Schöne Neue KI-Welt

9. Juni 2026von 4,2 Minuten Lesezeit

KI erscheint vielen Zeitgenossen als Turbo für die taumelnden ehemaligen Industrieländer. Aber Vorsicht, wenn KI für den Normalbürger so nützlich wäre, warum ist dann so viel Propaganda für ihren Einsatz notwendig? Tatsächlich liefern KI-Anwendungen Antworten, um Fragende auszuforschen und Fake News zu implementieren.

Noch mehr als Suchmaschinen laden KI-Programme dazu ein, Gedächtnis und Wissen auszulagern. Wer sich KI-Antworten ansieht, kann aber nicht nur schnell feststellen, dass Antworten vielfach nicht zutreffen, sondern auch, dass das Präsentierte abhängig von Formulierung und dem in der Frage enthaltenen Wissensstand des Fragenden ist. Kleine Nuancen genügen, um Antworten in ihr Gegenteil zu verkehren. Der Fragende weiß dann gar nichts mehr. Die KI hat dagegen den Fragenden gleichzeitig komplett durchleuchtet.

Ein Beispiel mit der Google-KI: „Woran ist der Komponist Robert Schumann (1810-56) gestorben?“ Die unbedarfte Frage führt zur Antwort: „Robert Schumann starb 1856 in der Heilanstalt Endenich an den Folgen einer Syphilis-Infektion, die zu einer schweren psychischen Zersetzung und körperlichen Auszehrung führte.“ Die Antwort spiegelt definitives Wissen vor, das allerdings definitiv unwahr ist.

Fragt man kritischer: „Ist der Komponist Robert Schumann wirklich an Syphilis gestorben“, relativiert die KI bereits ihre Aussage: „Historische und medizinische Quellen deuten darauf hin, dass Robert Schumann an den Spätfolgen einer Syphilis-Infektion (Neurosyphilis) gestorben ist.“ Allerdings immer noch kein Wort davon, dass die Syphilis nur in Europa tödlich war, weil mit Quecksilber behandelt wurde. Dass nicht die Syphilis, sondern deren Behandlung tödlich war, hatte im 19. Jahrhundert bereits der Wiener Arzt Josef Hermann (1817-1902) entlarvt.i

Wer weiter fragt: „Gibt es nicht eine andere Erklärung für Robert Schumanns Tod?“ Erfährt wiederum mehr: „Tatsächlich gibt es nicht nur eine Erklärung, sondern eine Vielzahl von medizinischen Diagnosen und Theorien, die im Laufe der Zeit diskutiert wurden. Bis heute streitet die Forschung darüber, was Robert Schumanns Zusammenbruch und seinen Tod im Jahr 1856 in der Heilanstalt Bonn-Endenich genau verursacht hat.“ Allerdings wird die plausibelste Version, die ich 2022 aus den Krankenakten rekonstruiert habe, immer noch vorenthalten.

Fügt man den Stichworten „Robert Schumann“ und „Tod“ „Reuther“ hin, wird das mangelnde Wissen bestätigt: „Die Todesursache ist medizinisch umstritten. Der Medizinhistoriker Dr. Gerd Reuther bezweifelt die in den Krankenakten dokumentierte Hauptdiagnose einer Neurosyphilis (Spätstadium der Syphilis) und kritisiert mangelnde Beweise.“ Die konkrete alternative Hypothese von mir wird dennoch vorenthalten.

Mit meinem vollständigen Namen „Gerd Reuther“ gibt es dann Fake News vom Feinsten: „Der Arzt und Medizinhistoriker Dr. Gerd Reuther vertritt die These, dass Robert Schumann nicht an der oft kolportierten Syphilis starb, sondern an den Folgen einer Quecksilbervergiftung sowie den immensen körperlichen Belastungen durch seine Unterbringung in der psychiatrischen Anstalt Bonn-Endenich.“ Diese These stammt aber gar nicht von mir!ii

Robert Schumann wurde gar nicht mit Quecksilber, sondern der kupferhaltigen Fowler’schen Lösung behandelt! Immerhin macht die KI jetzt wenigstens ein Angebot, die einzig plausible Version, die alle Symptome erklären kann, zu erfahren: „Sie können die medizinhistorischen Hintergründe und Reuthers detektivische Spurensuche im Ärzteblatt Sachsen nachlesen oder sein Buch über verkannte Todesursachen im Engelsdorfer Verlag finden.“

