Wärmepumpen-Rationierung: Netto-Null führt zu staatlicher Fernsteuerung der Heizung

23. Juli 2026von 3,1 Minuten Lesezeit

Großbritannien liefert erneut den Beweis, wohin die Net-Zero-Politik logischerweise führt: nicht zu sauberer, günstiger und sicherer Energie, sondern zu Rationierung und staatlicher Kontrolle.

Ab Ende 2027 sollen Stromversorger die Möglichkeit erhalten, Wärmepumpen in Haushalten ferngesteuert herunterzuregeln oder abzuschalten. Offiziell, um das Stromnetz in den Winterspitzen „zu stabilisieren“ und Blackouts zu verhindern. Die Meldung stammt vom 19. Juli 2026 und wurde von Paul Homewood auf Not a Lot of People Know That zusammengefasst. Grundlage ist ein Bericht des Telegraph.

Das geplante System

Im Rahmen des „Smart Secure Electricity Systems“-Programms (SSES) des Department for Energy Security and Net Zero (DESNZ) sollen lizenzierte Anbieter wie Octopus Energy oder British Gas über das Internet in die Steuerung von Wärmepumpen eingreifen dürfen. Das Netzbetreiber-Quango gibt die Anweisung, wenn die Nachfrage in kalten Winterperioden zu hoch wird. Bereits seit April 2025 müssen alle neu installierten Wärmepumpen internetfähig sein.

Aktuell sind in bestehenden Gebäuden mehr als 223.000 Wärmepumpen installiert. Die Regierung strebt 450.000 Neuinstallationen pro Jahr bis 2030 an (nachdem frühere, noch ambitioniertere Ziele bereits zurückgenommen wurden). Mit wachsender Zahl wird die Last auf dem Stromnetz dramatisch steigen – genau dann, wenn Gasheizungen sukzessive verboten oder unwirtschaftlich gemacht werden und gleichzeitig die Stromerzeugung immer stärker von wetterabhängigen Wind- und Solaranlagen abhängt.

Die offizielle Bezeichnung lautet „Load Control“ (Laststeuerung). Das Department for Energy Security and Net Zero (DESNZ) behauptet, das System mache Blackouts „weniger wahrscheinlich“. Teilnahme soll zunächst freiwillig sein und mit günstigeren Tarifen belohnt werden. Homewood kommentiert treffend: „Glauben Sie nicht der Lüge, dass Sie sich dafür entscheiden können.“ Es wird nicht lange dauern, bis die Maßnahme verpflichtend wird. Für Elektroauto-Ladestationen existiert bereits gesetzliche Grundlage für Einschränkungen.

Die Ironie der Effizienz

Das Ganze ist in doppelter Hinsicht absurd. Wärmepumpen gelten als hocheffizient (COP 3–4). Wenn sie jedoch ferngesteuert abgeregelt werden, greifen viele Hausbesitzer zu konventionellen Elektroheizungen oder Radiatoren. Diese sind weit weniger effizient und belasten das Netz zusätzlich. Statt die Spitzenlast zu senken, droht sie sogar zu steigen.

Gleichzeitig bleibt die grundlegende Ursache unangetastet: Die ideologisch erzwungene Elektrifizierung von Wärme und Mobilität bei gleichzeitigem Abbau steuerbarer Kraftwerkskapazitäten (Gas, Kohle, Kernkraft) führt systematisch in die Knappheit.

Kein Zufall, sondern System

Diese Entwicklung ist keine technische Panne, sondern die logische Konsequenz der Net-Zero-Agenda. Wer die Nachfrage massiv elektrifiziert und gleichzeitig die Versorgung auf intermittierende Quellen umstellt, braucht irgendwann Zwangsinstrumente. „Demand Management“ entpuppt sich als Rationierung. Was als „smart“ und „flexibel“ verkauft wird, ist in Wahrheit die Rückkehr zu staatlicher Kontrolle über den privaten Energieverbrauch.

