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Technologie

Rechenzentren fluten auch Thailand – Big Tech treibt Strom- und Wasserverbrauch in die Höhe

6 Kommentare 3. September 2026 3 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Internationale Technologiekonzerne überschwemmen Thailand mit Rechenzentren. Mehr als 40 Großprojekte mit einem Investitionsvolumen von über 900 Milliarden Baht (rund 25 Milliarden Euro) sind bereits angestoßen oder genehmigt.

Amazon Web Services, Google, Microsoft und weitere Hyperscaler bauen massiv aus – vor allem in der östlichen Wirtschaftszone EEC (Chonburi, Rayong, Chachoengsao) und im Großraum Bangkok. Fachleute warnen vor Engpässen bei Strom und Frischwasser, fehlenden Umweltprüfungen und einem wirtschaftlichen Missverhältnis: viel Kapital, kaum dauerhafte lokale Arbeitsplätze.

Diesel-Skandal als Auslöser

Ausgangspunkt der aktuellen Debatte war ein Fall in Bangkok: In einem Rechenzentrum in der Soi Ramkhamhaeng 28 lagerten Berichten zufolge rund 429.000 Liter Diesel als Reserve für Notstromaggregate – direkt neben Wohnvierteln und Schulen. Die Menge lag knapp unter der gesetzlichen Grenze von 500.000 Litern, ab der eine Anlage als Öllager gilt. Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt stoppte daraufhin vorläufig die Erteilung neuer Baugenehmigungen für Rechenzentren in der Hauptstadt.

Energiehunger und Wasserknappheit

Serveranlagen laufen rund um die Uhr. Der gebündelte Strombedarf mehrerer Standorte kann in den Gigawatt-Bereich gehen. Die Konzerne verlangen zudem 100 Prozent „grünen“ Strom – der in Thailand knapp ist. Der National Energy Policy Council führte deshalb im Juli 2026 einen eigenen, deutlich teureren Tarif für Großrechenzentren ein (15 Eurocent pro kWh statt der üblichen 6 Eurocent).

Noch kritischer ist der Wasserverbrauch. Kühlsysteme schlucken enorme Mengen. Ein einzelnes Rechenzentrum in Bangkok verbraucht im Schnitt rund 7.800 Kubikmeter pro Monat – weniger als ein großes Krankenhaus oder Einkaufszentrum, doch bei Dutzenden neuer Anlagen in der ohnehin trockenen Ostregion summiert sich der Druck massiv. Landwirtschaft, Gemeinden und bestehende Industrie konkurrieren bereits um dieselben Ressourcen. In der EEC, die ohnehin unter Wasserstress leidet, könnte die Lage weiter eskalieren.

Keine verpflichtende Umweltprüfung, kaum Jobs

Ein zentraler Kritikpunkt: Für Rechenzentren gibt es bislang keine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA). Abwärme, Abwasser, Lärm und Auswirkungen auf die Nachbarschaft werden nicht systematisch kontrolliert. Gleichzeitig sind die Anlagen extrem kapitalintensiv, schaffen im laufenden Betrieb aber nur wenige Dutzend Festangestellte pro Standort – oft spezialisierte und ausländische Fachkräfte. Die meisten Jobs entstehen lediglich während der Bauphase.

Rechenzentren sind aber auch dafür gedacht, Arbeitsplätze durch KI zu ersetzen – für 50 Mitarbeiter im KI-Zentrum werden möglicherweise 50.000 +/- Arbeitsplätze woanders gestrichen und durch KI ersetzt.

Regierung steuert mühsam nach

Die thailändische Regierung reagiert mittlerweile. Seit April 2026 werden keine neuen Förderanträge mehr angenommen. Geplant ist eine „Power-and-Water-Map“, die Gebiete mit ausreichenden Reserven ausweisen soll, um Investoren aus der überlasteten EEC wegzulenken. Das Übertragungsnetz soll für 31 Milliarden Baht ausgebaut werden. Bangkok erarbeitet zusammen mit den Energiebehörden schärfere Genehmigungskriterien.

