
Wie entsteht gesundheitsschädlicher Infraschall in Rechenzentren?
Rund um Rechenzentren breitet sich eine physikalische Belastung aus, die kein einziges Genehmigungsverfahren ernsthaft erfasst hat: Infraschall. Schallwellen mit Frequenzen unterhalb der menschlichen Hörschwelle — unter 20 Hertz —, die durch Wände dringen, über Kilometer tragen und direkt auf den menschlichen Körper einwirken.
Was in Kronstorf, Leopoldsdorf, Stetten, Nickelsdorf, Lübbenau, Dummerstorf, Dietzenbach, Hanau, Nierstein und immer mehr anderen Orten entsteht, ist keine einfache Serverfarm. Es ist eine Dauerbeschallungsanlage, deren Frequenzspektrum ignoriert wird — obwohl die Wissenschaft längst weiß, was diese Frequenzen im Körper anrichten.
Nicht gemeint sind die klassischen Rechenzentren von Banken, Telekoms oder Unternehmen für ihre Finanzabteilung oder Produktion. Diese haben Leistungen von einigen MW, etwa 3 bis 50 MW. Sie sind weder so dicht gepackt wie die KI-Rechenzentren und insbesondere die Hyperscalers noch müssen sie diesen hohen Aufwand zur Abfuhr der Wärme treiben. Das sind völlig andere Verhältnisse und Größenordnungen.
Was Infraschall ist — und warum ihn keiner hört
Das menschliche Ohr ist ein erstaunlich begrenztes Instrument. Es nimmt Schall grob zwischen 20 Hertz und 20.000 Hertz wahr — alles unter 20 Hertz nennen Akustiker Infraschall, alles knapp darüber tieffrequenten Schall. Nicht hörbar heißt nicht …. nicht vorhanden. Infraschall ist physikalisch genauso real wie ein Presslufthammer — nur dass er eben keine Schmerzgrenze nur im Trommelfell auslöst, sondern durch den gesamten Körper wandert.
Der Körper ist ein Resonanzsystem. Organe haben Eigenschwingungen, der Brustkorb vibriert bei bestimmten Frequenzen, das Zwerchfell, die Augen, , die Blutgefäße, das Herz, das Gleichgewichtsorgan — all das reagiert auf mechanische Schwingungen, auch wenn das Bewusstsein nichts davon mitbekommt. Genau hier liegt die Gefahr. Wie TKP bereits am 29. März 2026 unter dem Titel „Akustikwaffe Rechenzentren“ dokumentierte, handeln sich Anrainer mit der Nähe zu einem Rechenzentrum eine Belastung ein, die sie nicht einmal wahrnehmen können — deren biologische Folgen aber messbar sind. Mehr dazu weiter unten.
Die Frequenzquellen: Was in und um ein Rechenzentrum schwingt
Ein Rechenzentrum ist kein stiller Kasten voller blinkender Lichter. Es ist eine industrielle Maschinenhalle, in der mehrere Schallquellen permanent niederfrequente Energie abstrahlen:
Die Serverlüfter. Tausende Hochleistungslüfter laufen rund um die Uhr. Deren Drehfrequenzen und deren Schaufelpassfrequenzen — die Zahl der Rotorblätter mal Drehzahl — liegen typischerweise im Bereich von wenigen hundert Hertz, erzeugen aber durch die Masse der Anlagen und deren Kopplung an das Rack-System erhebliche Energie auch im tieffrequenten Bereich. Hunderte Lüfter erzeugen einen konstanten Hintergrundlärm im hörbaren Bereich von 60 bis 75 Dezibel — wie selbst Branchenmedien wie decibel.at einräumen. Der für Menschen unhörbare Anteil darunter wird dabei schlicht ignoriert und nicht gemessen.
Die Kälteanlagen und Kühltürme. Kompressoren, Pumpen und Ventilatoren der Klimatisierung erzeugen niederfrequente Geräusche, die sich über den Boden in die Umgebung übertragen. Die Branche selbst misst hier mit EN ISO 9614-2 — und rühmt sich, wenn sie Grenzwerte von 80,2 dB(A) einhält, wie der Kälteanlagen-Hersteller STULZ kürzlich werbewirksam verkündete. Dass die A-Bewertung den Infraschallbereich massiv unterdrückt — dazu gleich mehr —, verschweigt man geflissentlich.
