Die spielerischen Überlegungen des großen Mathematikers in einem Essay für das Magazin „Fortune“ aus dem Jahr 1955 führten zur Entstehung eines Industriekomplexes, der auf Behauptungen basiert, die weder gemessen, überprüft noch widerlegt werden können.
Wie ich in meinem kürzlich erschienenen Buch Mind Viruses: America’s Irrational Obsessions schrieb: Im Jahr 1955, wenige Jahre nachdem John von Neumann einen präventiven Atomschlag gegen Russland vorgeschlagen hatte, verfasste er einen Essay für das Fortune-Magazin mit dem Titel „Can We Survive Technology?“, in dem er argumentierte, dass die technologischen und industriellen Fähigkeiten des Menschen ein derart großes Ausmaß erreicht hätten, dass sie Kräfte freisetzten, die das natürliche Gleichgewicht der Erde stören könnten, und dass dies wahrscheinlich zwischen 1955 und 1980 zu einer schweren Krise führen würde. „Wann oder wie dies enden wird – oder zu welcher Situation es führen wird –, kann niemand sagen“, erklärte er.
Nachdem er das Risiko eines Atomkriegs anerkannt hatte, zu dessen Entstehung er selbst beigetragen hatte, skizzierte er das Risiko des vom Menschen verursachten Klimawandels – wahrscheinlich das erste Mal, dass ein bedeutender Wissenschaftler diese Warnung in einer populären Publikation aussprach. Seine Überlegungen zur Möglichkeit eines vom Menschen verursachten Klimawandels sind es wert, vollständig zitiert zu werden, da sie die Grundzüge einer Theorie darlegen, die schließlich zu einer weit verbreiteten Obsession und zu einem wichtigen Triebkraft der öffentlichen Politik in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Europa wurde.
Alle bedeutenden Wetterphänomene sowie das Klima als solches werden letztlich durch die auf die Erde einfallende Sonnenenergie bestimmt. Die Menge der Sonnenenergie zu verändern, liegt natürlich außerhalb der menschlichen Macht. Was jedoch wirklich zählt, ist nicht die Menge, die auf die Erde trifft, sondern der Anteil, den die Erde zurückhält, da die ins All zurückgestrahlte Energie nicht nützlicher ist, als wäre sie gar nicht erst angekommen. Nun scheint die von der festen Erde, dem Meer oder der Atmosphäre absorbierte Menge feinen Einflüssen zu unterliegen. Zwar wurde bisher keiner dieser Faktoren wesentlich durch den menschlichen Willen gesteuert, doch gibt es starke Hinweise auf Steuerungsmöglichkeiten.
Das durch die Verbrennung von Kohle und Öl in der Industrie in die Atmosphäre freigesetzte Kohlendioxid – mehr als die Hälfte davon in der letzten Generation – könnte die Zusammensetzung der Atmosphäre so stark verändert haben, dass sich eine allgemeine Erwärmung der Erde um etwa ein Grad Fahrenheit erklären lässt. Der Vulkan Krakatau brach 1883 aus und setzte eine Energie frei, die keineswegs exorbitant war. Wäre der Staub des Ausbruchs fünfzehn Jahre lang in der Stratosphäre verblieben und hätte das Sonnenlicht von der Erde reflektiert, hätte dies möglicherweise ausgereicht, um die weltweite Temperatur um sechs Grad zu senken (tatsächlich blieb er etwa drei Jahre lang dort, und fünf solcher Ausbrüche hätten wahrscheinlich das erwähnte Ergebnis erzielt). Dies wäre eine erhebliche Abkühlung gewesen; die letzte Eiszeit, als die Hälfte Nordamerikas sowie ganz Nord- und Westeuropa unter einer Eiskappe wie der von Grönland oder der Antarktis lagen, war nur fünfzehn Grad kälter als die heutige Zeit. Andererseits würde eine weitere Erwärmung um fünfzehn Grad wahrscheinlich das Eis von Grönland und der Antarktis schmelzen lassen und weltweit ein tropisches bis subtropisches Klima hervorrufen.
Nach diesen einleitenden Überlegungen fährt von Neumann fort, eine Reihe vager Behauptungen und wilder Spekulationen darüber anzustellen, wie Menschen theoretisch Maßnahmen ergreifen könnten, um das Klima so zu verändern, dass es entweder kühler oder wärmer wird. Das Problem, so behauptet er, bestehe darin, zu entscheiden, welche Veränderung wünschenswerter sei. Wie er es formulierte:
Was getan werden könnte, ist natürlich kein Maßstab dafür, was getan werden sollte; eine neue Eiszeit herbeizuführen, um andere zu ärgern, oder ein neues tropisches „interglaziales“ Zeitalter, um allen zu gefallen, ist nicht unbedingt ein rationales Vorhaben. Tatsächlich wäre es eine komplexe Angelegenheit, die letztendlichen Folgen einer allgemeinen Abkühlung oder einer allgemeinen Erwärmung zu bewerten. Veränderungen würden sich auf den Meeresspiegel und damit auf die Bewohnbarkeit der kontinentalen Schelfgebiete auswirken; auf die Verdunstung der Meere und damit auf die allgemeinen Niederschlags- und Vergletscherungsgrade; und so weiter. Was schädlich und was vorteilhaft wäre – und für welche Regionen der Erde –, ist nicht auf Anhieb ersichtlich. Es besteht jedoch kaum Zweifel daran, dass man die zur Vorhersage der Ergebnisse erforderlichen Analysen durchführen, in jedem gewünschten Umfang eingreifen und letztendlich ziemlich fantastische Effekte erzielen könnte.
