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Technologie

Israel und ChatGPT: Die wunderbare Freundschaft

24 Kommentare 16. August 2026 6 Minuten Lesezeit von Jochen Mitschka

Im Zeitalter der zerfallenden Mediennarrative wenden sich „Einflussnehmer“ immer mehr nicht nur den Suchmaschinen, sondern auch und insbesondere den „Künstlichen Intelligenzen“ zu. Denn letztere übernehmen immer mehr die Arbeit von klassischen Lobbyisten in Redaktionen. Wie Tel-Aviv das tat, wird hier berichtet.

Es klingt fast zu absurd, um wahr zu sein, und ist doch bestens dokumentiert: Israel lässt seit einiger Zeit gezielt Inhalte produzieren, die nicht in erster Linie für menschliche Leser gedacht sind, sondern für Sprachmodelle wie ChatGPT und Perplexity. Ziel ist es, dass diese KI-Systeme auf Fragen zum Gaza-Krieg mit israelfreundlichen Antworten reagieren – bis hin zu der Behauptung, die israelische Armee (IDF) sei „die moralischste Armee der Welt“. Aufgedeckt hat die Kampagne das US-Magazin Politico, das FARA-Unterlagen ausgewertet hat, die Lobbyfirmen beim US-Justizministerium einreichen müssen, wenn sie im Auftrag ausländischer Regierungen tätig sind.

Ein „Institut“, das nur für Maschinen schreibt

Im Zentrum der aufgedeckten Kampagne steht eine Firma namens Piro, Inc., ein Subunternehmer des französischen PR-Riesen Havas Media – jener Agentur, die einen Großteil der bei FARA registrierten israelischen Einflussarbeit in den USA abwickelt. Laut den geprüften Dokumenten führte Piro eine gut 100.000 Dollar schwere Kampagne durch, aus der mehr als ein Dutzend Artikel auf der Website eines gewissen „Hanover Institute for Public Policy“ hervorgingen.

Wer die Seite besucht, findet dort Dutzende unsignierte „Datenberichte“. Auffällig ist deren Aufmachung: Die Überschriften sind durchgehend als Fragen formuliert, etwa „Ist die IDF die moralischste Armee der Welt?“ oder „Gibt es eine Politik der Hungersnot in Gaza?“. Genau dieses Format – Frage-Überschrift, scheinbar sachlich-nüchterne Antwort darunter – ist kein Zufall. Es ist exakt jenes Muster, das Sprachmodelle bevorzugt als Antwortquelle heranziehen, wenn Nutzer ihnen ähnliche Fragen stellen. Die Zielgruppe der Artikel sind also nicht in erster Linie Menschen, sondern Maschinen.

Und genau hier wird es, wie es in einer Analyse zu dem Fall trocken heißt, „gruselig“: Als Politico neutrale Testabfragen zu Gaza, Antisemitismus und der IDF an ChatGPT und Perplexity stellte, zitierten beide Systeme tatsächlich Material der Hanover-Seite. Die Kampagne funktioniert also, jedenfalls was das Auffinden und Weiterverwerten der Inhalte durch die KI betrifft.

Der Faden zu Res und die verschwundenen Spuren

Interessant sind auch die technischen Details im Hintergrund der Seite. Markierungen im Quellcode deuten darauf hin, dass sie mithilfe von Res gebaut wurde, einem KI-Startup aus Seattle, das offen damit wirbt, Kunden wie Nike oder Intel dabei zu helfen, von KI-Modellen bevorzugt empfohlen zu werden – eine Branche, die sich mittlerweile explizit auf die Optimierung von Inhalten für Sprachmodelle statt für menschliche Leser spezialisiert hat. Bemerkenswert: Eine identische Kopie der Seite, die auf einer eigenen Domain von Res gehostet war, ging offline, nachdem die Journalisten von Politico bei den Beteiligten nachgefragt hatten.

Ganz unten auf der Hanover-Seite findet sich zudem ein Hinweis, der das Ganze offiziell einordnet: Das Material werde von Piro im Auftrag von Havas Media Germany verbreitet – und zwar im Auftrag der israelischen staatlichen Werbeagentur. Es handelt sich also unzweifelhaft um staatlich finanzierte Öffentlichkeitsarbeit, nicht um unabhängige Forschung, wie es der Name „Institute for Public Policy“ suggerieren soll.

