
Angriffe auf Zivilisten und Kinder: USA und Israel setzen ihre Kriegspolitik fort
Die jüngste Eskalation im Krieg gegen den Iran und die anhaltenden Angriffe Israels im Libanon zeigen erneut, wer die eigentlichen Opfer dieser Konflikte sind: Zivilisten, Frauen und Kinder.
Während US-Präsident Donald Trump droht, jederzeit wieder zuschlagen zu können, und behauptet, die Kämpfe würden „nicht zu lange“ dauern, berichten iranische Behörden von weiteren zivilen Opfern. Gleichzeitig setzt Israel seine systematische Zerstörung im Südlibanon fort.
US-Angriffe in Iran: Hochzeit und zivile Opfer
Nach den jüngsten US-Angriffen am 2. September 2026 meldete der iranische Gesundheitsminister 18 Tote und über 100 Verletzte. Darunter befanden sich laut Al Jazeera mindestens 105 Frauen und Kinder unter den Verwundeten. Besonders dramatisch: Ein Angriff traf eine Hochzeitsfeier in der Nähe von Sirik/Kuhestak in der Provinz Hormozgan. Vier Menschen starben, Dutzende – größtenteils Frauen und Kinder – wurden verletzt.
Die USA bestreiten, Zivilisten gezielt anzugreifen. „Das US-Militär zielt niemals auf Zivilisten ab, anders als die IRGC“, erklärte ein Sprecher des Central Command. Doch die Realität vor Ort sieht anders aus. Schon zu Beginn des Krieges im Februar 2026 hatte ein US-Angriff auf eine Mädchenschule in Minab über 160 Kinder das Leben gekostet – eines der schlimmsten Massaker an Zivilisten in den letzten Jahrzehnten. Solche Vorfälle wiederholen sich, während Trump von „sehr harten“ und „gerechtfertigten“ Schlägen spricht und weitere Angriffe ankündigt.
Iranische Streitkräfte antworteten mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Basen in der Region, unter anderem in Kuwait, Jordanien und Bahrain. Kuwait meldete den Einsatz seiner Luftabwehr und forderte die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen.
Israel im Libanon: Systematische Zerstörung von Dörfern
Währenddessen setzt die israelische Armee ihre Operationen im Südlibanon fort. Truppen drangen mit Panzern und Bulldozern in Dörfer wie al-Mansouri und Halta vor, beschossen Ortschaften und umzingelten Häuser. Drohnen warfen Schallbomben ab. Seit Monaten verfolgt Israel eine Politik der systematischen Zerstörung ziviler Wohngebiete, Schulen und Infrastruktur – mit dem erklärten Ziel, eine entvölkerte „Pufferzone“ zu schaffen.
Trotz eines US-vermittelten Waffenstillstands im April 2026 halten die Angriffe an. Ganze Dörfer werden dem Erdboden gleichgemacht, Familien vertrieben. Die Parallelität zu den Methoden in Gaza ist unübersehbar: Zivilisten und ihre Lebensgrundlagen werden als legitimes Ziel behandelt.
Das Muster der „Kollateralschäden“
Ob in Iran, im Libanon, in Gaza oder im Westjordanland – das Muster bleibt dasselbe. USA und Israel führen Kriege, bei denen zivile Opfer systematisch in Kauf genommen oder bagatellisiert werden. Schulen, Hochzeiten, Wohnviertel – alles wird zu „Kollateralschäden“, während die Verantwortlichen von Präzisionsschlägen und Selbstverteidigung sprechen.
Trump betont, die USA könnten Iran „jederzeit“ treffen. Netanyahu erklärt offen, Israel arbeite am Sturz der iranischen Regierung. Die Zivilbevölkerung zahlt den Preis: tote Kinder, verwundete Frauen, zerstörte Existenzgrundlagen und eine Region, die immer tiefer in den Abgrund gezogen wird.
Die internationale Gemeinschaft schaut weitgehend zu oder liefert weiter Waffen. Solange Angriffe auf Zivilisten und Kinder als unvermeidlicher Nebeneffekt geopolitischer Machtspiele gelten, wird sich an diesem tödlichen Kreislauf nichts ändern.
