Hat sich der Widerstand gegen Google Kronstorf von Landesrat Kaineders (Grüne) großmundigen Ankündigung einer Prüfung der UVP Pflicht besänftigen lassen? Wie sich jetzt herausstellt, war es wohl nur heiße Luft und Kaineder bestätigt nur zwei Wochen nach seiner Pressemitteilung, dass es doch keine UVP für dieses Hyperscale Rechenmonster braucht.
Von dieser Nebelgranate ließ sich die Bürgerbewegung „Steyrer Spaziergang“ nicht täuschen und organisierte am 23.9. erneut eine Protestaktion (siehe Bilder) und fordert erneut den Stopp des Baus. Das wurde unter anderm schon bei der Demo am 6.9.nachdrücklich gefordert, bei der vor Ort von Dr. Peter F. Mayer vor fast 300 Demonstranten die besorgniserregenden Gründe dargelegt wurden, die gehen den Bau solcher Ressourcen- und Kontrollmonster sprechen:. Mega-Rechenzentrum Kronstorf: Bericht vom Protestmarsch zur Baustelle.
Das Ergebnis der Prüfung, die Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) in Auftrag gegeben hatte, war erwartbar: Der UVP-Feststellungsbescheid aus 2020 ist rechtskräftig und umfasst auch die geplante Erweiterung des Standorts. Weder die maßgeblichen Tatsachen noch die relevante Rechtslage hätten sich geändert, so das Land Oberösterreich. Eine neuerliche Entscheidung sei wegen der Unwiederholbarkeit eines rechtskräftigen Bescheides nicht zulässig. Das berichten ORF Oberösterreich und meinbezirk.at.
Für die Grünen geht es aber ohnehin nie um die Umwelt, sonst haätten sie schon längst gegen die massive Zerstörung der umwelt – Fauen und Flora – mobil gemacht. Klima-„Politik“ ist ihre Aufgbae, die sie bei ihrer Gründung durch die Rockefeller -Stftungen wie Jacob Nordangård in seinem Buch „Rockefeller: Controlling the Game“ (deutsche Ausgabe: Rockefeller – Das Spiel kontrollieren) dargestellt hatte, TKP hatte ausführlich berichtet.
Auslöser des ganzen Manövers war ein Bescheid aus Niederösterreich. Dort hatte die UVP-Behörde für das geplante CloudHQ-Rechenzentrum in Leopoldsdorf entschieden, dass die großen Dieselnotstromaggregate mit einer gesamten Brennstoffwärmeleistung von rund 470 Megawatt eine Umweltverträglichkeitsprüfung auslösen. Die Aggregate wurden als Feuerungsanlagen im Sinne der Feuerungsanlagen-Verordnung eingestuft. Bemerkenswert: Die Projektwerber in Leopoldsdorf legten den Kronstorf-Bescheid als Vorbild vor und zitierten ihn seitenweise. Das Land Niederösterreich folgte dieser Argumentation nicht – und plötzlich war dieselbe Rechtsfrage in zwei Bundesländern zwei verschiedene Antworten.
Zwei Behörden, zwei Rechtsauffassungen – und ein altes Problem
In Oberösterreich hatte die UVP-Behörde bereits 2020 entschieden, dass für Kronstorf keine UVP nötig ist. Wohlgemerkt: Die Projektwerberin Volo zwei GmbH, die das Rechenzentrum für Google errichtet, gab im Feststellungsverfahren selbst an, dass die geplanten Notstromgeneratoren bei vollem Ausbau „insgesamt mehr als 200 MW thermische Kapazität erreichen“ könnten.
Die unabhängige Oberösterreichische Umweltanwaltschaft sah damals eine UVP-Pflicht. Die Anlage sei „zweifelsfrei eine ‚andere Feuerungsanlage mit einer Brennstoffwärmeleistung von mindestens 200 MW‘“, auch wenn sie nur zeitweise in Betrieb sei. Die Entscheidung lag aber bei der UVP-Behörde des Landes – und die entschied: keine UVP.
Das ist der Kern der Sache, und kein noch so sorgfältig formuliertes Behördenpapier ändert daran etwas: Die unabhängige Fachinstanz des Landes wurde 2020 überstimmt – zugunsten des Projektwerbers. Wir sehen hier wieder die Verschmelzung von Konzernmacht mit Staatsmacht, auch Korporatismus genannt. Dies ist klar gegen die Bevölkerung gerichtet.
