Brüssel arbeitet mit Hochdruck an einem System, das unser Verständnis von Geld grundlegend verändern wird. Was als harmlose Modernisierung verkauft wird, ist in Wirklichkeit der größte Angriff auf die finanzielle Privatsphäre in der Geschichte der EU. Der digitale Euro soll 2029 kommen — und mit ihm die technische Infrastruktur für eine lückenlose Überwachung und Steuerung sämtlicher Zahlungsströme.
Die Europäische Zentralbank hat bereits 36 Banken und Zahlungsdienstleister für einen 12-monatigen Pilotversuch ausgewählt, der in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen soll. Die Gesetzgebung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Brüssel gibt dafür rund 1,3 Milliarden Euro für den Aufbau des Systems aus, mit prognostizierten jährlichen Betriebskosten von 320 Millionen Euro ab 2029. Dass die „endgültige Entscheidung“ angeblich noch nicht gefallen sei, ist politisches Theater — das Projekt ist längst auf Schiene.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob der digitale Euro kommt. Sie lautet: Welche Freiheiten werden wir verlieren?
Das Wortspiel mit der Programmierbarkeit
Die EZB beteuert, der digitale Euro werde niemals „programmierbares Geld“ sein. Im selben Atemzug räumt sie ein, dass er „konditionierte Zahlungen“ ermöglichen wird.
Programmierbares Geld definiert die EZB eng als Währung, die danach eingeschränkt wird, wo, wann oder mit wem man bezahlen darf. Konditionierte Zahlungen hingegen werden nur dann ausgeführt, wenn vorab definierte Bedingungen erfüllt sind. Brüssel behauptet, das sei etwas völlig anderes — schließlich sei die Bedingung an den Zahlungsdienst gekoppelt, nicht an die Währung selbst.
Für den Bürger, dessen Transaktion blockiert wird, bis das System sie genehmigt, ist dieser Unterschied vollkommen bedeutungslos.
Die ersten Beispiele klingen harmlos: Ein Kunde bestellt online, das Geld wird reserviert und erst bei Lieferung freigegeben. Zahlungen nach Meilensteinen, Pay-per-Use-Modelle. Das mag Betrug reduzieren. Aber eine Infrastruktur, die eine Zahlung zurückhalten kann, bis eine kommerzielle Bedingung erfüllt ist, kann sie genauso zurückhalten, bis eine steuerliche, regulatorische, politische oder geografische Bedingung erfüllt ist. Die Technik führt nur aus, was diejenigen programmieren, die sie kontrollieren.
Bargeld — das nächste Auslaufmodell
Die EZB verspricht, der digitale Euro werde Bargeld „ergänzen“, nicht ersetzen. Das kennen wir. Jedes staatliche Programm beginnt als „freiwillige Ergänzung“, bevor die Alternative langsam unbequem, teuer oder schlicht inakzeptabel gemacht wird.
Händler, die digitale Zahlungen akzeptieren, könnten verpflichtet werden, auch den digitalen Euro anzunehmen. Banken könnten gezwungen werden, ihn an ihre Kunden auszugeben. Das ist kein Produkt, das sich im Wettbewerb bewähren muss. Brüssel wird die Annahme per Regulierung erzwingen und es dann „Verbraucherwahl“ nennen. Siehe dazu: EU-Frontalangriff auf Bargeld und finanzielle Privatsphäre
Limitierung, Wasserfall-Mechanismus, Kontozwang
Der digitale Euro wird keine Zinsen abwerfen und unterliegt Haltungsobergrenzen. Ein sogenannter „Wasserfall-Mechanismus“ soll überschüssige digitale Euros automatisch auf ein verknüpftes Bankkonto verschieben, sobald das Limit erreicht ist.
Halten wir fest: Dieses angebliche digitale Äquivalent von Bargeld enthält bereits Einschränkungen, die physische Euros nicht haben. Niemand hat je einen 50-Euro-Schein so programmiert, dass er automatisch zur Bank zurückkehrt, weil der Besitzer zu viele davon angesammelt hat.
Die Botschaft ist klar: Dein Geld gehört dir nur innerhalb der von Brüssel gesetzten Grenzen.
