Es ist August 2026. Der ORF lädt zum Krisengespräch über den Sommer. Marlene Nowotny spricht mit Prof. Christian Griebler, Ökologe und Klimaforscher der Universität Wien, über die „außergewöhnliche Hitze und Trockenheit“ dieses Sommers.
Das Gespräch hört sich an sich wie ein Drehbuch, das wir in den letzten Jahren schon oft gehört haben: Rekordhitze, Dürre, Waldbrände, schrumpfende Gletscher, niedrige Pegelstände. „Beispiellos“, „noch nie dagewesen“ — die vertrauten Vokabeln des institutionalisierten Alarmismus. Doch wer genauer hinschaut und ein paar Jahrzehnte zurückspult, entdeckt: So beispiellos ist das alles nicht.
Hitze damals und heute — ein Realitätscheck
1975 sang Rudi Carrell: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer — ein Sommer wie er früher einmal war? Ja, damals, als die Sonne noch richtig schien, da gab es bis zu 40 Grad im Schatten. Wir mussten mit dem Wasser sparsam sein.“
Man höre genau hin: 40 Grad im Schatten. Wasserknappheit. Sparsamkeit. Das war 1975 — also vor einem halben Jahrhundert, lange bevor der angeblich menschengemachte Klimawandel zum universellen Erklärungsmodell für jedes Sommergewitter hochstilisiert wurde. Carrells Lied war keine dystopische Warnung, sondern eine heitere Sommerhymne. Hitze war damals das, was sie immer war: eine Realität des Sommers.
Heute wird aus derselben Realität eine existenzielle Bedrohung konstruiert — mit amtlichen Hitzewarnungen, Todesfallstatistiken und dem immergleichen Reflex: Der Bürger soll sich bitte anpassen, Wasser sparen, kurz duschen. Die Politiker (im TV mit einem :Innen ergänzt) reden derweil auf Gipfeln und richten digitale Wasserentnahmeregister ein. Wie Griebler im ORF selbst einräumt: „Man hat das Gefühl, es wird geredet, es wird geredet, es passiert sehr wenig.“
Hitzetote — oder doch Pillentote?
Was in der gesamten Hitzetoten-Debatte konsequent unter den Tisch fällt, hat TKP in zwei Artikeln detailliert aufgearbeitet: „Hitzetote durch Pillen: Wie Polypharmazie im Sommer zur tödlichen Falle wird“ und „Hitzewarnungen: Schutz oder krank machend?“.
Der springende Punkt: „Hitze“ ist keine medizinische Todesursache. Sie steht auf keinem Totenschein. Was die Statistiken zeigen, sind statistische Übersterblichkeiten, die per Modellrechnung kurzerhand der Temperatur zugeschrieben werden. Dass im gleichen Zeitraum ganz andere Faktoren wirken — Ozonbelastung, veränderte Aktivitätsmuster oder schlicht die Tatsache, dass alte und kranke Menschen häufiger in warmen Monaten versterben — wird ausgeblendet.
Viel entscheidender: Ein erheblicher Teil der älteren Bevölkerung nimmt regelmäßig Medikamente ein, die die Thermoregulation des Körpers massiv beeinträchtigen:
- Diuretika entwässern den Körper und stören den Elektrolythaushalt
- Betablocker drosseln die Herzfrequenz und damit die Fähigkeit, Wärme abzuführen
- ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker legen das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System still — genau jenes System, das der Körper bei Hitze zur Flüssigkeitskonservierung braucht
- Anticholinergika, Antidepressiva und Antipsychotika unterdrücken die Schweißproduktion oder erhöhen die Körpertemperatur direkt
Die US-Gesundheitsbehörde CDC stellt fest, dass die Kombination aus ACE-Hemmer und Diuretikum das Risiko für hitzebedingte Schäden „signifikant erhöhen“ kann. Die Heidelberger Klinischen Standards bestätigen das Risiko für eine ganze Reihe von Medikamentenklassen.