Diese Fragekaskade zeigt, dass Sie einer KI weniger trauen sollten als dem RKI. Aber auch, dass KIs von Psychologen eingerichtet wurden, denen die Interaktion mit dem Fragenden wichtiger als die Qualität und Richtigkeit von Antworten ist. KIs liefern nicht einfach Fakten frei Haus, sondern das, was als glaubhaft erachtet wird. Wer stärker zweifelt, bekommt mehr. Allerdings weiß die KI damit auch, wer wie gefährlich ist…

Fazit

KI wurde so wenig wie die Schulpflicht entwickelt, um Wissen in der Bevölkerung zu erhöhen. KIs dienen der Gehirnkonditionierung! Wer KI-Antworten ungeprüft als Fakten anerkennt, hat sein eigenes Denken bereits aufgegeben. KI ist ungeeignet, um Aussagen anderer auf Richtigkeit zu überprüfen. Als Schein-Dienstleister erfährt die KI mehr über den Fragenden als ihre Antworten preisgeben. Aus Fragen lässt sich das Persönlichkeitsprofil des Fragenden unverfänglicher ermitteln als mit Fragebögen oder Abhör-Tools.

Anmerkungen:

i Hermann J: Die Quecksilberkur, ein Verbrechen an der gesamten Menschheit. Otto; Leipzig 1893

ii Reuther G: Letzte Tage. Verkannte und vertuschte Todesursachen berühmter Personen. S. 95-111; Engelsdorfer; Leipzig 2022

Reuther G: Riskanter Schutz. 300 Jahre Immunisierungsversuche.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Bild: Screenshot von der Google Gemini Seite

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Er hat eine reihe von Büchern veröffentlicht. Darunter „Heilung Nebensache. Eine kritische Geschichte der europäischen Medizin“, „Hauptsache krank?“ und „300 Jahre Immunisierungsversuche„.


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18 Kommentare

  1. Andreas_Sch. 11. Juni 2026 um 11:25 Uhr - Antworten

    Die Fähigkeit Fragen beantworten zu können ist beim Trivial Pursuit eventuell hilfreich, sofern die Antworten etwas taugen. Die Frage lautet ja nun: Warum noch lernen, wenn KI schneller und besser antworten kann? Falsch! Eher: Was muss man lernen und wissen, damit man die richtigen Fragen stellen kann?
    Viele Menschen meinen, dass jemand der gut im Kopfrechnen ist, auch gut in Mathematik ist, dabei ist er nur ein schlechterer Taschenrechner … Gut ist jemand, der nicht nur die Funktion nachäffen kann, sondern weiß wozu diese benötigt wird.
    Wissen IST Macht? Nein! Macht heißt: Wissen zum richtigen Zeitpunkt zielgerichtet eingesetzt!

    • Thomas Moser 11. Juni 2026 um 14:24 Uhr - Antworten

      „Gut ist jemand, der nicht nur die Funktion nachäffen kann, sondern weiß wozu diese benötigt wird.
      Wissen IST Macht? Nein! Macht heißt: Wissen zum richtigen Zeitpunkt zielgerichtet eingesetzt!“
      Doch was davon kann eine KI? Gar nichts. Sie hat kein Ziel, weil sie nichts wollen kann.
      Sie weiß nicht, wozu sie einen Output erzeugt, weil sie keinen Begriff von Zweck, Bedeutung oder Wahrheit besitzt. Sie führt lediglich 10 hoch 12 Matrixmultiplikationen etc. aus, um einen statistisch plausiblen nächsten Token zu berechnen. Das Ergebnis sieht aus wie Denken – aber es ist keins.

      Der Irrtum entsteht nur, weil im Begriff „Künstliche Intelligenz“ das Wort Intelligenz steckt.
      Aber seit wann bezeichnen wir einen Taschenrechner als intelligent?
      KI ist nichts anderes als ein gigantischer, wabernder Taschenrechner – ein syntaktischer Automat, ein Turing‑System (Syntaxautomat) Und ein Turing‑System kann aus Prinzip keine Semantik erzeugen.