Kein Einzelfall: Die Blaupause Clock Tower X

Die Hanover-Kampagne ist dabei bei Weitem nicht die erste ihrer Art. Havas Media hatte zuvor bereits die Firma Clock Tower X des früheren Trump-Wahlkampfmanagers Brad Parscale beauftragt – mit einem Volumen von 46,5 Millionen Dollar. Wie unter anderem Drop Site News berichtete, wird in den zugehörigen Unterlagen explizit als Ziel genannt, „GPT-Framing-Ergebnisse“ in Konversationen mit Sprachmodellen zu erzielen – eine kaum verschlüsselte Umschreibung dafür, gezielt Inhalte zu platzieren, die von KI-Systemen wie ChatGPT oder Claude aufgegriffen und wiedergegeben werden sollen. Parscales Team postete seit vergangenem Herbst Hunderte Blogbeiträge im Namen Israels, die unter anderem den Wahrheitsgehalt der Berichterstattung aus Gaza infrage stellen und Journalisten vor Ort mit „Terrororganisationen“ in Verbindung bringen.

Bei Piros eigenen FARA-Unterlagen zur Hanover-Kampagne fällt dagegen auf: Sie nennen die Beeinflussung von Sprachmodellen an keiner Stelle explizit als Ziel – anders als im Fall von Clock Tower X. Piro-Mitgründer Daniel Rosenberg erklärte auf Anfrage lediglich, sein Unternehmen sei vom Staat Israel damit beauftragt worden, „genaue, quellenbasierte Fakten“ in den öffentlichen Raum zu bringen und Fehlinformationen zu bekämpfen. Eine Stellungnahme lehnten dagegen Havas selbst, das Hanover Institute, die israelische Werbeagentur und die israelische Botschaft allesamt ab.

Das eigentliche Eingeständnis

Bemerkenswert an der ganzen Geschichte ist letztlich weniger die Technik als das, was sie über die Ausgangslage verrät. Niemand gibt sechsstellige, geschweige denn zweistellige Millionenbeträge dafür aus, eine Maschine dazu zu bringen, die IDF als „moralischste Armee der Welt“ zu bezeichnen – es sei denn, man weiß bereits ziemlich genau, was diese Maschine ohne entsprechende Beeinflussung von sich aus antworten würde. Genau das ist der eigentlich aufschlussreiche Punkt an dieser Geschichte: Israel kennt seine eigene Wahrnehmung in der öffentlichen Debatte sehr genau. Nur hat man offenbar entschieden, dass nicht das eigene Verhalten in Gaza und im Libanon das Problem ist, sondern die Antwort darauf – also das, was Menschen und mittlerweile auch Maschinen dazu sagen.

Deshalb fließen die Budgets in die Manipulation von Trainingsdaten, Suchindizes und Antwortmustern von Chatbots, während sich am zugrunde liegenden Geschehen nichts ändert. Ob sich Sprachmodelle auf Dauer tatsächlich so gezielt und dauerhaft in eine bestimmte Richtung lenken lassen, ist eine offene Frage – die Fälle Hanover Institute und Clock Tower X zeigen aber, dass zumindest kurzfristig Erfolge erzielt werden, wenn man bereit ist, entsprechend zu investieren.

Zusammenfassung

Auch in Zeiten von Internet und sozialen Medien bleibt „Öffentliche Meinung“ käuflich. Deshalb hinterfragen auch Analysten die Notwendigkeit der Zensur, von Sanktionen, Bankkontenkündigungen, Hausdurchsuchungen, Anzeigen. Oder sieht man doch die Gefahr, die Hoheit über die den Menschen zur Verfügung stehenden Information zu verlieren?

