Am vergangenen Sonntag fand in Steyr (OÖ) der 300. „Spaziergang“ statt, eine am Stadtplatz abgehaltene Protestkundgebung, zuerst gegen die Corona-Politik, mittlerweile gegen den Krieg, die seit sechs Jahren an jedem Wochenende stattfindet. Von Anbeginn an war diese Veranstaltung ein rotes Tuch für eine blindwütig gewordene „Antifa“, die, anstatt wirklich antifaschistisch zu sein, nichts anderes zu tun hat, als sich auf die Seite der Herrschenden zu stellen und Menschen, die für Grundrechte und Frieden demonstrieren, fortwährend als „rechtsextrem“ zu diffamieren. Das Strickmuster ist bekannt. Ein prominenter Angehöriger dieser feindlich gesinnten Szene sorgte am Tag des Jubiläums mit seinem Erscheinen am Stadtplatz und durch sein Benehmen für Unruhe. Die Polizei hat mit ihrem Eingreifen mutmaßlich eine Eskalation verhindert. Trotzdem gilt nun dieser Mann in Medien und Politik als das Opfer. Wie er das gemacht hat, ist fast schon bewundernswert. Unser Autor, Ortwin Rosner, wurde zufällig Zeuge der Ereignisse und kann das Ganze nur mehr als real gewordene Satire betrachten.
Eines muss man Michael Bonvalot lassen: Er versteht es perfekt, sich als Opfer zu inszenieren. Stand bei dem Vorfall am Sonntag in Steyr nicht eigentlich zuerst der Vorwurf eines von ihm ausgegangenen „tätlichen Angriffs“ auf einen der Organisatoren des „Steyrer Spaziergangs“ im Raum? Wenn das so war, dann war schon am nächsten Tag kaum mehr eine Rede davon. Auf einmal ist er für die Öffentlichkeit nicht der Täter, sondern das Opfer. „Brutal abgeführt“ sei er von der Polizei worden, verbreitet er in den sozialen Medien im BILD-Zeitung-Schlagzeilen-Stil, so gekonnt, dass zumindest an seiner agitatorischen Professionalität kein Zweifel bestehen kann. An der absoluten Wahrheit seiner Aussagen ohnehin nicht. Nicht nur, dass ihm hunderte Follower das alles eins zu eins glauben, was er sagt, von denen zwar niemand dabei gewesen ist, die aber nun trotzdem sofort wissen, was geschehen ist, weil Bonvalot es ihnen ja sagt. Mehr noch, auch die nationale Nachrichtenagentur und die Leitmedien schreiben brav von ihm ab. Man staunt, wie „Journalismus“ funktioniert. Wie das Geschehen aber aus der Sicht anderer, die unmittelbar dabei gewesen sind, ausgesehen hat, und vor allem auch aus der von der aktuell gegen sie losgetretenen Stimmungsmache am meisten Betroffenen, nämlich der Veranstalter der Kundgebung, – das hat inmitten der von Standard & Co. ganz offensichtlich ungeheuerlich aufwändig betriebenen seriösen investigativen journalistischen Berichterstattung leider dann doch keinen Platz finden können. Handelt es sich, darin stimmen sie alle unisono überein, dabei ja auch bloß um die Teilnehmer und Organisatoren einer „rechten Verschwörungsdemo“.
Während Bonvalot hingegen ein untadeliger „freier Journalist“ ist. Keinesfalls ein Aktivist, der an diesem Sonntagabend extra vor der im Aufbau befindlichen Rednerbühne unter den Teilnehmern der Kundgebung aufgetaucht wäre, um vor ihnen wie ein Pfau herumzustolzieren und sie zusätzlich dadurch zu provozieren, dass er sie exzessiv abgefilmt und fotografiert hätte. Keinesfalls einer, der den Veranstaltungsleiter geschubst hätte, als er von diesem dazu aufgefordert worden war, den Platz zu verlassen. Ganz sicher hat er dann auch, wie er nun behauptet, ganz brav seinen Presseausweis hervorgezogen und den Polizisten gezeigt, als er von ihnen dazu aufgefordert wurde. Wer könnte an seinen Worten zweifeln? Und ich räume ein, es muss sich gewisslich um eine Sinnestäuschung meinerseits handeln, dass ich, als einer der Zeugen des Vorfalls, etwas ganz anderes wahrgenommen habe. Und bei jener Videoaufnahme, mit der ich dokumentiert habe, dass Bonvalot den Polizisten das Herzeigen des Dokuments verweigert hätte, handelt es sich ganz gewiss um einen technischen Irrtum. Wie ich es mir ja auch sicherlich eingebildet habe, dass dieser Mann, als er dann (weil er den Anweisungen der Polizei nicht Folge geleistet hat) abgeführt wurde, extra laut geschrien und sich eigens möglichst theatralisch aufgeführt hätte, um sich, dabei ständig gefilmt von seinem Begleiter, als Opfer schwerer Gewalt darzustellen. Wie gesagt, das alles ist ganz sicherlich nicht geschehen. Ganz sicher: Bonvalot ist ein ehrenwerter Mann. Wer würde ihm etwas Böses unterstellen? Ganz im Gegenteil. Nur sein Wort gilt. Ist doch er das Opfer. Ein Kämpfer für Wahrheit und Pressefreiheit.