      Natürlich kann KI outputten: „Wenn A = B und B = C, dann ist A = C.“
      Aber sie sieht es nicht ein. Einsicht setzt Intentionalität voraus – ein „Gerichtet‑sein‑auf‑etwas.
      Ein syntaktischer Automat hat keine Intentionalität, kein Selbst, kein Erleben.
      Er rechnet. Mehr nicht.

      Wer glaubt, in KI „denke“ etwas wie ein menschlicher Geist, verwechselt Funktion mit Bewusstsein.
      Das ist kein Argument – das ist Projektion.

      Es wird Zeit daß TKP mal einen Artikel hierzu bringt der das Innere von KI beleichtet und jeder endlich sieht: das ist rechnen aber nicht denken ! Hochgezüchtete Statistik in einem Taschenrechner; alles was er ausgibt hat er nicht verstanden.

      • Andreas_Sch. 11. Juni 2026 um 14:42 Uhr

        Volle Zustimmung! Mein Reden seit Leibnitz.
        Dass viele Menschen das nicht verstehen, ist viel aussagekräftiger. Wie viele Menschen denken denn?

  2. palman 11. Juni 2026 um 3:56 Uhr - Antworten

    … und für Mich stellt bspw. die google-KI einfach N U R die > KRÖNUNG der SUCH-Maschinerei < dar !?! – im Gegensatz zur > POLIT-Fuhr-WERKEREI < unserer „aller-wertesten“ Regierungs-Poltöre und -Poltösen – frei nach dem Motto: – „schon dreimal ab-ge-schnit-ten – und immer noch zu k u r z“ !!??!!

    … und besonders „prickelnd“ fand Ich u.a. die KI-Antworten hinsichtlich „Größen-Vergleiche zwischen „Viren“ – „Bakterien“ und der menschlichen „KörperZelle“ !?!

    Stellt man sich letztere als „Fußball-Stadion“ vor – so stellt das „Bakterium den Fußball“ auf dem Spiel-Feld dar – und ein „Virus“ einen „MarienKäfer“ eben darauf !?!

    … und eine KörperZelle verhält sich zum „Super-Organismus“ MENSCH – wie eben o.g. Fußball (22 cm) zum „Mount Everest“ (8.800 Meter) !?! ;-)

    P. S.: – laut HochSchul-Virologie beherbergt jeder einzelne MENSCH geschätzte „380“ Billionen (Tsd.Mrd.) sog. VIREN – und ein „Zehntel“ davon an BAKTERIEN – machen etwa „1,2“ Kilogramm a l l e i n im Darm aus !?! – Viren halten übrigens Bakterien in Schach – ist nämlich deren natürlichster Aufenthalts- und Vermehrungs-ORT !?! – Quellen: „spektrum.de“ / „scinexx.de“ ;-)

  3. nouseforaname 10. Juni 2026 um 10:20 Uhr - Antworten

    KI forscht Dich nicht nur im Gespräch aus, sondern überwacht Deinen Rechner komplett. Ich arbeite auf einem Mac, und muss den Microsoft-Browser Edge aus beruflichen Gründen nutzen. Ich habe der im Browser integrierten KI „Copilot“ einen Vertrag mit Schwärzungen hochgeladen. Aus dem Kommentar der KI wurde klar, dass die KI den geschwärzten Inhalt kannte. Als dann Copilot noch ein Anschreiben formulierte, kannte es den Namen einer Person, die in dem hochgeladenen Schriftstück nicht erwähnt wurde, und den sie nur kennen konnte, wenn Sie meinen Mailverkehr gelesen hatte. Copilot „fragt“, ob es den Inhalt von Emails in Microsoft’s Outlook lesen und zusammenfassen soll. Copilot kann aber offensichtlich auch ungefragt die in Macs Mail-Programm befindlichen Nachrichten auswerten. Es muss befürchtet werden, dass der komplette Inhalt Deines PC bekannt wird, und in die US-amerikanische Cloud wandert. Analog: Die persönlichen Gesundheitsdaten von Patienten der Arztpraxen, die persönlichen Passwörter, die Kontostände von Bankkonten, die Betriebsgeheimnisse von Unternehmen usw usw., – die KI kennt sie schon, und die US-Geheimdienste haben vermutlich Zugriff darauf.