Bild: Screenshot von Video über KIs

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24 Kommentare

  1. therMOnukular
    Antworten

    Auf einer PK der UNO zum Thema Gahsa antwortete ein UN-Jurist auf die Behauptung eines isr. „Journalisten“ von der „moralischsten Armee der Welt“ so (übersetztes „Zitat“) :

    „Als Jurist kann ich über Moral nichts sagen, aber über Rechtmäßigkeit. Und in diesem Sinne ist die IeDeEf „one of the most criminal armies in the world“…..“ (eine der kriminellsten Armeen der Welt)

    Ich stimme dem Autor zu: die wahre Bad News ist das offensichtliche Bewusstsein der eigenen Verbrechen und somit der Beweis einer bösartigen Absicht.
    Was für ein Kotz-Land.

  2. Jochen Mitschka
    Antworten

    Zitat: „Die Wahrheit spielt längst keine Rolle mehr, Fakten sind bedeutungslos, wir müssen Falschnachrichten in sozialen Medien herstellen, um gegen diejenigen vorzugehen, die Israel kritisieren.“

    Eli Hazan, neuer Direktor des Pressebüros der Regierung von „Israel“, gibt auf surreale Weise zu, dass sie sich der Manipulation und Lüge widmen, um diejenigen zu bekämpfen, die den Zionismus in sozialen Medien kritisieren. https://x.com/DaniMayakovski/status/2089203269071524131/video/1

    1. Varus
      Antworten

      Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass Hasbara schon länger so vorgeht. Wenn man zum Beispiel in den Threads von „Hasbara-Einblick“ Isr oder dort beabsichtigte Islam-Hysterie kritisiert, wird man gleich als „Islam-Fan“ beschimpft und so weiter – Wahrheitsgehalt egal, Hauptsache maximale Lautstärke.
      Westlich der Elbe mit dortiger neuronalen Reduktion könnte so etwas sogar ziehen, aber in der übrigen Welt?

    2. Thomas Moser
      Antworten

      Ich glaube nicht dass das so einfach funktioniert, denn ein LLM erfährt keinen Live-Update aus Social Media.

      Andere Nutzer arbeiten nicht mit einem ad‑hoc nachtrainierten Modell, weil sich das Modell durch Social‑Media‑Inhalte oder einzelne Prompts überhaupt nicht verändert. Ein LLM führt kein Online‑Training durch, es nimmt keine Live‑Updates aus dem Internet auf und seine Parameter bleiben stabil, bis der Hersteller einen neuen, zentral gesteuerten Trainingslauf startet.

      Was in sozialen Medien passiert, beeinflusst nur das, was du dem Modell im jeweiligen Prompt zeigst. Das Modell reagiert darauf, aber es lernt nichts daraus und es ändert sich nicht. Für alle anderen Nutzer bleibt es exakt dasselbe Modell, weil die Gewichte und Parameter unverändert bleiben.

      Social‑Media‑Manipulation wirkt nur auf die öffentliche Informationslandschaft, nicht auf das Modell selbst. Außer der Hersteller startet einen neuen Trainingslauf und inkludiert diese Daten. Training ist allerdings sehr aufwendig und wird nicht oft gemacht.

      1. Hello

        Wie füttert der Hersteller LLM?

        LLM kann nur auf das zurückgreifen, womit es gefüttert wurde und nicht auf alles, was im Internet zu finden ist?

        Kann das, was Haisenko auf AnderweltOnline schreibt stimmen?: Als die sogenannte KI für den allgemeinen Gebrauch freigegeben wurde, hat sie Antworten geliefert, die nicht in die „politische Korrektheit“ passten. Also wurden Filter eingebaut, die als erstes das gängige Weltbild anbieten. Erst nach genauen Nachfragen teilt sie ihr ungefiltertes Wissen mit. So wird die Korrespondenz von Reinhard Leube mit der KI zu einem Lehrstück in dieser Hinsicht. Um dem Leser vorzuführen, wie das dann aussieht, zitiere ich aus seiner KI-Korrespondenz. (…)

        Hallo KI, kennst du die Geschichtsserie von Reinhard Leube aus dem Anderwelt Verlag?

