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Politik

UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien einstimmig

3 Kommentare 16. Oktober 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Saudi-Arabien steht im Krieg gegen die Huthis weitgehend allein da. Durchaus überraschend hat der UN-Sicherheitsrat jedoch einstimmig – also auch mit den Stimmen Russlands und Chinas – die Angriffe der Huthis verurteilt.

„In den stärksten Ausdrücken“ hat der UN-Sicherheitsrat am Freitag die Angriffe der Huthis auf Saudi-Arabien verurteilt. Überraschend dabei: Die Erklärung wurde im Konsens aller 15 Mitglieder angenommen – einschließlich Russlands und Chinas. In der Präsidentschaftserklärung (S/PRST/2026/4) werden die Angriffe auf zivile Luftfahrt- und Energieinfrastruktur als besonders gravierend bezeichnet. Explizit hervorgehoben werden die „rücksichtslosen Schläge“ am 10. und 11. Oktober auf den internationalen Flughafen King Khalid in Riad.

Die Huthis, die den Norden Jemens kontrollieren und von Iran unterstützt werden, haben den Flughafen in Riad seit Anfang Oktober rund 20 Mal angegriffen. Am Wochenende starben mindestens 13 Menschen; der Angriff gilt als der schwerste auf saudisches Territorium seit über einem Jahrzehnt.

Während Saudi-Arabien weder aus der islamischen Welt (die „islamische NATO“ scheint ein Papiertiger zu sein) noch aus dem Westen ernsthafte Unterstützung erhält und man mittlerweile auch bei China angefragt haben dürfte, hat man die UN hinter sich.

Die Erklärung bekräftigt das „inhärente Recht“ Saudi-Arabiens auf Selbstverteidigung nach internationalem Recht, verurteilt Angriffe und Drohungen gegen die Schifffahrt im Roten Meer und in der Bab-al-Mandab-Straße und fordert die volle Umsetzung der Waffenembargo-Bestimmungen der Resolution 2216 (2015). Zudem verlangt sie von den Huthis, die militärische Eskalation in Jemen sofort einzustellen, und betont, dass nachhaltiger Frieden nicht durch Gewalt erreicht werden könne. Unterstützung für eine von den Jemeniten geführte politische Lösung und den UN-Sondergesandten Hans Grundberg wird bekräftigt.

Eine Präsidentschaftserklärung erfordert die Zustimmung aller Mitglieder und hat formelles Gewicht, ist aber rechtlich in keiner Weise bindend.

Trotzdem fällt die Einstimmigkeit in diesem Fall auf, denn der Konsens im Sicherheitsrat ist deutlich gesunken: 2024 wurden etwa 65 Prozent der Resolutionen einstimmig angenommen, 2025 nur noch rund 61 Prozent. Im vergangenen Jahrzehnt lag der Durchschnitt bei 80 Prozent. Präsidentschaftserklärungen, die eben Einvernehmen voraussetzen, sind seltener geworden.

Bei Themen rund um die Huthis gibt es von Russland und China üblicherweise eine Enthaltung. Dass beide nun einer scharfen Verurteilung der iranisch unterstützten Huthis zustimmten, die saudische Zivilinfrastruktur und die Schifffahrt treffen, ist recht untypisch. Verhandlungen zeigten, dass Russland Formulierungen abschwächen wollte (etwa die explizite Zuschreibung der Schifffahrtsangriffe), letztlich aber den Text akzeptierte – unter anderem mit einer von ihm angeregten Passage zur politischen Lösung.


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3 Kommentare

  1. cwsuisse
    Antworten

    Ansar Allah dürften UN-Resolutionen vergleichsweise wurscht sein. Die tunen lieber ihre Raketen.

  2. lotus998dc2ac81f3
    Antworten

    Seltsam ist das nur, wenn man glaubt, die Leute würden nicht letztlich all den selben Herren dienen. Ich weiss das nicht sicher, aber die Indizienkette ist nicht gerade kurz.

  3. peru3232
    Antworten

    noch dazu wird ja auch nicht das Mörderregime von Saudi Arabien gemaßregelt für ihre zivilen Angriffe mit tausenden Toten… hmmm, es wird immer seltsamer.

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