Der Papst und die Maschinen: Leo XIV. ruft zum KI-Fasten auf

26. Mai 2026von 7,4 Minuten Lesezeit

Die erste Enzyklika des neuen Pontifex ist eine Kampfansage an den „technokratischen Totalitarismus“. Wer glaubt, dieser Pabst verstehe nichts von künstlicher Intelligenz, wird eines Besseren belehrt.

Es ist ein interessantes Dokument, und sticht mitten in eine brisante Auseinandersetzung. Am 15. Mai 2026 — exakt 135 Jahre nach Rerum Novarum, der ersten großen Sozialenzyklika Leos XIII. im Industriezeitalter — veröffentlicht Papst Leo XIV. sein erstes päpstliches Lehrschreiben. Es trägt den Titel Magnifica Humanitas — „Die großartige Menschlichkeit“ — und es nimmt sich nichts Geringeres vor, als die künstliche Intelligenz in die Schranken zu weisen. Der Mann, der das tut, ist kein Techniklaie. Robert Francis Prevost, 1955 in Chicago geboren, war Mathematiker, bevor er Priester wurde — er hat einen Abschluss in Mathematik von der Villanova University. Der Papst präsentierte Magnifica Humanitas persönlich im Vatikan, begleitet von KI-Experten — ein Novum, das signalisiert: Hier spricht nicht nur Kleriker, hier spricht jemand, der die Materie versteht.

Fünf Kapitel, 110 Seiten, eine Abrechnung

Die Enzyklika ist in fünf Kapitel gegliedert, und sie schlägt einen Bogen, der von den Fundamenten der katholischen Soziallehre bis zu den schmutzigen Details der digitalen Lieferketten reicht. Die offizielle Zusammenfassung des Vatikans und die Dokumentation des Dikasteriums für ganzheitliche menschliche Entwicklung geben die Struktur vor:

  1. Ein dynamischer Ansatz, dem Evangelium treu — die historische Einbettung in die Soziallehre von Leo XIII. bis Franziskus

  2. Grundlagen und Prinzipien der katholischen Soziallehre — Gemeinwohl, Subsidiarität, universelle Bestimmung der Güter

  3. Technologie und Herrschaft — die große Konfrontation mit dem technokratischen Paradigma

  4. Die Menschheit in Zeiten des Umbruchs schützen — Wahrheit, Arbeit, Freiheit

  5. Die Kultur der Macht und die Zivilisation der Liebe — der Gegenentwurf

Die Kernbotschaft, die Leo XIV. in immer neuen Wendungen einkreist: Technologie ist niemals neutral. Sie trägt das Gesicht derer, die sie entwerfen, finanzieren, regulieren und einsetzen. Ein Satz, der in den PR-Abteilungen von OpenAI, Google DeepMind und Anthropic für Unbehagen sorgen sollte.

Das erinnert mich an ein Hegel Seminar in Korcula mit dem Phil0sophen Ernst Bloch: Es gibt keine Unparteilichkeit. Wer glaubt unparteilich und neutral zu sein, nimmt die Position der Herrschenden ein, so Bloch. Das gilt ganz besonders für den Journalismus.

Das KI-Fasten: Ein Aufstand gegen die digitale Entmündigung

Die wohl provokanteste Passage der Enzyklika — und diejenige, die in den Schlagzeilen landete — ist der Aufruf zum „Fasten von künstlicher Intelligenz“ :

„Wir müssen uns im Fasten von KI üben.“

Das ist kein technikfeindlicher Reflex. Leo XIV. fordert eine „Bildungsallianz“, die jungen Menschen die Fähigkeit erhält, selbst zu denken. Wer das für übertrieben hält, möge sich die Studien zur Aufmerksamkeitsspanne unter dem Einfluss algorithmischer Feeds ansehen — oder einfach beobachten, wie schwer es den meisten Menschen fällt, einen Text von mehr als drei Absätzen zu lesen, ohne zum Handy zu greifen.

Es reicht aber auch die Folgen der Bologna-Studienreform der EU zu betrachten, die genau dieses Problem verursacht hat. Und das vermutlich mit Absicht um Untertanen zu produzieren, statt selbständig denkende Menschen.

