Skip to content
Wissenschaft

Demenz verdoppelt sich bis 2050

0 Kommentare 17. Oktober 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Eine neue internationale Studie rechnet mit einem dramatischen Anstieg von Demenz-Neuerkrankungen. Bis 2050 könnten sich die Fälle mehr als verdoppeln.

Nach den Berechnungen der Forscher rund um die University of New South Wales in Sydney wird sich Demenz in den nächsten Jahren massiv ausbreiten. Im Jahr 2023 gab es 11,4 Millionen Neuerkrankungen, im Jahr 2050 könnten es fast 25 Millionen sein. Die Ergebnisse wurden am 12. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift JAMA Neurology veröffentlicht.

Heute leben 57 Millionen Menschen weltweit mit Demenz. Die neu veröffentlichte Prognose ist nicht die erste mit solchen Ergebnissen. So erklärte eine Studie im Lancet 2022, dass die Gesamtzahl der Erkrankten bis 2050 auf 150 Millionen steigen könnte. Die neue Untersuchung konzentriert sich auf die Rate der Neuerkrankungen

.Die Forscher werteten Daten von 38.418 Personen aus 22 bevölkerungsbasierten Studien in 18 Ländern und Territorien auf sechs Kontinenten aus.

Nach Altersanpassung war die Rate bei Frauen mit 10,6 Fällen pro 1000 Personenjahre höher als bei Männern (8,6). Noch deutlicher fiel der Unterschied nach Einkommensniveau aus: In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) lag die standardisierte Inzidenz bei 13,6 Fällen pro 1000 Personenjahre, in Ländern mit hohem Einkommen bei 8,3.„Vierundzwanzig Millionen neue Demenzfälle pro Jahr würden enormen Druck auf Einzelpersonen, Familien, Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften weltweit ausüben“, erklärt ein Mitautor. „Die Alterung der Bevölkerung bedeutet, dass wir nicht einfach warten können, bis Menschen Demenz entwickeln und dann reagieren.

“Auch die Studie sieht einen erheblichen Teil der Fälle als vermeidbar oder zumindest verzögerbar an. Aus Sicht der orthodoxen Wissenschaft könnte die Adressierung von 14 modifizierbaren Risikofaktoren über den gesamten Lebensverlauf hinweg bis zu 45 Prozent der Demenzfälle verhindern oder verzögern. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem geringe Bildung, Hörverlust, Bluthochdruck, Rauchen, Fettleibigkeit, Depression, körperliche Inaktivität, Diabetes, übermäßiger Alkoholkonsum, traumatische Hirnverletzungen, Luftverschmutzung, soziale Isolation sowie – neu hinzugekommen – hohes LDL-Cholesterin und unbehandelter Sehverlust. Mit diesen Faktoren erklärt die orthodoxe Wissenschaft neben der Bevölkerungsalterung den Anstieg an Demenz.

Daneben kursieren auch eine Menge alternativer Erklärungsansätze. So etwa die sogenannte Aluminium-Hypothese, die Aluminium aus Kochgeschirr, Antitranspirantien, Wasser oder Impfstoff-Adjuvantien als zentrale Ursache sieht. Vertreter verweisen auf erhöhte Aluminiumwerte in Alzheimer-Gehirnen und Co-Lokalisation mit Plaques.

Andere Erklärungen sehen auch Glyphosat und andere Pestizide als mitverantwortlich. Sie sollen über Entzündungen, Mitochondrienschäden oder eine gestörte Blut-Hirn-Schranke Alzheimer fördern. Dies wird auch mit einzelnen Tierstudien argumentiert.

Zunehmend gewinnt auch die These rund um elektromagnetischen Smog an Schwung, auch wenn die Evidenz weiterhin schwach ist, vielleicht auch, weil Forschung massiv unterfinanziert oder bekämpft wird. Impfskeptische Forscher vermuten auch Aluminium-Adjuvantien in Impfstoffen als Auslöser von Demenz.

Einig scheint man sich nur in einem Punkt zu sein: Demenz wird in den nächsten Jahren eine immer größere Volkskrankheit werden.



Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Volkskrankheit Demenz?

Alzheimer und Demenz: Die Bedeutung von Schlaf und DMSO

Studie über Impfungen für Erwachsene: 38–50 % erhöhtes Risiko für Demenz und Alzheimer

Teile diesen Artikel

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Entdecke mehr von tkp.at

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen