UK: Anti-Zionismus jetzt offiziell geschützte Weltanschauung

7. August 2026von 4,6 Minuten Lesezeit

Das Employment Appeal Tribunal (EAT) unter dem Vorsitz von Lord Fairley hat am Montag dieser Woche das letzte Aufbäumen der University of Bristol gegen ihren ehemaligen Soziologieprofessor David Miller endgültig zerschmettert. Die Kernaussage des Urteils: Anti-Zionismus ist eine geschützte philosophische Überzeugung im Sinne des Equality Act 2010 — und die Entlassung Millers im Oktober 2021 war rechtswidrige direkte Diskriminierung.

Was hier auf den ersten Blick wie ein trockener arbeitsrechtlicher Vorgang wirkt, ist in Wahrheit ein Erdbeben für die Meinungsfreiheit an britischen Universitäten — und weit darüber hinaus. David Miller, seit 2018 Professor für politische Soziologie in Bristol, hatte sich über Jahre hinweg kritisch mit dem Zionismus auseinandergesetzt. Er definierte Zionismus — und das ist zentral für das Verständnis des Falles — als eine rassistische, imperialistische und koloniale Ideologie, die darauf abzielt, einen exklusiv jüdischen Staat auf dem Gebiet des historischen Palästina zu errichten und zu erhalten.

Das Urteil ist auch insofern bedeutend, da der Zionismus eine Erfindung der herrschenden britischen Klasse ist. Mit der Deklaration des britischen Außenministers Balfour, die er an Rothschild sandte, wurde 1917 die Schaffung des Staates Israels angekündigt. Also eine kolonialistische Aktion nur wenige Tage nachdem britische Truppen Gaza erobert hatten.

Millers Vergehen? Er sprach aus, was in den Fakultäten hinter vorgehaltener Hand längst diskutiert wurde. Bei einer Veranstaltung der Campaign for Free Speech im Februar 2021 bezeichnete er zionistische Studentengruppen als das, was sie objektiv sind: politische Lobbyorganisationen, die Studierende als „politische Bauern eines gewalttätigen, rassistischen ausländischen Regimes, das ethnische Säuberungen betreibt“ instrumentalisieren.

Eine konzertierte Kampagne zionistischer Organisationen — darunter die Union of Jewish Students (UJS) — setzte die Universitätsleitung massiv unter Druck. Die Botschaft war unmissverständlich: Miller muss weg.

Und Bristol knickte ein. Im Oktober 2021 die fristlose Entlassung wegen angeblichen „groben Fehlverhaltens“.

Der Rechtsweg: Zwei Instanzen, zwei Ohrfeigen für das Establishment

Was folgte, war ein fast fünfjähriger Rechtsstreit, der nun endgültig entschieden ist:

  1. Februar 2024 — Employment Tribunal Bristol: Das erstinstanzliche Gericht stellte bereits damals unmissverständlich fest, dass Millers anti-zionistische Überzeugungen als philosophische Weltanschauung geschützt sind. Die Entlassung war unfair, diskriminierend und rechtswidrig. Allerdings reduzierte das Tribunal den Schadensersatz um 50 % wegen angeblichen „Mitverschuldens“ Millers.
  2. 4. August 2026 — Employment Appeal Tribunal: Die Universität legte Berufung ein — und kassierte eine noch deutlichere Abfuhr. Lord Fairley wies die Argumentation Bristols, anti-zionistische Überzeugungen seien „politisch“ und daher nicht vom Equality Act geschützt, mit bemerkenswerter Klarheit zurück:

„Ich sehe keinen triftigen Grund, warum die Überzeugungen, auf die sich der Kläger in diesem Fall beruft, vom Schutz ausgeschlossen werden sollten, nur weil sie eine Frage von gesellschaftlicher Bedeutung betreffen, die möglicherweise auch als ‚politisch‘ kategorisiert werden könnte.“

Das ist der entscheidende Satz. Er zieht eine brandfeste Mauer um das Recht, den Zionismus als das zu benennen, was er ist — ohne dafür den Job zu verlieren.

Was bedeutet das konkret?

Das Urteil hat drei weitreichende Implikationen:

1. Anti-Zionismus ≠ Antisemitismus — jetzt auch juristisch zementiert

Die zentrale Schutzbehauptung der Zionismus-Apologeten lautet seit Jahrzehnten: Wer den Zionismus kritisiert, greift Juden an. Dieses argumentative Totschlagargument — die Gleichsetzung von Antizionismus mit Antisemitismus — hat das EAT nun implizit, aber unübersehbar verworfen. Ein philosophischer Glaube, der sich gegen eine politische Ideologie richtet, kann nicht mit Rassenhass gleichgesetzt werden. Punkt.