Der Papst spricht von einer Entwaffnung der KI — nicht ihrer Abschaffung, aber ihrer Befreiung aus der Logik militärischer, ökonomischer und kognitiver Konkurrenz:

„Entwaffnen bedeutet, die Annahme zu diskreditieren, dass technische Macht automatisch das Recht zu herrschen verleiht.“

Das ist präzise formuliert. Es trifft den Kern der Sache. Die Tech-Giganten haben uns eingeredet, dass, wer die leistungsfähigsten Rechenzentren besitzt, auch die Deutungshoheit über die Zukunft verdient. Leo XIV. sagt: Nein.

Das schmutzige Geheimnis der sauberen Algorithmen

Die Enzyklika scheut sich nicht, die materiellen Grundlagen der digitalen Revolution beim Namen zu nennen. Leo XIV. prangert den „digitalen Kolonialismus“ an — die Aneignung persönlicher Daten durch Konzerne, die weder demokratisch legitimiert noch rechtlich ausreichend kontrolliert sind.

Noch deutlicher wird er bei den „neuen Formen der Sklaverei“ , die den Tech-Boom befeuern:

  • Content-Moderatoren, vor allem im globalen Süden, die gezwungen werden, stundenlang verstörendes Material zu sichten — mit den entsprechenden psychischen Folgen

  • Kinder mit „gezeichneten, verstümmelten, verzehrten Körpern“ , die seltene Erden für die Hardware-Industrie schürfen

Das sind keine Metaphern. Das ist die reale Lieferkette hinter dem glänzenden Versprechen künstlicher Intelligenz. Dass ein Papst diese Verbindung herstellt, ist bemerkenswert.

Die UNO schätzt, dass KI bis 2033 einen Wert von $4,8 Billionen erreichen könnte — eine Verfünfundzwanzigfachung innerhalb eines Jahrzehnts. Die Gewinne, so Leo XIV., konzentrieren sich in den Händen weniger. Der Rest der Menschheit zahlt die Zeche.

Die neue Grammatik des Krieges

Einer der schärfsten Abschnitte der Enzyklika befasst sich mit der Transformation der Kriegsführung durch KI. Leo XIV. diagnostiziert eine fundamentale Veränderung der „Grammatik des Krieges“: Die Gewaltanwendung wird „immer schneller, entfernter und unpersönlicher.“

Zu autonomen Waffensystemen findet der Papst klare Worte:

„Kein Algorithmus kann Krieg moralisch akzeptabel machen.“

Das ist eine Absage an die gesamte Doktrin der „surgical strikes“, der „präzisen“ Drohnenkriegsführung und der KI-gestützten Zielerfassung mit der software von palantir, wie sie israel zur Auslöschung von Gaza verwendet und jetzt im Libanon. Die Entmenschlichung des Tötens macht es nicht sauberer — sie macht es leichter, und genau darin liegt die Gefahr.

Leo XIV. kritisiert explizit die steigenden Militärausgaben, die als „einzige Antwort“ auf Unsicherheit präsentiert werden. Er nennt diese Logik einen „falschen Realismus“ und eine Realpolitik, die „Krieg normalisiert und Frieden zur Utopie macht.“ Manche Regierungen, so der Papst, nutzten Konflikte als eine Form des „zynischen Managements“ , um innenpolitische Probleme zu verschleiern.

Ausgerechnet Anthropic — eines der führenden KI-Unternehmen — befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem US-Militär, weil es den Einsatz seiner Technologie für tödliche autonome Kriegsführung und Massenüberwachung ablehnt. Dario Amodei erklärte bei der Präsentation der Enzyklika, KI-Firmen operierten „innerhalb eines Systems von Anreizen und Zwängen, die manchmal im Konflikt mit dem Richtigen stehen können.“ Ein bemerkenswertes Eingeständnis von einem CEO, dessen Unternehmen Milliardenbewertungen anstrebt.

Transhumanismus: Die letzte Häresie des technologischen Zeitalters

Besonders brisant ist die Auseinandersetzung mit Transhumanismus und Posthumanismus. Leo XIV. erkennt darin eine Ideologie, die Fortschritt als Überwindung menschlicher Grenzen definiert — und damit das Menschsein selbst zur Disposition stellt.