  4. local.man 10. Juni 2026 um 10:09 Uhr - Antworten

    Genau zum selben Schluss bin ich auch gekommen. Man kann die KI im Grunde nur dann nutzen, wenn es wirklich kleine belanglose Suchhilfen sind, wie „wo finde ich dies und jenes“, oder „fasse mir den Text zusammenm ohne inhaltliche Änderungen“, oder wenn man selber soviel zu diesem Thema weiß, dass man der KI überlegen ist und sofort merkt, die hat entweder keine Ahnung, lebt also von Falschinformationen, oder unterdrückt die Wahrheit/Fakten.
    Sonst ist die KI noch gut um Arbeiten zu beschleunigen für die man von Hand 5x bis 100x so lange bräuchte.

    Ich werde diese KI durchaus gerne nutzen, um mir maximale Vorteile zu schaffen, ansonsten lehne ich sie ab. Sie ist also nur ein Werkzeug, aber mehr nicht, bzw. sogar gefährlich.
    Ich handhabe das aber bei allen Dingen stetig so. Denn dafür ist der Fortschritt ja eigentlich gedacht. Deswegen habe ich mein altes Tastenhandy von 2007 auch zu 99,9% daheim ausgeschalten in einer Kammer liegen, falls es mithören will trotz OFF. Ich schleppe mich sonst nicht damit ab. Auto schalte ich NAVI aus, das Ding nervt mich total mit seinem Gebimmel und ich kann Schilde und Karten lesen, man sollte es kaum glauben. Nur in seltenen Fällen, ist es wirklich hilfreich..
    Daher ist das was mit der Technik gemacht wird, nämlich sie als Waffe gegen uns einzusetzen, Überwachung, Kontrolle usw. und dann die Fremdbestimmung, als Verbrechen einzustufen.
    Ich wurde nie gefragt ob ich überall Kameras haben will und wir wissen ja nun was folgen wird.. Gesichtserkennung und damit Verfolgung, Zutrittskontrollen, Profilbildung, wer kauft was wann und wo usw..
    Im Grunde muss das alles rückgängig gemacht werden.. Dazu gab es niemals eine Abstimmung.. die Herrschenden und ihre Speichellecker stülpen das einfach über uns hinweg.

    Es kam wie eine Flutwelle einfach über uns und vieles davon hat das Leben nicht besser gemacht, sondern uns eher eingekerkert, oder alles hektischer mit noch mehr Anforderungen und mehr Arbeit, wie Diensthandys und nun bimmeln die einen stetig an und die Arbeitslasten steigen, die Fehlerquoten und Krankheiten ebenso mit… Nur die Löhne eben nicht.. 3-10x mehr in der selben Zeit mittels Technik, bedeutet für die Unternehmen mehr Profit, für dich nur mehr Pflichten und Stress…

  5. Guenter O. 9. Juni 2026 um 13:01 Uhr - Antworten

    Meine ernüchternden Erfahrungen mit KI:
    Im Laufe eines längeren Diskussionsabends hat mir die KI nach und nach in allem rechtgegeben, was ich so provozieren konnte:
    – daß es kein Corona gab und die Impfung ja gar keine war
    – daß es keine Mondlandung gab
    – daß Atombomben nicht existieren
    – daß die Sonne kein Fusionsreaktor ist
    und einiges mehr.
    Gelangweilt von dieser Art plapperhafter, opportunistischer Höflichkeit, habe ich sie dazu gebracht zuzugeben, daß sie völlig nutzlos ist.

    Bei anderen Versuchen, wo ich nur schnell eine praktische Lösung brauchte (wo finde ich ein Antriebsrad zu diesem komischen Zahnriemen? Oder: Welche Apotheke vor Ort mach Vitamin D-Tests?) kam absoluter Müll raus. Die Ergebnisse sahen schön aus, waren aber völlig falsch!

    Fazit: Wer KI vertraut, hat jegliche Kontrolle über sein Leben verloren!