Dazu kommt die falsche Gleichsetzung von Religion (Juden) mit Ethnie (Semiten), die auch von den Nazis gepflegt wurde. Zu den Semiten gehören eine Reihe von Sprachgruppen, wobei arabisch ide beitem größte ist. Alle Palästinenser sind Semiten, ebenso wie alle Araber, egal welcher Religion sie anhängen.

2. Ein Präzedenzfall für alle Arbeitnehmer im UK

Miller selbst brachte es gegenüber Al Jazeera auf den Punkt:

„Es wird sehr, sehr schwierig für jeden Arbeitgeber — nicht nur an Universitäten, sondern für jeden Arbeitgeber im Vereinigten Königreich — Personen zu suspendieren, zu entlassen oder ins Visier zu nehmen, weil sie anti-zionistische Ansichten haben.“

Das ist keine Übertreibung. Das Urteil bindet untere Instanzen und schafft faktisch einen Abwehranspruch für jeden, der sich kritisch zum Zionismus äußert.

3. Das Ende der Selbstzensur?

Miller beschrieb in seinen Stellungnahmen, wie seine Entlassung eine flächendeckende Einschüchterungswirkung entfaltete — Akademiker zensierten sich selbst, aus Angst vor Repressalien durch gut vernetzte Lobbygruppen. Dieses Urteil könnte den Korken vom Champagner der Meinungsfreiheit lösen.

Wer steuert die Kampagnen?

Was in der BBC-Berichterstattung — die den Fall mit der üblichen Einseitigkeit begleitete und Millers Äußerungen pflichtschuldig als „falsche, abscheuliche antisemitische Verleumdung“ etikettierte — natürlich fehlt, ist die Frage nach den Drahtziehern.

Die Union of Jewish Students, die Jewish Chronicle, die Jewish News und ein ganzes Netzwerk zionistischer Organisationen orchestrierten eine Druckkampagne, die ihresgleichen sucht. Dass eine britische Universität sich zum willfährigen Vollstrecker dieser Agenda machte, zeigt, wie tief der Einfluss dieser Lobbygruppen in die institutionellen Strukturen hineinreicht.

Die ursprüngliche Untersuchung durch Emeritus-Professor Banting im März 2021 kam übrigens zu dem Schluss, dass keinerlei Fall gegen Miller vorliege — seine Äußerungen bewegten sich innerhalb der Grenzen akzeptabler Rede. Die Universitätsleitung ignorierte das geflissentlich und feuerte ihn trotzdem.

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15 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3 8. August 2026 um 12:12 Uhr - Antworten

    Wenn Du wissen willst, wer die Macht hat, überlege, wen Du nirgends kritisieren darfst.

  2. Varus 7. August 2026 um 21:49 Uhr - Antworten

    Die Ungeschnittenen brachten heute den Artikel „Die Vereinigten Staaten von Israel“ von Colonel Scott Ritter darüber, wie die USA sich Isr unterwerfen. „… Ich habe geschworen, die Vereinigten Staaten von Amerika, eine konstitutionelle Republik, zu verteidigen. … Ich werde niemals den Vereinigten Staaten von Israel dienen. … Und das sollte auch niemand tun, der sich als Amerikaner bezeichnet. …“

    Ob die Amis Unabhängigkeit erlangen?

  3. Der Zivilist 7. August 2026 um 11:52 Uhr - Antworten

    Anti-Zionismus ≠ Antisemitismus

    Schon als die Balfour Declaration aufkam, nannte sie der jüdische MP Montague antisemitisch ! (weil man jedem britischen Juden künftig sagen könnte: Go home! bzw seine Loyalität zum britischen Staat anzweifeln müßte)

    Da stellen die Briten die Deutschen glatt ins Abseits, wo die Leugnung des Existenzrechts Israels strafbar sein soll, ohne daß sie eine Rechtsquelle für das Existenzrecht eines Staates nennen könnten. Die Behauptung dieses Existenzrechtes Israels ist schon ziemlich zentraler Zionismus. Und kritische Äußerungen dazu sind natürlich ‚antisemitisch‘.

