Ursachen von Hitze und Trockenheit versus heißer Luft von Mainstream und „Experten“

5. August 2026von 7,4 Minuten Lesezeit

Die Schlagzeilen überschlagen sich mit Superlativen: „Rekordhitze“, „noch nie dagewesen“, „Klimakatastrophe“. Und dann gibt es einen Meteorologen, der einfach nur die Physik erklären will.

Sebastian Weber, Wetterchef bei Servus TV, lieferte am 4. August 2026 in einem bemerkenswert nüchternen Gespräch genau das, was in der aufgeheizten Klimadebatte systematisch untergeht: eine sachliche, physikalisch fundierte Erklärung dafür, warum es heiß ist, warum es trocken ist — und warum das alles weder beispiellos noch unerklärlich ist.

Was die Hitze wirklich antreibt: Ein Förderband für Wärme

Weber erklärt die aktuelle Hitzewelle mit einer präzisen meteorologischen Skizze, die man in den apokalyptischen ORF-Sondersendungen vergeblich sucht:

„Es braucht diese extrem trockenen Böden, es braucht sehr viel Sonne und auch eine Wetterlage, die sehr beständig ist. Und da haben wir eine spezielle Konstellation. Da steht ein Atlantiktief einem Hochdruckgebiet gegenüber und die beiden arbeiten fest zusammen. Wie auf dem Förderband kommt eben da die sehr heiße Luft zu uns.“

Wie die Konstellation Atlantiktief und Hochdruckgebiet ist am Bild oben zu erkennen.

Was im Osten Österreichs und Ländern wie Slowakei, Ungarn oder Serbien noch dazu kommt, ist ein weiteres Windband am westlichen Rand des Hochs, das aus dem Südosten weitere heiße Luft heranführt, die sich mit der vom „Förderband“ mischt. Zu sehen auf dieser Windkarte als grüner Bereich mit stärkerem Wind:

Drei Zutaten also: trockene Böden, viel Sonne, eine stabile Wetterlage. Kein mysteriöser Klimakollaps, keine apokalyptische Zeitenwende — sondern eine nachvollziehbare atmosphärische Konstellation, die es schon immer gab und immer geben wird. Das Förderband aus Atlantiktief und Hochdruckgebiet ist ein bekanntes meteorologisches Muster. Normalerweise hält es zwei, drei Tage. Heuer hält es länger.

Warum? Weber nennt den Jetstream — jenes starke Windband in großer Höhe, das den Takt des Wetters vorgibt, Hochs und Tiefs verschiebt und normalerweise für Abwechslung sorgt. Der Jetstream macht derzeit einen großen Bogen um Mitteleuropa, liegt weit im Norden über Skandinavien. Die Tiefs mit ihrem Regen nehmen folglich die nördliche Zugbahn. Fast ganz Europa bleibt trocken.

Das ist Physik, nicht Politik. Es ist ein atmosphärisches Strömungsmuster, das man verstehen, erklären und einordnen kann — ohne den moralischen Zeigefinger, ohne Schuldzuweisungen an den SUV-Fahrer und ohne den reflexhaften Ruf nach mehr Staat.

Verdunstungskälte und trockene Böden

Besonders aufschlussreich ist Webers Erklärung zum selbstverstärkenden Effekt der Trockenheit:

„Normal, wenn die Wiese feucht ist oder auch der Wald feucht ist, dann geht die Sonnenenergie in die Verdunstung über, das heißt, es kühlt. […] Und jetzt aber ist nichts mehr zum Verdunsten da. Der Boden ist trocken, somit geht alle Sonnenenergie sofort in die Erwärmung der Luft.“

Das ist der entscheidende Punkt, den die Alarmindustrie konsequent unterschlägt: Trockenheit erzeugt Hitze, nicht umgekehrt. Wenn im Winter und Frühjahr der Niederschlag ausbleibt — und Weber bestätigt, dass die Trockenheit bereits im Winter begann und sich über das Frühjahr fortsetzte — dann fehlt dem Sommer die Bodenfeuchte. Die einstrahlende Sonnenenergie kann nicht mehr in Verdunstung umgesetzt werden, sondern geht zu nahezu 100 Prozent in fühlbare Wärme. Der Boden wird zur Heizplatte.

