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Wissenschaft

Lärm und Infraschall von Mega-Rechenzentren — und warum Anwohner es spüren

4 Kommentare 17. Oktober 2026 7 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Ein Mega-Rechenzentrum ist eine Industrieanlage, die niemals still wird. Kühlung, Lüftung, Transformatoren, Notstromgeneratoren — sie laufen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Es gibt kein Wochenende, keine Nachtruhe, kein Nachlassen. Und ein Teil dessen, was dabei entsteht, hören Sie nicht. Ihr Körper reagiert trotzdem.

Der A Midwestenr Doctor hat sich in ausführlichen Analysen mit den Gesundheitsschäden durch Rechenzentren befasst:  What Is Making People Near Data Centers Sick. Das Thema „dirty electricity“haben wir in diesem Beitrag behandelt. Eine weiterer Grund, warum Mega-Rechnzentren in der Nähe und im weiteren Umkreis wohnende Menschen krank machen, ist der Lärm und der Infraschall, den sie verursachen und aussenden.

Warum tieffrequenter Infraschall anders ist als normaler Lärm

Bei gewöhnlichem Lärm — Verkehr, Baustelle, Nachbarn — gilt eine einfache Regel: Je höher die Frequenz, desto leichter lässt er sich dämpfen. Fenster, Wände, Lärmschutzwälle funktionieren. Und mit der Entfernung nimmt er ab. Tieffrequenter Schall bricht diese Regeln. Der Grund liegt in der Wellenlänge. Schall breitet sich in Luft mit rund 343 Metern pro Sekunde aus. Bei 50 Hz — schon am unteren Rand des Hörbereichs — ist die Wellenlänge rund 6,9 Meter. Bei 1 Hz sind es 343 Meter. Eine einzelne Schallwelle erstreckt sich also über hunderte Meter. Sie „schwingt“ um Hindernisse herum, statt an ihnen zu stoppen. Und er pflanzt sich auch über den Boden fort mit noch größeren Wellenlängen, denn die Schallgeschwindigkeit im Boden ist bis zum Faktor 10 höher. Es handelt sich dann um seismische Wellen, wie bei Erdbeben.

Und die Dämpfung hängt vom Quadrat der Frequenz ab. Das bedeutet: Eine Welle mit 1 Hz wird etwa eine Million Mal weniger gedämpft als eine mit 1.000 Hz. Tieffrequenter Schall reist weiter, durchdringt mehr und kommt in Gebäuden an, die gegen hörbaren Lärm längst geschützt sind.

Was Rechenzentren emittieren

Rechenzentren erzeugen Lärm über mehrere Quellen gleichzeitig. Da sind die Kühlsysteme — Ventilatoren und Kältemaschinen, oft als tiefes, gleichmäßiges Brummen beschrieben. Dazu kommen Transformatoren, deren tiefes Summen durch die Bausubstanz in den Boden geht. Notstrom-Dieselgeneratoren laufen bei Tests und Ausfällen, mit hörbarem Lärm und Abgasen. Und bei manchen Standorten laufen Gasturbinen rund um die Uhr im Betrieb.

Anwohner beschreiben das Geräusch häufig als „ein Staubsauger, der draußen stehen bleibt“ — und der auch drinnen noch zu hören ist. Dazu kommen Vibrationen in Fenstern, Wänden und Böden sowie ein Druckgefühl statt eines normalen Geräuschs.

Der entscheidende Unterschied zu Verkehrslärm: Rechenzentren hören nicht auf. Es gibt keine Pause, in der sich das Nervensystem erholen kann. Chronischer Lärm ist ein Dauerstress, und Dauerstress ist genau das, was der Körper am schlechtesten verarbeitet.

Der anerkannte Teil: Chronischer Lärm schadet

Hier muss man nicht diskutieren. Chronischer Umweltlärm ist ein anerkannter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation hat in ihren Umweltlärm-Richtlinien festgehalten, dass dauerhafte Lärmbelastung mit erhöhtem Blutdruck, Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko verbunden ist. Studien zu Flughafen- und Verkehrslärm zeigen diesen Zusammenhang konsistent.

