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Technologie

ChatGPT soll bald die Computer übernehmen

9 Kommentare 18. August 2026 3 Minuten Lesezeit von Thomas Oysmüller

Schon in den nächsten sechs Monaten könnte eine Weiterentwicklung von ChatGPT den Bildschirm eines Computers dauerhaft beobachten, Meetings und Anrufe aufzeichnen und dabei einen „perfekten Kontext“ des gesamten Lebens eines Menschen aufbauen.

In einem Gespräch mit Cory Levy, Gründer von Z Fellows, beschrieb Altman seine Pläne für den ChatGPT-Nachfolger. Dieser soll schon in den nächsten Monaten einsatzbereit sein. Das Programm soll sich mit Textnachrichten, E-Mails, Dokumenten und Tools wie Slack verbinden. Die KI würde dann nicht mehr nur auf Anfragen reagieren, sondern proaktiv handeln: Ideen vorschlagen, potenzielle Probleme erkennen und den Alltag unterstützen.

Laut Altman sei man nur noch eine Modell-Generation von einem solchen Assistenten entfernt, der dann wirklich „nützlich“ sei. Die India Times berichtet.

ChatGPT würde nicht länger ein Chatfenster bleiben, das man bei Bedarf öffnet. Stattdessen soll es permanent aktiv sein, ein Programm, das sieht, was auf dem Bildschirm passiert, und den gesamten Lebenskontext kennt. Altman selbst spricht von einem „Descendant of ChatGPT“, also einem Nachfolger, der Bildschirme beobachtet und Gespräche mitschneidet. Die KI wird so zum allwissenden Assistenten. Zumindest was am Bildschirm geschieht, soll die KI permanent wissen.

ChatGPT ist bereits eines der am weitesten verbreiteten KI-Tools der Welt. Nach aktuellen Zahlen nutzen etwa eine Milliarde Menschen den Dienst monatlich aktiv, rund 900 Millionen wöchentlich. Ein Video der Aussagen Altmans verbreitete sich rasant und erreichte.

Doch nicht alle Nutzer dürften den Schritt so euphorisch gegenüberstehen. Viele Nutzer äußerten starke Vorbehalte gegenüber dem Gedanken, dass eine KI ständig den Computer überwacht. Kommentare reichten von scharfer Ablehnung bis zu Ironie über eine „regierungsgestützte Spionage“ auf dem eigenen Gerät

Technisch betrachtet geht es um mehr als nur ein größeres Kontextfenster. Es geht um kontinuierliche Beobachtung und Integration verschiedener Datenquellen. Altman will beschwichtigen und betont, dass das System nutzergesteuert sein soll.

OpenAI ist freilich nicht das einzige Unternehmen mit diesen Ideen. Meta-Chef Mark Zuckerberg spricht von Superintelligenz, die in den nächsten Jahren jedem zur Verfügung stehen und neue Möglichkeiten in Kreativität, Geschäft und Gesundheit eröffnen soll. Es sind die Fantasien der BigTech-Oligarchen, die meinen, dass der KI-Fortschritt auf keinen Fall zu bremsen sei.

Ob ChatGPT in sechs Monaten tatsächlich den Computer in dem beschriebenen Umfang „übernimmt“, bleibt dann aber wieder abzuwarten. Meist erfüllen sich die Wünsche der CEOs dann doch nicht. Doch Altmans Aussage zeigt jedoch klar die Richtung, in die OpenAI steuert: von einem reaktiven Chatbot hin zu einem allgegenwärtigen, kontextbewussten Assistenten.


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9 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3
    Antworten

    Da ich schon genug durch die natürliche Idiotie meiner Umgebung geschädigt bin, werde ich sicher nicht die künstliche Idiotie noch dazukommen lassen

  2. Lutz Herzer
    Antworten

    Da muss ich doch direkt an Karl Klammer denken, diese altkluge Büroklammer von MS-Office 97, die einem ins Bild sprang und mit ungebetenen Tipps nervte, so dass das Deaktivieren dieses Gimmicks höhere Priorität hatte als ein unmittelbar bevorstehender Toilettengang. Niemand wollte dieses Ding, außer Melinda Gates vielleicht.

  3. local.man
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    Wie Herr Moser es hier schon angemerkt hat, ist dieses LLM-Tool dann eher eine eher störende Quelle, als ein Werkzeug.

    Zudem es ja dann die Daten sicherlich weiterreichen wird. Jede Mausbewegung, jedes Programm was man öffnet, welchen Text man in Libre Calc schreibt, welche Seiten man besucht, welche Dinge man sich anschaut, welche pronografischen Inhalte aus dem Netz besonders im Fokus liegen.
    Wenn diese KIs im ganzen Haus ihren „Dienst“ tun, ist der Mensch in der Truman-Show angekommen.

    Wenn diese KIs dann noch permanent alles kommentieren, Vorschläge machen und deinen Gemütszustand auslesen, was ist das dann?

    Diese KI-Modelle sind Tools. Wenn ich von mir aus, mit diesem Werkzeug etwas machen will, nutze ich es und es hat dann einen für mich sinnvollen Einsatz/Zweck. Wie jedes Gerät auch, ob der PC selbst, das Auto usw.
    Aber wenn die KI aus sich heraus mir ständig auf die Finger schaut und mir auf die Nerven geht, dann ist das kein sinnvoller Einsatz mehr, es ist total belastend bis hin zu Fremdbestimmung spätestens dann, wenn der KI neben der Kontrolle, auch noch Befugnisse gegeben werden, von Strafen wie Geldabszug, bis Melden, bis Drohen, wenn sie nicht sofort dies und das tun oder nicht… dann!

    Ich gebe hier Herrn Tom Lausen recht, diese KIs und dann in Verbindung zur analogen Welt, sind der entscheidende Unterschied zur bisherigen Technik und der große Wandel, der uns hier noch bevor steht und den es zu unseren Gunsten zu nutzen gilt und nicht so eingesetzt wird, dass er gegen uns gerichtet wird.

    Denn die Technik wird jetzt zum Akteur mittels KIs. Zuerst auf demant-Basis, dann auf dem PC, irgendwann in einer Behörde/Kasse, schlussendlich laufen die Maschinen durch die Gegend, in welcher Form auch immer, von Flugdrohne, bis Roboterhund, Mini-Fliege mit Kamera und Mikro, oder als dein perönlicher Alltagshelfer, von industriellen Einsatz im riesigen Maßstab reden wir da nicht mal, auch im Bereich Militär.

  4. Gabriele
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    KI wird „den Alltag unterstützen“ – so ähnlich, wie der lästige Nachbar, der einen Tag und Nacht mit seinen Ratschlägen traktiert…
    Wenn man uns dann endgültig die letzten Hirnzellen infiltriert oder abgeschaltet hat, dann wird’s lustig.
    „Wir sind Borg, Widerstand ist zwecklos…Sie werden assimiliert werden…“. Zum Lachen? Möglicherweise dann nicht mehr…

  5. VerarmterAdel
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    „Laut Altman sei man nur noch eine Modell-Generation von einem solchen Assistenten entfernt, der dann wirklich „nützlich“ sei.“

    Das hätte er gern, wird er aber nicht mehr erleben, weil seine Firma bis dahin bankrott sein wird, denn: Wer zahlt eigentlich für seine tolle AI?

    „Die KI wird so zum allwissenden Assistenten. Zumindest was am Bildschirm geschieht, soll die KI permanent wissen.“
    Klingt verdammt noch ISrahell, klingt verdammt nach MS WinSchrott. Wunschdenken.

    1. Pusteblume
      Antworten

      „… Das hätte er gern, wird er aber nicht mehr erleben, weil seine Firma bis dahin bankrott sein wird, denn: Wer zahlt eigentlich für seine tolle AI? …“
      Diejenigen, die auf die Aufschneiderei (und nichts anderes ist das) von Altman hereinfallen oder sich ebenso wichtig tun wollen, wie Altman; eben mit der Mode mitschwimmen wollen. Und da gibt es genug von der Sorte Wichtigtuer.