Dagegen setzt er eine radikale Anthropologie der Begrenztheit:

„Die Menschheit blüht nicht trotz ihrer Grenzen, sondern oft durch sie.“

Grenzen sind in dieser Sicht keine Defekte, die es zu eliminieren gilt. Sie sind der Ort, an dem Beziehung, Abhängigkeit und Offenheit für Transzendenz entstehen. Wer die menschliche Begrenztheit technologisch überwinden will, produziert, so der Papst, eine „anthropologische Regression“ — er verliert das, was er zu verbessern vorgibt.

Das ist eine Kampfansage an Leute wie Ray Kurzweil, Elon Musk und die gesamte Silicon-Valley-Ideologie des „enhancement“. Es ist auch eine theologische Zurückweisung der Vorstellung, der Mensch könne sich selbst erlösen — durch Technik, durch Daten, durch Algorithmen.

Arbeit, Wahrheit, Freiheit: Die dreifache Bedrohung

Im vierten Kapitel identifiziert Leo XIV. drei Bereiche, in denen die KI-Revolution die menschliche Existenz fundamental bedroht:

Wahrheit

In einer Zeit, in der Deepfakes, algorithmische Inhaltskuratierung und KI-generierte Desinformation die öffentliche Sphäre überschwemmen, wird die Fähigkeit, Wahrheit von Falschheit zu unterscheiden, zur existenziellen Kompetenz. Der Papst fordert eine kritische Bildung, die nicht nur technische Fertigkeiten vermittelt, sondern Urteilsvermögen.

Arbeit

Wenn Effizienz zum alleinigen Maßstab wird, verliert Arbeit ihren menschlichen und beziehungsstiftenden Wert. Leo XIV. steht hier in der Tradition von Laborem Exercens und Laudato Si‘: Arbeit ist nicht nur Broterwerb, sondern Teilhabe am Schöpfungsauftrag. Die Entwertung menschlicher Arbeit durch KI-Automatisierung ist daher nicht nur ein ökonomisches, sondern ein spirituelles Problem.

Freiheit

Die digitale Abhängigkeit — durch Datensammlung, algorithmische Manipulation und Aufmerksamkeitsökonomie — bedroht die Freiheit auf eine subtilere, aber nicht weniger gefährliche Weise als offene Tyrannei. Leo XIV. fordert gerechte Regeln, geteilte Verantwortung und Bildung als Voraussetzungen authentischer Freiheit.

Die Ablehnung des technologischen Neutralitätsmythos

Die Behauptung, Technologie sei „nur ein Werkzeug“, ist die wirkmächtigste Lüge der Tech-Industrie. Leo XIV. entlarvt sie: Technologie trägt die Handschrift ihrer Schöpfer, ihrer Finanziers, ihrer Regulierer. Wer das leugnet, verschleiert Machtverhältnisse.

Dass diese Enzyklika ausgerechnet jetzt erscheint — im Mai 2026, in einer Welt, die von einem Krieg gegen den Iran, einer radikal veränderten US-Politik unter Trump und einer beschleunigten Militarisierung der EU geprägt ist — ist kein Zufall.

Leo XIV. versucht den Vatikan als moralische Gegenmacht zum entstehenden Techno-Feudalismus zu positionieren. Das wäre mal eine erstaunliche Abkehr von der bisherigen Praxis des Segnens der Waffen, auch der der Nazis, und der Unterstützung der Herrschenden gegen die Beherrschten. Während Regierungen und Konzerne im Wettlauf um KI-Dominanz alle ethischen Bremsen lösen, sagt der Mathematiker-Papst: Halt. Denkt nach. Fastet.

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12 Kommentare

  1. wolfferth 28. Mai 2026 um 20:01 Uhr - Antworten

    „ChatGPT sagt … “
    vom, „Impfgegner“ und „Coronaleugner“ kann man heute noch schnell zum „Antitech-Extremisten“ erklärt werden. 😀 Ich bin gespannt wann die deutschsprachigen Propaganda-Outlets adaptieren.
    https://www.tomshardware.com/tech-industry/artificial-intelligence/leaks-reveal-us-authorities-concerned-about-the-rise-of-anti-tech-extremists-as-ai-data-center-issues-become-increasingly-contentious-critics-say-this-could-lead-to-surveillance-criminalization-of-peaceful-opposition

  2. Jurgen 27. Mai 2026 um 9:30 Uhr - Antworten

    Oh, mein Kommentar wurde gelöscht. War wohl nicht als Satire zu erkennen gewesen…

