Facebooks Journalistenprogramm finanzierte „Covid-Journalisten“ – Auch Bonvalot

16. August 2022von 3,9 Minuten Lesezeit

Facebooks Journalismus-Programm finanzierte in Europa über einen „Covid-19-Unterstützungsfonds“ Journalisten. Auch ein bekannter Wiener „Anti-Schwurbler-Reporter“ erhielt Unterstützung. Das Programm von Facebook arbeitet über Umwege auch mit Pfizer zusammen und ist weltweit aktiv, um „Fakten-Checker“ und Journalisten „auszubilden“.

Wer zensiert Artikel und Beiträge auf Facebook? Und wer schafft das konforme Narrativ über Covid? Nicht nur Algorithmen sind dabei am Werk, sondern auch echte Menschen. Und diese „Faken-Checker“ bekommen zuvor eine Schulung. Ein Trainingsprogramm kostet Geld, Pfizer unterstützt das Programm finanziell. In Europa unterstützte Facebook „Covid-Journalisten“ mit einem eigenen Fonds. Auch Michael Bonvalot.

Facebook macht Journalismus

Im April 2020 startete das „European Journalism Centre“ gemeinsam mit dem „Facebook Journalism Project“ den „Covid-19 Unterstützungsfonds“ in der Höhe von 3 Millionen US-Dollar. Das Ziel: „Hunderte von kommunalen, lokalen und regionalen europäischen Nachrichtenorganisationen und Journalisten während der COVID-19-Krise“ zu „unterstützen“.

Der Kampf gegen „Desinformation“ kostet Geld: „Unsere Zuschüsse werden ihnen dabei helfen, mit minimalen Mitteln während der COVID-19-Krise eine grundlegende Berichterstattung zu gewährleisten, die Bürger zu informieren und gegen Fehlinformationen vorzugehen.“ 94 Nachrichtenorganisation und Freelancer aus 28 europäischen Ländern hatte man im April 2020 mit 1,5 Millionen Euro unterstützt. Aus Österreich war darunter auch der bekannte „Anti-Schwurbler-Reporter“ Michael Bonvalot, wie man hier sehen kann.

Eine Anfrage an Herrn Bonvalot, in welchem Ausmaß er Unterstützung erhalten hatte, wurde bisher nicht beantwortet. Damit konnte der Wiener auch nicht klarstellen, ob er Vorgaben, Seminare oder Ähnliches von den Financiers erhalten hatte. Die Journalisten hatten jedenfalls an den Fonds zu berichten, das geht aus den FAQs hervor.

Er wollte auch nicht klären, ob er trotz der Unterstützung faktentreu berichten konnte. Eine entsprechende Frage war in meiner Anfrage enthalten. Was man weiß: Bonvalot war an vorderste Front, um die Bewegung gegen die Covid-Restriktionen als „Schwurbler“ und „rechtsextrem“ zu diffamieren. (Wie die mediale „Nazikeule“ funktioniert, hab ich kürzlich in einem Interview mit dem österreichischen Historiker Stephan Sander-Faes besprochen). 

Google, Gates, Soros, Pfizer

Das „European Journalism Center“ hat aber nicht nur Facebook als prominente „Partner“. Dort arbeitet man unter anderem auch mit Google, der Bill & Melinda Gates Stiftung, der Open Society Foundation und der EU-Kommission zusammen. Auch die Wiener Stadtzeitung „Augustin“ hatte aus dem Fonds finanzielle Mittel erhalten. Viele Leser zeigten sich oft verwundert, ob der Covid-Linie der Zeitung, die harte staatliche Maßnahmen kaum kritisiert hatten, obwohl diese die soziale Krise massiv verschärft haben.

Aber nicht nur zur Covid-19 gibt es vom „European Journalism Center“ für ausgewählte Journalisten Unterstützung. So findet sich etwa auch ein Zuschuss für „globalen Gesundheitsjournalismus für Deutschland“. Auf der Liste finden sich eine Menge Journalisten aus deutschen Leitmedien.

Dann ist da noch das Programm „International Center for Journalists“ (ICFJ). Dieses arbeitet mit Meta, dem Mutterkonzern von Facebook, im Rahmen der Initiative „Journalism Project“ zusammen. Das ICFJ ist seinerseits von der Open Society Foundation finanziert.