Von Neumanns Feststellung, dass „die Bewertung der letztendlichen Folgen einer allgemeinen Abkühlung oder einer allgemeinen Erwärmung eine komplexe Angelegenheit wäre“, ist der Kern seiner Überlegungen. Das Klima der Erde ist ein äußerst komplexes System, das sich aus vielen miteinander interagierenden Teilen zusammensetzt. Wechselwirkungen zwischen seinen verschiedenen Komponenten können neue und unvorhersehbare Ergebnisse hervorbringen. Zu den charakteristischen Merkmalen jedes komplexen Systems gehören nichtlineare Beziehungen, Rückkopplungsschleifen, adaptive Reaktionen, vielfältige Komponenten sowie mehrere Zeit- und Raumskalen. Bekannte Beispiele hierfür sind der menschliche Körper, Ökosysteme, Volkswirtschaften und das Klima der Erde. Wie bei allen komplexen Systemen ist es äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich, die Folgen eines größeren menschlichen Eingriffs in das System vorherzusagen. Jeder menschliche Eingriff birgt daher ein hohes Risiko unbeabsichtigter Folgen.
Von Neumann war sich dessen bewusst, stellte jedoch dennoch die abwegige Behauptung auf, man könne „auf jeder gewünschten Ebene eingreifen und letztendlich ziemlich fantastische Ergebnisse erzielen“. Wie man auf Deutsch (der Sprache, in der von Neumann seine formale Ausbildung erhielt) sagt: er spinnt. Der Ausdruck bedeutet wörtlich „er spinnt“ (eine Geschichte); im übertragenen Sinne bedeutet er „er redet Unsinn“. Möglicherweise glaubte von Neumann, sein Aufsatz würde als vage Überlegungen zu theoretischen Möglichkeiten interpretiert werden, die weitaus mehr Untersuchung und Verfeinerung bedürften, bevor sie als wissenschaftliche Thesen gelten könnten. Wie sich herausstellte, sind seine vagen Überlegungen seitdem die Grundpfeiler der „Klimawandel“-Doktrin geblieben.
Von allen westlichen Nationen hat sich Deutschland als der größte Anhänger des Klimakults erwiesen, und seine Regierung hat alle möglichen Maßnahmen vorgeschlagen und umgesetzt, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe im Land drastisch zu reduzieren.
Als ich heute Nachmittag meinen täglichen Spaziergang machte, fragte ich mich, ob die deutsche Regierung jemals versucht hat, zu quantifizieren, inwieweit ihre Reduzierung der Treibhausgasemissionen dazu beitragen wird, die angeblich katastrophalen Auswirkungen des globalen „Klimawandels“ zu verringern.
Ich habe im Internet recherchiert und einen Fragebogen gefunden, den die deutschen Abgeordneten Karsten Hilse, Dr. Heiko Wildberg, Marc Bernhard, Andreas Bleck und Dr. Rainer Kraft von der AfD (Alternative für Deutschland) im September 2019 eingereicht haben. Frage Nummer zehn befasst sich genau mit dem, was mich beschäftigt hat:
Wie viel Grad Celsius Erderwärmung werden bei einer (gemäß Klimaschutzplan 2050 und in Planung befindlichem Klimaschutzgesetz) Minderung der anthropogenen CO2äqu.-Emissionen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland um die insgesamt geforderten rd. 900 Mio Tonnen nach Kenntnis der Bundesregierung vermieden?
In ihrer Antwort auf den Fragebogen ging die Regierung nicht konkret auf diese Frage ein, berührte sie jedoch in ihrer Antwort auf die Frage, ob es möglich ist, zu quantifizieren, wie viel es die deutsche Bevölkerung kosten wird, eine messbare Senkung der mittleren Oberflächentemperatur der Erde zu erreichen.
Die Bundesregierung wiederholt an dieser Stelle ihre Aussage aus der oben genannten Bundestagsdrucksache, dass eine anteilige Aufschlüsselung der Aufwendungen für die Begrenzung des Anstiegs der globalen Mitteltemperatur wissenschaftlich nicht möglich ist.
