Die US-Presse meldet einen neuen 4-Punkte-Friedenspalan für die Ukraine, an dem Trumps Leute arbeiten. Sofern die Angaben korrekt sind, dürfte Putin zustimmen, doch in Kiew wird man damit nicht zufrieden sein.
Die Washington Post berichtete, dass Trumps Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner an einem vierteiligen Friedensplan zur Beilegung des Ukraine-Konflikts arbeiten. Der erste Teil betrifft den Wiederaufbau der Ukraine, bei dem BlackRock und die Weltbank die Führung übernehmen sollen. Das ist sinnvoll, wenn man ihre jeweilige Erfahrung im Asset-Management und bei Krediten berücksichtigt. Der zweite Teil handelt von Sicherheitsgarantien, wobei die Ukraine Artikel-5-ähnliche Garantien erhalten soll. Diese hat sie de facto bereits.
Artikel 5 verpflichtet nicht zur Entsendung von Truppen, sondern lediglich dazu, dass Verbündete erwägen, denjenigen ihrer Partner, die unter Angriff stehen, ein gewisses Maß an Unterstützung zu gewähren. Genau das tut die NATO seit Beginn der Sonderoperation, indem sie der Ukraine Waffen, Gelder und Aufklärungsdaten zur Verfügung stellt. Trumps gemeldeter Friedensplan würde diese Bindungen voraussichtlich formalisieren, um Russland von einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten „abzuschrecken“, könnte aber die Ukraine ermutigen, zu diesem Zweck eine False-Flag-Operation durchzuführen.
Der dritte Teil ist der interessanteste der vier und würde „die wirtschaftliche Integration Russlands, der Ukraine und Europas durch ein Energieabkommen“ beinhalten, um allen Beteiligten gemeinsame Interessen an der Aufrechterhaltung des Friedens zu geben. Der Bericht erwähnte es nicht, aber dies könnte potenziell durch zumindest teilweise US-Kontrolle über die Nord-Stream-, Jamal- und/oder Bruderschafts-Pipelines vorangetrieben werden – als Teil der ressourcenorientierten strategischen Partnerschaft, die Russland und die USA derzeit aushandeln.
Und schließlich fordert der letzte Teil einen vollständigen Waffenstillstand, der den Konflikt auf unbestimmte Zeit entlang der Kontrolllinie einfrieren würde – voraussichtlich jedoch ohne dass eine der Seiten ihre Ansprüche auf das Gebiet der anderen aufgibt, damit ihre Führer angesichts der Sensibilität eines solchen Kompromisses vor ihren jeweiligen Völkern noch „das Gesicht wahren“ können. Aus russischer Sicht und in der Reihenfolge, in der sie genannt wurden: Russland ist es egal, wer die Ukraine wiederaufbaut, es will nur nicht, dass seine in den Westen eingefrorenen Vermögenswerte zu diesem Zweck gestohlen werden.
Was die Formalisierung der Artikel-5-ähnlichen Sicherheitsgarantien der Ukraine angeht, so lehnt Russland diese natürlich ab, doch haben sie Russland nicht dazu veranlasst, europäische NATO-Staaten anzugreifen. Russland wird sie daher voraussichtlich – wenn auch widerwillig – akzeptieren, da es diese Bindungen trotz fast eines halben Jahrzehnts der Versuche nicht durchtrennen konnte. Weiterhin hat Russland stets die vollständige Aufhebung der westlichen Sanktionen gefordert, einschließlich derjenigen gegen seine Energieindustrie. Es wird daher wahrscheinlich ein großes Energieabkommen zwischen sich selbst, der Ukraine und der EU befürworten.
Dazu gehört auch das Szenario einer teilweisen US-Kontrolle über seine Pipelines, um dies zu erleichtern. Und schließlich: Während Russland die gesamten umstrittenen Regionen als sein eigenes Gebiet anerkennt, könnte Putin zustimmen, diese Ansprüche diplomatisch statt militärisch zu verfolgen, wenn ihm die übrigen Bedingungen eines Paketdeals zusagen. Schließlich hat er kürzlich während seiner Frage-Antwort-Runde auf der jüngsten Jahrestagung des Waldai-Clubs bekräftigt, dass er den US-Bedingungen in Anchorage zugestimmt habe, die Berichten zufolge einen territorialen Kompromiss irgendwelcher Art beinhalteten.