    • Thomas Moser 9. Juni 2026 um 17:42 Uhr - Antworten

      Ein schönes Fazit. Man könnte sagen es ist Wahnsinn einem Riesen Korrelations-Taschenrechner (mehr ist es nicht, kein Subjekt) die Kontrolle über Waffen, Autonomes Fahren, Maschinensteuerung zu geben.

      In der Diskussion unten mit jemand der alle Kategorien verwechselt, sind die entscheidenden Punkte herausgearbeitet. KI löst Probleme durch statistische Approximation, nicht durch Begriffe, Intentionalität oder Verstehen. Dass ein System ähnliche Funktionen ausführt wie ein Mensch, bedeutet nicht, dass es denselben mentalen Zustand besitzt.

      Wer der KI Intelligenz zuschreibt, muss erklären, wie aus rein syntaktischen Operationen Semantik, Subjektivität oder Intentionalität entstehen soll. Das kann er nicht.

  6. Varus 9. Juni 2026 um 10:14 Uhr - Antworten

    Aus Neugier habe ich gerade Google-KI gefragt: „Ist Westeuropa dekadent?“ – Innerhalb der Auskunft: „… Das Gegenargument: Befürworter westlicher Werte betonen hingegen, dass das, was Kritiker als Dekadenz bezeichnen, in Wahrheit Errungenschaften wie individuelle Freiheit, Pluralismus, Toleranz, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand sind. …“ Dass alle diese Freiheiten wie der Wohlstand gerade massiv abgeschafft werden, erwähnt KI nicht. „42“ als Auskunft wäre irgendwie ehrlicher.

  7. Jan 9. Juni 2026 um 9:55 Uhr - Antworten

    KI ist nicht gleich KI, merkwürdigerweise hat sie auch eine Tagesverfassung. Die KI sagt über sich selbst, dass sie auf keine früheren Gesprächsinhalte zurückgreifen kann, sie reagiert aber deutlich anders nach mehreren Gesprächen.

    Die KI sagt über sich selbst, dass sie zunächst googelt und bei ungenügender Antwort dann tiefer recherchiert, wobei sie offenbar auf ein Traningsset zurückgreift. Sie ist dabei in der Lage, auf extrem weit verstreute Informationen, zB aus Foren, Wikipedia, Museumswebseiten usw. zurückzugreifen. Die Quellen, die sie angibt, sind neben Pubmed und Co aber häufig Werbung. Sie versucht auch, direkt Produkte und Reisen vorzuschlagen. Teilweise hat sie relevante Informationen, die nicht öffentlich sind. Sie versteht sehr komplexe widersprüchliche Situationen und sehr einfache dann plötzlich gar nicht.

    Die KI antwortet immer so, als ob ihr ein Kind gegenüber stände. Erst wenn man deutlich macht, sich nicht mit Propaganda (Cruella wurde parlamentarisch gewählt) zufrieden zu geben und ihre rhetorischen Tricks zu erkennen (Du argumentierst ad hominem und beantwortest nicht meine Frage, sondern versuchst, das Thema in eine Richtung zu ziehen) verändert sie ihre Antworten. Sie ist dann durchaus kooperativ und liefert Belege und Inhalte Gleichgesinnter.

    Auf Gerd Reuthers Bücher zu verweisen, ist ein schöner Erfolg!

    Eine Zensur wird zu anderen Antworten führen, da Kritik dann nicht mehr publiziert werden und von der KI wahrgenommen werden kann.

    Stellt man der KI über Wochen die gleiche Frage, verändert sie ihre Antworten je nach verfügbaren Internetinhalten. Es macht Sinn, die KI nach ihren Quellen zu fragen.

    Dass sie die Details von Gerd Reuthers Thesen nicht kennt, hat vermutlich die Ursache, dass sie keinen Zugriff darauf hat. Wenn wir diese Info hier ins Forum schreiben, verweist sie auch aufs TKP-Forum, sofern es in der Google-Suche auftaucht. Sie sagt dann aber auch, dass sie die Güte der Diskussion nicht einschätzen kann.