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Die Dahiya-Doktrin:
Oder: Gibt es unschuldige Zivilisten?
Die Dahiya-Doktrin ist eine militärische Strategie des israelischen Generals Gadi Eizenkot, die sich auf eine asymmetrische Kriegsführung in einem städtischen Umfeld bezieht, bei der die Armee gezielt zivile Infrastrukturen angreift, um der Zivilbevölkerung Leid zuzufügen und so Abschreckung zu schaffen. [1] Die Doktrin ist nach einem südlichen Vorort von Beirut mit großen Wohnhäusern benannt, die während des Libanonkriegs 2006 von den israelischen Streitkräften (IDF) zerstört wurden. [2] Israel wurde beschuldigt, diese Strategie während des Gazakriegs angewandt zu haben.
Geschichte Libanonkrieg 2006: Die erste öffentliche Ankündigung der Doktrin erfolgte im Oktober 2008 durch General Gadi Eizenkot, den Befehlshaber der Nordfront der IDF. Er sagte, dass das, was 2006 im Beiruter Stadtteil Dahiya (auch als Dahiyeh und Dahieh übersetzt) geschah, „in jedem Dorf geschehen wird, aus dem Schüsse in Richtung Israel abgefeuert werden. Wir werden mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen sie vorgehen und immensen Schaden und Zerstörung anrichten. Aus unserer Sicht sind das Militärbasen. […] Dies ist kein Vorschlag. Es ist der Plan, der bereits genehmigt wurde. […] Die Bevölkerung zu schädigen ist das einzige Mittel, um Nasrallah in Schach zu halten.“ [3][4] Unter Hinweis darauf, dass Dahiya das schiitische Viertel in Beirut war, das während des Zweiten Libanonkriegs von der israelischen Luftwaffe zerstört wurde, schrieb der israelische Journalist Yaron London 2008, dass sich die Doktrin „in unserem Sicherheitsdiskurs verankern wird“ [2] Operation ‚Gegossenes Blei‘: Ob absichtlich oder unabsichtlich, Israel setzte eine solche Strategie während der Operation ‚Gegossenes Blei‘ zumindest teilweise um. [5] Der Goldstone-Bericht von 2009 nimmt mehrfach Bezug auf die Dahiya-Doktrin und bezeichnet sie als ein Konzept, das die Anwendung „weitreichender Zerstörungen als Mittel der Abschreckung“ erfordert und „die Anwendung unverhältnismäßiger Gewalt und die Verursachung großer Schäden und Zerstörungen an zivilem Eigentum und ziviler Infrastruktur sowie das Leid der Zivilbevölkerung“ beinhaltet. Die Fact Finding Mission, die den Bericht vorlegte, kam zu dem Schluss, dass die Doktrin während des Konflikts in die Praxis umgesetzt wurde. [1]
Kritik: Die Doktrin wird in einem Bericht des Öffentlichen Komitees gegen Folter in Israel aus dem Jahr 2009 wie folgt definiert: „Der militärische Ansatz, der in der Dahiya-Doktrin zum Ausdruck kommt, befasst sich mit dem asymmetrischen Kampf gegen einen Feind, der keine reguläre Armee ist und in der Zivilbevölkerung eingebettet ist; sein Ziel ist es, einen langwierigen Guerillakrieg zu vermeiden. Diesem Ansatz zufolge muss Israel enorme Kräfte einsetzen, die in keinem Verhältnis zum Ausmaß der gegnerischen Aktionen stehen“. In dem Bericht heißt es weiter, dass diese Doktrin während der Operation Gegossenes Blei vollständig umgesetzt wurde. [6]
Richard Falk schrieb, dass im Rahmen dieser Doktrin „die zivile Infrastruktur von Gegnern wie der Hamas oder der Hisbollah als zulässige militärische Ziele behandelt werden, was nicht nur ein offener Verstoß gegen die elementarsten Normen des Kriegsrechts und der universellen Moral ist, sondern auch ein Bekenntnis zu einer Doktrin der Gewalt, die beim richtigen Namen genannt werden muss: Staatsterrorismus“ [7].
Quellen hier: https://teutoburgswaelder.wordpress.com/2023/10/19/gibt-es-unschuldige-zivilisten-dahiya-doktrin/