Klimaanlagen-Tabu in der EU: Bringt die WM eine neue Debatte?

29. Juni 2026von 3,2 Minuten Lesezeit

„Das Problem ist nicht der von Menschen gemachte Klimawandel, sondern der Mangel an von Menschen gemachten Klimaanlagen.“ Führt der Sommer 2026 zu einer Debatte um mehr Klimaanlagen in Europa?

Europäische Fußballfans, die aus Nordamerika zurückkommen, haben etwas erlebt: Es ist auch in den USA sommerlich heiß, doch dort ist die Klimaanlage selbstverständlich und allgegenwärtig. In fast allen Hotels, Restaurants, Büros und vielen Stadien sorgt sie für angenehme Temperaturen, selbst bei drückender Hitze. In den USA haben rund 90 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage. In Europa liegt die Quote bei etwa 19 Prozent – in Großbritannien bei nur 14 Prozent, in Deutschland bei 19 Prozent und in Frankreich bei 25 Prozent.

Dieser Unterschied wird besonders deutlich, wenn Fans nach Europa zurückkehren. Viele haben auf Social Media bereits ihre Eindrücke geteilt: die angenehme Kühle in den USA, die zu Hause schmerzlich vermisst wird. Während in einigen US-Stadien die Klimaanlage für erträgliche Bedingungen sorgt, leiden Spieler und Zuschauer in nicht gekühlten Arenen unter der Hitze.

Die WM 2026 könnte in Europa eine neue Debatte um Klimaanlagen ausgelöst haben. Oder wie es der österreichische Unternehmer und Energieexperte Thomas Eisenhut formuliert hat: „Das Problem ist nicht der von Menschen gemachte Klimawandel, sondern der Mangel an von Menschen gemachten Klimaanlagen.“

Während die EU mit ihrer Klimapolitik das Leben reguliert und dabei glaubt, das Wetter beeinflussen zu können, gelten Klimaanlagen als tabu. Es ist nicht nur der hohe Strompreis. Im Rahmen der „Net Zero“-Ziele gelten energieintensive Geräte generell als problematisch, weil sie viel Strom verbrauchen und indirekt Emissionen verursachen.

Absurderweise gilt diese Kritik für Wärmepumpen nicht. Diese werden sogar stark gefördert. Technisch gesehen sind moderne reversible Wärmepumpen (Luft-Luft-Systeme) im Kühlbetrieb mit Klimaanlagen nahezu identisch – sie entziehen der Raumluft Wärme und geben sie nach außen ab. Die pauschale Ablehnung von Klimaanlagen bei gleichzeitiger Subventionierung von Wärmepumpen wirkt daher wenig logisch. Es geht weniger um die Technik selbst als um die politische Priorisierung von Heizen gegenüber Kühlen. Man kann sich auch fragen, ob Klimaanlagen deshalb politisch ungewollt sind, weil es dann schwieriger wäre, die Hitze politisch zu instrumentalisieren.

In Großbritannien haben Kommunen teilweise angeordnet, Klimaanlagen zu entfernen, um den Energieverbrauch zu senken. In Frankreich ist die Debatte besonders polarisiert. Rechte Politiker wie Marine Le Pen fordern einen massiven Ausbau, etwa in Schulen, Krankenhäusern und für vulnerable Gruppen. Umweltschützer warnen dagegen vor den Folgen für das Klima und plädieren stattdessen für bessere Isolierung und mehr städtische Grünflächen. Eine französische Politikerin zeigte sich kürzlich entsetzt über Forderungen nach flächendeckender Klimaanlage – diese löse keine grundlegenden Probleme wie Waldbrände oder Ernteausfälle.

Auch in Österreichs Schulen herrschen bei Hitze oft 30 Grad im Klassenzimmer. Während man „wegen Corona“ Luftfilter in den Klassenräumen durchgesetzt hat, gab es bislang keine vergleichbare Debatte über die Ausstattung der Schulen mit Klimaanlagen.

Ein besonders anschauliches Beispiel lieferte die Europäische Kommission in Brüssel. Im Hauptquartier (Berlaymont) wurde zur aktuellen Hitzewelle die Klimaanlage auf den unteren sieben Etagen abgeschaltet. Die oberen Stockwerke, in denen Präsidentin Ursula von der Leyen und viele Kommissare arbeiten, blieben weiterhin gekühlt.

Europäer, die gerade vom Fußball zurückreisen, erleben den Kontrast besonders deutlich und berichten darüber auf Social Media. Manche revidieren frühere kritische Haltungen gegenüber den USA und loben die Technik, die den Alltag erleichtert. Andere sehen darin eine Entlarvung europäischer Klimapolitik: Während die breite Bevölkerung leidet, haben Eliten oft selbst Zugang zu Komfort.


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7 Kommentare

  1. local.man 29. Juni 2026 um 18:07 Uhr - Antworten

    Alles was Wärme produziert oder Kälte erzeugt, kostet am meisten Strom bzw. Energie.
    Ich habe das selbst alles im Einzeltest an meinen Stromzähler (Drehstromzähler) abgelesen.
    Das allerteuerste ist der Backofen, gefolgt vom Herd, Fön, Extra-Heizung.. Der TV kostet sogut wie gar nichts, ebenso wie ein PC, es sei denn man hat die teuerste High End Graka drin und zockt ein Game, betreibt Benchmarks, oder arbeitet als Grafiker mit sonstwas für Auflösungen, und setzt hier maximale Grafikeinstellungen. Strom kann man sparen, wenn man seine Videogames, mal optisch auf 75% oder 50% setzt, das macht im Jahr sicherlicher 300 kwh aus. Sonst ist der PC total billig.. Jede Glühlampe in einem Deckenfluter kostet da mehr und das bei Dämmerlicht… Bei mir waren es 120-130 Watt.. Volllast bis 540 Watt pro Stunde.. Der PC lauft mit 70+Bildschirm mit 25-40 Watt = rund 100-110 Watt pro Stunde, wenn man sich z.B. Im Netz bewegt wie hier grad. Gaming kann von 130-500 reichen, je nach Anforderung, Ausstattung und Einstellungen.
    Der Kühlschrank kostet im Grunde nicht viel. Aber er läuft durchweg, was ihn wieder oben ansiedelt. Aber Kühlschrank ist auch der Gebrauch interessant.. Wenn ich flott reingehe, was rausnehme und zumache ist viel günstiger, als sich erstmal vor offener Tür zu überlegen was man will, vor allem im Sommer..