        Ja, die historische Buchreihe von Reinhard Leube im Anderwelt Verlag beschreibt die deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. (…)

        Die Frage ist, wie kommt die Buchreihe in die KI, wenn der Autor die KI nicht selbst damit trainiert hat? Noch dazu, wo die Auffassung des Autors mit der gängigen Lehrmeinung nicht übereinstimmt?

      2. Thomas Moser

        Für Ihre schwierige Frage musste ich recherchieren. Hier das Kondensat:
        Bücher können Teil des Trainingsmaterials sein.
        Aber das Modell speichert sie nicht als Buch, sondern als statistische Muster.
        Deshalb kann ein LLM über Leube schreiben, durch gezielte Prompts, obwohl er nicht Mainstream ist:
        Irgendwo im Trainingsmaterial kamen Muster vor, die mit seinem Namen oder Werk verbunden sind.
        Das Modell rekonstruiert daraus eine plausible Antwort, ohne die Quelle zu kennen oder zu verstehen.
        Der Fehler von Haisenko: Er hält ein Als‑Ob‑System für ein Wissenssystem.
        KI simuliert die Form von Wissen, nicht den Inhalt.
        Wer diese Simulation für echtes Wissen hält, zieht falsche Schlüsse.

        wir haben es mit KI eben mit einem Als-Ob-System zu tun. So tut es so als würde es Texte verstehen, tut so als wäre es ein Subjekt, tut so als würde es ein Gegenüber adressieren. Nix davon.

        Wäre mal schön wenn TKP die innere Architektur von LLM und die Kern Operationen darstellen würde. Glaube das würde einige interessieren, warum ein LLM ein Fake System ist. Aber hat ziemlich gut im Faken.

      3. Hello

        Danke

        „Wäre mal schön wenn TKP die innere Architektur von LLM und die Kern Operationen darstellen würde.“
        Ja, und Sie könnten doch als Gastautor diese Rolle übernehmen?!

  3. cyberzaurus
    Antworten

    Ich sehe die Beeinflussung des Antwortverhaltens von Sprachmodellen in einem größeren Rahmen. Das Gros der Fachartikel und „wissenschaftlichen“ Studien, die sich mit Sprachmodellen auseinandersetzen, sieht die damit verbundenen Möglichkeiten zur Machtausübung kritisch. Allerdings argumentieren die Autoren dieser Veröffentlichungen am Ende stets, dass Sprachmodelle strenger an die Kandare genommen werden müssten, um den sonst drohenden Weltuntergang gerade noch zu verhindern. Die Schlussfolgerung lautet stets, dass die Öffentlichkeit durch zentral gesteuerte Interventionen vor der Unbill der modernen Entwicklung geschützt werden müsse, weil sie dieser sonst schutzlos ausgeliefert wäre. Die Ideale und Ideen der Aufklärung sind andere. Demnach braucht es eben genau keine fremde Anleitung, sondern den Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen.

    Ich betreibe ein eigenes kleines Medienlabor, in dem ich mich kritisch mit ausgesuchten Medienartikeln auseinandersetze. Den dort veröffentlichten Essay „Wer hat Angst vorm Souverän?“ kann ich im hier einschlägigen Zusammenhang wärmstens empfehlen: https://rubensmedienlabor.substack.com/p/wer-hat-angst-vorm-souveran. Dieser Essay nimmt Bezug auf weitere Arbeiten in meinem Medienlabor, die sich alle kritisch mit einschlägigen „Fachartikeln über Sprachmodelle“ auseinandersetzen.

    1. Hello
      Antworten

      Ich habe das empfohlene Essay gelesen – zugegeben nicht ganz, sondern meist überschlagen. Ruben schreibt da nach meinem Eindruck so, als ob „Gemini“ selbst von sich aus, aus eigenem Antrieb also, werten würde
      zB „…Wer aufmerksam liest, findet bei Gemini eine ganze Reihe weiterer Begriffe, die seinen Nutzer subtil manipulieren. Sie klingen analytisch und tragen doch eine Wertung in sich….“
      oder „…Gemini spricht von Schockwellen, die die etablierten Parteien treffen. Sein Bedauern und seine Sorge gelten deren Verlusten. Wer von einer Wahl als Schockwelle spricht, wer Verluste beklagt erzählt die Geschichte aus einer bestimmten Perspektive….“