Die Notstromaggregate. Dieselgeneratoren im Megawatt-Bereich erzeugen tieffrequente Vibrationen, die sich über das Fundament in den Boden übertragen. In Kronstorf sind 140 solcher Aggregate nötig — wie TKP am 26. August dokumentierte. Selbst im Testbetrieb vibriert dabei der gesamte Baukörper.
Die Transformatoren und USV-Anlagen. Netztransformatoren schwingen mit der Netzfrequenz von 50 Hertz und deren Oberschwingungen — 100 Hz, 150 Hz, 200 Hz. Das liegt zwar knapp über der Infraschallgrenze, gehört aber zum tieffrequenten Spektrum, das dieselben biologischen Wirkmechanismen anspricht und von A-bewerteten Messungen ebenfalls massiv unterbewertet wird.
Rechenzentren erzeugen keinen einzelnen Infraschallton, sondern ein Gemisch aus Infraschall (unter 20 Hz) und tieffrequentem Lärm (etwa 20–200 Hz). Was Anwohner als Druck, Brummen oder Vibration beschreiben, erscheint in Genehmigungsberichten oft als „grenzwertkonform wie diese Studie zeigt.
Typische Frequenzlagen nach Quelle
| Quelle | Ungefähre Frequenzen | Charakter |
|---|---|---|
| Große Axiallüfter (Kühler, Kühltürme, Rückkühler) | Blattfolgefrequenz oft unter 250 Hz, bei großen, langsamen Rädern bis in den Bereich unter 20–50 Hz plus Harmonische | Dauerbetrieb, tonal |
| HVAC / Klimageräte / Kanäle | Schwerpunkte 8–63 Hz und 20–200 Hz; in Wohnnähe oft dominant 30–80 Hz | Brummen, rumbling |
| Diesel-Notstromaggregate | Zündfrequenz und Harmonische typisch 31,5–250 Hz, bei 1500–1800 U/min oft 75–90 Hz | Intervall (Tests) oder Notbetrieb |
| Transformatoren | Netzhum 50 Hz (Europa) bzw. 60 Hz, plus Harmonische 100/150/300 Hz | Dauerhaft, tonal |
| Serverlüfter im Halleninneren | Blattfolge meist 166–700 Hz | Hörbar innen, außen durch Gebäudehülle meist schwächer |
Die Blattfolgefrequenz eines Lüfters ist:
f = n * z / 60
wobei (n) die Drehzahl in U/min und (z) die Schaufelzahl ist. Ein großer Kühllüfter mit 6 Schaufeln bei 200 U/min liegt bei 20 Hz – also genau an der Grenze zum Infraschall. Noch langsamere oder größere Räder rutschen darunter.
Was oft verwechselt wird: Die in Stromnetzen gemessenen 14,7-Hz-Schwingungen aus USV-/Umrichter-Regelkreisen von Rechenzentren sind elektrische Netzpendelungen, kein Luftschall. Sie zeigen aber, dass dieselben Anlagen auch im Bereich um 10–15 Hz instabil werden können.
Praxis: Außen relevant sind vor allem Kühler, Kühltürme, Trafos und Generatoren. Dieser Schall ist tonal, rund um die Uhr und trägt weiter als hochfrequenter Lärm. Wer nur dB(A) misst, sieht den wesentlichen Anteil nicht. Sinnvoll sind C- oder G-Bewertung (ISO 7196 für 1–20 Hz) und Terz-/Oktavspektren von 1 Hz aufwärts – nicht erst ab 100 Hz.
Der Mess-Betrug: Warum die offiziellen Zahlen wertlos sind
Die gesamte behördliche Lärmbeurteilung basiert auf der A-Bewertung — jener Gewichtungskurve, die dem menschlichen Hörvermögen nachempfunden ist und tiefe Frequenzen radikal abschwächt. Das Ergebnis: Alles, was unterhalb von etwa 500 Hertz liegt, wird in der offiziellen Messung mehr oder weniger weggewichtet.