    Klimaanlagen sind der Gegensatz zu heizen, im Sinne von Abkühlung. Je Wärmer es ist, desto teuerer ist es auch, je größer der Raum desto härter arbeitet die Anlage. Auch hier die Frage, liegt das Zimmer Sonnenseite, Dachgeschoss, dann wirds schön teuer..

    Aber Energie wäre gar nicht das Problem, wenn wir hier die modernen AKWs hinpflanzen würden, zusammen mit dem Reaktortyp als Second-Abnehmer, die den atomaren Abfall weiter ausnutzen.
    Das würde Strompreise von unter 3 Cent khw theoretisch erbringen.
    Aber ich sage mal mit Strommix und in der Praxis wohl aktuell eher um die 7-8 cent…

    So ein Mist wie Smartmeter um hier irgendwas zu regulieren, ist der direkte Weg in den Great Reset Ansatz der Fremdbestimmung über deinen Stromverbrauch und völlig unrealistsich.
    Da dann der Strom günstig ist, wenn man eh nicht daheim ist und am Abend dann super teuer wird..
    Aber generell ist so ein Fremdzugriff kriminell und nicht normal… und wir wissen ja warum dies alles angestrebt wird..

    Was diese feudale Haltungsform angeht, ist das ja nie anders gewesen… Für die Besitzenden alles, für den Rest Krümel.
    Daher.. weg mit diesen pyramidalen Strukturen.. Es wird eh keine andere Option geben, da der Fortschritt uns zwingen wird.. entweder Dystopie der Besitzenden oder das Gegenteil davon.

  2. VerarmterAdel 29. Juni 2026 um 16:52 Uhr - Antworten

    „Das Problem ist nicht der von Menschen gemachte Klimawandel, sondern der Mangel an von Menschen gemachten Klimaanlagen.“

    Netter Versuch, aber es gibt weder einen anthropogenen Klimawandel noch eine anthropogene Klimaerwärmung.

    Ende der Geschichte.

  3. 1150 29. Juni 2026 um 15:03 Uhr - Antworten

    wie berichtete eine linksgrüne ausdünstung letztens im deutschen bundestag:
    der menschliche körper bestehe zu 20% aus eiweiss.
    ab etwa 42° c fange eiweiss zu stocken an und es bestehe z.b. lebensgefahr,
    da u.a. der versiegelte boden vor dem bundestag ca. 70° c aufweise.
    auf anfrage eines afd abgeordneten, der darauf hinwies, das der menschliche körper
    ja aus ca. 70% wasser bestehe, es auch gefährlich sei unter 0° das haus zu verlassen,
    konnte die linksgrüne fee nur mit offenen maul und fassungslosen blick kontern ……

    • local.man 29. Juni 2026 um 18:14 Uhr - Antworten

      Ja deswegen ist Fieber ab 41,5°C ja auch lebensgefährlich, da das Blut beginnt zu klumpen. Daher schwören Rohköstler auch auf kein Essen höher als 42° zu erhitzen, da dann die Enzyme anfangen zu sterben und diese das Leben ausmachen.
      Ich glaube aber kaum das die Politiker mehr Ahnung und Wissen haben als jeder von uns hier.. Sie haben ihre Anzüge, ihre Rhetorik-Schulungen, und die Medien, die sie kompetent aussehen lassen.. Zugeflüstert bekommen sie ihren Mist eh vom Think Tank über den Lobbyisten, den man als Berater tarnt…

  4. cwsuisse 29. Juni 2026 um 14:00 Uhr - Antworten

    Die Gehirne der grünen Linkssozialisten haben die Kernschmelze schon hinter sich, sodass auf Kühlung verzichtet werden kann.

  5. Daisy 29. Juni 2026 um 13:37 Uhr - Antworten

    Atomkraftwerke und Klimaanlagen sind „rechtsextrem“, denn sie lindern die Probleme, die die Klimafanat:innen erträumen. Wer in gekühlten Wohnungen sitzt, nimmt den Klimawandel nicht ernst.
    Deswegen müssen jetzt in Seniorenheimen die Alten an der Hitze, permanente 50 bis 60 ° stxrben und in Krankenhäusern gibt es auch keine Klimaanlagen, weswegen man dort schon nackert am Gang herumtorkelt. Das ist einzigartig auf der ganzen Welt und gilt nur für Schland.

    Die tschörmain Angst geht sogar so weit, dass die allen Ernstes glauben, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt…

  6. Glass Steagall Act 29. Juni 2026 um 12:26 Uhr - Antworten

    Allein eine solche Diskussion, in der sich der Bürger gegenüber der Politik rechtfertigen muss, zeigt, dass wir nicht Klimaanlagen abschaffen müssen, sondern diese ideologisch versiffte Politik! In einer freien Welt, kann sich der Bürger aussuchen womit er heizen oder kühlen will! Die Bevormundung der Politik in Europa nervt nur noch!

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