Während die anderen Teilnehmer einer „rechten Verschwörungsdemo“ sind. Eindeutig die Bösen. Die Beweise dafür liegen auf dem Tisch: Haben sie doch am Sonntagabend bei einer Veranstaltung mitgemacht, die allen Ernstes geheißen hat: „Warum Krieg statt Frieden?“ Rechtsextremer geht es ja wohl kaum.
Und das bedroht die Sicherheit der Stadt Steyr nun so sehr, dass in einem Akt purer Verzweiflung ihrem tief besorgten und ganz sicherlich über alle Parteilichkeit erhabenen Bürgermeister, Markus Vogel (SPÖ), nichts anderes übrigbleibt, als gegen „demokratiefeindliche Gruppen“ vorzugehen.
Bitte hier nicht etwa auf den Gedanken kommen, dass damit jene „Antifaschisten“ gemeint sein könnten, die seit Jahr und Tag mit allen möglichen Tricks, Interventionen und Stimmungsmache unermüdlich versuchen, das Recht ihrer politischen Gegner auf Ausübung ihres Grundrechts auf Demonstration zu behindern. Nein, gemeint sind die Organisatoren und Teilnehmer einer Kundgebung, die demgegenüber durch ihre völlige Friedlichkeit aufgefallen sind und unverschämterweise in einem Zeitraum von sechs Jahren der Polizei nie irgendwelche Schwierigkeiten bereitet haben.
So etwas geht natürlich nicht. Man muss da wahrhaft ihre Gegner verstehen. Irgendetwas mussten die Armen doch endlich unternehmen. Was blieb denen denn anderes über, als nun, in einem Akt letzter Notwehr, dieses beeindruckende Zauberkunststück aus dem Hut zu zaubern: dass dafür, dass einer der ihren von der Polizei abgeführt wurde, nun jene medial vernichtet werden sollen, die sich gar nichts zuschulden kommen haben lassen.
Ist es nicht genial, wie Politik heutzutage in Österreich funktioniert?
Titelbild Rosner / KI-Montage
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, geboren 1967 in Wien, Studium der Germanistik und Philosophie, Aktivst und Autor.
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3 Kommentare
Spaziergang Montags 18:00 ab Rathaus X-Berg. Die Antifanten belästigen uns nicht mehr.
Die Antifaschisten sind auch nur dreckige Faschisten. Was denn sonst?
Ich sehe die Antifa eher im historischem Licht.
Schließlich hatte auch die alte sozialistische Arbeiterpartei in Deutschland schlagende Organisationen.
Ach wie sehr hat man sich doch gewünscht, dass die durch Vereine angeschleppten Migranten, die alte Wählerschicht der undankbaren Leister auffüllen.
Geld, Sozialwohnungen, Förderungen… Alles hat man ihnen gegeben.
Doch es kam Anders, da auch die Grünen dieses Potential erkannten und für die Jungen Co2 Neurotiker viel attraktiver sind.
Bleibt der Sozialistischen Partei nur der langsame Tod in aufrechter Haltung 😂
Bis schlussendlich auch ihre vielen Vereine, Medien und Macherhaltungsorganisationen ihr Zepter an die politische Zukunft abgeben werden.
Das ist aber gar nicht lustig, denn wo finden dann die vielen unfähigen Parteikinder und ihre Amigos dann noch Arbeit?
Gut für sie, dass es die Mindestsicherung gibt. Eine Absicherung die ja eigentlich nur zum Anködern der Neuen gedacht war.
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