Ähnliche Mechanismen sind in Deutschland und Österreich bereits in Vorbereitung oder in Ansätzen vorhanden (Smart-Meter-Pflicht, dynamische Tarife, Netzengpassmanagement). Die britische Ankündigung sollte als Warnung verstanden werden: Wer heute eine Wärmepumpe kauft, kauft sich möglicherweise in ein System ein, in dem der Staat oder der Versorger entscheidet, wann es warm ist und wann nicht.

Niemand hat dafür gestimmt. Die Bürger wurden mit Versprechen von „sauberer und billiger Energie“ gelockt. Herausgekommen ist die Möglichkeit, dass man im tiefsten Winter vor der kalten Heizung sitzt, weil das Wetter nicht mitspielt und das Netz überlastet ist.

Weitere Hintergründe zum SSES-Programm und den Load-Control-Konsultationen finden sich auf den Seiten des britischen DESNZ und Ofgem.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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7 Kommentare

  1. W. Baehring 23. Juli 2026 um 15:13 Uhr - Antworten

    Zitat:
    „Ab Ende 2027 sollen Stromversorger die Möglichkeit erhalten, Wärmepumpen in Haushalten ferngesteuert herunterzuregeln oder abzuschalten. Offiziell, um das Stromnetz in den Winterspitzen „zu stabilisieren“ und Blackouts zu verhindern“.

    Es ist unglaublich:
    Entweder versucht man hier eine absichtliche massive Beleidigung des menschlichen Intellektes oder man ist selbst bereits auf diese niedere Stufe des menschlichen Intellektes herabgesunken (oder aber nie darüber hinausgekommen):
    Denn die EINZIGE Lösung, „um das Stromnetz in den Winterspitzen zu stabilisieren und Blackouts zu verhindern“, sind ausreichende Kapazitäten an GRUNDLASTFÄHIGEN (also KONTINUIERLICH lieferfähigen) Anlagen zur Stromerzeugung.
    Das gehört übrigens zu den Grundpflichten eines von der Bevölkerung STEUERFINANZIERTEN Staates zur Gewährleistung der grundlegenden Daseinsvorsorge (wie z.B. auch funktionierendes Gesundheitswesen oder intakte Verkehrsinfrastruktur)

    Und noch ein Hinweis:
    (Luft-Wasser-) Wärmepumpen sind PRAKTISCH NUR DANN HOCHeffizient (COP 3–4), wenn sie bei Temperaturen ÜBER 0° C betrieben werden (das ist eine nahezu lineare Funktion).
    UNTER -15°C (wenn es also RICHTIG kalt wird), geht COP unter 2 (in Richtung 1), das heißt , ich muß schlimmstenfalls genau so viel Elektro-Energie hineinstecken, wie ich Wärmeenergie brauche, um mir nicht den A… abzufrieren.
    .
    Und genau dann (wenn es also draußen schon a…kalt ist) greift die ferngesteuerte „Herunterregelung“.
    Na dann, schon mal den Pelzmantel kaufen. Aber wer sich eine Wärmepumpe kauft, kann sich auch einen Pelzmantel leisten, oder?

    • Konrad Kugler 24. Juli 2026 um 23:37 Uhr - Antworten

      Genau das habe ich gestern wo angesprochen, allerdings ohne es begründen zu können. Wo sollen die 21 Grad Wärme im Haus herkommen, wenn es draußen minus15 Grad hat?

  2. Thomas Moser 23. Juli 2026 um 11:43 Uhr - Antworten

    Bin ich unsozial wenn das Remote-Interface zur Wärmepumpe WP zufällig dauerhaft nicht funktioniert ? Hierzu hab ich ein bisschen recherchiert, ob man einen Hausbesitzer zwingen kann, solch ein Interface funktionsfähig bereitzustellen. Das wäre eine massive rechtliche Änderung gegen den Willen der meisten WP-Besitzer.