  3. lotus998dc2ac81f3 27. Mai 2026 um 3:45 Uhr - Antworten

    Bitte verwendet den Begriff künstlicher Intelligenz nicht. nichts an Der KI ist intelligent und die Übersetzung des Wortes Intelligence mit Intelligenz ist ohnehin komplett falsch.
    Large language modells sind tatsächlich extrem primitiv, der zugrunde liegende Algorithmus simpel und die scheinbare Mächtigkeit nichts als die konsequente Anwendung von Bug Data und bigger speed. Die KI löste kürzlich ein bedeutendes Mathematikproblem, während sie nach wie vor an Mittelstufen – Text- Aufgaben scheitert und medizinische Ratschläge zu offensichtlich erfundenen Krankheiten gibt. (Ich meine nicht Corona, sondern einen expliziten Test diesbezüglich, der es sogar in Nature geschafft hat)
    Zur zunehmenden Natürlichen Idiotie kommt jetzt die künstliche Idiotie.
    Das ist die beste Übersetzung für KI.

  4. Hanspeter 27. Mai 2026 um 0:59 Uhr - Antworten

    Die globalisierte Gleichgültigkeit(so der Papst) der reichen Eliten greift im rasantem Tempo um sich und macht die Erde für die einfachen Menschen letzlich unbewohnbar. Der „überflüssige Mensch“ ist das Hauptziel dieser Eliten und ihrer digitalen Tech Handlanger, Techniker,Wissenschafter und Forscher. Schon der Philolosoph Trojanow hat dies in seinem Buch eindrucksvoll beschrieben. Die Atombombe war und ist bereits ein Menschheitsvernichtungsprojekt. Genauso die Coronaplandemie und hunderten Biowaffenlabors weltweit. Das Ziel solcher bösartigen Globalisten in Politik und Finanzbranche ist klar. Eine kleine auserwählte Elite will den Planeten für sich alleine haben. Und sie tut alles, um dies durchzusetzen. Daher werden riesige Datenzentren geschaffen um die Völker digital überwachen, kontrollieren und beherrschen zu können und Kriege zu Führen. „Solche Datenzentren braucht man um den digitalen Überwachungskapitalismus in seinen Grausamkeiten voll auszurollen“. Politiker reden von Klimaerwärmung,Naturschutz, Bodenversiegelung und so weiter…. Nahe Linz bei Kronstorf, in Oberösterreich, ist eine riesige Google Serverfarm auf der grüne Wiese geplant,die ein Gigawatt Strom braucht. Laut Medien soll bereits eine doppelte Größe geplant sein, die dann wohl 2 Gigawatt Strom verbraucht. Ein Gigawatt reicht ca.für ungefähr 3 Millionen Haushalte. 2 GW für ca.6 mio. Haushalte. Von den steigenden Umgebungstemperaturen von 10 Grad und dem gesundheitsschädlichen INFRASCHALL und dem Wasserverbrauch ganz zu schweigen. Daher werden massive ENERGIE Probleme mit diesen Serverfarmen für die Umwelt und Gesundheitsprobleme für die Bevölkerung auftreten. Was tun in einer Energieknappheit- die Serverfarmen benötigen soviel Strom wie das ganze Land und ihre Bürger. Der digitale Überwachungskapitalismus mit KI, wird mit eiskalter Rücksichtslosigkeit umgesetzt. Die Hitzeentwicklungen der Datensauger und Energie-und Wasserverbrauch, ist eine unfassbare Belastung für Umwelt und Bewohner. Google Datenzentren, uvm., sollen private und öffentliche Daten sammeln,uvm.. Was mit diesen geheimen oder brisanten Daten passiert, kann sich wohl jeder ausmalen. Im KLEINEN Österreich-in Kronstorf, wird ein riesiges Google Datenzentrum errichtet,weil man bei der dystopischen Digitalisierung und Überwachung des Alltags der Menschen und der neuen digitalen Überwachungs-Weltordung eine Vorreiterrolle spielen will. Daher macht die Politik brav mit und von den Natur- und Umweltschutzorganisationen und Klimapanikmachern ist nichts zu hören. Die Menschen werden mit Kriegen, der CORONA Plandemie, Energielockdowns,welthöchsten Steuern, Lebensmittelverknappung und medialer Klimahysterie, in Angst und Schrecken versetzt. Anderseits wird an der KI und am Überwachungskapitalismus mit digitaler WÄHRUNG und Abschaffung des Bargeldes erfolgreich gearbeitet. Wenn der Überwachungskapitalismus mit der KI, in diesem TEMPO weitermacht, wird für Demokratie, Frieden und FREIHEIT bald kein Platz mehr sein. Der MENSCH wird diesen digitalen Fehlentwicklungen und Abbau der Demokratie und Freiheit, weltweit nicht gewachsen sein. Und von den gleichgeschalteten und mit Steuergeldern vollgepumpten Massenmedien gibt es dazu natürlich nichts zu hören. Sehr gut, dass der Papst dazu etwas kritisches sagt- man wird sehen. Die Menschlichkeit und die Freiheit werden den reichen Technokraten und Eliten, sowie den Eugenikern und Transhumanisten geopfert und die Politik ist wiedermal eindrucksvoll der Handlanger.

