Die Abhängigkeit der Ukraine von US-Technologie ist erneut sichtbar geworden. Mitten in russischen Angriffen wurden die Geschwindigkeiten des militärischen Starshield-Systems – der Regierungsversion von SpaceX’ Starlink – gedrosselt.
Ukrainianische Drohnen und Abwehrsysteme verloren zeitweise die Verbindung. Gleichzeitig reist Selenskyj nach Brüssel und fordert vom politisch und finanziell erschöpften Europa mindestens 70 Milliarden Euro zusätzlich für das kommende Jahr. Die europäischen Länder sollen die Milliarden liefern, damit die US-Rüstungsindustrie zu massiv überhöhten preisen Waffen an die Ukraine liefert. Die Realität des Krieges und die Beteiligung von USA und NATO als Kriegsteilnehmer wird nun auch in den Mainstream Medien immer offener diskutiert – Reuters.
Trump oder Musk – wer hat den Hahn zugedreht?
Nach Angaben von Reuters kam die Anweisung, Starshield für die Ukraine zu drosseln, aus dem Weißen Haus. Pentagon-Führungskräfte erhielten die Mitteilung, den Dienst zu verlangsamen. Ein hochrangiger US-Beamter bestritt, dass Präsident Trump selbst eine solche Anweisung gegeben habe. Trump erklärte später, er habe nichts dergleichen angeordnet und glaube nicht, dass der Dienst überhaupt verlangsamt worden sei. Reuters
Elon Musk stellte sich öffentlich hinter die Regierung: Starshield gehöre dem US-Staat, Limits legten das Militär und letztlich der Präsident fest. Gleichzeitig berichtet die Telegraph, dass Musk selbst Trump den Vorschlag gemacht habe, Starlink in der Ukraine zu verlangsamen – und Trump dem zugestimmt habe. Die Geschwindigkeitsbegrenzung lag bei rund 160 km/h und machte die Abwehr schneller russischer Jet-Drohnen erheblich schwieriger.
Selenskyj erklärte auf X, Starlink werde nicht für Angriffe in Russland genutzt, sondern vor allem zur Abwehr von Shahed-Drohnen, die Zivilisten treffen, sowie für mittlere Schläge in besetzten Gebieten und für die Versorgung der Frontsoldaten per Drohne. Die Geschwindigkeit sei noch nicht vollständig wiederhergestellt, werde aber schrittweise angehoben. „Das ist sehr schmerzhaft und frustrierend“, schrieb er.
Druck wegen Raffinerie-Angriffen und Diesel-Deal
Die Drosselung fällt zusammen mit dem Streit um ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Trumps Diesel-Deal mit Moskau.
Washington hatte Kiew aufgefordert, die Angriffe zu stoppen. Als die Ukraine sie wieder aufnahm, eskalierte der Konflikt. Trump nannte Selenskyj „keinen guten Typen“ und forderte Wahlen in der Ukraine. Selenskyj wiederum warf dem US-Präsidenten vor, Putin in die Tasche zu spielen. WSJ
Europa soll die Lücke füllen – 70 Milliarden Euro zusätzlich
Während die USA den Hahn zudrehen und die Beziehungen auf einem Tiefpunkt sind, erscheint Selenskyj in Brüssel und verlangt weitere Milliarden. Der Krieg werde 2027 155 Milliarden Euro kosten; von der EU brauche man mindestens 70 Milliarden zusätzlich für Verteidigung, Waffen und Resilienz. „Das ist ein realistischer Betrag. Ich bitte Sie, diese Unterstützung zu finden“, sagte er den EU-Führern. Politico
Europa ist jedoch selbst tief zerstritten. Der eigene Haushalt 2028–2034 steckt fest, die Nettozahler blockieren, und die Aufmerksamkeit der Staats- und Regierungschefs gilt inzwischen vor allem Energiepreisen und dem eigenen Budget. Ukraine stand erstmals seit 2022 nicht mehr ganz oben auf der Gipfelagenda. Die EU hat bereits einen 90-Milliarden-Kredit bewilligt, der bis Ende 2027 reichen soll – und steht nun vor einer weiteren Milliardenlücke.
Die Realität der Abhängigkeit und wer Kriegsteilnehmer ist
Das Starlink-/Starshield-Fiasko zeigt in aller Deutlichkeit wer in der Ukraine Krieg führt: Ohne US-Technologie und US-Geheimdienstwarnungen ist die ukrainische Abwehr massiv eingeschränkt. Europa kann zwar Geld und Waffen liefern, aber keinen Ersatz für das satellitengestützte Nervensystem der ukrainischen Drohnenkriegsführung.
Selenskyj fordert trotzdem weitere Milliarden von einem politisch und wirtschaftlich angeschlagenen Kontinent, während Washington den Druck erhöht und die eigene Abhängigkeit von Musk und dem Weißen Haus gnadenlos ausspielt.
Das Ergebnis ist ein immer offeneres Spiel um den Preis der Fortsetzung des Krieges – und um die Frage, wer am Ende die Rechnung bezahlt.
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1 Kommentar
Die Amerikaner arbeiten geschickt und kenntnisreich an der „Ukrainisierung“ Europas und die EU-Politiker gehen ihnen zur Hand.
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