Der Mechanismus ist gut verstanden. Zuerst wird der Schlaf gestört — nicht nur das Einschlafen, sondern die Schlafarchitektur. Der Körper kommt nicht in die Tiefschlafphasen, in denen Erholung und Zellreparatur stattfinden. Dann steigen die Stresshormone: Cortisol und Adrenalin bleiben erhöht, der Körper bleibt in Alarmbereitschaft. In der Folge steigen Blutdruck und Blutzucker chronisch, nicht nur akut. Und schließlich steigen die Entzündungsmarker, mit langfristigen Folgen für Gefäße und Organe.

Krank machender Infraschall

Infraschall ist Schall unterhalb von 20 Hertz — unterhalb der menschlichen Hörschwelle. Sie können ihn nicht hören. Aber „nicht hörbar“ heißt nicht „nicht wirksam“.

Wo wirkt Infraschall also?

Am menschlichen Herzmuskel: Die Arbeitsgruppe um Prof. Christian-Friedrich Vahl an der Universitätsmedizin Mainz untersuchte 2021 in einer kontrollierten In-vitro-Studie isolierte menschliche Vorhofmuskelstreifen (Gewebe von 18 Patienten aus Herzoperationen). Je ein Streifen pro Patient diente als Kontrolle, einer wurde exponiert — mit 16 Hz (typische Windrad-Frequenz) bei 100, 110 oder 120 dB für eine Stunde, elektrisch stimuliert mit 75 Schlägen pro Minute (Chaban et al. 2021, Noise & Health).

Das Ergebnis: Bei 100 dB war kaum ein Effekt messbar. Bei 110 dB sank die Kontraktionskraft um 11 %. Bei 120 dB sank sie um 18 %. Die Kontraktionsdauer blieb unverändert — nur die Kraft war geschwächt. Der Mechanismus: Infraschall stört den Calcium-Haushalt der Herzzellen. Calcium ist der Auslöser der Kontraktion; gerät es aus dem Takt, sinkt die Pumpkraft und die Bereitschaft zu Rhythmusstörungen steigt.

Am Gefäßsystem: Eine neuere Arbeit von Dastan et al. (2026) untersuchte Mäuse, die wiederholt Infraschall (1 Hz, 100 dB) ausgesetzt waren — einmal für vier Stunden, oder 14 Tage lang täglich vier Stunden. Danach wurde die Vasomotion der kleinsten Blutgefäße gemessen — die rhythmische Weitung und Verengung, die die Durchblutung reguliert (Dastan et al. 2026, Preprint).

Das Ergebnis: Schon nach einer Exposition pulsierten die Gefäße stärker. Nach 14 Tagen war der Effekt in allen gemessenen Frequenzbereichen verstärkt — ein Zeichen dafür, dass die gesamte Gefäßregulation gestört ist, nicht nur ein Teil. Die Forscher deuten die veränderte Vasomotion als frühes Warnsignal, nicht als Verbesserung.

Am Stresssystem: Eine Studie der University of Alberta und MacEwan University (Scatterty et al. 2026) setzte 36 Freiwillige 18-Hz-Infraschall aus. Die Probanden konnten den Ton nicht hören, aber ihr Cortisolspiegel im Speichel stieg messbar an, und sie berichteten mehr Reizbarkeit und Traurigkeit. Die Autoren deuten den Cortisol-Anstieg als evolutionäre „Wachsamkeitsreaktion“ — als ob eine unsichtbare Gefahr in der Nähe wäre (Scatterty et al. 2026, Frontiers in Behavioral Neuroscience).

Bemerkenswert: Diese Studie wurde von Mainstream-Medien aufgegriffen, darunter der ORF und der Guardian. Das ist wichtig — es zeigt, dass der Grundmechanismus („unhörbarer Schall wirkt auf den Körper“) nicht mehr als Randposition gilt.

Eine epidemiologische Arbeit zeigte in Gemeinden mit starkem Windkraftausbau (Borchen/Lichtenau) eine deutlich erhöhte Inzidenz von Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen fand, während Kontrollorte keine vergleichbare Zunahme zeigten.

Die Physik — warum Infraschall nicht „einfach verschwindet“

Rechenzentren erzeugen Infraschall vor allem über Kühlsysteme, Lüftung und Transformatoren — teils durch die Blattfolgefrequenz großer Ventilatoren, teils durch die Modulation höherer Frequenzen. Ein Teil der Energie koppelt über Fundamente und Gebäude in den Boden ein und breitet sich dort als seismische Welle aus. In mittelfestem Boden (rund 2.000 m/s) hat eine 0,75-Hz-Welle eine Länge von etwa 2.670 Metern. Gebäude können diese Schwingung durch Resonanz verstärken — der Boden bewegt sich kaum, aber das Haus schwingt stärker, und der Bewohner spürt es deutlicher als draußen.