Das ist kein neues Phänomen. Es ist der gleiche Mechanismus, der schon immer für heiße Sommer nach trockenen Wintern sorgte. Dass die Böden heute möglicherweise schneller austrocknen, hat weniger mit der globalen Mitteltemperatur zu tun als mit der Art, wie wir Landwirtschaft betreiben — ausgeräumte Landschaften ohne Wasserrückhalt, begradigte Flüsse, die das Wasser mit maximaler Geschwindigkeit aus dem Land transportieren, versiegelte Flächen, die keinen Tropfen versickern lassen.

Doch statt diese Faktoren anzugehen, redet die Politik auf Trinkwassergipfeln über digitale Wasserentnahmeregister — und Goldman Sachs über die Tokenisierung von Wasserrechten.

1976 vs. 2026: Gleiches Muster, andere Etage

Die interessanteste Passage des Gesprächs kommt, als der Moderator die Parallele zu 1976 zieht — ebenfalls ein extremer Dürresommer, fast auf den Tag genau 50 Jahre zuvor. Webers Antwort ist so knapp wie präzise:

„Man muss ganz klar sagen, wir starten heuer auf einem anderen Temperaturniveau, einfach eine Etage höher. Damals waren es wahrscheinlich um diese Zeit ungefähr 36 Grad. Heute sind wir da ganz schnell über die 40 Grad gekommen.“

Kein Alarm, kein „Klimakollaps“ — sondern die nüchterne Feststellung, dass das Ausgangsniveau heute um einige Grad höher liegt. Das ist kein Widerspruch zur physikalischen Erklärung, sondern eine Ergänzung: Die gleiche Wetterlage produziert auf einem wärmeren Grundniveau höhere Spitzen.

Doch dann die Frage nach den „Horrorvorhersagen“ von 44 oder 45 Grad in Österreich:

„Also physikalisch stehen wir momentan maximal bei 42 Grad. Mehr sind nicht möglich. Man muss wissen, die heiße Luft kommt von Nordafrika, muss dann übers Mittelmeer, die Alpen und dabei verliert die Luftmasse schon ein, zwei Grad. Also so heiß kann es momentan nicht werden. Normal ist das auch nicht. Das ist das falsche Wort. Es sind nach wie vor solche wirklich extremen Ausreißer.“

Halten wir fest: Ein Meteorologe, der die Physik ernst nimmt, erklärt, dass 42 Grad die physikalische Obergrenze darstellen — weil die Luftmasse auf dem Weg von Nordafrika über Mittelmeer und Alpen schlicht Energie verliert. Die apokalyptischen 45-Grad-Szenarien, die durch manche Redaktionen geistern, sind physikalisch unseriös. Und: Solche Temperaturen bleiben „extrem seltene Ausreißer“, nicht die neue Normalität.

Da Gegenteil von Wissenschaft

Hier haben wir einen „Experten für Erneuerbare Energien“ also für etwas was es nach den Gesetzen der Physik nicht gibt. Vielleicht glaubt er hier auf einer flachen Erde zu stehen, wo Energie erneuert wird:

Vielleicht könnte er Merz ja dazu bringen „#Klimaschutz endlich wieder [zur] Chefsache“ zu machen und dieser hätte dann weniger Zeit Kriegshetze und Aufrüstung zu betreiben. Würde sicher funktionieren, wenn Merz das Klima in seine schützenden Hände nimmt.