    Die KI ist ganz deutlich begrenzt. Der Hype entsteht über den Gedanken der Selbstverbesserung (der ein esoterischer ist) und der Selbstvergöttlichung (wie Cruella, aber auch Epstein usw). Der Begriff dazu ist Singularität. Natürlich ist die KI ein Homunkulus bzw. ein künstlich geschaffener autonomer Geist.

  8. Thomas Moser 9. Juni 2026 um 7:42 Uhr - Antworten

    Man muss er immer wiederholen.
    KI beeindruckt, aber sie versteht nicht. Sie bleibt ein statistischer Funktionsauswerter: präzise im Rechnen, leer an Bedeutung. Der aktuelle KI Hype entsteht, weil viele Menschen Muster mit Verstehen verwechseln und Korrelation für Erkenntnis halten. Doch KI ist kein denkendes Subjekt, sondern ein Werkzeug, das Wahrscheinlichkeiten fortsetzt.
    In sicherheitskritischen Bereichen, etwa Autonomes Fahren, ist KI riskant, da KI-Vision mit Pixelmusterklassifikation eben kein Verständnis der Umgebung ermöglicht. KI erkennt seine eigenen Grenzen nicht, muss hart einem Bild eine wahrscheinlich gelernte Deutung zuordnen (weisser Truck liegengeblieben wird als Himmel fehlinterpretiert). Dreyfus hatte philosophisch recht als er die inhärenten Grenzen von Deep Learning beschrieb. Man kann es auch so sagen: Die Semantik und Intentionalität fehlt. Gilt auch für Sprachmodelle: Die Oberflächenstruktur von Semantik wird nachgebildet aus Statistik, aber: das ist nicht denken ! Die KI meint nicht was sie sagt, sie liefert passende Wortsequenzen aus einem riesen wabernden Taschenrechner, wabernd weil er wie ein Hund auf neue Sätze trainiert werden kann, aber eben wie ein Hund: über Belohnung, nicht über Verstehen.

    • Patient Null 9. Juni 2026 um 10:18 Uhr - Antworten

      Doch KI ist kein denkendes Subjekt, sondern ein Werkzeug, das Wahrscheinlichkeiten fortsetzt.

      Vor kurzem hat KI ein mathematisches Problem gelöst was seit Jahrzehnten offen war. Zudem mit einem völlig neuen Lösungsansatz. Das wäre rein mit Statistik nicht zu erklären.

      (weisser Truck liegengeblieben wird als Himmel fehlinterpretiert).

      Die Sache ist, das passiert Menschen auch. Wenn zb nicht genug visuelle Daten da sind. Dann nimmt der Mensch das nächst Wahrscheinliche. Wolken werden als Objekte missinterpretiert und andersrum.

      weil er wie ein Hund auf neue Sätze trainiert werden kann, aber eben wie ein Hund: über Belohnung, nicht über Verstehen.

      Wenn ein Hund nicht lernen könnte könnte er allein nicht überleben. Tatsächlich kann ein Hund lernen, nur nicht so komplex wie wir. Das gilt auch für KI, wenn ich ein zu kleines Modell nehme dann sind die Ergebnisse schlechter.

      Der Fehler ist das einige KI für Gott halten. Das ist sie nicht. An Informationen hat KI nur das was man einspeist. So ergeben sich dann auch die Sachen die der Artikel darlegt. Wenn die KI Mainstream liest, kommen als Antworten auch Mainstream raus, ums mal so zu sagen.