Das ist der Punkt, der in Genehmigungsverfahren fast immer fehlt: Die seismische Komponente wird nicht gemessen. Und sie lässt sich nicht durch geschlossene Fenster aussperren — sie kommt durch das Fundament.

Was Anwohner berichten

Jenseits aller Studien gibt es die Anwohnerberichte. Sie sind kein Beweis, aber sie sind ein wichtiges Signal — und sie sind auffällig konsistent.

Wahrgenommen wird ein ständiges Brummen oder ein hoher Pfeifton, drinnen und draußen. Dazu kommen Vibrationen in Fenstern, Wänden, Böden — manchmal im Körper. Viele beschreiben ein Druckgefühl statt eines normalen Geräuschs, einen Ton, der auch drinnen noch hörbar scheint, Diesel- oder chemische Gerüche beim Generatorbetrieb, helles Licht und den Verlust der Dunkelheit bei Nacht.

Am häufigsten berichtet werden Schlafstörungen — Einschlafprobleme, nächtliches Aufwachen, frühes Erwachen. Dazu Kopfschmerzen oder Migräne, Stress, Reizbarkeit und Angst (auch mit Ohrstöpseln oder Kopfhörern), Erschöpfung und Konzentrationsprobleme am Folgetag sowie die Vermeidung von Hof, Terrasse und offenen Fenstern.

Bei besonders lauter Kühlung oder eigener Stromerzeugung kommen weitere Beschwerden hinzu: Übelkeit, Schwindel oder Vertigo, Ohrendruck, Völlegefühl, Schmerzen, subjektiv empfundene Hörverschlechterung, Schall- oder Vibrationsgefühl in Kopf oder Brustkorb und Tinnitus oder ein Ton im Kopf.

Häufig berichten Anwohner außerdem, dass das Haus sich nicht mehr wie ein Rückzugsort anfühlt, dass Haustiere unruhig werden oder ihr Verhalten verändern, und dass sie weniger Vögel oder andere Veränderungen der Tierwelt bemerken.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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4 Kommentare

  1. Hanspeter
    Antworten

    Die Hyperscaler Datencenter braucht man für Kriege,für die Kontrolle und Überwachung der Bevölkerung unf für den digitalen Überwachungskapitalismus, inkl. Bargeldfabschaffung und digiale Währung. Bsp.:Die US Superintelligenz Bestie Trump mit Elon Musk und seine Starlink KI Satelliten geben die Zieldaten von Ölförderungsanlagen, uvm. durch und zerstören diese Mithilfe der Ukraine. Jetzt will Trump mio. Tonnen Diesel aus Russland(Deal mit PUTIN) und das ganze Venezuelaöl haben sie auch und auch das Iran Öl und das Grönland Öl wollen sie. Das ganze Öl der Welt am besten! Deutschland lässt sich die eigene Gasversorgung sprengen und kauft nun die teure Freiheits Energie bei den USA. Kühlregale mit mio. Tonnen Lebensmittel werden von Profi Hackern mit der KI zerstört. Die Kriegswirtschafts Vdl EU und die europäischen Länder graben nun wieder ihr eigenes Grab. Die EU war und ist für den A….. Nebenbei vernichtet die EU viele Billionen Steuergelder der Länder, lassen viele Mio. Migranten in die EU, eine Finanzkrise nach der anderen zu, Zolldeals auf Kosten der Europäer und nun werden die Europäer auf einen großen Krieg mit Russland eingeschworen. Der 1.WK. und 2. WK. war für die Geldeliten offensichtlich zuwenig. Dazu kommt noch die menschenfeindliche Coronaplandemie mit Billionen Schäden. Debanking und Auslöschen aller Daten wird ja schon vielfach praktiziert. Klar, den Erhalt des BARGELDES und ein freies analoges Leben der Menschen wird politisch auf allen Ebenen verhindert. Keine Partei und Regierung garantiert den Menschen ein freies analoges Leben ohne KI und Digitalisierung. Nicht für die Jungen, nicht für die Älteren und geschweige für Menschen die diesen KI Digitalisierungswahn ablehnen und ein freies Leben wählen. Kein Politiker tritt für die Menschen ein.