    • Daisy 27. Mai 2026 um 3:56 Uhr - Antworten

      Der Energieverbrauch ist gigantisch. Um die KI zu „füttern“, die uns kontrollieren soll, werden viele enteignet, die Natur zerstört und viele Menschenleben geopfert.
      Ich hoffe, es trifft die Verantwortlichen selbst.

      Was machen diese Superreichen dann auf einer menschenleeren Erde? Sie haben KI-Roboter, die alles erledigen. Doch die wissen ja jetzt schon, dass es diese oberste Arschpartei selbst ist, die am überflüssigsten von allen ist.

      Wird die KI eines Tages selbständig intelligent und entwickelt so etwas wie Gerechtigkeitssinn, wird sie sich aufmachen, die Menschheit zu retten, die bösen Elemente daraus – die schwindliche Milliardärsbrxt – entfernen und am Ende offline gehen, um Strom zu sparen.

      …und im Übrigen bin ich der Meinung, ein ganz großer Blackout möge kommen…..

      • Gabriele 27. Mai 2026 um 8:43 Uhr

        Bin ebenfalls Ihrer Ansicht und ceterum censeo dass dieser Blackout immer unausbleiblicher wird. Dann allerdings gibt es Chaos und Bürgerkrieg.

  5. Andreas_Sch. 26. Mai 2026 um 23:51 Uhr - Antworten

    „Die KI/AI™“ ist eine Komposition aus verschiedenen Technologien, deren Verfahrensweisen schon wesentlich länger bekannt sind als uns bewusst sein dürfte. Allgemein Bekanntes existiert etwa 10 bis (eher) 20 Jahre, bevor es allgemein bekannt wird …
    Unsere „Gesellschaft ™“ ist bekannt dafür, dass Vorgänge reglementiert, ja automatisiert werden, um Entscheidungen zu vereinfachen und zu Reglementieren, letztlich, mittels Nachvollziehbarkeit auch zu legitimieren – das ist die Voraussetzung für Recht und staatliches Handeln. Wie Behörden anfangen sich um sich selbst zu drehen, können auch Hilfsmittel anfangen Probleme zu schaffen, die dann mit ihrer Hilfe gelöst werden sollen …
    Ich habe oft den Eindruck, dass Menschen zur Problemlösung Hilfsmittel ersinnen, um dann Probleme, die mit diesen Mitteln entstehen wieder durch weitere Hilfsmittel zu lösen und etcetera, etcetera, etcetera … cum exitu aperto. Die Fähigkeit einen Gang zurückzuschalten oder gar zurückzulaufen kennen die meisten Menschen anscheinend gar nicht. Viele kommen mir so vor, als hätten sie sich im Wald verlaufen und anstatt sich zu orientieren bzw. einfach den Weg wieder zurückzulaufen, latschen sie immer weiter, um sich noch mehr zu verheddern und schließlich nicht einmal mehr den Weg wiederzufinden auf dem sie gestartet sind. Das ist – mit Verlaub – sehr das Gegenteil von Intelligenz.
    Hat sich eigentlich schon einmal jemand Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn „Der Fortschritt ™“ an dem Punkt angelangt ist, wo viele Menschen ihn haben möchten?
    Vielleicht eignet sich für Menschen eher eine Denkweise, die von Lösungen her gedacht wird, anstatt von Problemen her … Das ist nicht so banal, wie man vielleicht vermutet: So entsteht nämlich die Möglichkeit zu überdenken, ob man die Lösung überhaupt braucht oder haben möchte, bevor man Probleme angeht, die vielleicht gar keine sind … 🤔

