinien unterdrückte und die Apoptose auslöste. Chaga hemmt Tumorwachstum, indem er den Zellzyklus stoppt, die Apoptose auslöst und den Stammzellzustand verringert. Der TKP-Artikel dazu: Krebs Behandlung hochwirksam mit Chaga Heilpilz – Studien.
Die Schmetterlings-Tramete (Trametes versicolor, Syn. Coriolus versicolor) ist der am besten beforschte Heilpilz überhaupt: In PubMed finden sich 1192 Treffer zum wissenschaftlichen Namen und 50 speziell zu Krebs. Nummer 1 der Fundliste ist die Übersichtsarbeit von Habtemariam zur Wirkung und den Wirkmechanismen bezüglich direkter Zytotoxizität in Krebszellen und immunstimulierender Wirkung. Besonders wichtig: Die Polysaccharide von C. versicolor, einschließlich PSP und PSK (Krestin), haben nach oraler Verabreichung in vivo eine krebshemmende Wirkung gezeigt. Der TKP-Artikel dazu: Schmetterlings-Tramete hilft gegen Krebs – Studien.
Eine zusammenfassende Übersicht über die Anti-Krebs-Wirkungen von Pilzen, einschließlich der McCullough-Foundation-Zusammenstellung zu Huaier, Schmetterlingstramete und Chaga, bietet dieser TKP-Artikel: Die starken Anti-Krebs-Wirkungen von Pilzen.
Die Mechanismen sind gut erforscht
Dass Pilze so wirksam sind, hat einen guten Grund: Ihre Wirkmechanismen sind biochemisch entschlüsselt. Pathak et al. untersuchten in einer umfassenden Übersichtsarbeit die immunmodulatorische Wirkung von Pilzen und ihren bioaktiven Verbindungen bei Krebs und fanden mehrere Wirkwege:
- Immunmodulation: Bioaktive Verbindungen wie Lentinan, Schizophyllan und Maitake-D-Fraktion stimulieren das Immunsystem durch Aktivierung von Makrophagen, dendritischen Zellen und natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), wodurch die Zytokinproduktion (z. B. IL-2, IL-6, TNF-α) erhöht und die Immunantwort gegen Tumore verstärkt wird.
- Zellzyklusstillstand: Polysaccharide und andere Phytochemikalien können die Teilung von Krebszellen an wichtigen regulatorischen Kontrollpunkten, insbesondere in den G0/G1- und G2/M-Phasen, stoppen.
- Apoptose-Induktion: Pilze lösen den programmierten Zelltod in Krebszellen über den intrinsischen (mitochondrialen) und den extrinsischen (Todesrezeptor-)Weg aus.
- Hemmung der Angiogenese: Bestimmte Pilze wie Ganoderma lucidum und Phellinus linteus blockieren die Bildung neuer Blutgefäße, die Tumore für ihr Wachstum benötigen.
- Regulierung von oxidativem Stress: Pilzverbindungen wie Ergothionein, Glutathion und Polyphenole neutralisieren reaktive Sauerstoffspezies (ROS).
Auch die epidemiologische Evidenz ist stark. Ba et al. führten eine systematische Überprüfung und Metaanalyse von Beobachtungsstudien durch und stellten eine signifikante inverse Beziehung zwischen Pilzkonsum und Krebsrisiko fest:
- Reduzierung des Krebsrisikos insgesamt: Ein höherer Pilzkonsum war mit einem um 34 % geringeren Risiko für Krebserkrankungen insgesamt verbunden.
- Verringerung des Brustkrebsrisikos: Die stärkste Assoziation wurde bei Brustkrebs festgestellt, mit einem um 35 % geringeren Risiko in der Gruppe mit dem höchsten Pilzkonsum.
- Dosis-Wirkungs-Beziehung: Es wurde eine nichtlineare Dosis-Wirkungs-Beziehung festgestellt (P = 0,001), die ein um 45 % geringeres Risiko bei einer Pilzaufnahme von 18 g/Tag im Vergleich zu 0 g/Tag zeigt.
Und schließlich die klinische Evidenz: Narayanan et al. überprüften 39 klinische Studien, die zwischen 2010 und 2020 durchgeführt wurden, und untersuchten 12 verschiedene Heilpilzpräparate bei verschiedenen Krebsarten. Am häufigsten untersucht wurden PSK aus der Schmetterlings-Tramete (10 Studien), Shiitake-Myzel-Extrakt (8 Studien), Huaier-Granulat (5 Studien) und AHCC (5 Studien).
Huaier-Granulat verbesserte das Gesamtüberleben (OS) und das krankheitsfreie Überleben (DFS) in zwei Studien zu hepatozellulärem Karzinom und einer Studie zu Brustkrebs. PSK verbesserte die Überlebensergebnisse in vier Magenkrebsstudien als adjuvante Therapie. Elf Studien berichteten über positive Immunreaktionen, einschließlich erhöhter NK-Zell-Aktivität, T-Zell-Funktion und Zytokinregulation.
Heilpilze in der Praxis
Sämtliche Heilpilze und Pilzextrakte werden roh genommen oder, wie etwa der Chaga oder Reishi, auch als Tee getrunken. Man bekommt durch das Essen von Pilzen niemals die erforderliche Menge für eine echte Heilwirkung – hier dienen sie eher zur Vorbeugung. Sofern man sie überhaupt essen kann, viele sind nicht küchentauglich, z. B. der Reishi. Wirksam sind sie sowohl in Kapseln als Pulver/Extrakt als auch mit Tee.