Mit anderen Worten: Die deutsche Bevölkerung wird aufgefordert, radikale Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen zu ergreifen, mit der Begründung, dass dies irgendwann in der Zukunft einen gewissen Beitrag zur Verringerung der negativen Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels leisten könnte.
Wie ein alter Freund in Wien gerne über die Deutschen sagt:
Deutsch sein heißt jede Sackgasse bis zum Ende abschreiten.
Der Artikel erschien zuerst auf Englisch in Focal Points. Mit freundlicher Genehmigung des Autors hier auf Deutsch.
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Bild: Protest gegen fossile Brennstoffe durch die Beschädigung eines Van-Gogh-Gemäldes
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
John Leake ist Autor von True-Crime-Büchern. Mitautor zusammen mit Dr. Peter McCullough von „The Courage to Face COVID-19“ und dem New York Times-Bestseller „Vaccines: Mythology, Ideology, and Reality“. Sein neuestes Buch trägt den Titel „Mind Viruses: America’s Irrational Obsessions“. Er wohnt gelegentlich in seiner Wiener Wohnung.
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7 Kommentare
Als ich vor einigen Jahrzehnten mein Studium begann, traf es mich wie ein Schlag:Die Verbreitung der selektiven Intelligenz. Brilliante Professoren, die außerhalb ihres Fachgebietes extrem dumm waren bzw. sich extrem dumm verhielten. Ich habe diese verbreitete “ Fähigkeit “ bis heute nie wirklich nachvollziehen können, aber nehme diese Tatsache zur Kenntnis. Sie ist Teil einer meiner festen Überzeugungen: 99% der Menschheit ist weder für den Aufbau einer glücklichen Zivilisation, nich zum langfristigen Überlegungen irgendeiner Zivilisation in der Lage. Und die Zahl ist konservativ.
… und der ANTEIL des CO2-SpurenGases (PflanzenNahrung) in der ATMO ist vergleichbar mit der START-Linie beim Hundert-METER-Lauf !?! – vormals angeblich n u r DREI und heutzutage VIER > Zenti-Meter < b r e i t – (400 ppm) !?! – allein die Luft-FEUCHTE (H2O / ohne Wolken / RH) macht dabei bis zu FÜNF > METER < aus – (50.000 ppm) !?!
… und die „wahre“ Ursache der TROPO-ErWärmung – bei gleichzeitiger STRATO-AbKühlung – SAT-gemessen („remss.com“) – ist bereits nach „9/11“ (Vier-tägige US-Flug-Verbote / Sept. 2001) in der TRAVIS et al.-Studie belegt worden (Nature 08/2002) – Titel – > Contrails reduce daily temperature range < !?!
… und genau darauf geht der Artikel > Contrails – A Forcing To Be Reckoned With < auf „greenhousedefect.com“ (04/2022) mit dt. InfoPosts von Mir ein !?! ;-)))
Im Blitzkrieg nach Stalingrad war so eine Sackgasse.
Wenn die Fliege eigentlich ihre gesamte Lebenszeit gegen die Fensterscheibe donnert, weil sie vergißt, dass es grad schon nicht funktioniert hat, dann muss man das nicht zwingend „einen Hang zur Sackgasse“ nennen!
„Deutsch sein heißt jede Sackgasse bis zum Ende abschreiten.“
Ohja – genau das! Ich halte es mit Schopenhauer (Neue Paralipomena):
„Ich lege hier für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, dass ich die deutsche Nation wegen ihrer überschwänglichen Dummheit verachte und mich schäme, ihr anzugehören.“
Und ein Mathematiker, der tatsächlich einen präventiven Atomkrieg für eine gute Idee hält, sollte vielleicht lieber bei seinen Formeln und Zahlen bleiben.
Es ist eine Sache, sich auf dem geistigen Niveau eines Obelix zu bewegen und Angst zu haben, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt.
Es ist eine andere – noch viel schlimmere – Sache zu glauben, irgendwelche „Politiker“ könnten einen davor schützen. – So blöd war nicht einmal Obelix.
Einfach einmal an die 0er-Jahre zurückdenken und die mehrfachen „Prognosen“ einer eisfreien Antarktis bis allerspätestens 2015 genießen (das war schon die 5. „Korrektur“ und Verschiebung nach hinten).
Ich hätte so gern eine Zeitmaschine, um herauszufinden, wie lange die Menschheit noch braucht, sich von diesen modernen Mythen aus dem Reich der Sagenwelt zu befreien – und durch welche sie ersetzt werden.
von Neumann war ein Genie so wie Sheldon aus der Big Bang Theorie.
Ausgestattet mit einem genialen Hirn aber gewaltigen Defiziten im menschlichem Verhalten.
Der Klimakult ist eine Sekte und Ursula von der Leyen ist deren Hohepriesterin. Während ihre Anhänger mit Jutebeuteln Gemüse einkaufen sorgt die Hohepriesterin mit Drohnennachschub für die regelmässige Sprengung von Öltanks und Ölfrachtern.
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