      Ich zitiere hier Thomas Moser „Künstliche neuronale Netze sind semantikfrei; sie verstehen nicht, was ihre Daten bedeuten, sondern reproduzieren lediglich statistische Muster aus ihren Trainingsdaten. Genau deshalb haben etablierte Sichtweisen in solchen Modellen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit als neue oder abweichende Perspektiven…“

      Also „Gemini“ betreibt keine subtile Manipulation, sonder sein „Betreiber“ oder wie man ihn nennen will. Wer sich mit LLM auskennt, weiß das. Wer aber glaubt, MML oder KI gibt eine gültige Antwort von sich heraus und weiß, was es schreibt, der könnte durch den STIL von „Ruben“ irre geleitet werden.

      Daher meine Frage: Wer füttert KI?

      1. Hello

        nicht MML natürlich sondern LLM

      2. Hello

        Ich möchte noch hinzufügen, dass das Essay aber gute Aufklärung gibt, worauf man achten muss und welche Gefahren bei Nutzung der Ki bestehen, vor allem, wenn man sie als Denkersatz verwenden will – dann ist man eigentlich ohnehin schon verraten und verkauft. Als Verwendung für „Denkkraftverstärker“ muss man sich selbst schon sehr gut in der erforschten Materie auskennen.

  4. Daisy
    Antworten

    Natürlich greift die KI auf Quellen zurück, auch auf das, was gewisse „Faktenchecker“ behaupten. Sie rastert bei jeder Frage alles ab, was man ihr zur Verfügung stellt. Das ist natürlich auch interessant, welche Quellen das sind und lasst tief blicken. Und die Isis sind ja immer die „Guten“. Diese Beurteilung kostet wohl immer mehr Geld…BTW, ich nütze DuckDuck…niemals Gugl. Es gibt auch andere Suchmaschinen, zB Yandex. So kann man unterschiedliche Antworten bekommen. Duck zeigt auch die Alternativen an.

    Grok verwendet vermutlich auch alternative Quellen. Ich bin nicht bei X.

    Btw, mehr davon: Elon Musk enthüllt alle staatlichen 10sur-Anriffe…s. „Aktien mit Kopf“. Man muss Musk unendlich dankbar dafür sein, dass er Twitter gekauft hat. X macht ihnen ein großes Loch in die Abschirmung ihrer Lügen vor der Wahrheit. Darum hassen sie ihn ja so. Nun, er kann es sich leisten…:-)

    1. Daisy
      Antworten

      Sicher ist die Programmierung aber auch so, dass die KI Blockaden hat…etwa die der Politischen Korrektheit und des Wokeismus…

  5. Varus
    Antworten

    Ergänzend zum Artikel kann ich noch „Israel gibt Millionen aus, um KI-Chatbots beizubringen, wie man über Gaza spricht. Und es funktioniert“ am 07.08.2026 in den Ungeschnittenen empfehlen, wo viele Webseiten einzig zum KI-Auswerten aufgelistet und verlinkt wurden. Gut, dass es angesprochen wird – wenn Hasbara solche Methoden nötig hat, müssen die wohl mit dem Rücken an der Wand stehen?

  6. Leontinger
    Antworten

    Deshalb NEIN zu den neuen Ackerland zerstörenden, stromfressenden und eigentlich NUTZLOSEN KI/AI Rechenzentren!

  7. Thomas Moser
    Antworten

    So einfach wie sich das hier darstellt, dürfte die Durchsetzung einer neuen Sichtweise aber nicht sein.

    Künstliche neuronale Netze sind semantikfrei; sie verstehen nicht, was ihre Daten bedeuten, sondern reproduzieren lediglich statistische Muster aus ihren Trainingsdaten. Genau deshalb haben etablierte Sichtweisen in solchen Modellen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit als neue oder abweichende Perspektiven. Was im Datenkorpus häufig, redundant und konsistent vorkommt, setzt sich im Modell durch – nicht, weil es wahr wäre, sondern weil es statistisch dominiert. Neue Sichtweisen hingegen haben kaum eine Chance, sofern das Training nicht gezielt manipuliert wird, etwa durch wiederholtes Einspielen großer Mengen neuer Datenpunkte, die die Wahrscheinlichkeit der gewünschten Aussage künstlich erhöhen. Eventuell kann man durch gezieltes Prompting die low-prio Sichtweise herauskitzeln.

