Evonik will 3.200 Arbeiter weltweit kündigen, davon sollen 2.150 Stellen in Deutschland abgebaut werden. Zugleich will man in Asien und in den USA investieren.
Evonik, der in Essen ansässige Energiekonzern, ist nicht pleite. Stattdessen kommt es zu einem „strukturellen Umbau“ wie das im betriebswirtschaftlichen Jargon so schön heißt. Interims-Chef Claus Rettig erklärte, dass Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter seien sich einig. „Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter teilen die Überzeugung: Wir befinden uns in einer strukturellen und wirtschaftlichen Krise unserer Branche.“
Besonders betroffen von der Krise ist Deutschland. Das hat wohl direkt mit der deutschen und EU-Politik zu tun. Denn Wachstum, so Rettig, sehe außerhalb Europas besser aus. Weitere Investitionsprojekte in Asien und Amerika würden geprüft. Im sich deindustralisierenden Deutschland, muss gekürzt werden.
Evonik beschäftigte Ende 2025 weltweit mehr als 31.000 Mitarbeiter, berichtet die Tagesschau. Bereits laufende Spar- und Effizienzprogramme sollen bis Ende dieses Jahres rund 2.800 Stellen abbauen. Die zusätzliche Welle ist bis Ende 2029 geplant und soll „sozialverträglich“ durch Vorruhestand, Abfindungen und das Nichtbesetzen freier Stellen erfolgen. Das Unternehmen betont, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde.
Evonik will außerdem die Tochtergesellschaften Oxeno und Syneqt verkaufen, die zusammen mehr als 4.300 Mitarbeiter beschäftigen.
Der Konzern gehört zu den größten Chemieunternehmen Deutschlands. Der Umsatz 2025 lag bei 14,1 Milliarden Euro und damit 7 Prozent unter dem Vorjahr. Das Portfolio umfasst mehr als 4.000 Produkte, die in der Pharma- und Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.
Überraschend ist der „Umbau“ nicht. . Die chemisch-pharmazeutische Industrie bleibt zwar mit über 476.000 Beschäftigten der drittgrößte Industriesektor Deutschlands, doch steckt in einer tiefen Krise. Im Mai warnte das Münchner ifo-Institut, dass sich das Geschäftsklima der Branche stark verschlechtert habe. Als Ursachen wurden hohe Energiepreise, Bürokratie und der Iran-Krieg genannt.
Remix News berichtet analysiert weiter:
„Die Folgen der Kampfhandlungen im Nahen Osten treffen die ohnehin angeschlagene Chemieindustrie mit voller Wucht“, sagte Anna Wolf, Leiterin des ifo-Zentrums für Innovationsökonomik. Evoniks Antwort folgt einem Muster, das in der deutschen Industrie in diesem Jahr immer wieder zu beobachten ist: weniger Jobs im Inland, Verkauf von Vermögensteilen und die Suche nach günstigerem Wachstum im Ausland.
Bild „Evonik: Electric Cars at eCarTec 2012 in Munich October 2012“ by motorblog is licensed under CC BY-NC 2.0.
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Der Plan hinter der Deindustrialisierung
1 Kommentar
Chemie wollen wir nicht mehr und setzten stattdessen auf die Geschäftsmodelle der grünen Spinner und Phantasten..
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