Wenn ein älterer Mensch mit diesem Medikamentencocktail bei 30 Grad kollabiert — ist dann die Hitze schuld, oder die Polypharmazie? Die Antwort der Gesundheitsbehörden lautet nicht etwa: kritische Überprüfung der Verschreibungspraxis. Sie lautet: noch mehr Warnungen, noch mehr Panik.
Wie TKP ausführlich darlegte: Die CLIMATE-II-Studie und eine experimentelle Studie der Universität Bochum zeigen, dass negative Risikoerwartungen gegenüber Hitze die Symptombelastung erheblich verstärken. Wer ständig hört, wie gefährlich Hitze sei, entwickelt mehr Symptome — unabhängig von der tatsächlichen physiologischen Belastung. Der Nocebo-Effekt ist real (Nocebo von nocere (lat.) = schaden).
Wasserknappheit: Echt oder konstruiert?
Griebler erklärt im ORF, Österreich sei „nach wie vor ein extrem wasserreiches Land.“ Die Hochalpen bekommen 2.500 mm Niederschlag, 70 bis 80 Prozent davon gehen in den Fels und werden zu Grundwasser. Im Osten sind es 350 bis 400 mm, wovon etwa 10 Prozent zu Grundwasser werden. Österreich lebt wassermäßig vom Westen.
Das klingt nicht nach einer unmittelbar bevorstehenden Katastrophe. Es klingt nach einem Verteilungsproblem, das man mit intelligenter Wasserwirtschaft lösen könnte. Stattdessen wird die „Krise“ zum Hebel für etwas ganz anderes.
Wie TKP bereits im Juli berichtete: „Sie kommen für unser Wasser“ — der Angriff auf das Trinkwasser ist in vollem Gange. Die UNO veröffentlichte im Januar 2026 den Bericht „Globaler Wasserbankrott“ und spricht von einem „Post-Krisenzustand“. Die vorgeschlagenen Lösungen gehen weit über klassisches Wassermanagement hinaus: zentrale Überwachung, durchsetzbare Nutzungsgrenzen, Umstrukturierung bestehender Wasserrechte — umgesetzt durch Satellitenbeobachtung, Grundwasser-Scans, Smart Metering und KI-gestützte Modelle, die jeden Tropfen in Echtzeit tracken.
Goldman Sachs legte im Mai 2026 mit dem Report „Securing and Financing the Future of Water“ nach. Die Lösung: Tokenisierung von Wasser. Wasserrechte sollen in handelbare digitale Tokens umgewandelt werden, mit denen Unternehmen Verbräuche kompensieren oder Klimakredite erwerben können. Pilotprojekte gibt es bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Portugal. Das World Economic Forum und Nestlé sind eingebunden. Für die Datenspeicherung und die nötigen Berechnungen braucht man allerdings Rechenzentren.
Es ist 20 Jahre her, dass der damalige Nestlé-CEO erklärte, kein Mensch habe ein Grundrecht auf Wasser. Heute wird dieser Wunsch Wirklichkeit: Wasser soll kein Allgemeingut sein, sondern Handelsgut. Jeder Tropfen ein Asset. Die „Krise“ ist der Vorwand, das Elementarste zu privatisieren, was der Mensch zum Leben braucht. Und wir wissen was bei der Privatisierrung von Infrastruktur bisher immer herausgekommen ist: Alles wurde teurer und das Service verschlechterte sich massiv,
KI-Zentren: Die wahren Wasserschlucker
Und während den Bürgern das kurze Duschen nahegelegt wird, entstehen weltweit gigantische KI-Rechenzentren mit einem Wasser- und Stromverbrauch, der jede private Sparmaßnahme zur lächerlichen Farce macht. TKP berichtete im Juni: Amazons Project Rainier in Indiana durfte in der Bauphase bis zu 117 Millionen Liter Wasser pro Tag aus dem lokalen Aquifer abpumpen. Der Strombedarf liegt bei bis zu 2,2 Gigawatt — genug für 1 bis 1,6 Millionen Haushalte.
