Wolken Folge des Klimawandels – oder seine Ursache?

19. August 2026von 7,6 Minuten Lesezeit

Das Deutsche Ärzteblatt ist wie Karl Lauterbach sehr besorgt wegen der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. Deshalb gibt es eine permanente Sektion über Klimawandel gleich auf der Startseite. Man zeigt allerdings auch grundlegende Ahnungslosigkeit über Ursache und Wirkung – was allerdings nicht verwundert.

Man freut sich auch nicht über weniger Kältetote, sondern schadet den Menschen durch den Nocebo-Effekt (nocere lat. = schaden) der dauernden Warnungen vor Hitze, Egal, Hauptsache man bedient das Klimanarrativ von EU, UNO, WHO und deren Financiers. So meldete man Ende 2024 – und hält es waiter auf der Startseite –  eine bemerkenswerte Erkenntnis des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS): Die UV-Strahlung in Mitteleuropa ist zwischen 1997 und 2022 im Raum Dortmund um mehr als zehn Prozent gestiegen, im Raum Brüssel gar um fast zwanzig Prozent. Die Forscher selbst waren – so die offizielle Mitteilung – „überrascht“. Und dann folgt der entscheidende Satz, beinahe beiläufig:

„Diese Veränderung, die auch durch den Klimawandel verursacht sein kann, führt zu mehr Sonnenscheinstunden.“

Da ist er wieder, der allgegenwärtige rhetorische Trick samt naturwissenschaftlicher Ahnungslosigkeit, die aber beim Ärzteblatt durchaus glaubwürdig ist. Die Abnahme der Bewölkung wird dem Klimawandel zugeschrieben – mit einem vorsichtigen „kann“ abgesichert, aber kausal in exakt eine Richtung gedacht: Erst der Klimawandel, dann die fehlenden Wolken. Doch was, wenn die Kausalität genau andersherum läuft? Was, wenn die abnehmende Wolkendecke nicht Folge, sondern Ursache der Erwärmung ist?

Die umgedrehte Kausalität

Wolken sind der größte Unsicherheitsfaktor in jedem Klimamodell. Sie reflektieren Sonnenstrahlung (kühlender Effekt) und halten zugleich Wärmestrahlung zurück (erwärmender Effekt). Welcher Effekt dominiert, hängt von Höhe, Dichte und Art der Wolken ab. Eines aber ist physikalisch unstrittig: Weniger niedrige Bewölkung bedeutet mehr einfallende Sonnenstrahlung am Boden. Das BfS bestätigt genau das – weniger Wolken, mehr UV-Strahlung, mehr Sonnenscheinstunden. Der Deutsche Wetterdienst registriert seit 1951 einen Anstieg der Sonnenscheinstunden um 132 Stunden pro Jahr.

Nun die entscheidende Frage: Warum sollten CO₂-Moleküle in der Atmosphäre Wolken auflösen?

Die Antwort der etablierten Klimawissenschaft lautet: über komplexe Rückkopplungen, veränderte Zirkulationsmuster, wärmere Luft hält mehr Feuchtigkeit. Alles möglich, alles modelliert, allerdings an den Haaren herbeigezogen. Aber es gibt wesentlich fundiertere, physikalisch korrekte Erklärungen – und die werden seit Jahrzehnten systematisch marginalisiert oder einfach nicht verstanden.

Ursache 1: DMS – die Wolkenfabrik der Ozeane

Der Ozean ist die größte Quelle natürlicher Schwefelemissionen der Erde. Phytoplankton produziert Dimethylsulfid (DMS), das über die Meeresoberfläche in die Atmosphäre entweicht, dort zu Sulfat-Aerosolen oxidiert und als Kondensationskeim für Wolkentröpfchen dient. Ohne Kondensationskeime keine Wolken – so einfach ist die Physik.

Die sogenannte CLAW-Hypothese (Charlson, Lovelock, Andreae, Warren, 1987) beschreibt diesen Zusammenhang als selbstregulierenden Rückkopplungsmechanismus: Mehr Sonnenlicht und Wärme → mehr Phytoplankton → mehr DMS → mehr Wolken → Abkühlung. Ein natürlicher Thermostat.