Betrachtet man die in dieser Analyse geteilten Erkenntnisse, wird Putin voraussichtlich Trumps gemeldeten Friedensplan akzeptieren (sofern die Details, die die Washington Post berichtete, korrekt sind) – insbesondere wenn der dritte Teil über ein großes Energieabkommen zustande kommt. Selenskyj hingegen wird voraussichtlich dagegen sein. Es wird daher Trump obliegen, Selenskyj zum Einlenken zu zwingen, etwa durch die Kürzung von Waffen- und/oder Aufklärungsunterstützung, andernfalls wäre die harte Arbeit seiner Sondergesandten in den letzten Monaten umsonst gewesen.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.
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Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 
SpaceX schränkt Starlink ein: Problem für ukrainischen Drohnenkrieg
Selenskyj beschwert sich: Keine Frühwarnung vor russischen Raketen
24 Kommentare
Wieder so ein blühender Unsinn von Herrn Korybko.
Warum wird der Quatsch dieses Herrn hier immer wieder verbreitet?
Von den Aussagen stimmt nur, was Böses Medium heute meldet: „Putin: Sicherheitszone an ukrainischer Grenze nicht verhandelbar“ – Es geht um Gebiete (vor allem in der Oblast Charkow), die nicht formell zum Teil der RF wurden, welche Russland nicht zurückgeben wird. Gerade wurde der Kessel nördlich von Welikij Burluk liquidiert – siehe auf der Karte Divgen.
Wer es noch nicht kapiert hat, es streiten sich die Aasgeier um den Kadaver der toten Ukraine. Koksi war immer schon der Euthanasieerfüllungsgehilfe. 70% des Landes (Landwirtschaft) wurde an die USA/UK verkauft, einen Teil auch an die EU, der Teil der EU liegt aber jetzt in Russland. Keiner der Westgeier will einen Verlust abschreiben. Der große Showdown soll aber vermieden werden, deshalb muss der Bund immer weiter finanziell bluten zur Aufrechterhaltung des Konflikts und des Landes (weil der Bund das zeitlich verlängerte Besatzungskonstrukt ist und den Alliierten bis heute untersteht). Da hilft nur, dass der deutsche Mittelstand die Arbeiten komplett einstellt und keine Steuern mehr bezahlt, um das Konstrukt Bund vorzeitig aufgrund Geldmangel zu beenden.
@“Da hilft nur, dass der deutsche Mittelstand die Arbeiten komplett einstellt und keine Steuern mehr bezahlt, um das Konstrukt Bund vorzeitig aufgrund Geldmangel zu beenden.“
Es gibt noch die französische Lösung, die mittlerweile in ganz Europa Schule macht. Ungeschnittene heute: „Europa zerfällt: Unruhen breiten sich von Frankreich und Belgien bis nach Albanien aus“. Eine Demonstrantin wird zitiert: „Die Menschen sind sehr wütend auf das System. Sie müssen alles ändern. Wegen dieser allgegenwärtigen Korruption gibt es Kriminalität und all das. …“ – Es kommt aus Tirana (EUdSSR-Beitrittskandidat), doch es hätte auch aus Paris, Bürlün oder London kommen können.
Mörds, die EU-Willigen, Schneelenski, das WEF, Soxosch & Co freuen sich schon darauf, dass Trump die Midterms verliert, weil dann der dritte Weltkrieg nicht mehr aufzuhalten ist.
Ihre Verweigerungen, Trumps Vorgaben zu folgen, deuten darauf hin, dass sie schon sicher sind, dass Trump verlieren wird. Sie feiern schon…
Trump verliert zwar die Midterms, er wird aber noch zwei Jahre der Oberbefehlshaber der US-Soldateska bleiben. Damit muss der Weltkrieg noch eine Weile warten.
Wobei – Ungeschnittene übernehmen heute von Tyler Durden via ZeroHedge: „Das Pentagon erwägt den Einsatz der „Mutter aller Bomben“ für künftige Angriffe auf den Iran“ – zumindest eskaliert der Weltkrieg weit weg von hier.
Und ich hab ein Interview mit Trump gesehen, wo er sagt, das käme nicht in Frage. Die MOAB sei zu verheerend…
Die Midterms kommen immer näher und die Umfragewerte….naja….;))
Gerade erst hat ein US-„Politiker“ auf Fox Putin einen „pathological liar“ genannt. Das Schiff geht unter. Blubb.
Diesen Artikel halte ich für groben Unsinn. Die Russen kämpfen für eine neutrale Ukraine und die Beendigung der de-facto Verwaltung des Landes durch amerikanische Geheimdienste. Der Plan der beiden Immobilien-Dealer aus USA widerspricht diesen Zielen diametral. Zudem sollte man Meldungen der US-Presse mit Vorsicht geniessen, nur allzu oft wurde bereits fake-news berichtet. Die Russen hingegen haben in den letzten Jahren stets eine unveränderte Haltung eingenommen: Selenskyj und die Amerikaner müssen gehen.
Wiederaufbau der Ukraine durch BlackRock? Damit müsste unser BlackRock-Kanzler doch einverstanden sein.
Sie meinen den Black Rock Angestellten im Kanzlergewand.
Ja der macht eine sehr gute Arbeit.
Eine fette Ruhestandsprämie wird ihm sicher sein.
Oder die Ruhigstellung nach getaner Arbeit, wenn es geheim bleiben soll…
Jahrelang war an Friedensgespräche nicht zu denken. Was ein teurer Diesel alles bewirken kann! Verrückte Welt. Sollte Europa völlig umsonst gegen Russland aufrüsten? Mal abwarten, was nach den Midterm-Wahlen passieren wird, ob dann immer noch vom Frieden die Rede ist.
Schneelenski fordert nun Patriotraketen oder er bombardiert die russ. Raffinerien weiterhin. Tja, ich glaube, langsam wird es Zeit.
Patriotraketen sind knapp und was man hat, bekommt Isr.
Entspricht im Wesentlichen den russischen Kriegszielen, vulgo einer Kapitulation. Einbindung in die Nato war bisher eine rote Linie. Krim und die weiteren Gebiete bleiben bei Russland, das Milliardengrab Tschernobyl und den Rest-Failed-State darf Deutschland übernehmen.
Damit hat die Oberste Ungewählte 300 Mrd ohne gesetzliche Grundlage in einen Krieg investiert, der von vorne herein verloren war. Plus 2 Mio (?) Tote auf beiden Seiten. CDU und SPD sollten niemals wieder soviel Macht bekommen, einen Krieg erzwingen zu können.
Mit der Obersten Ungewählten und ihrem Schneekönig sollte man nicht tauschen. Einer der vielen untröstlichen Väter wird sie in den Orkus werfen.
Der Krieg wird nunmehr im Nahen Osten weiter gehen. Dafür brauchen die USA den Rücken frei und dafür opfern sie EU und Euro.
Kalter Kaffee – kennt Jemand zufällig den Deal Anchorage? Liest sich wie eine Umformulierung, da ja die Europäer allen voran GB und D dies sabotiert haben. Wer nicht Alzheimer hat, der kann sich an die unter Mitwirkung der USA in Zukunft laufenden „Energierohre“ erinnern, was aber auch bis jetzt sabotiert wurde. Die EU (vor allem GB, FR und D) wollen ihre militärische Auseinandersetzung, da das System in absehbarer Zeit kollabiert. Die Herrschaften haben noch nicht kapiert, der ursprüngliche Plan, welcher zu diesem Krieg führte, existiert in dem Sinn nicht mehr für die USA. Hinsetzen, Beine hoch, Kaffe und bespaßen lassen.
GB, FR und DE sind nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu torpedieren. Die haben sich selbst entmannt.
Alle Punkte aus russischer Sicht inakzeptabel. Wie kommt man auf die Idee, dass Putin zustimmen würde ? Utopia läßt grüßen. Nur eine Kapitulation der EU/NATO ist für Russland akzeptabel. Ist doch alles im Nov. 2021 auf der russischen Ministeriumsseite veröffentlicht worden und immer noch einsehbar.
Die kapitulieren nicht. Trump muss endlich die Unterstützung einstellen, damit es schnell geht.
Schnorrlenski hat gerade beschlossen, mit Ruckhalt der EU-Willigen, besonders Mörds, die russ. Raffinerien weiterhin zu beschießen. Angeblich ist auch Starlink wieder voll aufgedreht.
Da springt der Aff ins Wasserklo…
Bei Liman nicht, aber bei Dobropolje kommen die Russen voran, während das Banderastan zerfällt. Wieso sollten sie stoppen und die Banderas schonen?
Böses Medium heute: „Lawrow: Ukraine-Konflikt wird auf dem Schlachtfeld entschieden“ – „… Nach dem Putin-Trump-Gipfel in Anchorage bringt der Westen die Ideen zur Beilegung der Ukraine-Krise vor, die einen dauerhaften Frieden in weite Ferne rücken lassen. Dies erklärte Russlands Außenminister Sergei Lawrow. Das letzte Wort werde bei der russischen Armee liegen. …“
Nicht Russland befindet sich gerade im freien Fall, sondern der Westen.
Dann soins mehr auzahn…
Podoljaka verrät in seinen Podcasts oft nicht, wie weit genau die Russen gekommen sind. Seit ein paar Tagen gibt es kaum Meldungen von der Front – vielleicht hängt es damit zusammen, dass die Banderas nicht mehr informiert werden, was die US-Aufklärung sieht? Erst kürzlich hat SBU russische Spezialkräfte mitten in Charkow entdeckt.
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