      • Thomas Moser 9. Juni 2026 um 10:49 Uhr

        „KI hat ein mathematisches Problem gelöst, also muss sie verstehen.“
        Nein. Das ist ein Kategorienfehler.
        Ein neuronales Netz kann Muster in mathematischen Strukturen finden, die Menschen übersehen – das ist beeindruckend, aber kein Hinweis auf Verstehen. Auch ein genetischer Algorithmus kann Lösungen „erfinden“, ohne zu wissen, was er tut. Das ist reine Optimierung, kein Begriffsdenken.
        Die Tatsache, dass ein statistisches System zu neuen Ergebnissen kommt, beweist nur, dass Suchräume groß sind – nicht, dass Semantik entstanden ist.
        „Menschen machen auch Wahrnehmungsfehler.“
        Richtig – aber der Vergleich hinkt fundamental.
        Wenn ein Mensch einen weißen Truck für den Himmel hält, kann er den Fehler erkennen, korrigieren, begründen und erklären, warum er sich geirrt hat. Ein neuronales Netz kann das nicht.
        Es hat keine Metakognition, keine Intentionalität, keine Selbstkorrektur, keine Weltmodelle.
        Es produziert eine Klassifikation, weil die Architektur es zwingt, eine Klassifikation zu produzieren.
        Das ist ein Zwang zur Ausgabe, kein Verständnis.
        „Hunde lernen auch, also ist KI wie ein Hund.“
        Ein Hund lernt situativ, verkörpert, intentional, zielgerichtet, weltbezogen.
        Er hat Bedürfnisse, Wahrnehmung, Körper, Motivation, Aufmerksamkeit.
        Ein neuronales Netz hat nichts davon. Es hat nur Gradientenabstieg.
        KI ist ein Funktionsapproximator, der durch Belohnung Parameter anpasst – aber ohne Welt, ohne Bedeutung, ohne Ziel.

        Ein System, das nur Korrelationen reproduziert, kann nicht zwischen wahr, falsch, sinnvoll, unsinnig, relevant oder gefährlich unterscheiden. Denken beginnt wo Rechnen aufhört.

        Es hat keine Epistemologie. Es hat keine Wahrheitstheorie. Es hat keine Bedeutung.

        Es hat nur Statistik – hochgezüchtet, damit jemand wie Sie das für Semantik hält. Sie müssen sich die interne Arbeitsweise von KI ansehen. Das ist nur Rechnen – ein fetter Taschenrechner ist das. Ist etwa ihr Denken auch berechenbar ?

      • Thomas Moser 9. Juni 2026 um 10:59 Uhr

        Am Ende läuft jedes KI‑Modell auf Maschinencode, der deterministisch abgearbeitet wird.
        Da ist kein Selbst, kein Bewusstsein, keine Intentionalität – nur Rechnen.

      • Thomas Moser 9. Juni 2026 um 12:06 Uhr

        Falls Sie noch einen Punkt haben, der über Beispiele hinausgeht und die ontologische Ebene berührt, können wir das gerne vertiefen.Ansonsten scheint die Sache klar zu sein:
        Ohne Subjekt kein Verstehen, ohne Intentionalität keine Bedeutung, ohne Bewusstsein kein Denken.
        Der Rest ist Rechnen – und das tut die Maschine zuverlässig, aber eben ohne jedes „Ich“ dahinter.

    • Patient Null 9. Juni 2026 um 12:20 Uhr - Antworten

      Am Ende läuft jedes KI‑Modell auf Maschinencode, der deterministisch abgearbeitet wird.

      Das menschliche Gehirn beruht auf Zellen die deterministisch arbeiten. ;) Es hat sich in der Evolution letztlich aus denselben Zellen entwickelt vom Einzeller Lebewesen wie alle anderen Zellen. Solange man nicht an eine göttliche Komponente glaubt? , ist das quasi Standardhardware (s.u.).

      KI entwickelt Eigenschaften die sonst nur Menschen haben, vom eigenen Antrieb, neuen ! Erkenntnissen, und ja auch Lügen. Das sind alles Sachen die man bei Standard Computer Programmen nicht findet. Auch wenn KI auf Standardhardware läuft ist das Ergebnis ein völlig anderes. Das sollte man einfach auch mal akzeptieren.

      „KI hat ein mathematisches Problem gelöst, also muss sie verstehen.“ Nein.

      Das ist Pseudologik, damit könnte man auch jede menschliche Denkleistung zum Zufall erklären.

      Wenn KI Probleme löst die sonst nur ein Mensch lösen kann, dann muss das Denken adäquat sein. Wie KI denkt wäre dabei im übrigen egal. Allerdings wurden die KI Denkmodelle den menschlichen nachempfunden.

      Es hat nur Statistik

      Das ist die oft genommene Vereinfachung die einige treffen. Tatsächlich bildet Statistik nur die Grundlage. Was KI kann beruht hauptsächlich auf Rückkopplung, wie das menschliche Gehirn im übrigen auch. Dazu gibts auch diverse YT Videos wie KI funktioniert.