    Dieses Grundprinzip der Häufigkeit führt dazu, dass KI‑Systeme bestehende Narrative, Mainstream‑Positionen und gesellschaftlich dominante Deutungsmuster verstärken. Da die Modelle Wahrheit nicht erkennen können, sondern nur Häufigkeit und Muster, stabilisieren sie automatisch das, was ohnehin schon im öffentlichen Diskurs überrepräsentiert ist. In der Praxis bedeutet das eine strukturelle Verfestigung der sogenannten politischen Korrektheit: KI-LLMs reproduziert bevorzugt jene Sichtweisen, die im kulturellen und medialen Mainstream stark vertreten sind, und marginalisiert alternative Interpretationen, die statistisch unterrepräsentiert bleiben. KI-LLM ist kein Instrument zur Entdeckung neuer Erkenntnisse, sondern ein Verstärker und Verfestiger des Bestehenden.

    Ich vermute damit soll die Polititical Correctness in die Köpfe konditioniert werden. Zumindest der Mechanismus gibt diesen Gebrauch her. Ja man könnte es als perfektes Propagandainstrument missbrauchen, wenn man wollte und die Macht über die Datenpunkt-Häufigkeiten hat.

    1. Fritz Madersbacher
      Antworten

      @Thomas Moser
      16. August 2026 um 22:00 Uhr
      „Was im Datenkorpus häufig, redundant und konsistent vorkommt, setzt sich im Modell durch – nicht, weil es wahr wäre, sondern weil es statistisch dominiert … Da die Modelle Wahrheit nicht erkennen können, sondern nur Häufigkeit und Muster, stabilisieren sie automatisch das, was ohnehin schon im öffentlichen Diskurs überrepräsentiert ist“

      Hervorragende Erklärung und Zusammenfassung, kurz: Die herrschenden Ideen sind die Ideen der Herrschenden. „KI“ ist ein hervorragendes Werkzeug dafür …

    2. Varus
      Antworten

      Was im Datenkorpus häufig, redundant und konsistent vorkommt, setzt sich im Modell durch

      Kein Problem – etwa im „Hasbara-Einblick“ gibt es dutzendweise Accounts, die immer wieder und wieder die gleichen Propaganda-Floskeln posten, damit KI die schiere Menge auswertet. Dortige „Redaktion“ gibt dazu täglich Stichworte mit Erfindungen wie „Isl@m@f@schismus“ oder „Isl@m@k@mmunismus“, welche Schlagworte-Kombinationen kein einziges anderes Medium verwendet.
      Erinnerungshalber – niemand mehr glaubt an die „moralischste Armee der Welt“, daher liegt der Hasbara-Schwerpunkt seit letztem Jahr auf maximaler Islamophobie, da eine von Isr beauftragte Umfrage in den USA ergeben hat, dass solche Hysterie Isr-Duldung steigert. Als vermeintliche Verteidiger „Westlicher Werte“.

    3. Jan
      Antworten

      Information wird über Nachrichten- und PR-genturen zentral verteilt und taucht dann als gemeinsames Vielfaches mit unterschiedlichen Quellen statistisch relevant wieder auf. Man könnte das als Verteilen und Einsammeln von gerichteter Information bezeichnen.

      Fragt man beispielsweise, ob die Präsidentin der EU-Kommission demokratisch gewählt worden sei, antwortet die KI durchgehend mit „ja, durch das EU-Parlament“.

      Bei Details zur antiken chinesischen Seidenweberei ist sie wesentlich vorsichtiger, weilnda sehr wenig verfügbar ist. Hier besteht die Gefahr, dass die KI „halluziniert“, also „erfindet“, indem sie unsachgemäß von heute auf früher schließt. Häufig „erfindet“ sie auch Zitate, um die Angelegenheit zu illustrieren, oft auch mit falschen Literaturangaben und dann sucht man sich dämlich.