Die Korrektur kam erst, als eine andere Behörde in einem anderen Bundesland Mut bewies und die Presse nachfragte. Wer die Chronologie bei TKP nachliest, sieht das Muster: prüfen, verzögern, weiterbauen.
Was Kaineder jetzt bestätigt bekam
Die nun abgeschlossene Prüfung des Landes OÖ kommt zu einem klaren Ergebnis:
- Der UVP-Feststellungsbescheid aus 2020 ist rechtskräftig
- Auch die aktuelle Erweiterung ist bereits von diesem Bescheid umfasst – obwohl dies klar rechtswidrig ist
- Bei der damaligen Prüfung wurden die Tatbestände „Thermische Kraftwerke“ und „Grundwasserentnahme“ bereits berücksichtigt
- Zugrunde gelegt wurde damals eine Kapazität der Notstromaggregate von „mehr als 200 MW“
- Eine höchstgerichtliche Entscheidung zur Einstufung großer Diesel-Notstromaggregate bei Rechenzentren liegt bislang nicht vor
Kaineder selbst sagt dazu: „Die Antwort ist eindeutig, einen rechtskräftigen Bescheid kann eine Behörde nicht einfach neu aufrollen, nur weil dieselbe Rechtsfrage in einem anderen Bundesland anders beurteilt wird.
Kann Rechtskraft bestehen, wenn der Bescheid die Rechtslage verletzt, also offen rechtswidrig ist?
Auch Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) verteidigt den Bau des Recchenzentrums. Kaineder habe „das bestätigen müssen, was ohnehin von Anfang an klar war“ – Rechtskraft besteht unbeschadet der Rechtswidrigkeit, Hauptsache Googles Wünsche werden befriedigt. Die von ihm veranlasste Überprüfung sei eine „überflüssige politische Ehrenrunde mit Showcharakter“. Besonders problematisch: Es seien „völlig unnötigerweise Zweifel an der Rechtssicherheit als wichtigen Standortfaktor in Oberösterreich“ geschürt worden.
Also für die ÖVP ist alles paletti, gesundheitliche und andere Schäden für die Bevölkerung sind in Kauf zu nehmen, wenn nur die Wünsche des US-Technologieriesen befriedigt werden.
Was gegen das RZ Kronstorf spricht
Und damit zum eigentlichen Skandal, der von der politischen Runde um die UVP fast verdeckt wird. Die Faktenlage, die TKP seit Monaten dokumentiert, ist erdrückend:
Der Stromverbrauch
Das in Bau befindliche Rechenzentrum ist auf eine Maximalkapazität von 150 Megawatt ausgelegt, eine geplante zweite Ausbaustufe auf bis zu 500 Megawatt. Der Jahresstromverbrauch würde in der ersten Stufe bis zu 1,31 TWh betragen – jener von 375.000 Haushalten. Bei Realisierung der zweiten Stufe bis zu 4,4 TWh – fast ein Drittel des bisherigen Gesamtbedarfs des Bundeslandes. Google will sich laut Energy News Magazin fast ein Gigawatt als langfristige Bandlast sichern; beim Übertragungsnetzbetreiber APG hat der Konzern um einen Netzanschluss mit 800 MW angesucht. Dafür entsteht ein 380-kV-Umspannwerk, ein neuer 220-kV-Versorgungsring und der Ausbau von Umspannwerken. Der Haken: Die Milliardeninvestitionen in den Netzausbau werden über die allgemeinen Netzentgelte auf die Stromrechnungen aller Bürger umgelegt. Google zahlt seinen Netzanschluss – den Rest zahlt die Allgemeinheit.