Ob das die Dynamik bremst, bleibt abzuwarten. Big Tech sucht weltweit nach Standorten mit günstigem Strom, Wasser und laxen Regeln – und findet sie in Ländern wie Thailand. Die lokalen Ressourcen und die Bevölkerung zahlen den Preis für die Cloud und die KI-Revolution des Westens. Was als digitaler Fortschritt verkauft wird, erweist sich vor Ort als klassische Ressourcenausbeutung.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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6 Kommentare

  1. local.man
    Antworten

    Ja die Besitzenden gehen bei ihrem Projekt das neue System weltweit auszurollen, egal wie, über alles hinweg. Das ist nicht neu. Es wohnt im Menschen, sich voranzustellen. Daher gibt es ja die gesellschaftlichen Grenzen die aufgestellt werden, um das Zusammenleben zu ermöglich, sonst bekommen wir das was wir erleben..
    Die Großkonzerne sind die Besitzenden, deren bekannte Namen als CEO sind die Angestellten und wurden reingenommen in die ausführenden Handlanger, Laufburschen, bezeichne sie wie es dir beliebt.
    Das ist bei einem WHO Chef nicht anders als bei einem F. Merz. Das ist bei Nestlé nicht anders als bei einem Ölkonzern der sich grad Venezuela zur Beute macht inkl. uns als Zahler.

    Rechenzentren sind aber auch dafür gedacht, Arbeitsplätze durch KI zu ersetzen – für 50 Mitarbeiter im KI-Zentrum werden möglicherweise 50.000 +/- Arbeitsplätze woanders gestrichen und durch KI ersetzt.

    Ja es werden viele der Sinnlosjobs und Papier schmutzig machen Jobs wegfallen, weil das KI weit schneller erledigen kann. Es werden x neue Jobs entstehen beim Versuch alles zu überwachen, was aber Menschen gar nicht mehr werden können, es wird gleich Technik sein, höchstens ein Bruchteil zum Monitoring und Steuerung wenn nötig.
    Es gibt sicher Berufe, die nicht wirklich KI tauglich sind, bzw. fraglich ob das die KI machen sollte z.B. alles mit Emotionen verbunden.

    Und in den Startlöchern steht die laufende/fliegende KI in Form von Robotern und Drohnen. Letztere werden schon im Krieg gegen schlussendlich uns alle probiert, trainiert und geschaut was geht und wo man nachbessern muss, da bin ich mir ziemlich sicher.

    Wenn Roboter anfangen dann hier Handwerkzeugs zumindest zu unterstützen, oder zu erledigen, fallen wieder Tätigkeiten zum Geld verdienen weg.

    Das System braucht einen Wandel.. Die Besitzenden wissen das seit sicherlich 3 Jahrzehnten schon und arbeiten am nächsten System, das ist ja bekannt mitlerweile.

    Im Grunde alles kein echtes Thema, wenn dieses System sich „normal“ entwickeln würde. Also mit der Maschinenarbeit in Verbindung mit Elektrizität, die Menschen zeitgleich davon befreit worden wären und das System im Sinne der Menschheit umgebaut worden wäre.. Das hätte man schon ca. 1920 rum beginnen müssen.. Es wurde aber die Ausbeutung und Niederhaltung erhalten und das bis es eben nicht mehr geht auf die alte Weise über Arbeit/Geld.

    Und nun kommt, was kommen musste.. Das neue Niederhaltungssystem ist bereit, jeden Tag ein wenig mehr.. Die Krisen und Kriege sind vorbereitet, es braucht das Ereignis in naher Zukunft.

    Traurig zu begreifen, wie es immer abgelaufen ist und es auch weiterhin ablaufen wird.
    Die Menschen haben keine Idee für Normalität, da sie maximal tiefenindoktriniert sind und man hat schleichend jegliche Macht der Menschen mit Abhängigkeit und Fremdherrschaft ersetzt, der Rest erledigt die Propaganda und die pyramidale Struktur des Zwangs/Duldung die Pyramide runter..

