Apple-Chef Tim Cook hat den geplanten EU-KIDS-Act ausdrücklich begrüßt. Bei einem Besuch im Europäischen Parlament in Straßburg am 6. Oktober 2026 lobte er die Bemühungen um einen „harmonisierten, europaweiten Rahmen zum Schutz von Kindern“.
Der Apple Executive Chairman erklärte, man sei „sehr ermutigt“, dass der von der EU-Kommission vorgeschlagene KIDS-Act eine konstruktive Debatte über den Online-Schutz von Minderjährigen angestoßen habe, wie Reclaim The Net und andere Medien berichten. Cook traf sich unter anderem mit Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Bereits Ende September hatte er sich am Rande der UN-Vollversammlung in New York mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen getroffen. Von der Leyen schrieb anschließend, man habe den EU-KIDS-Act besprochen und sei sich über die Bedeutung von Privatsphäre, Sicherheit und Schutz für Kinder einig gewesen, so der X-Post von Leyen.
Was der KIDS-Act vorsieht
Der Kommissionsvorschlag vom 17. September 2026 zielt auf einen einheitlichen Rahmen angeblich für den Online-Schutz von Minderjährigen. Geplant sind unter anderem ein Verbot von Social-Media-Konten für Kinder unter 13 Jahren, „Mini-Konten“ mit eingeschränkten Funktionen für 13- und 14-Jährige.
Hauptpunkt sind jedoch Altersverifikation und Altersbewertungen für alle Anwender auch für App-Stores. App-Stores und Betriebssysteme geraten damit direkt in den Anwendungsbereich und sollen ungeeignete Apps für Minderjährige sperren sowie zertifizierte EU-Altersverifikationslösungen anbieten, so die EU-Kommission.
Geplant sind unter anderem:
- Verbot von Social-Media-Konten für Kinder unter 13 Jahren
- „Mini-Konten“ mit eingeschränkten Funktionen und Zeitlimits für 13- und 14-Jährige, die über Elternkonten laufen
- Altersverifikation und Altersbewertungen auch für App-Stores
- Verpflichtungen für App-Stores, ungeeignete Apps für Minderjährige zu sperren und zertifizierte EU-Altersverifikationslösungen anzubieten
App-Stores und Betriebssysteme geraten damit direkt in den Anwendungsbereich.
Widerspruch zur bisherigen Apple-Position
Auffällig ist der Kontrast zu Apples Haltung in den USA. Gegen ein texanisches Gesetz zur Altersverifikation in App-Stores hatte das Unternehmen argumentiert, es zwinge zur Sammlung „sensibler persönlicher Identifikationsdaten“ selbst für Nutzer, die nur eine Wetter-App herunterladen wollten.
Genau diese Logik – verpflichtende Altersprüfung vor dem Zugang zu Apps und Diensten – steckt auch im europäischen Vorschlag. Die Electronic Frontier Foundation kritisiert solche „Age Gates“ grundsätzlich als Untergrabung von Bürgerrechten und als Infrastruktur für weitergehende Kontrolle.
Das Muster: Tech-Konzerne und Staat als Partner
Das Zusammenspiel von Apple und der EU reiht sich in ein breiteres Muster ein, das bereits in den USA sichtbar wird. Dort hat Meta (Facebook/Instagram) mit US-Bundesstaaten einen umfassenden Vergleich geschlossen, der als „Kinderschutz“-Deal verkauft wird, faktisch aber flächendeckende Altersverifikation und Identitätsprüfung für alle Nutzer etabliert – Bericht von TKP dazu.
Meta zahlt den beteiligten Staaten hohe Summen (bis zu 17 Milliarden Dollar insgesamt, mit jährlichen Garantiebeträgen). Im Gegenzug wird die Altersprüfung nicht nur für Jugendliche, sondern für sämtliche Nutzer – einschließlich bestehender Konten – verbindlich.
Wer sich nicht verifiziert, wird nach 14 Tagen wie ein Minderjähriger behandelt: mit strengen Nutzungslimits, Nachtsperren und eingeschränkten Funktionen. Pseudonymität wird erschwert, Konten über Geräte-IDs und andere Merkmale verknüpft.
Der Staat, in unserem Fall die EU, liefert die Legitimation und den Vollstreckungsdruck, der Konzern die technische Infrastruktur. Was demokratisch und gerichtlich oft nicht durchsetzbar war, wurde per Vertrag etabliert – inklusive Verzicht auf Verfassungsbeschwerden gegen den eigenen Deal.
Dieses Modell – Konzern und Staat als Partner bei der Einführung digitaler Identitätskontrollen unter dem Label Kinderschutz – zeigt sich nun auch im europäischen Kontext. Während Apple in den USA noch gegen einzelne staatliche Vorgaben argumentierte, signalisiert Cook in Brüssel und Straßburg Zustimmung zu einem systemischen Ansatz, der Altersprüfungen in App-Stores und Diensten verankert. Die Grenze zwischen privater Plattformmacht und staatlicher Regulierung verschwimmt.
Die Verschmelzung von Konzernmacht mit Staatsmacht wird nun auch in der Tech-Branche immer offensichtlicher. Seit 2020 ist diese Verschmelzung von Pharma und Staat für alle evident geworden. Man nennt das Korporatismus, Italiens Benito Mussolini setzte es gleich mit Faschismus.
Der Gesetzgebungsprozess zum KIDS-Act steht noch am Anfang; die Richtung ist jedoch klar.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
10 Kommentare
Apple wird darüber den Allerweltsnutzer verlieren und stolpern.
Das Bild oben hielt mich ab davon weiter zu lesen. Die Frau mit dem blonden Helm bewirkt dies!
Dezentrales Internet, d.h. Intranet, ist der neue große Hype, der die smarten Konzerne vor das Schienbein treten wird…
Firmen wie Apple stehen halt für betreutes Denken
Cook hinterlässt seinem Nachfolger ein Havarie.
Denn damit steht Apple ebenfalls für den „Schutz“ von Kindern, Schwangeren und besonders Schutzbedürftigen wie Behinderten und Pflegefällen für die Verstümmelung mit Nanotechnologie und Gentechnik.
Aber gut, Apple muss man eben so wenig haben wie den Beitritt zum besatzten Deutschland alias EU.
Steve Jobs kann es nicht nochmal richten… der ist tot. Man sieht es an dem Apple-Müll von heute.
Auch scheint es niemand mehr bei Apple an deren Spitze zu geben, der noch ernsthaft meditiert (tinyurl.com/2wvsvux2) …
Ignazius Silone schrieb:
„Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus“
Aber er hätte wohl nicht gedacht, dass die Herrschenden so tief sinken würden Kinder für ihre Zwecke zu gebrauchen.
Wer hatte das nochmal gesagt? Lasst die Kinder zu mir kommen…
Wieso? Das haben „die Herrschenden“, – insbesondere die „Faschisten“, doch schon immer gemacht!
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