Die WHO zittert vor Ebola-Leugner

1. Juni 2026von 3,7 Minuten Lesezeit

WHO-Boss Tedros schlägt im Kongo auf, um bei Ebola zu „unterstützen“. Doch die mediale Kampagne flacht wieder ab: gewinnen die kongolesischen „Ebola-Leugner“?

Die WHO schlägt Alarm vor der Ebola-Seuche und hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das Problem ist allerdings: Ein signifikanter Teil der Bevölkerung interessiert sich überhaupt nicht für die WHO und ihre Seuche. Die Menschen leben weiter, als gäbe es keine Gesundheitskrise. In Kinshasa, der Megacity mitten in Afrika, geht sowieso alles seinen alltäglichen Lauf. Aber auch im Ostkongo leben die Menschen ganz normal weiter.

Deutsche Mainstream-Medien zeigen sich bereits schockiert und sprechen von der „Stunde der Ebola-Leugner“ in Afrika. Ein signifikanter Teil der Bevölkerung leugnet die Existenz von Ebola komplett. Schätzungen von Actionaid zufolge glaubt etwa ein Drittel der Menschen in der Region, die Seuche sei ein Mythos, erfunden von Ärzten oder internationalen Organisationen, um Geld zu scheffeln. „Die Menschen können sich nicht dazu bringen, an die Krankheit zu glauben. Manche glauben, sie wurde erfunden, um Geld zu machen, andere sagen, dass die Ärzte lügen oder dass man immun ist, wenn man hochprozentigen Alkohol trinkt“, berichtet Ngone Ngobba Jean Claude aus der Ortschaft Lita für N-TV. Eine gewisse Arroganz lässt sich in diesem Statement nicht leugnen. TKP hat bereits berichtet, wie sich die Menschen gegen die WHO-Vorschriften wehren. Vor allem der Wunsch nach Beerdigungen kollidiert mit den Seuchenvorschriften.

In Europa konnte man während Corona unverzüglich Beerdigungen absagen, die Angehörigen wurden von ihren Toten ferngehalten. In Afrika dürfte das nicht so einfach umzusetzen sein. Man erinnert sich an Giorgio Agamben, der in den verbotenen Beerdigungen einen gewissen Zivilisationsbruch sah. Dass der Mensch seine Toten bestattet, unterscheidet uns wesentlich von früheren Formen des Menschen (und der Tiere). Viral geht seit wenigen Tagen auch eine Frau, die laut eigenen Angaben „seit Monaten“ in der Demokratischen Republik Kongo lebt. In einem Video, das auf X (ehemals Twitter) hunderttausende Male angesehen und geteilt wurde, sagt sie klar und deutlich:

„Es gibt hier kein Ebola. Alle leben ganz normal. Niemand gerät in Panik. Der einzige Ort, an dem es Ebola gibt … das sind die sozialen Netzwerke und die internationalen Medien. Denkt darüber nach.“

Ihre Botschaft trifft einen Nerv: Viele Kongolesen und internationale Beobachter teilen das Gefühl, dass die westlichen Medien die Lage dramatisieren, während vor Ort Normalität herrsche. Freilich ist das Video nicht zu überprüfen, über die Frau weiß man nichts – immerhin wirkt es nicht von KI gemacht, aber auch das kann man heutzutage nie mehr ganz ausschließen. So muss also der kritische Bürger entscheiden: Wem glaubt man mehr, den Mainstreammedien, die jahrelang gegen „Corona-Leugner“ gehetzt haben und nun über afrikanische „Ebola-Leugner“ berichten, oder das zufällige Kurzvideo einer Frau, die womöglich vor Ort ist?

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus dürfte die Frage nicht leichter machen – oder vielleicht doch. Er besuchte Ende Mai das Epizentrum in Bunia (Ituri) – ohne Schutzanzug und ohne Maske. Er traf Einheimische, eröffnete ein neues Behandlungszentrum und rief die Konfliktparteien zu einem Waffenstillstand auf, um die Hilfsarbeiten nicht zu behindern. „Die Gemeinschaften sind nicht allein“, betonte er und forderte mehr internationale Unterstützung. Bilder und Berichte zeigen ihn inmitten der Bevölkerung, während das Leben weitergeht. Der WHO-Boss dürfte auch nicht besonders viel Angst vor Ebola haben.

Bild MONUSCO PhotosUne vue aérienne partielle du territoire de Boende dans la province de l’Equateur, en RD Congo (15311732917)CC BY-SA 2.0

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6 Kommentare

  1. maxstirner 3. Juni 2026 um 13:03 Uhr - Antworten

    Also diesen Ghebreyesus müssen sie dringend mal durchtauschen wg Optik

  2. Patient Null 2. Juni 2026 um 11:14 Uhr - Antworten

    Deutsche Mainstream-Medien zeigen sich bereits schockiert und sprechen von der „Stunde der Ebola-Leugner“ in Afrika.

    Das muss ein Außenposten der AfD sein, garantiert.

  3. Andreas_Sch. 2. Juni 2026 um 8:12 Uhr - Antworten

    Och, ich denke, da gibt es noch so Einiges, was den geübten Konsumenten und Bürgen, pardon Bürger, in den Panikmodus schaltet, was nur in „sozialen Medien und der internationalen Presse“ existiert. 🙃

  4. Glass Steagall Act 1. Juni 2026 um 20:29 Uhr - Antworten

    Das letzte was die Afrikaner brauchen ist eine Belehrung von Ex-Kolonial-Weißen, die weit entfernt wohnen und immer dumme Ratschläge erteilen! Man weiß in Afrika genau, wie man mit Krankheiten umzugehen hat, da braucht man keine Besser-Weissies!

  5. Gabriele 1. Juni 2026 um 19:12 Uhr - Antworten

    Afrikaner können mit Gefahren leben, sind da weniger degeneriert und offener im Denken… das reicht schon, um Vernunft aufkommen zu lassen. Bei uns „kultivierten“ Europäern: Panik und Weltuntergang.
    Denken kommt später – falls überhaupt.

  6. VerarmterAdel 1. Juni 2026 um 17:23 Uhr - Antworten

    „Ein signifikanter Teil der Bevölkerung interessiert sich überhaupt nicht für die WHO und ihre Seuche. Die Menschen leben weiter, als gäbe es keine Gesundheitskrise.“ Genau, einfach ignorieren.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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