
ChatGPT soll bald die Computer übernehmen
Schon in den nächsten sechs Monaten könnte eine Weiterentwicklung von ChatGPT den Bildschirm eines Computers dauerhaft beobachten, Meetings und Anrufe aufzeichnen und dabei einen „perfekten Kontext“ des gesamten Lebens eines Menschen aufbauen.
In einem Gespräch mit Cory Levy, Gründer von Z Fellows, beschrieb Altman seine Pläne für den ChatGPT-Nachfolger. Dieser soll schon in den nächsten Monaten einsatzbereit sein. Das Programm soll sich mit Textnachrichten, E-Mails, Dokumenten und Tools wie Slack verbinden. Die KI würde dann nicht mehr nur auf Anfragen reagieren, sondern proaktiv handeln: Ideen vorschlagen, potenzielle Probleme erkennen und den Alltag unterstützen.
Laut Altman sei man nur noch eine Modell-Generation von einem solchen Assistenten entfernt, der dann wirklich „nützlich“ sei. Die India Times berichtet.
ChatGPT würde nicht länger ein Chatfenster bleiben, das man bei Bedarf öffnet. Stattdessen soll es permanent aktiv sein, ein Programm, das sieht, was auf dem Bildschirm passiert, und den gesamten Lebenskontext kennt. Altman selbst spricht von einem „Descendant of ChatGPT“, also einem Nachfolger, der Bildschirme beobachtet und Gespräche mitschneidet. Die KI wird so zum allwissenden Assistenten. Zumindest was am Bildschirm geschieht, soll die KI permanent wissen.
ChatGPT ist bereits eines der am weitesten verbreiteten KI-Tools der Welt. Nach aktuellen Zahlen nutzen etwa eine Milliarde Menschen den Dienst monatlich aktiv, rund 900 Millionen wöchentlich. Ein Video der Aussagen Altmans verbreitete sich rasant und erreichte.
Doch nicht alle Nutzer dürften den Schritt so euphorisch gegenüberstehen. Viele Nutzer äußerten starke Vorbehalte gegenüber dem Gedanken, dass eine KI ständig den Computer überwacht. Kommentare reichten von scharfer Ablehnung bis zu Ironie über eine „regierungsgestützte Spionage“ auf dem eigenen Gerät
Technisch betrachtet geht es um mehr als nur ein größeres Kontextfenster. Es geht um kontinuierliche Beobachtung und Integration verschiedener Datenquellen. Altman will beschwichtigen und betont, dass das System nutzergesteuert sein soll.
OpenAI ist freilich nicht das einzige Unternehmen mit diesen Ideen. Meta-Chef Mark Zuckerberg spricht von Superintelligenz, die in den nächsten Jahren jedem zur Verfügung stehen und neue Möglichkeiten in Kreativität, Geschäft und Gesundheit eröffnen soll. Es sind die Fantasien der BigTech-Oligarchen, die meinen, dass der KI-Fortschritt auf keinen Fall zu bremsen sei.
Ob ChatGPT in sechs Monaten tatsächlich den Computer in dem beschriebenen Umfang „übernimmt“, bleibt dann aber wieder abzuwarten. Meist erfüllen sich die Wünsche der CEOs dann doch nicht. Doch Altmans Aussage zeigt jedoch klar die Richtung, in die OpenAI steuert: von einem reaktiven Chatbot hin zu einem allgegenwärtigen, kontextbewussten Assistenten.
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