Die Illusion der Privatsphäre
Die EZB behauptet, sie werde Nutzer nicht anhand von Zahlungsdaten identifizieren können. Offline-Transaktionen böten „bargeldähnliche Privatsphäre“. Doch Online-Transaktionen laufen weiterhin über Zahlungsdienstleister, die Nutzer zur Geldwäschebekämpfung identifizieren können.
Die Zentralbank mag heute eine technische Mauer zwischen sich und persönlichen Identitäten errichten. Aber Gesetze können geändert werden. Notstandsbefugnisse können ausgeweitet werden. Intermediäre können zur Offenlegung gezwungen werden.
Privatsphäre, die nur durch Gesetzgebung besteht, ist keine Privatsphäre. Sie ist eine befristete Erlaubnis der Regierung. Siehe dazu: Die Mauern, welche die EU hochzieht, und die Kontrolle seiner Bürger werden immer perfekter
Der wahre Zweck: Kapitalverkehrskontrolle
Die EU-Kommission behauptet, es brauche den digitalen Euro, um die Abhängigkeit von amerikanischen Zahlungsunternehmen zu verringern und die „monetäre Souveränität“ zu verteidigen. Dieses Argument hat an Kraft gewonnen, seit die USA den Dollar, Sanktionen und Finanznetzwerke gegen politische Gegner einsetzen.
Doch Brüssel nutzt die externe Bedrohung, um ein innerstaatliches Instrument der Finanzkontrolle zu errichten. Es stellt nicht die monetäre Souveränität der Bürger wieder her — es konzentriert die Geldmacht in einer Institution, die von keinem Wähler abgewählt werden kann.
Das Jahr 2029 ist besonders beunruhigend. Es fällt in eine Phase zunehmender geopolitischer und monetärer Spannungen. Der Kriegszyklus beschleunigt sich, so Armstrong Economics, Europa verschuldet sich massiv für Aufrüstung, und die europäische Wirtschaft wird durch hohe Energiekosten, Steuern, Regulierung und schwindende Wettbewerbsfähigkeit zerstört. Wenn die Staatsschuldenkrise sich verschärft, werden Regierungen sicherstellen müssen, dass Kapital im Finanzsystem bleibt und weiterhin öffentliche Schulden finanziert.
Der digitale Euro liefert genau diese Infrastruktur.
Das Gesamtbild
Haltungsobergrenzen, verknüpfte Konten, identifizierte Intermediäre, verpflichtende Verteilung, verpflichtende Annahme, automatisierte Überweisungen und konditionierte Zahlungen — all das wird in einem System zusammengeführt.
Brüssel wird jede dieser Komponenten einzeln als technische Schutzmaßnahme oder Verbrauchervorteil vermarkten. Aber zusammen bilden sie das Grundgerüst, mit dem eine Regierung letztlich jede Geldbewegung in der Eurozone überwachen, einschränken und lenken kann.
Sie werden niemals ankündigen, dass das Ziel Kapitalverkehrskontrolle ist. Sie werden von Resilienz sprechen, von Inklusion, Innovation, Sicherheit, Souveränität und Bequemlichkeit. Wenn Krieg oder Schulden die nächste Krise produzieren, werden zusätzliche Einschränkungen als „vorübergehende Maßnahmen“ zum Schutz der Finanzstabilität präsentiert.
Europa hat bereits demonstriert, wie schnell aus vorübergehenden Notstandsbefugnissen dauerhafte bürokratische Institutionen werden.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
9 Kommentare
Die spannendste Frage konnte mir noch niemand beantworten: Wenn man „digitale Euros“ a) gezwungen wird zu nutzen, und b) irgendwoher bekommt und keine Möglichkeit hat, stattdessen die normalen Euros zu bekommen: Kann man dann unbegrenzt die digitalen Euros in normale umwandeln, um sie dann ganz normal am Geldautomaten als Bargeld abzuheben und damit sein Leben zu leben?
Wenn ja, dann ist es halb so schlimm und ich hoffe, das werden die meisten Leute machen.
Wobei, wahrscheinlich braucht man für den „Digitaleuro“ auch noch ein Spywareverseuchtes Smartphone, und wenn man das nicht hat, dann läuft die Äpp darauf nicht. Dann kann man den also gleich gar nicht erst nutzen, wenn man keine mit Schadsoftware kompromittierten Geräte benutzt – das wäre dann auch völlig OK.
