Pete Hegseths Führerschein und weitere Millionen Ausweise im Netz

3. September 2026von 2,7 Minuten Lesezeit

Ein Darknet-Dienst namens Nexus bot Ende August 2026 Zugriff auf digitale Scans von mehr als 153 Millionen Führerscheinen aus den USA und Kanada an. Auch der Führerschein von US-Minister Hegseth dürfte darunter sein.

Millionen digitale Scans im Netzt: 153 Millionen Führerscheine, Millionen Reisedokumente und internationale IDs sowie mindestens 579.000 Gesundheitskarten. Die FBI-Außenstelle in New Orleans ermittelt. Alles deutet auf den Identitätsprüfer IDScan.net aus Louisiana.

Nexus wurde am 31. August 2026 im russischsprachigen Cybercrime-Forum Exploit beworben. Die Betreiber behaupteten, Daten über ein Jahr hinweg fortlaufend abgezogen zu haben. Die Zahl der Führerscheine stieg innerhalb von 24 Stunden um fast 400.000. Eine leere Suche lieferte rund 11,5 Millionen Ergebnis-Seiten mit je etwa 15 Einträgen – das stützt die Größenordnung.

Der Journalist Brian Krebs stieß auf den Dienst, weil sein Virginia-Führerschein als kostenlose Probe angeboten wurde. Er prüfte Datensätze von Freunden und Verwandten: Mehrere Zeitstempel passten zu tatsächlichen Reisen, etwa einer Hertz-Mietwagenbuchung im Juni 2025. Privacy-Forscher Zach Edwards fand seinen Ausweis mit Zeitstempel einer Las-Vegas-Reise; der Scan stammt offenbar von einer Planet13-Cannabis-Filiale. Reuters berichtet.

Die Datensätze enthalten oft mehrere Bilder desselben Dokuments: Vorder- und Rückseite im sichtbaren Licht sowie Infrarot- und UV-Aufnahmen. Genau diese Technik nutzt IDScan.net. Zu den betroffenen Personen sollen auch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und ein stellvertretender FBI-Direktor gehören. Hegseths Führerschein soll für 100 Dollar angeboten worden sein. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, man sei sich der Berichte bewusst und prüfe sie.

IDScan.net aus New Orleans wirbt mit mehr als 21 Millionen Identitätsprüfungen pro Monat an über 20.000 Standorten weltweit. Kunden bzw. Nutzer der Technologie sind unter anderem Hertz, FedEx, Target, Caesars Entertainment, Motorola Solutions, Jack Henry und die Dispensary-Kette Planet13. Mit Planet13 besteht seit 2022 eine exklusive Vereinbarung; das Unternehmen bedient nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Cannabis-Shops in 19 US-Bundesstaaten.

Reclaim the Net berichtet:

Das Unternehmen gibt an, dass globale Marken seine Technologie an mehr als 20.000 Standorten einsetzen und dass seine Systeme jeden Monat mehr als 21 Millionen Überprüfungen durchführen. Auf seinen Webseiten nennt es Hertz, FedEx, Caesars Entertainment, Target, Motorola Solutions und Jack Henry als Kunden oder Marken, die seine Technologie nutzen.

Jillian Kossman von IDScan.net erklärte gegenüber Krebs: „Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich keine weiteren Informationen weitergeben, aber die von Ihnen bereitgestellten Informationen waren willkommen und hilfreich für die Ermittlungen unseres Teams.“

Die Außenstelle des FBI in New Orleans leitete am 1. September eine offizielle Untersuchung zu einem offensichtlichen Sicherheitsverstoß im Zusammenhang mit IDScan.net ein.

Zu den Nexus-Datensätzen gehörten der Führerschein des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth und der eines stellvertretenden Direktors des FBI.

Das ist das System, das Politiker uns verkaufen wollen: bei jedem Schritt seine Ausweispapiere vorzeigen zu müssen. Als Nächstes wollen sie, dass man sich ausweisen muss, um online zu sprechen oder auf die Äußerungen anderer zuzugreifen – alles unter dem Deckmantel der „Kindersicherheit“.

Das ist nichts anderes als ein Überwachungsnetz, das nur in einer Katastrophe enden kann.


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3 Kommentare

  1. Andreas_Sch. 3. September 2026 um 14:49 Uhr - Antworten

    Oh, wieder dieses ominöse „Darknet“ … Habe bis heute nicht verstanden, was das überhaupt sein soll. 🤔 Sowas wie der „Busemann“? Witzig finde ich den Umstand, dass ein stellvertretender Direktor des FBI betroffen ist … 😂 Der hat dann definitiv den falschen „Job“ bzw. schwänzt einen anderen, so Stoffwechselendprodukte schippen in Kansas, oder sowas. Ist das eine Frau? Sowas kann ja nur über eine Quote auf die Position gespült worden sein. Wenn das J. Edgar wüsste! 😆

  2. bribrei 3. September 2026 um 14:41 Uhr - Antworten

    „…nichts anderes als ein Überwachungsnetz, das nur in einer Katastrophe enden kann.“

    Nicht nur das, es IST die Katastrophe, sie greift längst um sich wie eine Seuche…

  3. Christine 3. September 2026 um 13:26 Uhr - Antworten

    Alle paar Wochen schaue ich bei https://spam.tamagothi.de/datenschleuder-seite/ rein und lese sehr interessante Neueinträge. Haarsträubende Vorfälle, die alle schön unterm Teppich gehalten werden. Quo vadis, Digitalisierung?

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