  4. Lutz Herzer 7. August 2026 um 10:40 Uhr - Antworten

    Viel wichtiger als das gnädige Unter-Schutz-Stellen einer Weltanschauung wäre das uneingeschränkte Recht, die Wahrheit zu sagen.

  5. VerarmterAdel 7. August 2026 um 10:14 Uhr - Antworten

    „UK: Anti-Zionismus jetzt offiziell geschützte Weltanschauung“

    Ich sehe… nein, keine Masseninvasion, die hat ja bereits stattgefunden, ich sehe Waldbrände, RIESIGE Waldbrände in UK…

  6. K Kaefer 7. August 2026 um 10:04 Uhr - Antworten

    Auch in den USA eine mögliche Trendwende. Ein Sklavenaufstand liegt in der Luft.

    „Spirit Of 1776: Americans Sick Of AIPAC Stranglehold On Virtually Our Entire Political Class Go Rogue: The Inevitable De-Zionization Of America. Israel Is Losing America. Normie America. It is Now Irreversible“
    Celia Farber – Aug 07, 2026

  7. Pusteblume 7. August 2026 um 8:56 Uhr - Antworten

    „… Anti-Zionismus ist eine geschützte philosophische Überzeugung im Sinne des Equality Act 2010 …“
    So, wie man öffentlich gegen die Vertreter des Islam (egal, ob gegen die gemäßigten oder fanatischen Vertreter des Islam) sein darf und sein kann.

    Hoffentlich entfaltet sich dieses Gerichtsurteil dahingehend, als dass man dann offiziell gegen die Pamperung der aus der Ukraine nicht einmal Geflüchteten, sondern sich einfach als Flüchtling widerrechtlich ausgegeben Habenden offiziell sein darf.

    • Varus 7. August 2026 um 9:20 Uhr - Antworten

      Islam ist eine Religion, Zionismus nicht.

      • Pusteblume 7. August 2026 um 10:40 Uhr

        Was ist denn dann Zionismus, wenn nicht Religion?

      • Lutz Herzer 7. August 2026 um 10:57 Uhr

        Islam und Zionismus sind beide politische Ideologien. Der Islam wird von Zionisten als Waffe gegen säkulare Staaten eingesetzt. Die Islamisierung Europas oder der Sturz der Assad-Regierung in Syrien sind Beispiele dafür.

      • Konrad Kugler 7. August 2026 um 16:06 Uhr

        Zionismus ist eine Ideologie. Die Besiedlung ging von Anfang an Richtung Vertreibung der Stammbevölkerung mit allen Mitteln. In den Dörfern werden alle Häuser zerstört.

      • Pusteblume 7. August 2026 um 18:35 Uhr

        @ Konrad Kugler, 7. August 2026 um 16:06 Uhr
        Vielen Dank für Ihren Hinweis.

    • Pusteblume 7. August 2026 um 10:47 Uhr - Antworten

      In der DDR wurde zu Weihnachten, auch in den Kirchen zum Weihnachtsgottesdienst, das Lied „Tochter Zion“ jedes Jahr an Heilig Abend gesungen.
      https://www.evangeliums.net/lieder/lied_tochter_zion_freue_dich.html
      Meine eine Oma hat dieses Lied gern gesungen.

  8. Jakob 7. August 2026 um 7:55 Uhr - Antworten

    „Dass eine britische Universität sich zum willfährigen Vollstrecker dieser Agenda machte, zeigt, wie tief der Einfluss dieser Lobbygruppen in die institutionellen Strukturen hineinreicht.“

    Einzig möglich durch feige Unterwürfigkeit für ein paar lächerliche persönliche Vorteile.

    • Varus 7. August 2026 um 8:58 Uhr - Antworten

      Diese Unterwürfigkeit ist im Westen weit verbreitet – erinnern wir uns nur an Blogs wie „Zionistischer Einblick“. Heute behaupten die in einem Text, wer angeblich die Massen-Einwanderung nach Westeuropa steuern soll – „Muslimbruderschaft“ und „Mahdi-Regime in Teheran“. Ein Herr Soros forderte bereits vor Jahren, mindestens eine Million jährlich in die EUdSSR zu holen und für jeden 15 Tsd. EUR jährlich zu leihen – wohl bei seinen Hochfinanz-Komplizen. So etwas wird im „Zionistischen Einblick“ ignoriert. Auch dass gewisse westliche Nahost-Entität bereits vor vielen Jahren Westeuropa als Abladefläche für Bisher-Bevölkerung von Great Eretz entdeckte.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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