Gemeinsam finanzierten Facebook und das ICFJ Nachrichtenagenturen in Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten finanziert, die sich auf die COVID-19-Berichterstattung konzentrieren. Außerdem verlässt sich Facebook auf vom ICFJ geschulte Journalisten, um angebliche Falschinformationen auf der eigenen Plattform zu bekämpfen, das schilderte „National Pulse“ schon im Februar.

Das ICFJ, wo Facebook seine Fakten-Checker ausbilden lässt, erhält auch Unterstützung von Pfizer. Ein Stipendium für 20 Journalisten aus Deutschland, Kanada und den USA wird von Pfizer gesponsert. „Das Arthur F. Burns Fellowship ist das am längsten bestehende Programm des ICFJ und bietet talentierten jungen Journalisten aus den USA, Deutschland und Kanada die Möglichkeit, im jeweils anderen Land zu leben und zu arbeiten“, stellt sich das Programm vor. Von dort wandern die Journalisten zu Reuters, CNN, ARD oder zum „Spiegel“. Seit 2008 wird man von Pfizer unterstützt.

Update 18:30 Uhr: Bonvalot hat mittlerweile reagiert, allerdings nur auf Twitter. In seinem Posting erwähnte er jedoch nicht, dass ich ihm gebeten hatte, Bescheid zu geben, sollte er mehr Zeit benötigen. Das geschah jedoch nicht. Nicht überraschend: Er spricht mit mir – er bezeichnet mich als „Clown“ – ohnehin nicht, wie er auf Twitter bekannt gibt. Da es weithin bekannt ist, dass sich Bonvalot ein Gespräch mit oppositionellen Journalisten verweigert, gab ich ihm die kurze Frist. Hätte er Interesse gehabt, die Anfrage zu beantworten, hätte er selbstverständlich mehr Zeit bekommen.

Hier seine Stellungnahme von Twitter.

Österreichs Facebook-„Journalist“ will nichts besprechen.

Bild Thos Ballantyne from Phoenix, AZ, USA, Facebook PictureCC BY 2.0

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13 Kommentare

  1. Slobodan Covjek 1. September 2022 at 3:40Antworten

    Klassische Propagandamethode. Schon zu Zeiten des zweiten Weltkriegs bezahlte die US-Regierung 17.000 „Influencer“, die vor Kinos und Theatern Reden hielten, um Stimmung zu machen für den Kriegseintritt der USA.

  2. Peter Pan 16. August 2022 at 21:45Antworten

    Wie wäre es mit einem Claas-Hendrik Relotius Preis für diese Journalisten?
    Stiftung gründen, von US-amerikanischen geisteskranken Superkriminellen fördern lassen und dann mit dem Preis die passenden Journalisten auszeichnen. Bis irgendwer merkt was da läuft …

  3. rudi & Maria fluegl 16. August 2022 at 14:44Antworten

    Umweg????
    Der zentral gelegene Berg aus Zucker nährt und verdirbt auch vernünftigen dieses mal wirklich auf Umwegen, den Magen!
    Übrigens Vorfahren wie Zuckerberg habe ich selber.
    Rudi Fluegl

  4. MOhikaner 16. August 2022 at 14:18Antworten

    „I do journalism with opinion and attitude“.

    Tja, Michael, aber leider definiert das keinen „Journalismus“, sondern Propaganda. Das Verbreiten der eigenen Überzeugung und Weltanschauung ist eine Predigt, aber niemals ein Artikel.

    Er beschreibt höchstselbst seine Ferne zu allen tatsächlichen Definitionen von Journalismus – und bekommt genau dafür Förderung. So füttert man nützliche Idioten.

