In Teilen Süditaliens steht die Bevölkerung vor leeren Supermarktregalen. Durch Proteste, Blockaden und Lieferunterbrechungen ist es zu lokalen Engpässen gekommen.
Frische Waren sind in Apulien, besonders in der Region Foggia, aktuell schwer zu finden. Supermarktregale sind leer. Zwar handelt es sich nicht um einen flächendeckenden Zusammenbruch, trotzdem zeigt sich erneut die Fragilität der Versorgungsketten. Proteste sorgen für lokale Engpässe – gerade in dem Moment, in dem auch in Frankreich durch einen Hack Tiefkühlschränke zerstört wurden.
Seit dem 12. Oktober blockierten Arbeiter des ehemaligen Ilva-Stahlwerks in Taranto den Zugang zur dortigen Eni-Raffinerie. Parallel protestieren Lkw-Fahrer (Autotrasportatori) und Landwirte gegen stark gestiegene Dieselpreise. Das führte dazu, dass in Apulien, der Basilikata und Kalabrien teilweise zu wenig Kraftstoff vorhanden war. Außerdem behindern Straßenblockaden und Streiks die Lieferungen. In Sizilien und Kalabrien haben Verbände Stilllegungen bis zum 20. Oktober ausgerufen. Die Ilva-Blockade vor der Eni-Raffinerie wurde am 16. Oktober aufgehoben, sodass die Kraftstofflieferungen wieder anlaufen können. Die Lkw-Proteste halten jedoch an und könnten die Engpässe verlängern. Die italienische Regierung hat für den 27. Oktober ein Gespräch mit den Transportunternehmern einberufen. Außerdem fordert die Regierung, die Blockaden aufzuheben.
Die Proteste zeigen Wirkung. In Apulien waren zeitweise bis zu sieben von zehn Tankstellen leer, mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. In Supermärkten fehlen Mehl, Eier, Milch, Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte. In San Severo (Foggia) berichteten Mitarbeiter von Panikkäufen und Hamsterkäufen: Abteilungen wurden dadurch innerhalb weniger Stunden leergeräumt.
Einige Geschäfte erhielten seit Dienstag keine Ware mehr. Im Gargano sprechen Bürgermeister von einer Situation nahe dem „Kollaps“. Auch in der Basilikata sind verderbliche Waren teilweise ausverkauft. In Sizilien warnten Verbraucherschützer, dass die Regale bei anhaltendem Streik in etwa 48 Stunden leer sein könnten. Außerhalb Italiens wird darüber kaum berichtet. Man findet etwa einen Bericht in der rumänischen Fachpresse für Landwirtschaft.
Ein Video von Ice Age Farmer greift genau diese Entwicklung auf. Es zeigt, wie die Supermärkte in Süditalien innerhalb von vier Tagen von normaler Bestückung zu leeren Regalen wechselten. Ausgangspunkt seien Dieselpreis-Proteste und die Raffinerie-Blockade gewesen, die zuerst Kraftstoff- und dann Lebensmittel-Lieferungen unterbrachen. Im Raum Foggia seien leere Fleischtheken, kahle Brotregale und fehlende Grundnahrungsmittel dokumentiert worden. Das Video betont die Verletzlichkeit der Just-in-Time-Logistik: „So schnell bricht unser Just-in-Time-Lager zusammen.“ Es stellt die Frage, ob Europa hier eine Treibstoff- und Lebensmittelkrise „live“ durchspiele.
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Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 
Das große Bot-Märchen und die Zerstückelung des Internets
Nach Hack auf Frankreichs Tiefkühlregale: Die gefährliche Fragilität der Lebensmittelversorgung
3 Kommentare
…und ordendliche KI Bilder kann er auch nicht.
also, ein gewiefter hund ist er schon, der putin ……
erst die kühlschränke in frankreich zum ofen umzufunktionieren
und jetzt hungert er süditalien aus –
wer kommt als nächstens dran, vielleicht das marchfeld?
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