Mit Heilpilzen erfahrene Ärzte weisen darauf hin, dass eine Kombination von Heilpilzen nützlich ist – zum Beispiel die Schmetterlings-Tramete mit dem Chaga-Pilz. Auf jeden Fall sollte auf die Supplementierung der Vitamine D und C nicht vergessen werden, deren Verbrauch praktisch bei jedem Krankheitsprozess hoch ist.
Die Enoki-Studie reiht sich nahtlos in eine jahrzehntelange Forschungstradition ein, die von der Schulmedizin und der Pharmaindustrie systematisch ignoriert wird – aus naheliegenden Gründen: An einem Pilz lässt sich kein Patent anmelden. Die Natur liefert seit Jahrtausenden, was die Gentechnik-Pharmaindustrie mit mRNA-Antikrebs-Präparaten teuer nachzubauen versucht.
3 Kommentare
Danke für den Artikel.
Einige interessante Studien wurden über die letzten Monate zum Huaier veröffentlicht.
Nachfolgend der Versuch einer kurzen Zusammenfassung:
-Die im Oktober 2026 veröffentlichte Laborstudie „Acute and subchronic toxicity studies of polysaccharide components from Trametes robiniophila Murr (Huaier) in Sprague-Dawley rat“ liefert wichtige Daten zur Toxizität: Die reinen Polysaccharide des Pilzes haben sich im 90-Tage-Test an Ratten selbst bei extremen Dauerdosen (10.000 mg/kg) als absolut sicher erwiesen. Das entspricht genau den Anforderungen der europäischen EFSA-Richtlinien für eine Sicherheitsbewertung.
Auch der bereits im Juni 2026 erschienene „Review on anti-tumor activity and underlying mechanism of polysaccharide from Trametes robiniophila Murr“ weist in dieselbe Richtung und schreibt die medizinischen Erfolge bei der Krebsbehandlung primär den Polysacchariden zu. Während Standardextrakte oft nur 30 % enthalten, bietet der Handel ein hochkonzentriertes Spitzenprodukt mit knapp 68 % Polysaccharid-Anteil. Doch selbst hier verbleiben 30 % Begleitstoffe: Obwohl der Gesamtextrakt in Asien jahrelang klinisch erprobt ist und hierzulande als Forschungsrohstoff angeboten wird, fehlt für diesen restlichen Anteil weiterhin eine offizielle 90-Tage-Laborprüfung nach den strengen Standards der europäischen EFSA!
-Die im August 2026 veröffentlichte Mäusestudie „Single-cell transcriptomic analysis reveals that Trametes robiniophila Murr. (Huaier) granules protect against ulcerative colitis by targeting macrophage-associated cGAS-STING signaling“ zeigt, dass das Pilz-Granulat bei Colitis ulcerosa vor Dickdarmentzündungen schützt und die Darmbarriere sogar repariert. Die Forscher wiesen im Tierversuch nach, dass der Pilz den entzündungsfördernden cGAS-STING-Signalweg in den Fresszellen der Mäuse blockiert.
Genau dieser Signalweg, den der Huaier blockiert, scheint auch eine Schlüsselrolle bei Arteriosklerose zu spielen, wie die Studie „The cGAS-STING pathway in atherosclerosis“ zeigt…
-Die im Juni 2026 veröffentlichte Übersichtsarbeit „Multi-Targeted Anti-Tumor Effects of Huaier: A Comprehensive Review of Molecular Mechanisms and Clinical Applications“ fasst die weltweite Forschung zu den vielfältigen biologischen Angriffspunkten des Heilpilzes gegen Krebs zusammen. Die Arbeit beschreibt detailliert die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen sowie die konkreten medizinischen Anwendungen von Huaier in der Krebstherapie, unter anderem zur Unterstützung von Chemotherapien.
-Die im Oktober 2026 im Fachjournal „Molecular Basis of Disease“ veröffentlichte Labor- und Mäusestudie „Huaier counteracts sorafenib resistance in hepatocellular carcinoma by activating NCOA4-mediated ferritinophagy to induce ferroptosis via modulation of iron and lipid metabolism“ belegt, dass der Pilz Resistenzen gegen das Krebsmedikament Sorafenib bei Leberkrebs brechen kann. Das Forscherteam wies im Tierversuch sowie in Zellkulturen nach, dass Huaier den Eisen- und Fettstoffwechsel der Tumorzellen so verändert, dass ein zelluläres Sterbeprogramm (die Ferroptose) ausgelöst wird und die Therapie wieder anschlägt.
-Zum Schluss noch eine bereits im April veröffentlichte Laborstudie an Mäusen, die mir für meine zurückliegende Pollensaison leider erst verspätet aufgefallen ist. Die Arbeit „Immunomodulatory Effects of Huaier Extract on Th1/Th2 Polarization Through IL-33/ST2 Axis Regulation in Allergic Rhinitis Pathogenesis“ belegt, dass der Pilz-Extrakt die typische Th1/Th2-Immunbalance bei allergischem Schnupfen (Heuschnupfen) wiederherstellt. Die Forscher wiesen nach, dass die Gabe von Huaier die überschießende allergische Entzündung der Atemwege drastisch herunterfährt und in seiner Wirksamkeit mit klassischen Kortisonpräparaten vergleichbar war, ohne deren typische Nebenwirkungen zu zeigen.
Mal abwarten, was die prophylaktische Einnahme bei meinem Heuschnupfen nächstes Jahr bringt.
Einige der Pilze wachsen auch auf feuchtem Stroh oder Holz im Keller…
Ja, ich impfe schon seit vielen Jahren Baumstämme mit Pilzbrut aller Art. Die kann man an einen schattigen Platz in den Garten legen oder teilweise eingraben, dann bleiben sie feucht.
Enoki Pilzzucht funktioniert auf Holz. Pilzbrut gibt es z.B. beim Pilzmännchen im Online-Shop.
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