Was der ORF daraus macht — und was nicht

Vergleicht man Webers sachliche Einordnung mit dem, was der ORF eine Woche zuvor in seiner Sendung „Journal zu Gast“ produzierte, wird der Kontrast zur Karikatur. Dort sprach Prof. Christian Griebler von „obskuren Situationen“, davon dass „die Gießkanne in 20, 30, 40 Jahren leer“ sei, und sortierte Kritiker des Narrativs kurzerhand in eine Schublade mit „Krankheitspathogenen, Keimen, Virenleugnern, Impfleugnern“ — Menschen, mit denen nicht zu reden sei, weil sie „an Wänden stoßen, die undurchdringbar sind.“ Allerdings hätte jemand mit diesen Ansichten und Aussagen 1976 an der Universität Wien mit Sicherheit keine Professur bekommen.

Weber hingegen braucht keine Feindbilder, keine apokalyptischen Metaphern und keine moralischen Appelle an den duschzeitverkürzenden Bürger. Er erklärt die Physik. Und genau darin liegt der Unterschied zwischen einem seriösen Wetterbericht und dem, was weite Teile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks betreiben: Indoktrination unter dem Deckmantel der Information.

Was wirklich zählt: Die unbequemen Fragen

Wenn man die physikalischen Fakten akzeptiert — dass Hitzeperioden durch stabile Wetterlagen, trockene Böden und fehlende Verdunstungskälte entstehen; dass der Jetstream schon immer variabel war; dass 1976 ein ähnliches Muster zeigte — dann verschiebt sich die Debatte auf die eigentlich wichtigen Fragen:

Warum trocknen die Böden heute schneller aus? Nicht wegen ein paar Zehntelgrad globaler Erwärmung, sondern weil wir Flüsse begradigt, Auen zerstört, Landschaften ausgeräumt und Böden durch industrielle Landwirtschaft verdichtet haben. Ein gesunder, humusreicher Boden kann das Vielfache seines Eigengewichts an Wasser speichern. Ein toter, verdichteter Ackerboden lässt das Wasser oberflächlich abfließen — und fehlt dann in der Dürre.

Was Wetterberichterstattung eigentlich sein sollte: physikalisch fundiert, sachlich, ohne politische Agenda. Wie Nachrichtensendungen nicht sein sollten erleben wir täglich in den öffentlich-rechtlichen Anstalten mit Höhepunkten, wenn es hei0 ist, zufällig gerade ein angeblich „neuartiges“ Virus auftaucht und (falsch-)positive PCR-Test als „Neuerkrankung“ umgedeutet werden. Oder die Ukraine gewinnt, Israel sich gegen Kinder in Gaza selbst verteidigt und und und.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.


Hitze, Wasserknappheit, Alarm: Wie aus Sommer eine Krise konstruiert wird

Deutschland unter 1 Kilometer Eis: Was die Landschaft über Klimageschichte verrät

Hitzetote durch Pillen: Wie Polypharmazie im Sommer zur tödlichen Falle wird

Hitzewarnungen: Schutz oder krank machend?

Zwischen 1901 und 1960 gab es häufiger Hitzewellen als heute

5 Kommentare

  1. Jurgen 5. August 2026 um 20:32 Uhr - Antworten

    Es handelt sich immer noch nur um Wetter, d.h. ein thermodynamischer Prozess, abhängig von vielen Parametern. wobei der Wind (Richtung und Stärke) immer noch den größten Einfluss nach der Sonne hat. Dreht der Wind oder ändert sich seine Stärke, stimmt keine Wettervorhersage für den nächsten Tag mehr.

  2. Jan 5. August 2026 um 18:34 Uhr - Antworten

    Weber lässt leider außer Acht, dass die in Wien, Berlin und Brüssel sowiel heiße Luft produzieren, dass man sich aufs Wetter nicht mehr verlassen kann.