Der Notstrom-Diesel
Die 36 bewilligten Aggregate der ersten Ausbaustufe mit je rund 2.900 Kilowatt elektrischer Leistung dürfen bis zu 792.000 Liter Diesel lagern. Bei vollem Ausbau wären 125 Caterpillar-Generatoren nötig – realistisch mit Redundanz 140 bis 150 Aggregate auf dem Gelände. Die Rechnung für einen fünfstündigen Notstrombetrieb, wie sie tkp.at hier im Detail aufgemacht hat:
- 125 Aggregate × ca. 1.039 L/h bei Volllast ≈ 130 m³ Diesel pro Stunde
- Für fünf Stunden: rund 650.000 Liter Diesel
- Das entspricht dem Inhalt von über 210 Einfamilienhaus-Öltanks
- Logistik: 20 Tankwagen müssten während der fünf Stunden eintreffen – ein Tankwagen alle 15 Minuten, bei mehrtägigem Blackout 96 Tankwagen pro Tag, über die Steyrer Straße, eine Landesstraße
- 32,6 Millionen Kubikmeter Abgas in fünf Stunden, 108.750 m³ Abgas pro Minute aus 125 gleichzeitig laufenden Großdieseln
Und das ist kein theoretisches Blackout-Szenario: Diese Aggregate laufen bei Mission Critical Standby mit bis zu 500 Stunden pro Jahr, bei jedem der regelmäßigen Testläufe – Lärm und Abgase sind monatlich wiederkehrender Regelbetrieb. Die Branche setzt dabei auf Just-in-time-Belieferung: Man verlässt sich darauf, dass im Notfall schon rechtzeitig Diesel kommt. Dass im echten Blackout die Tankwagen selbst im Stau stehen und die Logistikkette zusammenbricht, ist in keiner UVP abgebildet.
Infraschall und tieffrequenter Lärm
Rechenzentren erzeugen Infraschall im Bereich 0,1 bis 50 Hz – großteils unhörbar, aber vom Körper als Druckwelle wahrgenommen. Die Schallwellen durchdringen mühelos Wände, Fenster und Lärmschutzwände. Die gesamte Genehmigungspraxis basiert auf A-bewerteten Messungen, die tiefe Frequenzen radikal weggewichten: Bei 63 Hz beträgt die Dämpfung über 26 dB, im Infraschallbereich über 50 dB. Ein realer Infraschallpegel von 100 dB erscheint in der offiziellen Messung als 50 dB(A). Es existiert keine einzige veröffentlichte Studie, die das Infraschall-Spektrum eines laufenden Rechenzentrums tatsächlich gemessen hat.
Data Heat Island Effect
Die Studie von Andrea Marinoni et al., „The Data Heat Island Effect“ (März 2026), weist mit Satellitendaten nach: Anstieg der Landoberflächentemperatur um durchschnittlich 2 °C nach Inbetriebnahme, in Extremfällen bis zu 9,1 °C, Wirkung bis 10 Kilometer Entfernung spürbar, in 7 Kilometern noch 70 Prozent der Maximalintensität. Über 340 Millionen Menschen weltweit sind bereits betroffen.
Immobilienwertverlust und ungleiche Lastenverteilung
Der Wirkungsradius von 7 Kilometern betrifft die Gemeinden Kronstorf, Enns, Hargelsberg, Dietach (OÖ) sowie Ernsthofen, Haidershofen, Behamberg (NÖ). Infraschall, Niederfrequenzlärm, Wärmeinseleffekt, Lichtsmog und Elektrosmog wirken sich auf den Marktwert aus – nachweisbar, dauerhaft, ohne Ausgleich. Die Kommunalsteuer fließt ausschließlich an die Standortgemeinde Kronstorf. Die niederösterreichischen Anrainergemeinden am anderen Ennsufer erhalten keinen einzigen Cent.
Die Job-Bilanz
Dieter Wallentin von „da huat brennt“ brachte es bei der Linzer Demo auf den Punkt: „Es werden tatsächlich 50 bis 100 Arbeitsplätze geschaffen – das ist die Realität, das sind 1–2 Angestellte pro versiegeltem Hektar – das ist eine ernüchternde Bilanz.“
Der Hintergrund für den weltweiten Ausbau der Mega-Rechenzentren
Der wahre Grund für den weltweiten Boom – allein in den USA 3.500 neue Anlagen – liegt tiefer. Die Rechenzentren sind die materielle Infrastruktur für die totale Tokenisierung aller Vermögenswerte: Wälder, Fischbestände, Aktien, Immobilien, Arbeitsstunden und sogar CO₂-Bindung werden zu handelbaren digitalen Tokens auf Blockchains.