Die Zahlen sind beeindruckend: Die Ozeane emittieren jährlich 15–40 Teragramm Schwefel in Form von DMS. Modellrechnungen schätzen den Kühlungseffekt dieser marinen Sulfat-Aerosole auf −1,7 bis −2,3 W/m² – das ist in derselben Größenordnung wie der postulierte Erwärmungseffekt des gesamten anthropogenen CO₂ (etwa +1,8 W/m²). Mit anderen Worten: Der natürliche Wolkenantrieb der Ozeane kann den gesamten menschlichen CO₂-Effekt aufwiegen – oder bei Störung freisetzen.

Und genau hier liegt das Problem: Die Ozeane erwärmen sich, versauern durch CO₂-Aufnahme, Nährstoffkreisläufe verschieben sich. Zahlreiche Studien zeigen, dass die DMS-Produktion unter diesen Bedingungen abnimmt. Weniger DMS → weniger Kondensationskeime → weniger Wolken → mehr Sonneneinstrahlung am Boden → mehr Erwärmung. Ein Teufelskreis, angetrieben nicht durch CO₂ als Strahlungsgas, sondern durch die Störung des natürlichen Wolkenregulators.

TKP hat diesen Zusammenhang hier ausführlich dargestellt.

Ursache 2: Das Magnetfeld der Sonne und die kosmische Strahlung

Die zweite, noch fundamentalere Ursache für Wolkenbildung liegt nicht auf der Erde, sondern im Weltraum – genauer: in der galaktischen kosmischen Strahlung und ihrer Modulation durch das solare Magnetfeld.

Die Theorie von Henrik Svensmark und Kollegen ist physikalisch elegant: Galaktische kosmische Strahlung ionisiert die Atmosphäre. Die entstehenden Ionen wirken als Keime für Aerosolbildung – und damit für Wolken. Je stärker das Magnetfeld der Sonne, desto mehr kosmische Strahlung wird abgeschirmt, desto weniger Wolken entstehen, desto wärmer wird es.

Das CLOUD-Experiment am CERN hat den ersten Schritt dieser Kette im Labor bestätigt: Ionisierende Strahlung erhöht die Keimbildungsrate von Aerosolen nachweislich um bis zum Zehnfachen. Die etablierte Klimaforschung tut diesen Befund gern mit dem Hinweis ab, der Effekt sei in der realen Atmosphäre „vernachlässigbar“ – und stützt sich dabei auf numerische Modelle, nicht auf Beobachtungen.

Svensmark selbst weist in einer detaillierten Analyse auf den entscheidenden Unterschied hin: Seine Laborexperimente von 2012 zeigten, dass in Gegenwart von Ionen alle Aerosole auf wolkenrelevante Größe wachsen – im krassen Gegensatz zu den Modellen. Und die Natur liefert das entscheidende Experiment gleich mit: Bei Forbush-Ereignissen – plötzlichen Abnahmen der kosmischen Strahlung nach koronalen Massenauswürfen – zeigen Satellitendaten (ISCCP, MODIS, SSM/I) eine eindeutige Reaktion der Wolkenbedeckung. Die gesamte Kette Sonne → kosmische Strahlung → Aerosole → Wolken ist aktiv.

TKP hat die Veränderungen der Sonnenenergie in den letzten 45 Jahren hier dokumentiert.

Ursache 3: Windparks – die vergessene Klimamaschine

Und dann ist da noch ein Faktor, den die grüne Energiewende selbst geschaffen hat. Eine neue Studie, über die TKP berichtet, zeigt: Windparks heizen nachts die bodennahe Atmosphäre auf und trocknen Böden aus.

Die Mechanismen sind mittlerweile durch mehrere unabhängige Untersuchungen belegt:

  • Nächtliche Erwärmung: Windturbinen durchmischen die nachts stabile, geschichtete Atmosphäre. Warme Luft aus der Höhe wird nach unten transportiert. Satellitendaten (MODIS) über West-Texas zeigen eine nächtliche Erwärmung von 0,31–0,70 °C über Windparks im Vergleich zu benachbarten Flächen – konsistent über neun Jahre.
  • Bodenaustrocknung: Messungen in chinesischen Grasland-Windparks zeigen eine Reduktion der Bodenfeuchte um bis zu 4,4 % innerhalb der Windfarmen, in Lee sogar um durchschnittlich 2,85 %.
  • Großflächige Simulationen (Large-Eddy-Simulationen, 2026) bestätigen: Unter stabilen Nachtbedingungen erzeugen Turbinen eine Erwärmung der Luft von bis zu 0,7 K, eine Erhöhung der Oberflächentemperatur um 0,76 K und einen messbaren Feuchtigkeitsverlust im Boden.
  • Trockene Böden, wie das auch diesen Sommer großflächig der Fall ist, erwärmen sich wesentlich stärker als feuchte. Die Verdunstung bei feuchten Boden nimmt einen Teil der Sonnenenergie auf, und die Böden erwärmen sich weniger.