    • rudi & Maria fluegl 16. August 2022 at 14:50Antworten

      So weit ich das bisher mitbekommen habe bewirbt sich bei tkp keiner für den Friedrichs Preis!
      Der übliche Journalismus aber schon, nachdem zur Vorsicht Friedrichs uminterpretiert wurde!
      Rudi Fluegl

  5. wellenreiten 16. August 2022 at 13:36Antworten

    Den Job haben sie ja leider gut gemacht und die Gehirnwäsche ist immer noch bei vielen wirksam. Jüngstes Beispiel: die österreichische Bobfahrerin, die mit 28 Jahren einen Schlaganfall erlitten hat. Einige Kommentare erklären das als eine Spätfolge der Covid-Erkrankung, die die geimpfte Sportlerin vor ein paar Monaten hatte. Und überhaupt hat es immer schon Schlaganfälle bei jungen Menschen und auch Babies gegeben, es ist also nichts Besonderes und hat nichts mit einer medizinischen Behandlung zu tun … Dazu eine Studie zu machen wäre doch interessant und auch gar nicht schwierig – aber das will wohl niemand so genau wissen. Man fürchtet sich vor dem Ergebnis.
    Kognitive Dissonanz wohin man schaut.

  6. Clara Verdross 16. August 2022 at 13:17Antworten

    Immer wenn Du denkst, es geht nicht dreister – es geht offensichtlich doch.

    Danke für die Berichterstattung!

  7. Jan 16. August 2022 at 12:55Antworten

    Die Beiträge dieser Journalisten sind somit als PR zu werten – das gibt es schon lange! Nach Mediengesetz sind alle diese Beiträge, die ja nicht objektiv recherchiert wurden, als Werbung zu kennzeichnen. Das Problem: das Mediengesetz sieht keine Strafen vor, wer dagegen verstößt, dem passiert nichts.

    Spontan sehe ich zwei Ansätze: Entgehen den Medien durch diese Berichte Einnahmen? Denn PR oder Kooperationen, das sind selbständig im Stile des Mediums verfasste Beiträge zu Themen des Kunden, sind Einnahmequellen der Medien, nicht der Journalisten. Kooperationen werden in etwa wie Werbung bezahlt, also ein Vielfaches eines Journalistenhonorars. Im Sinne des Eigentümers müssten diese entgangenen Zahlungen vom Journalisten eingefordert werden.

    Wenn die Medien die Vorgabe einer unabhängigen Berichterstattung aufgeben, sind sie möglicherweise nicht mehr förderungswürdig. Dann müsste die öffentliche Hand etwaige Förderungen zurückfordern. Das müsste sich vielleicht ein Jurist anschauen.

  8. alexandrabader 16. August 2022 at 11:36Antworten

    Sieht er deswegen überall Nazis? Diffamiert und verfolgt andere auch auf Twitter?

  9. Gabriele 16. August 2022 at 11:27Antworten

    Tja, was würde ich wohl alles tun, wenn mich jemand „unterstützt“…schwer zu sagen. Ich würde das Geld nehmen und dann genau das Gegenteil von allem tun und berichten, was erwartet wird…wonach ich vermutlich Personenschutz nötig hätte. Es wundert mich generell, warum es so wenige „Abtrünnige“ gibt?
    Ist das die maßlose Gier und Bequemlichkeit oder sind sie wirklich alle schlicht dumm?
    Aber es gibt ja den Spruch: „Es ist sehr schwer, die Wahrheit zu sagen, wenn man dafür bezahlt wird, es nicht zu tun.“

  10. Tony X 16. August 2022 at 11:24Antworten

    Die haben schon vor Covid sehr eng mit Big Pharma zusammengearbeitet.
    Artikel in Mainstream-Medien waren nicht selten 1:1 „Presseaussendungen“ von Pharmakonzernen.
    -> „Kleines Mädchen stirbt an Zeckenbiss … so furchtbar … Experte sagt nur Impfung schützt… blabla“

  11. Jens Tiefschneider 16. August 2022 at 10:57Antworten

    Am Ende lässt sich alles auf ein kleines, sehr gut vernetztes Verbrechersyndikat reduzieren.

    • I.B. 16. August 2022 at 11:32Antworten

      Wirklich erschreckend.
      Als Kind habe ich mich gewundert, warum bei einem Umsturz die beteiligten Personen als erstes den Rundfunk (damals das ausschlaggebende Medium) in ihre Hände bekommen wollten. Ein solcher Artikel wie dieser hätte damals viel zu meiner Aufklärung beigetragen.

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