Zwischen 1901 und 1960 gab es häufiger Hitzewellen als heute

23. Juli 2026von 4,8 Minuten Lesezeit

Hitzetage sind seit 1895 rückläufig. Hitzewellen in den USA traten zwischen 1901 und 1960 häufiger auf, und „die Anzahl der Tage, an denen Temperaturen von 37 °C bis 40 °C erreicht wurden, ist seit 1895 ebenfalls zurückgegangen“. Eine Analyse der NOAA-Daten zeigt: Extreme Hitzetage in den USA waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts häufiger als heute. Warum hört man davon nichts?

Die Schlagzeilen sind wie immer: „Rekordhitze!“, „Klimakollaps!“, „Noch nie dagewesen!“ – das volle Programm. Und wie jedes Jahr sitzen Millionen Menschen vor ihren Bildschirmen und fragen sich, ob sie überhaupt noch das Haus verlassen dürfen, ohne von einer apokalyptischen Hitzewelle dahingerafft zu werden. Doch was, wenn die Zahlen eine andere Sprache sprechen?

Der Meteorologe Chris Martz hat sich die Mühe gemacht, genau das zu tun, was man von einem seriösen Wissenschaftler erwarten würde: Er hat sich die Rohdaten angesehen. Nicht die „bereinigten“, „homogenisierten“ oder „klimamodellierten“ Daten, bei denen am Ende immer das herauskommt, was herauskommen soll – sondern die tatsächlichen Messwerte des Global Historical Climatology Network (GHCN-Daily) der NOAA.

Die unbequemen Zahlen

Martz‘ Analyse, veröffentlicht auf X und aufgegriffen von Climate Depot, fördert zutage, was der etablierte Klimadiskurs systematisch verschweigt:

Die durchschnittliche Anzahl der Tage pro Jahr, an denen in den USA 95°F (35°C) erreicht wurden, war im 60-Jahres-Zeitraum 1961–2020 um etwa 18 % niedriger als zwischen 1901 und 1960.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts – lange bevor der Begriff „Klimawandel“ überhaupt existierte, bevor SUVs, Billigflüge und weltweit Kohlekraftwerke die CO2-Angst befeuerten – hatte mehr extreme Hitzetage als die letzten sechs Jahrzehnte.

Auch die Zahl der Tage mit 100°F (37,8°C) und 105°F (40,6°C) ist seit 1895 rückläufig. Rückläufig. Nicht steigend, nicht „beschleunigt zunehmend“ – sondern fallend.

GHCN-Daily: Die Quelle, der man vertrauen kann – oder etwa nicht?

Die Daten stammen aus dem Global Historical Climatology Network, betrieben vom National Centers for Environmental Information der NOAA. Es ist das weltweit umfassendste Archiv täglicher Klimadaten von Landstationen – zehntausende Messstationen, teils mit Aufzeichnungen, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

Interessant ist: Dieselbe NOAA, deren Daten hier zeigen, dass Hitzeextreme abnehmen, ist gleichzeitig eine der zentralen Institutionen, die den offiziellen Alarmismus-Kurs mittragen. Man fragt sich, warum die Behörde ihre eigenen Rohdaten nicht prominenter kommuniziert. Vielleicht, weil sie nicht ins Narrativ passen?

Die Antwort kennt jeder, der verstanden hat, wie institutionelle Anreize funktionieren: Katastrophenmeldungen bringen Forschungsgelder, Schlagzeilen und politische Relevanz. Die Botschaft „Alles halb so schlimm, schaut euch die Daten an“ bringt gar nichts davon.

Das Spiel mit der Angst

Was hier sichtbar wird, ist ein Muster, das sich durch die gesamte Klimadebatte zieht:

  1. Man nehme ein reales Phänomen – ja, das Klima verändert sich, das tut es seit jeher.

  2. Man übertreibe dessen Ausmaß und Eindeutigkeit – jede Hitzewelle wird zur „Klimakatastrophe“, jeder Sturm zum „Beweis“.

  3. Man ignoriere oder „korrigiere“ widersprechende Daten – historische Hitzerekorde aus den 1930ern werden in der Berichterstattung konsequent unterschlagen.

  4. Man diffamiere Kritiker als „Leugner“ – ein Begriff, der bewusst an Holocaust-Leugnung anknüpft und jede sachliche Diskussion im Keim erstickt.

Chris Martz bringt es auf den Punkt:

„Thankfully I have numbers rather than opinions.“

Zum Glück habe ich Zahlen statt Meinungen. Genau das ist der entscheidende Unterschied zwischen Wissenschaft und Aktivismus. Wissenschaft fragt: Was sagen die Daten? Aktivismus fragt: Was nützt der Sache?

Die unbequeme Wahrheit über Hitzewellen

Passend dazu kommt eine weitere Meldung, die das Narrativ durchlöchert: Das britische Met Office kam kürzlich zu dem Schluss, dass die Zunahme von Hitzewellen in Europa teilweise auf die Abnahme der Luftverschmutzung zurückzuführen ist. Sauberere Luft bedeutet weniger Aerosole, die das Sonnenlicht reflektieren – also mehr direkte Sonneneinstrahlung und höhere Bodentemperaturen.

Mit anderen Worten: Ausgerechnet die erfolgreiche Bekämpfung von Luftschadstoffen könnte ein Treiber der beobachteten Erwärmung sein. Eine bittere Pille für eine Bewegung, die gleichzeitig gegen „fossile Brennstoffe“ und für „saubere Luft“ kämpft, ohne zu verstehen, dass diese Ziele in einem Spannungsverhältnis stehen.

Was bedeutet das?

Niemand bestreitet, dass sich das Klima wandelt. Es hat sich immer gewandelt – von der Mittelalterlichen Warmzeit über die Kleine Eiszeit bis heute. Was bestritten werden muss, ist die monokausale, hysterische Zuspitzung, die jeden Wetterumschwung zur existenziellen Bedrohung aufbläst und jede abweichende Meinung als Ketzerei brandmarkt.

Die GHCN-Daten zeigen:

  • Die 1930er Jahre waren in weiten Teilen der USA heißer als die Gegenwart.

  • Die Zahl extremer Hitzetage ist seit über einem Jahrhundert tendenziell rückläufig.

  • Die Behauptung, Hitzewellen würden „immer schlimmer“ und „nie dagewesen“, ist schlicht falsch – zumindest für die USA, das am besten instrumentell vermessene Land der Erde.

Die Daten sind da – man muss sie nur lesen wollen

Chris Martz hat nichts weiter getan, als öffentlich zugängliche, behördliche Rohdaten einer der renommiertesten Klimaforschungsinstitutionen der Welt auszuwerten und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Dass dies überhaupt eine Kontroverse auslöst, zeigt, wie sehr der Klimadiskurs inzwischen einer säkularen Religion gleicht – mit Dogmen, Ketzern und Inquisitoren.

Die Wahrheit ist: Wer heute noch behauptet, die Wissenschaft sei „eindeutig“ und die Debatte „vorbei“, hat entweder die Daten nicht angesehen oder will nicht, dass Sie sie ansehen.

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