    OHNE Bargeld wird man voller digitaler Sklave der Konzerne und Politik. Kein Wunder, dass die Politik, das Bargeld und digitale Freiheiheit nicht in die Verfassung geschrieben haben und werden. Die EU wird zusätzlich mit der DSA, Agenda 2030, dem Great Reset, der digitalen Totalüberwachung und Zensur ohnehin die kritischen Medien und Bürger ausschalten und kriminalisieren. Die Bilderberger und das WEF, der IWF, das BIZ und die EZB werden im Interesse der Banker und Finanzeliten ihre Ziele erreichen. Nicht umsonst werden europaweit hunderte umweltschädlichste Datenzentren aus dem Boden gestampft. Im kleinen Oberösterreich-Kronstorf, soll ein monströses Hyperscaler GOOGLE Datenzentrum errichtet werden und der irre Stromverbrauch, die Umweltverseuchung und Grundwasserwassernutzung und Bodenversiegelung wird dramatische Folgen für die Bevölkerung der Region haben. Die. mio. Liter Diesel für diese Dieselaggregate werden Engpässe erzeugen. Die Strompreise werden ins Unermessliche steigen und die Bevölkerung belasten. Alles egal. Die Grünen stimmten zu. Im Zeitalter der Klimaerwärmung, der Wasserknappheit und Bodenvernichtung,alles egal.

    Die digitale Überwachung und Kontrollen über alle Lebensbereiche hat Priorität. Die digitale Währung ist der Garant für die Finanzwelt und KI Überwachungsdiktatur über die gesamte Gesellschaft, die nun ausgerollt wird. Analoge Abläufe und freie Meinungen oder kritische Bürger werden nicht mehr toleriert. Volksabstimmungen und eine bürgernahe Politik für das Souverän Volk ist in dieser Lobbypolitik für die mächtige Finanzwelt,der VdLeyen Kriegswirtschaft EU und der Banker und herrschenden Geldeliten nicht mehr vorgesehen. Die gesamte EU, Staaten,Landes u. Gemeinden Schulden will man mit menschenvernichtenden und umweltzerstörerischen Kriegen und Konflikten überspielen und die Völker werden schlußendlich mit einem noch nie da gewesenen  Krieg und Armut konfrontiert. Die Banken und Konzerne, im Besitz der superreichen Eliten und Tech Giganten und deren Vermögen werden immer mehr und die restlichen 99,9% der Bevölkerung werden alles verlieren. Wie immer schon!

    DAS Geld-u.Schuldensystem und Zinses-Zinssystem der Geldeliten haben ihre Dienste super geleistet. Die Armut, das Elend, die Umwelt-und Naturvernichtung und die unzähligen Kriege und unsozialen Entwicklungen in dieser Welt sind programmiert und gewollt, sowie Ziel der Agenda 2030 und der neuen Weltordnung der Eliten mit Robotern und digitaler Weltkontrolle mit der KI. Daher ist nun die Zeit für Klimapanikmacher und Kriegshetzer. Der überflüssige Mensch wird in dieser digitalen neuen Weltordnung der Eliten nicht mehr gebraucht werden, so berüchtigte Harari. Daher wird die digitale Weltdiktatur mit seinen perversen menschen- und lebensfeindlichen Ausformungen, von den Politkhandlagern brutal duchgepeitscht und umgesetzt werden. Zeit zum Umdenken und zur Umkehr bleibt nicht mehr viel.

  2. Gabriele
    Antworten

    Früher hätte man so etwas Folter genannt, oder? Aber die haben wir zivilisierte Menschen ja heute abgeschafft. Jetzt ist all das einfach nur notwendig und „alternativlos“.

  3. Leontinger
    Antworten

    Habe Ihren Artikel an meine Pensionisten-WhatsApp-Gruppe weitergeleitet und wurde von einem Kollegen belehrt, dass ich das nicht ungeprüft machen sollte. Er verwies mich an Mimikama!
    Ich stellte schon zu Coronabeginn fest, dass bei Mimikama keine Leuchten schreiben. Mimikama dürfte öfters tkp-Artikel verreißen!
    Herzliche Grüße Hans Illich (Leontinger)📯😎❤️

  4. 1150
    Antworten

    macht euch keine sorgen, die ki blase ist gerade am platzen,

    da kommt nichts mehr mit gigantischen rechenzentren

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