Fico warnt vor Rückkehr des Faschismus

4. September 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Am 29. August 2026 sprach der slowakische Ministerpräsident Robert Fico in Banská Bystrica zum 82. Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstands (SNP). Er warnt, dass der Nazismus zurückkomme: „Wir haben ihn hier wieder. Er kleidet sich nur anders, er trägt andere Gewänder“.

Fico machte Hass und Russophobie als Nährboden für einen neuen Militarismus in der Europäischen Union aus. Besonders Deutschland nahm er in den Blick. Als Beleg zitierte er eine Frage des FAZ-Korrespondenten Michael Martens bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić Anfang August in Belgrad. Dieser fragte, was benötigt werde, um mehr Russen zu töten – TKP hat berichtet.

Die FAZ erklärte später, die Formulierung sei missverständlich gewesen und bedauere dies., distanzierte sich aber nicht. Fico wertete die Frage als Ausdruck einer überlieferten Mentalität und einer über Jahre aufgebauten Atmosphäre von Hass. Er erwähnte zudem die Familiengeschichte des Journalisten.

Die EU brauche keine weiteren Waffen und keine Russophobie, sondern Diplomatie und wirtschaftliche Pläne, argumentierte Fico. Russland müsse kritisiert werden, wenn es Fehler mache. Man dürfe es jedoch nicht dämonisieren und aus Europa drängen. Jeder Staat müsse die legitimen Sicherheitsinteressen des anderen respektieren. Sicherheit und Frieden in Europa seien ohne Russland nicht möglich. „Bevor es zu spät ist“, appellierte er an Verhandlungen. Er erinnerte daran, dass die EU als Friedensprojekt beworben worden war.

Ein weiterer Schwerpunkt war die historische Erinnerung. Fico kritisierte den Aufbau eines nationalen Heldenpantheons in der Ukraine. Man könne Figuren wie Stepan Bandera nicht von ihrer faschistischen Ideologie, von Massenverbrechen, vom Holocaust und von der Ermordung polnischer Zivilisten trennen, nur weil sie für nationale Unabhängigkeit gekämpft hätten. Opfer und Täter dürften nicht vertauscht werden.

Gleichzeitig verteidigte er den SNP als Ausdruck slowakischer Souveränität und Unabhängigkeit gegen Versuche, ihn herabzusetzen. Er erinnerte an junge Kämpfer wie die 15-jährige Viola Valachová, die verhaftet und ermordet wurde.

Fico schloss mit einem Aufruf, das Vermächtnis des Aufstands zu bewahren und niemanden zu vergessen. „Es lebe der Slowakische Nationalaufstand. Es lebe die stolze, souveräne, unabhängige Slowakische Republik.“

Die Rede polarisierte. Unterstützer lobten klare Worte gegen Militarismus. Kritiker, darunter Teile der slowakischen Opposition und antifaschistische Gruppen, warfen Fico vor, den Gedenktag zu instrumentalisieren: Er habe die russische Invasion in der Ukraine nicht klar verurteilt, die EU einseitig kritisiert und ukrainische Erinnerungskultur pauschal mit Faschismus in Verbindung gebracht, während er Russland schonend behandelte. Es sind die üblichen innenpolitischen Grabenkämpfe innerhalb der Slowakei.

Bild Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America, Robert Fico (54359433078)CC BY-SA 2.0


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇



Brüssel nimmt Fico ins Visier

Endgültiges Urteil gegen Fico-Attentäter

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Aktuelle Beiträge