  3. Fahrenheit_1966 5. August 2026 um 18:30 Uhr - Antworten

    Danke für diesen aufschlußreichen Artikel, Herr Mayer.
    Möchte auch das Thema „Geoengineering“ einbringen, Sie haben ja bereits mehrfach darüber geschrieben. Geoengineering muß grundsätzlich verboten werden – Experimente bitte zurück ins Labor! Ich vermute aber, dass wieder einmal die div. Militärs und finanzielle Interessensgruppen ihr Unwesen treiben. Wie kann man hier wenigstens Kontrollieren und Nachweise erbringen?
    Noch eine Frage – welche Rolle spielt im konkreten derzeitigen Fall der „überhöhte“ CO2-Anteil – der „muss“ ja doch gerade jetzt schon zwingend wirken bzw. „sichtbar“ werden, oder?

  4. Wolliku 5. August 2026 um 17:21 Uhr - Antworten

    Gut das der Volker Quaschning für seinen Quatsch rund ums Klima bekannt ist. Von Ökologie und Landschaftsgeschichte hat er auch absolut gar keine Ahnung, weil es ihn auch nicht interessiert. Für diesen Typ der Apokalypse ist die Klimakrise Lebensinhalt und dafür wird er gut bezahlt. Das Molekül des Lebens CO2 mag er nicht in den Mund nehmen, obwohl er mit jedem Atemzug 40000 ppm CO2 in die frische Luft ausbläst und so seinen Anteil an der Photosynthese und den Weltuntergang erbringt. Diese Katastrophenforscher wie der Windmühlen-Volker stellen sich jetzt auch gerne an den Rhein und posaunen dummes Zeug. Der Rhein dort hat seine 10Toprekorde des Niedrigwasserabfluss (NQ som) allesamt nicht im 21. Jahrhunderts gehabt, sondern 7 niedrigste Rekordwerte im 19. J. und 3 im 20. J.. Wer es genauer wünscht, kann es heute bei EIKE (eike-klima-energie.eu) nachlesen. Klimakrise ist einmal mehr Pustekuchen, wie bereits die Dramen um Brände und katastrophales Feuerio. Da hat sogar der EU-Katastrophenklimadienst Copernicus eingeräumt, in den letzten zwei Dekaden nehmen die Kohlenstoffbrände weltweit ab, alles satellitengestützt gemessen und KI-überwacht. Die Katastrophen-Schwurbeleien unserer MSM und dem ÖRR gibt es trotzdem, kosten- und klimaneutral durch Zwangsgebühren frei Haus geliefert.

  5. therMOnukular 5. August 2026 um 16:28 Uhr - Antworten

    Die Frage, die auch dieser Artikel nicht stellt: WARUM starten wir heute auf einem höheren Niveau als 1976?

    Jeder Klima-Apologet könnte an dieser Stelle sofort behaupten „erwischt“, weil das natürlich nur daran liegen kann, dass wir das Wetter kaputt gemacht haben.

    MMn liegen sie alle nicht richtig. AmS ist dieser „höhere Startpunkt“ hauptsächlich Folge davon, dass wir aufgehört haben uns an die Natur anzupassen und uns stattdessen einbilden, die Natur korrigieren zu können/müssen. Darum sind die Auswirkungen natürlicher Veränderungen und Phasen schlimmer geworden, weil wir mit der Adaption hoffnungslos hinterherhinken. Nur darum beschweren wir uns bei Regen über Überschwemmungen, weil nichts mehr diesen Regen aufnehmen kann vor lauter Beton – gleichzeitig wundern wir uns dann bei Sonnenschein, wo das ganze Wasser hinverschwunden ist und warum die Böden austrocknen und die Hitze steigt.

    Wie viele Tonnen Kubikmeter an bestem Trinkwasser fließen jede Sekunde durch unsere abertausend Bäche und Flüsse, bevor sie ungenutzt im Meer landen?
    Einfach schauen, dass all das Gebirgs- und Regenwasser nicht einfach abfließt, sondern in Boden und auch Infrastruktur gespeichert werden kann. Machte Österreich seit 1000 Jahren. Aber dazu sind die Wappler von heute zu blöd, zu korrupt und zu machtbesessen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Aktuelle Beiträge