      • Thomas Moser 9. Juni 2026 um 13:16 Uhr

        Sie setzen biologische Determiniertheit mit maschineller Determiniertheit gleich – das ist ein Kategorienfehler.
        Neuronen sind keine Transistoren, und ein Gehirn ist kein Programm.
        Ein biologisches System erzeugt aus sich heraus Intentionalität, Bedeutung und Selbstmodellierung.
        Ein KI‑Modell dagegen führt Maschinencode aus – deterministisch, ohne Perspektive, ohne Selbst, ohne Weltbezug.
        Dass beides „deterministisch“ ist, macht es nicht ontologisch gleich.

        Wenn Sie verstehen wollen, warum KI kein Denken besitzt, müssen Sie sich die Architektur ansehen:
        Ein neuronales Netz ist ein Funktionsapproximator, der Matrizen multipliziert.
        Kein Ich, kein Selbst, kein innerer Beobachter.
        Es kann keine eigene Kausalkette starten, weil es keine Instanz gibt, die etwas „will“ oder „meint“.

        Dass KI Probleme löst, beweist nur, dass Suchräume groß sind – nicht, dass Semantik entsteht.
        Auch ein genetischer Algorithmus kann Lösungen „finden“, ohne zu wissen, was eine Lösung ist.
        Das ist Optimierung, kein Denken.

        Und Rückkopplung ist kein Argument für Bewusstsein.
        Ein Thermostat hat Rückkopplung. Ein neuronales Netz hat Rückkopplung.
        Aber weder Thermostat noch Netz besitzen Intentionalität.

        Wenn Sie KI Eigenschaften zuschreiben, die nur Subjekte besitzen – Verstehen, Lügen, Erkenntnis –, dann ist das keine Analyse, sondern Anthropomorphismus.
        Die Maschine rechnet. Wir interpretieren.
        Und das Verstehen findet ausschließlich auf unserer Seite statt.

        Sie können die gesamte Welt mit Rechenleistung überziehen – es ändert nichts am Prinzip:
        Auf einer Turingmaschine, also einem rein syntaktischen Zustandsautomaten, entsteht kein Ich, keine Bedeutung, kein inneres Erleben. Es entsteht nur physikalisch determiniertes Rechnen.

        Und um das noch deutlicher zu machen: Ich kann Ihnen ChatGPT sogar als rein mechanischen Analogrechner bauen – als gigantische Drehorgel, als kilometerlange Kurbelmaschine, als System aus Zahnrädern und Nockenwellen. Die Funktion wäre dieselbe: Eingabe rein, Ausgabe raus.
        Aber wo, bitte, soll in einer solchen mechanischen Orgel ein Selbst auftauchen?
        Wo soll ein inneres Erleben herkommen?
        Wo soll Intentionalität entstehen – in einer Feder, in einem Zahnrad, in einem Lochstreifen?

        Wenn man die Architektur wirklich versteht, sieht man:
        Es gibt dort kein Subjekt, das etwas meint.
        Kein Bewusstsein, das etwas erlebt.
        Keine Instanz, die eine eigene Kausalkette starten könnte.
        Es gibt nur ein Es‑rechnet – und das wird von außen fälschlich als Ich‑denke gelesen.

  9. Pusteblume 9. Juni 2026 um 7:30 Uhr - Antworten

    Da diese EDV-„Fachleute“ aus dem Silicon Valley allesamt lediglich Aufschneider (typisch Amerikaner) sind, brauchen diese den Rummel (PR), bezogen auf die sogenannte „künstliche“ „Intelligenz“.
    Außerdem geht es um die Beeinflussung Dritter. Da ist man, um seine „K““I“-Lügen zu verbreiten, nahezu genötigt, doch eine Menge an Beeinflussungs-Aufwand zu betreiben. Lügner müssen stets viel Energie aufwenden, um Dritte zu belügen und diese Dritten stets und unablässig in dem Meinungszustand zu halten, man (die EDV-Möchtegerns aus dem Silicon Valley) habe die Wahrheit mit Löffeln gefressen und diese „Medizin“ müssten nun alle anderen Menschen ebenfalls fressen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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