    Stand derzeit:
    Wenn die Remote‑Access‑Schnittstelle einer Wärmepumpe dauerhaft nicht verfügbar ist, dann läuft die WP trotzdem weiter. Sie heizt, macht Warmwasser und arbeitet nach ihren lokalen Sensoren und Einstellungen. Die digitale Schnittstelle ist nur ein Kommunikationskanal für externe Steuerbefehle, nicht ein notwendiger Bestandteil des Grundbetriebs —> normaler Autonomiemodus.
    Es gibt heute keine technische oder rechtliche Grundlage, die eine WP dazu zwingt, sich selbst zu drosseln oder abzuschalten, nur weil die Remote‑Steuerung nicht erreichbar ist. Eine solche Zwangslogik wäre extrem invasiv, würde die Betriebssicherheit gefährden und wäre für private Haushalte unzumutbar. Auch eine Pflicht, im Haus dauerhaft WLAN bereitzustellen oder den Router eingeschaltet zu lassen, existiert nicht. Die WP muss lediglich die Fähigkeit besitzen, fernsteuerbar zu sein, aber nicht die Garantie, dass der Hausbesitzer diese Verbindung tatsächlich bereitstellt.

  3. peru3232 23. Juli 2026 um 10:59 Uhr - Antworten

    Der Artikel suggeriert leider etwas grundlegend falsches: dass Wärmepumpen allgemein „hocheffizient“ wären. Das ist einfach frei erfunden! Ohne Rahmenparameter kann das nicht behauptet werden und entspricht dem Niviau von Mainstreammedien… besonders wenn als Symbolbild eine Luftwärmepumpe gezeigt wird. Genau diese ist bei den „Winterspitzen“ alles andere als im COP 3-4 Bereich… zumindest nicht in unseren Bereichen – in GB eher, aber die Aussage ist nicht auf die Insel beschränkt. So etwas müsste klargestellt und ordentlich aufgezeigt werden.
    Bei -10° etwa nur mehr um 2 – und der COP berücksichtigt auch gar nicht, was wirklich beim Heizkörper ankommt – die Verluste sind also nicht eingerechnet. D.h. irgendwann in diesem Bereich lohnt es sich tatsächlich nicht mehr: die dinger müssen auf Höchstleistung arbeiten, verschleissen dabei, produzieren lärm und es kommt praktisch nicht mehr effizienz raus als bei einer „normalen“ E-Heizung. Und logisch auch, dass dann generell abgeriegelt werden muss, in der zeit wo am meisten energie benötigt, aber am wenigsten mit sonne und wind produziert werden kann, das begreift wohl auch ein Kindergartenkind

  4. Glass Steagall Act 23. Juli 2026 um 10:25 Uhr - Antworten

    In Deutschland rüsten die Netzbetreiber derzeit alles in Smart-Meter um. Jeder Haushalt mit einer Wärmepumpe bekommt diesen in absehbarer Zeit. Man rüstet sich also gegen die Konsequenzen des Flatterstroms, den man durch die dämliche Klimapolitik selbst geschaffen hat! Letztendlich sind Stromrationierungen und Fernabschaltungen das Verwalten einer verfehlten Politik und das Eingeständnis, den falschen Weg auch noch weiter gehen zu wollen!

  5. VerarmterAdel 23. Juli 2026 um 10:17 Uhr - Antworten

    Regiert von ferngesteuerten Vollidoiten und Berufsschwerstverbrechern und zwar ausnahmslos überall im Westen und ausnahmslos und ausnahmslos überall nur zum Vorteil der Psychopathen der herrschenden Klasse. Wann kommen die Bevölkerungen in die Gänge und jagen diese verkommenen Derckscheiwne allesamt in die Wüste?

  6. 1150 23. Juli 2026 um 9:40 Uhr - Antworten

    man hätte bereits nach ende des kalten krieges dem trinkwasser verhütungsmittel zusetzen sollen …….

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