Wie die im August 2026 in Clean Technologies (MDPI) erschienene narrativ-review-Studie von Megan Rand Wheeler und Kollegen festhält, wendet die A-Bewertung bei 63 Hertz bereits eine Dämpfung von über 26 Dezibel an — und im Infraschallbereich über 50 Dezibel. Das bedeutet: Ein Infraschallpegel, der in Wirklichkeit bei 100 Dezibel liegt, erscheint in der offiziellen Messung als respektable 50 dB(A). Das Rechenzentrum ist plötzlich „leise“ — weil man den gefährlichsten Teil des Spektrums schlicht aus der Messung herausgerechnet hat.
Die Studie, verfasst von Dutzenden Autoren, kommt zu einem vernichtenden Befund: Es existiert keine einzige veröffentlichte Studie, die das Infraschall-Spektrum eines laufenden Rechenzentrums tatsächlich gemessen hat. Die gesamte Genehmigungspraxis weltweit — auch in Kronstorf — basiert also auf einer Messmethodik, die den relevanten Frequenzbereich systematisch ignoriert. Die Autoren fordern deshalb explizit eine Charakterisierung des Frequenzbereichs von 1 bis 200 Hertz mittels G-Bewertung und linearer Messung — genau das, was bei genehmigten Bauvorhaben und den fertigen Rechenzentren nie passiert ist.
Was diese Frequenzen im Körper anrichten — der Forschungsstand
Dabei ist die Wirkung von Infraschall auf den Menschen bekannt und wissenschaftlich erforscht. Sie ist in der Windkraft-Forschung seit Jahren dokumentiert — und Rechenzentren erzeugen dasselbe Frequenzspektrum, nur eben rund um die Uhr.
Das deutsche Umweltbundesamt hat in seiner Studie „Lärmwirkungen von Infraschallimmissionen“ (Texte 163/2020) Versuchspersonen Frequenzen zwischen 3 und 18 Hertz bei Pegeln von 85 bis 105 Dezibel ausgesetzt — und schon bei diesen kurzen Expositionen psychovegetative Störungen dokumentiert: Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit, Druckgefühl am Trommelfell, Vibrationsgefühl. Die Studie steht öffentlich zum Download bereit. (Hier das pdf in TKP gesichert.) Dass die Behörde die Wirkungen als „belästigend“ verharmlost, ändert nichts an der Physiologie — und nichts daran, dass Rechenzentren diese Exposition nicht 30 Minuten, sondern dauerhaft liefern.
Die eigentliche medizinische Sprengkraft liegt tiefer. TKP berichtete am 24. Juni 2026 über die Arbeit von Maryam Dastan und Kollegen in Medical Hypotheses, die einen konkreten zellulären Mechanismus beschreibt: Infraschall stört die PIEZO1-Mechanorezeptoren — jene Proteinkanäle in den Gefäßwänden, die mechanische Energie in biologische Signale übersetzen. Die Hypothese: Chronische niederfrequente Schwingungen „überfluten“ diese Kanäle, versetzen das Endothel in einen Zustand chronischer Fehlspannung, lösen dauerhafte Entzündungsreaktionen aus und stören die Mikrozirkulation. Das Resultat manifestiert sich erst nach Jahren — als Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, chronische Erschöpfung. Sofern man den Zusammenhang dann überhaupt noch herstellt.
Dazu kommen die akuteren Wirkungen, die TKP in der Analyse vom März dokumentierte: +150 % Schwindel, Verdreifachung von Unwohlsein und Augenreizung, +55 % Angstzustände, +33 % Übelkeit — gemessen bei Infraschallpegeln, die nur 25 bis 30 Prozent der in Rechenzentrums-Nähe gemessenen Amplitude betrugen. Mit anderen Worten: Selbst ein Bruchteil der realen Belastung reicht aus, um messbare Symptome auszulösen.
Infraschall von Windrädern schädigt das menschliche Herz – und zwar messbar und signifikant. Eine auf dem 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im April 2026 präsentierte epidemiologische Studie der Universitätsmedizin Mainz liefert den bisher stärksten Beleg aus dem echten Leben.