Wenn man sich einmal die Denkweise dahinter ansieht, wird man bei all den Plänen feststellen, die Herrschenden sehen unser Geld bereits als ihr eigenes Geld an, welches ihnen jederzeit zur Verfügung stehen soll!
Die Frage ist nur, welche Mafia das Geld druckt. Ich stehe auf die Erdeausgabe… ;-)
Es bleibt weiterhin spannend und nur aus ehemals Deutschland kann ein neuer Impuls kommen – da spreche ich nicht vom Bund, der sich ja abwickeln muss – im Rahmen des Völkerrechts. Solange man im Handelsrecht nicht seine Seele verkauft an den Teufel EU, ist noch lange nichts verloren…
Absoluter Unsinn wenn man davon spricht, dass dieses „Geld“ nicht kontrollierbar sein wird.
Das ist der eigentliche Sinn hinter der Bestrebung.
Man wird uns dieses „Geld“ unbedingt aufzwingen wollen, weil daran maximale Fremdherrschaft gekoppelt ist.
Es ist mal wieder nur eine Erzählung für die Masse, die nicht die Wahrheit kennt, sondern den propagierten Unsinn, um sie vom wahren Kern der Sache abzulenken und zu beruhigen.
Dahinter stecken eh die gleichen Machtkreise die es immer sind. Man wird uns damit den letzten Rest Eigenkontrolle nehmen.
Und dann heisst es erklären sie sich, oder man wird gleich digital bestraft, bevormundet, reguliert blablabla.. setzen sie ein was sie wollen..
Das Blut fliesst, es sieht nur niemand mehr.. Das ist Bürokratie heute in den flaschen Händen mit den Mitteln des technologischen Fortschritts…
Niemand muss mehr offen mit Gewalt gezüchtigt werden, das würde nur Rebellion erzeugen, weil wir es nicht mögen wenn andere unterdrückt werden..
Heute und mit dem digitalen Gulag was vorbereitet ist, wird es schlimmer denn je sein, aber unsichtbar..
digitaler Gulag: Könnte man das auch als faschistoid bezeichnen ? In Anlehnung an R.Mühlhoff: Ki und der neue Fasch. (Amazon)
Mich schockiert die technische Einfachheit, mit der sich nach Etablierung einer CBDC‑Plattform Regeln wie IF (condition) THEN DenyPayment()
umsetzen ließen.
Sobald Geld nicht mehr ein physischer Gegenstand ist, sondern ein digitales Datenobjekt, wird jede Bedingung programmierbar – auch solche, die Menschen aufgrund eines Merkmals ausgrenzen. Die condition könnte alles Mögliche sein: ein Zertifikatsstatus, ein Wohnort, ein Verhalten, ein Score, Impfstatus Die Regel selbst ist klassischer Zwang, nur dass sie automatisiert ausgeführt wird.
KI braucht man dafür kaum; sie wäre höchstens der Vorfilter, der Menschen in Klassen einteilt – Klassifikation als Schätzung ist schließlich die Grundfunktion neuronaler Netze. Die eigentliche Sanktionierung übernimmt dann regelbasierte Software, die diese Klassen verarbeitet und Zahlungen freigibt oder verweigert. Ein Fortschritt, der gesellschaftlich wie ein Rückschritt wirkt, weil er Ausgrenzung nicht nur ermöglicht, sondern technisch trivial macht.
Das ist nicht intelligent sondern perfide und „KI“ supported diese Nicht-Intelligenz.
…solange man nur digitale Waren damit kauft, sehe ich kein Problem. Nur wenn analoge Waren damit auch gekauft werden sollen geht es abwärts.
Während der Corona‑Zeit galt bereits:
IF (Unvaccinated OR NoNegativeTest) THEN DenyAccessToRestaurant()
Das war damals organisatorisch aufwendig, lokal unterschiedlich und abhängig von Personal, Kontrolle und Umsetzung. Doch in einer vollständig digitalisierten Zahlungswelt wäre dieselbe Logik technisch trivial: Eine einzige Regeländerung könnte zentral für alle Restaurants in der EU scharf geschaltet werden. 2 Sekunden vorher hätte ich noch mein Wiener Schnitzel bezahlen können, zwei Sekunden später nicht mehr. Die Infrastruktur würde Ausgrenzung nicht nur ermöglichen, sondern automatisieren. Zwang wird per Mausklick global ausgerollt.
Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare zu posten. Noch kein Konto? Jetzt registrieren.