Ein mittelgroßes KI-Rechenzentrum verbraucht täglich so viel Wasser wie eine Kleinstadt. Global könnte der Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren bis 2030 auf Werte steigen, die dem täglichen Bedarf von Hunderten Millionen Menschen entsprechen. Zwei Drittel der nach 2022 errichteten Rechenzentren stehen in Regionen mit Wasserknappheit.
In Irland verbrauchen Rechenzentren bereits über 20 Prozent des nationalen Stroms. In Frankfurt sind es lokal bis zu 40 Prozent. In Chile trocknen ganze Landstriche aus, weil die Kühlsysteme der Datacenter das Grundwasser abpumpen. Die ARTE-Dokumentation dazu zeigt Bauern, die zur Auswanderung gezwungen werden.
Während also die Tech-Giganten ungehindert ganze Aquifere leerpumpen, wird dem Bürger eingeredet, er müsse beim Zähneputzen den Hahn zudrehen. Das ist keine Umweltpolitik — das ist eine Umverteilung von Ressourcen von unten nach oben, verpackt in grüne Moral.
Und da schärfste Ironie ist, dass genau für diese Tokeniserung des Wassers, der Überwachung der Entnahme und all die anderen Maßnahmen just diese Rechenzentren gebraucht werden, die das meiste Wasser verbrauchen.
Historische Perspektive: Nichts Neues unter der Sonne
Dass Wetterextreme kein neues Phänomen sind, hat TKP bereits 2024 aufgearbeitet: „Klimawandel und Extremwetter im Weinviertel seit dem Jahr 1271“. Die historischen Aufzeichnungen zeigen eine Abfolge von Dürreperioden, Überschwemmungen und Extremwettern, die sich nahtlos in das Bild einer dynamischen Klimageschichte einfügen — lange vor der Industrialisierung, lange vor dem SUV. Zum Beispiel: 1304 Die Donau konnte stellenweise durchwatet werden.
Die Vorstellung, wir lebten in einer beispiellosen Zeit klimatischer Extreme, ist schlicht ahistorisch. Was neu ist, ist der Apparat, der aus jeder Hitzewelle eine Krise, aus jeder Trockenperiode einen Wasserbankrott und aus jedem Sommer eine existenzielle Bedrohung konstruiert.
Das Spiel mit der Angst
Griebler selbst liefert im ORF-Gespräch die unfreiwillige Pointe. Auf die Frage, ob Klimawandelleugner weniger würden, teilt er die Gesellschaft in drei Gruppen: die Engagierten, die Gleichgültigen und die „Leugner“ — und schiebt diese in einen Topf mit „Krankheitspathogene, Keime, Leugner, Virenleugner, Impfleugner“. Mit solchen Leuten sei nicht zu reden: „Im Einzelgespräch stößt man mit seinen Fakten an Wände, die undurchdringbar sind.“
Das ist die Haltung, die den öffentlichen Diskurs vergiftet. Wer nicht ins Narrativ passt, wird pathologisiert. Dass es sich bei vielen sogenannten „Leugnern“ schlicht um Menschen handelt, die sich an die 40 Grad von 1975 erinnern und die Diskrepanz zwischen Alarm und Realität bemerken, kommt im geschlossenen System der Klimaorthodoxie nicht vor.
Fazit: Die wahre Gefahr ist nicht die Hitze
Die außerordentliche Gefahr dieses Sommers 2026 liegt nicht in der Temperatur, nicht in der Trockenheit und nicht im schrumpfenden Gletscher. Sie liegt in der systematischen Instrumentalisierung dieser Phänomene für eine Agenda, die auf Kontrolle, Umverteilung und Enteignung zielt.