    In andere Länder flüchten ist temporäre Flucht. Irgendwelche Ideen von schütze dein Vermögen usw., sind keine Lösung. Die Lösung ist das System zu wandeln und es vom Kopf auf die Füße zu stellen.. Das bedeutet das Ende der Machtsekte und ich sehe nur gespaltene Menschen, die abgelenkt sind, getäuscht, sich um ihr Ego mehr bemühen als um die Frage, warum sie noch immer 40+h in der Woche in Arbeit versenken, wenn es nur noch 5h sind. Warum sie nicht partizipieren, aber die neueste Netflix – Serie bestens kennen…
    Ich hoffe ich irre mich, aber ich tippe eher darauf, dass man sich maximal etwas Freiheit abringen wird.

    Also sowas wie, den eGeld wird nicht binnen 50 Km um deinen Ort wertlos, sondern vielleicht in 250 Km oder sowas..
    Vielleicht reißt uns ja ein andere Land raus, wo die Bereitschaft zum Kriechen weniger ausgepärgt ist als hier und dann wirds zu uns rüberschwappen.. Man kann nur hoffen das es so sein wird..
    Sonst gehen wir dem Cyborg als nächsten Schritt, nach der Umstellung zum digitalen Knast, entgegen, natürlich mit Zwang sich Technik einbauen/Spritzen zu lassen, oder man wird es einfach per SMART-Dust einatmen, Bio-Waffen nicht zu vergessen. Die Forschung läuft auf Hochtouren…

    1. Thomas Moser
      Antworten

      Ich glaube nicht dass es so weit kommt. Eher daß die sog KI sich selbst entlarvt und das ganze Reden von AGI reiner Mythos ist. Hierzu: Why Machines Will Never Rule the World: Artificial Intelligence without Fear by Landgrebe / Smith:
      This book’s core argument is that an artificial intelligence that could equal or exceed human intelligence is for mathematical reasons impossible. In supporting their claim, the authors marshal evidence from mathematics, physics, computer science, philosophy, linguistics, biology, and anthropology.

      Eine System das nicht denken kann, kann sich auch nicht selbst weiterentwickeln zu „Superintelligenz“. Je mehr die KI zum EInsatz kommt, desto offe

      1. Thomas Moser

        … desto offenbarer wird ihr Versagen. Probabilistische KI (Neuronetze mit BigData) optimiert für den Durchschnittsfall; dem Ausnahmefall wird keine gerechte Behandlung zuteil. Je sicherheitskritischer ein Bereich wird, desto gefährlicher ist es, anzunehmen, dass statistische Häufigkeit und Korrektheit dasselbe sind.

  2. Thomas Moser
    Antworten

    Rechenzentren sind aber auch dafür gedacht, Arbeitsplätze durch KI zu ersetzen – für 50 Mitarbeiter im > KI-Zentrum werden möglicherweise 50.000 +/- Arbeitsplätze woanders gestrichen und durch KI ersetzt.

    Glaube ich nicht, dass es groß Arbeit wegnimmt. Beispiel Kameraüberwachung:
    Automatisierte Überwachung erzeugt so viele Fehlklassifikationen, dass am Ende wieder Menschen sie prüfen müssen. Die KI markiert Bewegungen nur statistisch, ohne Kontext oder Bedeutung, und produziert dadurch eine Flut an „verdächtigen“ Ereignissen. Jede dieser Fehlklassifikationen landet bei menschlichen Operatoren, die entscheiden sollen, ob es sich um einen echten Vorfall oder nur um eine harmlose Bewegung handelt.

    Oder in der Verwaltung: Probabalistische KI ist zu dumm um Einzelfälle korrekt zu behandeln, da es im Prinzip nur Standardfälle automatisieren kann. Der Bayes Mechanismus zieht den Einzelfall in einen Standardfall, wodurch ungerechte Behandlung entsteht. Dürfte verfassungswidrig sein.

    1. Jan
      Antworten

      Im Gegenteil! Sie werden einfach definieren, dass jeder Standardfall ein Einzelfall sei und jeder Verdacht ein Beweis! Sie werden die mathematischen Beweise einfach nicht annehmen vor Gericht.

  3. Pusteblume
    Antworten

    Wenn die Leute merken, dass die großen EDV-Unternehmen Ihnen die Lebensgrundlagen rauben, werden die Leute hoffentlich so klug werden, und erstens diese Datenenergie-Zentren zerstören, behördlicherseits ersatzlos und entschädigungslos abwickeln und abbauen und zweitens, die Googleianern und Co. zum Teufel jagen.

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