Xi Jinping ist am Mittwochabend auf der Joint Base Andrews gelandet. Donald Trump stand auf dem Rollfeld, Melania neben Peng Liyuan, roter Teppich, 21 Schuss, Nationalhymnen, Bomber über den Köpfen.
Ein US-Präsident holt dort seit elf Jahren niemanden mehr ab; zuletzt Barack Obama den Papst, so Reuters. Es ist Xis erste Staatsvisite in den Vereinigten Staaten seit mehr als einem Jahrzehnt, die erste im Weißen Haus in derselben Spanne. Im Mai war Trump in Peking. Jetzt die Gegenleistung in Washington.
Scott Bessent verkündete bei Fox, noch während die Maschinen rollten: Das Busan-Abkommen, der Waffenstillstand im Zollkrieg, läuft nicht am 10. November aus, sondern am 10. Januar. Zuvor hatten sich die Zölle zeitweise über 100 Prozent addiert, so SCMP. Zwei Monate Verlängerung nach dem Gespräch mit Vizepremier He Lifeng. Kein Durchbruch. Ein Termin.
Die Show und die Akte
Donnerstag: Empfang im Weißen Haus, fast 500 Soldaten, mehrere Kapellen, Stealth-Bomber. Danach das eigentliche Gespräch. Abends Staatsbankett in der East Room. Geladen unter anderen Tim Cook, Jensen Huang, Sam Altman – Apple, Nvidia, OpenAI, die Schnittstelle, an der Chip, Modell und Fabrik zusammenlaufen – NYT Live, LiveMint. Freitag Tee und National Archives. Getrennte Erklärungen statt gemeinsamer Pressekonferenz. Jeder spricht zu Hause.
Xi ließ in Andrews ein Schriftstück überreichen: Partner, nicht Rivalen. Friedliche Koexistenz, die historische Logik habe sich nicht geändert. Die Völker freundlich, die Interessen verflochten. „Make America Great Again“ und die „große Wiederbelebung der chinesischen Nation“ könnten parallel laufen, erklärt die Chinesische Regierung via Xinhua. Trump auf Truth Social: Super Intelligence werde großes Thema, er wolle es aber genau dort lassen, wo es sei. Niemand erwartet eine substanzielle Politikverschiebung.
Die Liste darunter ist die alte: Zölle und Agrarkäufe, seltene Erden und Exportkontrollen, Taiwan und Waffenverkäufe, Iran-Krieg, Ukraine, militärische Kanäle. Im Frühjahr hatte Washington ein 14-Milliarden-Paket für Taipeh pausiert. Peking nennt Taiwan die wichtigste Frage, die größte gemeinsame. Analysten rechnen mit kleinen Schritten und dem Willen, den Bruch zu vermeiden.
Was der Teppich nicht zudeckt
Trump braucht vor den Zwischenwahlen das Bild des Deals. Xi braucht vor dem Parteitag das Bild der Augenhöhe. Europa steht daneben: Derselbe Monat, in dem Brüssel Peking bittet, Hybridexporte auf 15 Prozent zu deckeln, rollt Washington den Teppich aus und verlängert den Waffenstillstand. Die EU zollt das Batterieauto und lässt den Hybrid durch. Amerika und China verschieben das Datum.
Die Substanz, die fehlt, sitzt nicht im Bankett. Sie sitzt in den Chips, den Erden, der Meerenge und dem Krieg, den beide führen oder finanzieren, ohne ihn auf dem Rasen zu beenden. Partner, nicht Rivalen – solange der Kalender bis Januar reicht. Danach steht wieder November, nur mit anderem Jahr.
Unter Strich: Business as usual.
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Bild: Senior Airman Gabriel Jones, 316th Wing. Credit: U.S. Air Force photo by Senior Airman Gabriel Jones / DVIDS (Public Domain).
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