- Hitzewarnungen erzeugen über Nocebo-Effekte mehr Leid, als sie verhindern — und lenken von der wahren Ursache vieler „Hitzetoter“ ab: der Polypharmazie.
- Wasserknappheit wird zur Rechtfertigung für die Tokenisierung und Privatisierung der elementarsten Lebensressource — während KI-Rechenzentren ungestört ganze Grundwasserreserven leerpumpen.
- Die Klimakrise dient als Vorwand für einen Apparat, der seine Daseinsberechtigung aus genau jener Krise zieht, die er selbst konstruiert.
Rudi Carrell wusste 1975: 40 Grad im Schatten, Wasser sparen — das war Sommer. Kein Weltuntergang, keine Krise, kein Grund zur Panik. Sondern einfach: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
7 Kommentare
Wasser verbrauchen ist so eine Erzählung. Wasser war schon immer im Grunde in der selben Menge hier, wie vor Jahrmillionen.. Wo sollte es auch herkommen und wohin gehen? Im Weltall gibt es Wasser höchstens als Eis in Asterioden, vielleicht gebunden in anderen Planeten, aber es fliegt da nicht rum.
Wenn wir Wasser „verbrauchen“ verbrauchen wir nur eine Einheit an Wasserdurchfluss. Sozusagen oben rein, unten wieder raus. Als Mensch kommt noch Schwitzen, Atem dazu als Auscheidung und somit Rückfuhr in den bestehenden Bestand.
Die KI Rechenzentren nutzen es zur Kühlung. Wie man auch einen PC mit Wasserkühlung betreiben kann.
Das hat natürlich Folgen, da das Wasser warm wieder irgendwo rausfliessen wird, in einen Fluss z.B. und dies sicherlich auf Dauer einen Effekt haben wird auf dessen Umgebung.
Aber eines steht fest, da wir die Kontrolle über das System nicht haben, wird es auch eine Art Tokenisierung des Wassers geben, wenn dies gewollt ist seitens der Systembetreiber und damit in erster Linie nicht Geld gemacht, sondern niedergehalten wird, was diesen Leuten das Wichtigste ist, weil es deren Macht sichert und somit auch den ganzen Rest wie Geld oder was auch immer beschert.
Die ganze Panikmache sind ja auch keine Nachrichten, sondern Alarmismus die als Nachrichten getarnt werden.
Was ich nicht verstehe: Warum ist es für ein Menschlicher Körper so katastrophal, wenn die Aussentemperatur die Innentemperatur des Körpers (36-37 Grad) egalisiert?
Jawohl, dann müssten in Dubai schon alle tot sein bei 50°C im Schatten…
Als Rudi Carell dieses Lied sang, waren die Sommer hierzulande kalt und verregnet. So fuhr man lieber im Urlaub in den Süden (Italien, Jugoslawien). Und die Klima-Professorchens redeten damals von der kommenden Eiszeit. Die Theorie wurde später durch die Geschichte vom Verglühen des Planeten ersetzt. Das war wohl das bessere Geschäft…..
Damals in meiner Kindheit war es Sommers über oft über 40°C am Rhein. Und wir waren in den Sommerferien fast nur im Schwimmbad den ganzen Tag…
es ist zwar vieles richtig, aber „Wasserschlucker“ sind die KI-Rechenzentren natürlich nicht! Das Wasser verschwindet ja nicht einfach. Es wird erwärmt, ja. Wohl sicher auch so manches verdunstet deswegen – was beides nicht unproblematisch ist. Der hohe Stromverbrauch dazu… alles richtig. aber Bitte, nicht so einen Unsinn in die Welt verbreiten von wegen Wasserverbrauch – denn mit solchen Aussagen, die logischerweise falsch sind, wird alles andere ebenso in zweifelhaft gezogen (was absolut nicht passieren sollte)
in slowenien wurde das recht auf wasser 2016 einstimmig im parlament in den verfassungsrang erhoben
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