  6. Thomas Moser
    Antworten

    Die Idee, dass ChatGPT tief ins Betriebssystem eingebaut wäre und schon beim Hochfahren aktiv wird, ist reines Marketing‑Gerede. Damit würde ein Computer sofort nach dem Einschalten eine KI starten, die den Nutzer nervt, Routinen überwacht, Essenszeiten kommentiert oder sogar Toilettengänge vorschlägt. Das ist keine Assistenz, sondern Übergriffigkeit. Die Vision einer KI, die den gesamten Lebenskontext kennt und ständig präsent ist, wirkt wie ein digitaler Vormund statt wie ein Werkzeug. Altman und andere größenwahnsinnige Tech‑Chefs verkaufen das als Fortschritt, obwohl es in Wahrheit ein Rückschritt wäre: weg von klaren, kontrollierbaren Funktionen hin zu Systemen, die sich zwischen Mensch und Alltag schieben.
    Ich glaube diesen Schwachsinn erst, wenn ich ihn live sehe – und selbst dann bleibt die Frage, wer so etwas freiwillig nutzen oder bezahlen sollte.

    Die Hybris der sogenannten Superintelligenz liegt darin, dass SugerMountain so tut, als stünde die Menschheit kurz davor, ein digitales Überwesen zu erschaffen. In Wirklichkeit haben wir Werkzeuge, die Muster erkennen und plausible Sätze generieren – mehr nicht. Die Behauptung einer Superintelligenz ist Tech‑Mystik: ein künstlicher Mythos, der Erwartungen schürt, die weder realistisch noch wünschenswert sind. Alles an KI stammt vom Menschen: die Trainingsdaten, die Trainingsalgorithmen, die Modellarchitektur. Die Maschine hat kein Bewusstsein und meint nicht, was sie sagt. Philosophisch relevante Intelligenz kann man KI nicht zuschreiben – außer man implementiert sie klassisch, semantiktragend, etwa als Entscheidungsbaum/regelbasiert:
    IF stomach_sounding_strange() THEN recommend_to_eat() and notify_patientenakte()
    Aber dann könnte man genauso gut Word, Excel oder dem Taschenrechner Intelligenz zuschreiben. Macht man aber nicht. Weil der Taschenrechner nicht weiß was eine Wurzel ist wenn er SQRT(9)=3 berechnet; er kann es, versteht es aber nicht. So ist KI: die perfekte FakeMaschine. Tut so als würde sie mit mir reden, ist aber kein Subjekt und hat keine Vorstellung von Hund wenn es Wort Hund ausgibt.

    1. Pusteblume
      Antworten

      „… Das ist keine Assistenz, sondern Übergriffigkeit. Die Vision einer KI, die den gesamten Lebenskontext kennt und ständig präsent ist, wirkt wie ein digitaler Vormund statt wie ein Werkzeug. Altman und andere größenwahnsinnige Tech‑Chefs verkaufen das als Fortschritt, obwohl es in Wahrheit ein Rückschritt wäre: weg von klaren, kontrollierbaren Funktionen hin zu Systemen, die sich zwischen Mensch und Alltag schieben. …“

      Das, was Sie anmerken, ist offensichtlich so gewollt: die Bevormundung rund um die Uhr. Altman und Co. sollten schleunigst in der Anstalt Platz nehmen. Dort dürfen diese Durchgeknallten den ganzen Tag Tüten kleben.

    2. Pusteblume
      Antworten

      „… Ich glaube diesen Schwachsinn erst, wenn ich ihn live sehe – und selbst dann bleibt die Frage, wer so etwas freiwillig nutzen oder bezahlen sollte. …“
      Diese Typen, wie Altman, die sich gern als Weltenretter sehen und wähnen, werden Menschen dazu bringen, diesen Dummfug mitzumachen und sie, Altmann und Co., auf unbegrenzte Dauer finanziell zu pampern.

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