Die Studie trägt den Titel „Deutlich erhöhte Inzidenz von Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen in Kommunen mit erheblichem Ausbau der Windenergie“ (Poster P-15-07, Abstract ID 85384). Autoren sind Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl, Leiter der Arbeitsgruppe Infraschall an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, und Oliver Dietz.
Und die Anrainer? Sie klagen bereits — nur niemand hört zu
Wer glaubt, das sei alles graue Theorie, sollte nach Texas schauen. In Granbury klagen Dutzende Anwohner eines Bitcoin-Mining-Zentrums — nichts anderes als ein Rechenzentrum — über Schwindel, Übelkeit, Bluthochdruck, Migräne, Flüssigkeitsaustritt aus den Ohren und Schlaflosigkeit. In Greenbrier, Arkansas, berichten Nachbarn von einem permanenten Brummen, das meilenweit zu hören ist. Das Environmental and Energy Study Institute (EESI) hat diese Fälle im März 2026 dokumentiert — samt der Feststellung, dass der Lärm von Rechenzentren „mehrere Frequenzbereiche, insbesondere den niederfrequenten Bereich“ umfasst und deshalb mit herkömmlichen Dezibelmessern kaum zu erfassen ist.
Auch die Fachliteratur bestätigt die Systematik. Die bereits erwähnte Review-Studie von Wheeler et al. fasst zusammen, was aus Windkraft-, Industrie- und Laborstudien bekannt ist: Schlafstörungen, kardiovaskuläre Stressreaktionen, kognitive Beeinträchtigungen und audiovestibuläre Symptome — alles Wirkungen, die unterhalb der Hörschwelle auftreten und von der dBA-Überwachung „erheblich unterzählt“ werden. Eine weitere Arbeit, veröffentlicht als „Infrasonic and Low-Frequency Noise Exposure from Large Data Centers“, konstatiert trocken: Infraschall breitet sich mit minimaler atmosphärischer Dämpfung über große Entfernungen aus, durchdringt strukturelle Barrieren — und erzeugt physiologische Effekte auf Frequenzniveaus, die für die Betroffenen unhörbar sind.
Genau das ist der Punkt, den die Genehmigungsbehörden nie zur Kenntnis genommen haben.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Verblüffend, für was ich alles eine Oreshnik benötigen könnte.
Infraschall hallt sehr weit! Ein röhrender Tiger ist noch in vielen Kilometern Entfernung zu hören, da die etwa 7 Hz Frequenzen sehr, sehr weit tragen. Deswegen wurden u.a. auch in früheren Zeiten (sehr viel früher!) ausgehöhlte ganze Baumstämme als Trommel-Post verwendet, z.B. in Afrika.
Daher sollten große Gebäude, wie Rechenzentren, immer rund gebaut werden müssen, um gerichtete Schallabstrahlung zu verunmöglichen. Bei Kernkraftwerken war das ja (aber aus den falschen Gründen) für jeden Meiler Pflicht.
Aber wegen eines eher harmlosen Schnupfens haben sie allen ein Giftjaukerl in den Oberarm drücken wollen, angeblich um uns, besonders die Omi, vor dem pösen Schnupfen zu schützen. So besorgt waren sie um unsere Gesundheit, besonders auch Gät$ und seine WHO, besonders auch die EU, die unsere Autos zu ferngesteuerten Abhörwanzen gemacht hat, damit uns kein Unfall passiert. Jaja, wer durch das Gepieps der Assistenten erschrickt und dann gegen die Leitplanken donnert, der ist selbst schuld…da brauchen wir dann überhaupt einen sofortigen Stopp mitten auf der Autobahn wegen Aufmerksamkeitsdefizits…mit 100en von Auffahrunfällen…
Dass diese dauernde Geräuschkulisse schädlich ist, sagt dir der normale Hausverstand. Wer bei Sinnen ist, zieht weg. So entvölkert sich die Gegend mit Ausnahme vielleicht von Dummerstorf…
Besonders auch auf die Haustiere wird geschissen. Wenn ich denke, wie empfindlich die Ohren meiner Katzen sind…mein Kater knurrt, wenn er irgendein fremdes Geräusch hört, das ich nicht wahrnehmen kann – muss man erwarten, dass die Vierbeiner unter Dauerstress stehen wie in der Silvesternacht, nur dann eben das ganze Jahr.