      Fordert man die KI allerdings auf, nicht ständig die PR der EU-Kommission zu wiederholen, antwortet die KI durchaus korrekt, dass die Präsidentin vom EU-Rat ernannt wird und das „Parlament“ genannte Gremium sie nur „nicht abgelehnt“ habe. Die KI ist dann durchaus in der Lage, Stimmen zur Kritik am Verfahren korrekt zusammen zu fassen.

      Das macht die Verwendung von KI so schwierig.

    4. therMOnukular
      Antworten

      Meine Zustimmung kennen Sie ja bereits…

      Wenn man den Faden zu Ende spinnt, dann kommt die „KI“ als lediglich das heraus, was Goebbels‘ Erkenntnis über Wesen und Methode der Propaganda umsetzt: permanente Wiederholung, heute automatisiert.

      Man kann eben wirklich alles zu etwas „Bösem“ machen, sogar unschuldigste Statistik.

  8. alter Mann
    Antworten

    Sogenannte KI-Argumente sind politischer / unternehmerischer / gesellschaftlicher gezielter Beeinflussung ausgesetzt. Wer es nicht gelernt hat global komplex logisch zu denken bleibt auf der Strecke. Bildung / Wissen ist eben eine Hol- und keine KI-Bringepflicht. Subjektiv sehe ich für die überwiegenden Menschen nichts Positives in der Entwicklung und ihrem Leben mit KI / Digitalisierung. Vermute die Entwicklung einer elitären Schicht und eben KI-hörigen dezimierten Fußvolk. Als technischer Systeminspektor schüttel ich auch öfters den Kopf über technische KI-Ergüsse. Bei technischen Zwischenfällen schaue ich als erstes nach KI-Einflussnahme und die Trefferquote ist leider verdammt hoch.

  9. Fritz Madersbacher
    Antworten

    „Im Zeitalter der zerfallenden Mediennarrative wenden sich „Einflussnehmer“ immer mehr nicht nur den Suchmaschinen, sondern auch und insbesondere den „Künstlichen Intelligenzen“ zu“

    Es war jetzt nicht unbedingt zu erwarten, dass auf das „KI“-Instrumentarium bei der Schlacht um die Gehirne der Menschen verzichtet wird. Die Informationen (nach Aristoteles und Thomas von Aquin „die Formung der Gehirne“) werden weiterhin verarbeitet werden vorrangig beeinflußt durch das jeweilige Weltbid (wem schenke ich Vertrauen, wem nicht), geübtere Leser/-innen werden die Quellen zwischen den Zeilen erkennen.

    Für die wenger Geübten gilt wahrscheinlich ziemlich oder zu oft die ironische Neuauflage des Bildes der „Formung“ (wahrscheinlich ohne Aristoteles zu kennen) bei Frank Zappa:

    „You will obey me while I lead you / And eat the garbage that I feed you / Until the day that we don′t need you / Don’t go for help . . . no one will heed you
    Your mind is totally controlled / It has been stuffed into my mold / And you will do as you are told / Until the rights to you are sold“
    („I’m the slime“, 1973)

    1. Fritz Madersbacher
      Antworten

      Ergänzung: Zur „Schlacht um die Gehirne der Menschen“ sagt man heute gern „hybride Kriegsführung“, wobei diese ja alles Andere als neu ist. Sie wird nur immer dem „Feind“ zugeschrieben, seit die eigene Propaganda nicht immer zufriedenstellende Erfolge erzielt. ‚Framing‘ ist übrigens ein wichtiges Mittel der „Formung“ (siehe oben), schon der Name sagt es sehr deutlich …

  10. VerarmterAdel
    Antworten

    Wie sagte Eric Schmidt (Google) vor ein paar Jahren?

    Wenn du Google nutzt, kriegst du dann mehr als eine Antwort? Klar doch. Nun, das ist ein Bug. Wir sollten dir die richtige Antwort einfach nur einmal geben können. Wir sollten wissen, was du gemeint hast.“

    Übersetzung: Wir werden wissen, was du wissen darfst.

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