Parallel entsteht das „Digitale Weltgehirn“ einer Klima-Notstandsregierung mit Echtzeit-Überwachung der „Planetary Boundaries“ und KI-gesteuerter Entscheidungsfindung. Gleichzeitig dient der Boom als Trojanisches Pferd zur Privatisierung öffentlicher Funktionen und Entmachtung demokratischer Institutionen.
In Kronstorf wird die Region geopfert, damit globale Eliten die totale digitale Kontrolle über Vermögen, Natur und Bürger aufbauen können. Der Fortschritts-Mythos „KI“ ist nur die Fassade.

Die Bevölkerung ist weiter als die Politik
Während ein einziger Landesrat nachfragt, hat die Zivilgesellschaft längst gehandelt. Am 11. September demonstrierten in Linz laut Polizei 350 bis 400 Menschen unter dem Motto „Von Kronstorf lernen!“. Die Petition hat nach Angaben der Initiatoren bereits knapp 58.000 Unterstützer. Ein Gespräch mit Landesrat Achleitner soll bereits fixiert sein, eine Petition an den Nationalrat befindet sich in der Endphase. Die ganze Chronologie des Widerstands – von der Demo am 6. September direkt an der Baustelle bis zur Linzer Kundgebung – findet sich in dieser TKP-Zusammenfassung.
Es sind seitens der Organisatoren der Steyrer Spziergänge weitere Protestaktionen geplant. Sie hoffen auch auf weitere Aktionen von anderen Organisationen und Bürgerinitiativen. Von der Politik ist nichts mehr zu erwarten und war auch offenbar nie etwas zu erwarten. Massiver Protest wie in den USA scheint die letzte Hoffnung zu sein, dieses Umwelt und Resourcen vernichtende Monster zu stoppen, auch in Hinsicht weiterer geplanter Rechenzentren wie in Stetten, Nickelsdorf oder Leopoldsdorf.
Hier nochmal die Zusammenfassung der Argumente gegen den Google Hyperscaler bei Kronstorf:
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
5 Kommentare
Nicht zu vergessen! Die Militärindustrie braucht diese Rechenzentren.
Nur eine kleine, unbedeutende Anmerkung von mir:
„Die Bevölkerung ist weiter als die Politik“
Da schau her. Bisher war und ist das Volk doch blöde, zumindest nach den Beurteilungen so mancher Zeitgenossen hier zu schließen.
Zitat:
„Wir sehen hier wieder die Verschmelzung von Konzernmacht mit Staatsmacht, auch Korporatismus genannt. Dies ist klar gegen die Bevölkerung gerichtet“.
Wenn wir das Kind beim richtigen Namen nennen, indem wir noch die totalitären Herrschafts-Tendenzen hinzu nehmen, die sich spätestens seit der menschenGEmachten Corona-Krise oder der menschenERdachten Klima-Krise mit ihren evidenzlosen, totalitären Zwangsmaßnahmen (z.B. „Impf“-Pflicht, „Heizungs“-Gesetz usw.) oder Brandmauern gegen politische Konkurrenten in „UNSERER DEMOKRATIE“ ebenfalls ganz ungeschminkt gegen das eigene Volk richten, haben wir genau DAS, was den FASCHISMUS (vom italienischen „fascio“ = Bund, Bündel) des Benito Mussolini ausmachte.
Damit keine Mißverständnisse aufkommen:
Faschismus läßt sich NICHT einfach auf Rassenwahn und/oder Juden- oder generellen Fremden-Hass reduzieren. Den haben die damaligen deutschen Faschisten auf dieses totalitäre wirtschaftliche und politische Herrschaftssystem lediglich noch oben aufgepfropft.
Mit anderen Worten:
Faschisten sind vorrangig diejenigen, die den im Artikel genannten „Korporatismus“, also die Verschmelzung von Konzernmacht mit Staatsmacht, leben und/oder unterstützen UND uns die politische Meinungsvielfalt als „größte Gefahr für Unserer Demokratie“ verkaufen und zugunsten eines politisch-ideologischen Meinungs-Konformismus unterdrücken wollen.
Wir können ja Wein saufen, wenn es kein Wasser mehr gibt, und mit Gas kochen, wenn es keinen Strom mehr gibt.
Zu den Flächenheizkörpern der PV-Felder kommen jetzt diese gigantischen Hitze erzeugenden und Grundwasser stehlenden Monster, die eigentlich niemand braucht. Außer die von Geldgier Besessenen.
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.