Die Konsequenz für die Wolkenbildung liegt auf der Hand: Nächtliche Erwärmung + reduzierte Bodenfeuchte = weniger Taubildung, weniger Verdunstung, weniger lokale Feuchtigkeit, stärkere Erwärmung  durch die Sonne und dazu weniger Wolken. Die großflächige Installation von Windparks – in Deutschland inzwischen über 30.000 Anlagen – verändert den Feuchtehaushalt ganzer Regionen.

Der Deutsche Bundestag selbst hat in einer Kurzstudie die nächtliche Erwärmung durch Windkraftanlagen dokumentiert – freilich mit dem beschwichtigenden Zusatz, die Effekte seien „klein“ im Vergleich zur Tageserwärmung. Doch die Summe über Tausende von Anlagen, über Jahrzehnte, über ganze Landstriche – das ist keine Randnotiz mehr.

Ursache 4: Aerosol-Reduktion durch „saubere Luft“

Ein weiterer, selten diskutierter Faktor: Die drastische Reduktion anthropogener Sulfat-Aerosole durch Luftreinhaltemaßnahmen. Seit den 1980er-Jahren haben westliche Industrieländer ihre Schwefelemissionen massiv gesenkt – aus gutem Grund, denn saurer Regen war ein reales Problem. Aber Sulfat-Aerosole sind zugleich Kondensationskeime. Weniger Aerosole bedeuten weniger, aber größere Wolkentröpfchen – und potenziell weniger Wolken insgesamt.

Ironischerweise könnte also gerade die erfolgreiche Luftreinhaltepolitik der letzten Jahrzehnte einen Teil der beobachteten Erwärmung erklären – ein Effekt, der in den offiziellen Klimabilanzen nur widerwillig eingerechnet wird, weil er die CO₂-zentrierte Erzählung stört.

Das Gesamtbild

Das Ärzteblatt stellt die Frage falsch herum. Nicht der Klimawandel macht die Wolken – die fehlenden Wolken machen den Klimawandel. Die Bewölkungsabnahme, die das BfS als „überraschend“ bezeichnet, ist kein rätselhaftes Nebenprodukt, sondern der eigentliche Motor der Erwärmung,wie eine Reihe naturwissenschaftlicher Studien bestätigt haben.

Die Ursachen sind vielfältig und miteinander verwoben:

  1. Abnehmende DMS-Emissionen der Ozeane durch Erwärmung und Versauerung
  2. Veränderte kosmische Strahlung durch Schwankungen des solaren Magnetfelds
  3. Windparks, die nachts aufheizen und Böden austrocknen
  4. Aerosol-Reduktion durch Luftreinhaltung

All diese Faktoren reduzieren die Wolkendecke – und damit steigt die Sonneneinstrahlung am Boden. Die UV-Messungen des BfS sind dafür ein weiterer Beleg:  Weniger Wolken, mehr Sonnenscheinstunden, mehr UV. Die physikalische Kausalkette ist klar.

Denn wer die Wolken zur Folge des Klimawandels erklärt, kann weiter unbeirrt an der CO₂-Monokausalität festhalten. Wer dagegen anerkennt, dass die Wolken Ursache sind, muss zugeben: Das Klima ist komplexer, natürlicher und weniger steuerbar, als das politische Narrativ es wahrhaben will.

Soweit die Naturwissenschaft. Was die Medizin betrifft, so bemüht sich das Ärzteblatt mit seiner ganzen Sektion zum Thema Hitze mit Hilfe des Nocebo Effekts die Profite der Medizinindustrie zu steigern. Heuer haben sogar zwei deutsche Studien diesen Effekt bestätigt, wie hier berichtet.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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Ein Kommentar

  1. Jan 19. August 2026 um 8:33 Uhr - Antworten

    Eine Ärzteschaft, die sich Kalle Nebenwirkungsfrei als Spiritus Rector erwählt, hat ihren Kompass verloren!

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