Nicht nur in Frankreich kommt es zu Unruhen. Parallel dazu eskalierte auch in Albanien die Lage. Es tobt ein Studentenaufstand.
Dass man die Unruhen in Frankreich nicht ausschließlich auf Migration und Kulturkonflikte zurückführen kann, zeigt sich auch am Beispiel Albaniens. In Albanien gibt es keinen arabisch-afrikanischen Zuzug, sondern eher Abzug. Und trotzdem eskaliert es parallel zu Frankreich. Seit Tagen toben gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Polizei. Am Wochenende setzten Demonstranten Teile des Obersten Gerichtshofs in Brand, griffen das Bildungsministerium und andere öffentliche Gebäude an, warfen Molotowcocktails und Steine.
Die Polizei antwortete mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen. Hunderte Verletzte und Festnahmen sind die Bilanz. Was es auch mit Frankreich gemeinsam hat: Der Regierungschef lehnt einen Rücktritt ab. Macron hat bisher noch nicht Russland die Schuld für die Unruhen gegeben, anders als Premierminister Edi Rama. Er spricht von einer „ausländischen Hand“.
Albanien war 2025 eines der ersten Länder, das symbolisch von künstlicher Intelligenz „regiert“ wurde. Rama stellte im September die virtuelle Ministerin Diella vor – einen KI-Avatar, der öffentliche Ausschreibungen korruptionsfrei steuern sollte. „Der erste KI-Minister der Welt wird die Korruption beseitigen“, hieß es damals. Ein Jahr später ist von der versprochenen Korruptionsfreiheit wenig zu spüren; KI-Ministerin Diella geriet in rechtliche und politische Kontroversen.
Ein entscheidender Funke ist das umstrittene Luxusresort-Projekt an der Adriaküste. Im Schutzgebiet der Narta-Lagune bei Zvërnec (Vjosa-Narta) und auf der strategisch gelegenen Insel Sazan – einem ehemaligen militärischen Sperrgebiet – plant ein Konsortium um Trump-Schwiegersohn Jared Kushners Affinity Partners (mit Beteiligung weiterer Investoren) Milliardeninvestitionen in Hotels, Villen und Infrastruktur. Das Projekt gefährdet Feuchtgebiete mit Flamingos und anderen geschützten Arten. TKP hat berichtet.
Affinity Partners wurde von Kushner mit dem Ziel gegründet, wirtschaftliche Verbindungen zwischen Saudi-Arabien und Israel zu stärken; ein erheblicher Teil der Mittel stammt aus arabischen Quellen und floss gezielt in israelische Unternehmen. Die Projekte in Albanien werden teils in privater Kapazität und über Partnerfirmen (u. a. mit Qatari-Beteiligung) betrieben. Sazan kontrolliert Zugänge zur Adria; Kritiker sehen im Hotelbau eine Fassade für langfristige Einflussnahme.
Rama verteidigte das Vorhaben als notwendigen Impuls für Tourismus und den EU-Beitrittskurs. Monatelange Proteste gingen ins Leere. Nun kommt auch noch sozialer und ökonomischer Druck oben drauf. Im Oktober eskalierte dann die Lage, als Studenten über schlechte Bildungsbedingungen, hohe Gebühren und Arbeitslosigkeit demonstrierten. Die Unruhen haben sich auf mehrere Städte ausgeweitet. Es gibt also durchaus eine weitere Parallele zu Frankreich. Die Straßenkämpfe und Auseinandersetzungen in Albanien werden fast noch härter geführt, haben aber deutlich politischere Intentionen und greifen stets Orte der politischen Macht an. Plünderungen wie in Frankreich gibt es weit weniger, auch wenn Schaufenster eingeschlagen wurden und teilweise private Unternehmen zerstört wurden.
Doch die Angriffe der militanten Demonstranten waren gegen das Bildungsministerium (Brand), Oberster Gerichtshof (Teilbrand/Schäden), Innenministerium, Polizeistationen, Premierministeramt, Rathaus, Finanzministerium, Sitz der Sozialistischen Partei gerichtet. Auch die Schilder der George-Soros-Straße wurden abgerissen.
Bild Albinfo, Flamingo Revolution Tirana Protest nr16 June 15 2026 07, CC BY 4.0
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Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 
Epstein-Insel der Adria? Aufstand gegen Trump-Projekt in Albanien
Jared und Ivankas Geschäft in Albanien und die Entstehung privater Stadtstaaten
1 Kommentar
Falls bald auch Österreich (Wien, Graz usw.) dran ist, dann sollte jeder Autobesitzer bereits sein Fahrzeug in einer Garage in Sicherheit gebracht haben, es sei denn, er/sie steht auf Edelschrott …
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