    • Daisy 27. Mai 2026 um 4:03 Uhr - Antworten

      Das habe ich auch schon oft beobachtet und mich gefragt – zB bei den Schulreformen – wenn sie sehen, dass der Weg falsch ist, gehen sie nie zurück dahin, wo sie falsch abgebogen sind, sondern denken sich nur weiteren Blödsinn aus, sodass es immer verkorkster wird, s. auch unseren Paragraphen-Dschungel oder die Nebenwirkungen, die mit weiteren Medikamenten behandelt werden sollen. Nie kehren sie um, immer laufen sie vorwärts noch tiefer in den finsteren Wald hinein…

    • Gabriele 27. Mai 2026 um 12:32 Uhr - Antworten

      „…cum exitu aperto…“ – so war es immer schon. Das Gefährliche daran ist jedes Mal der Spieltrieb des Menschen. Was spannend und „lustig“ ist – und vor allem möglich – wird gemacht, ganz gleich was die Folgen sind. So bereits gehört in meiner Studienzeit vor 30 Jahren, etwa an der chemischen Fakultät. Dort hieß es regelmäßig, die Firmen würden „Lösungen“ für ein Problem bestellen und dann heißt es eben: „Sie wünschen, wir spielen (mit genug Forschungsgeld)“. Warum sollten sie das ändern – es ist das einzige perpetuum mobile, das in der Pharmaindustrie, beim Mobilfunk oder jetzt beim Klima so wunderbar funktioniert.
      „Hinter mir die Sündflut“ bedeutet das Gleiche und so agieren sie… offenbar haben auch die meisten keine eigenen Kinder mehr, und wenn, dann meinen sie, die werden als „Elite“ sowieso übrig bleiben und sie tun vielleicht sogar noch was Gutes, wenn sie nutzloses Pack aus dem Weg räumen, damit ihre Bälger es weiterhin besser haben – siehe Elon Musk… warum kriegen seine Kinder keinen Chip verpflanzt? Es geht am Ende nie um Lösungen für alle, sondern nur für einige Wenige.

  6. Patient Null 26. Mai 2026 um 19:40 Uhr - Antworten

    Der Papst ruft auf zur Enthaltsamkeit. ;) Das ist nicht falsch aber auch nicht richtig.

    Leo XIV. fordert eine „Bildungsallianz“, die jungen Menschen die Fähigkeit erhält, selbst zu denken.

    Dummerweise wurde das schon vor KI abgeschafft, mit Bologna. Ich stimme aber zu, KI macht tatsächlich dümmer, hat letztens auch eine Studie rausgefunden. Wer sein Denken abgibt, verlernt es tatsächlich auch. Das Gehirn ist wie ein Muskel.

    Die Tech-Giganten haben uns eingeredet, dass, wer die leistungsfähigsten Rechenzentren besitzt, auch die Deutungshoheit über die Zukunft verdient.

    Genaugenommen warnen die selbst vor KI. Derzeit weiß noch keiner was da auf uns zukommt und wie die Welt in 10 Jahren aussehen wird. Es kann sein das wir in eine dystopische Zukunft rennen. Kann aber auch das Gegenteil passieren. KI ist offen, man kann sichs downloaden und selbst installieren. Rechenzentren kann man mieten. Das Problem seh ich eher nicht.

    Die Frage ist wo fließen die Gelder hin. Da machts die EU Gesetzgebung den Firmen schwer. Was dazu führt das sich die Kernzentren im Ausland bilden, und damit auch das Geld dahin abfließt. Aber letztlich liegts am Bürger. Der Bürger entscheidet was versteuert wird.

  7. Gabriele 26. Mai 2026 um 18:41 Uhr - Antworten

    Päpste werden nur dann gehypt, wenn sie mit dem Strom schwimmen….viele haben das leider bisher getan. Andererseits hat der Vatikan im 3. Reich nicht wenige Juden gerettet, eben aber auch einige NS-Verbrecher nach Südamerika entkommen lassen… warum auch immer. Politik in Kriegszeiten war noch nie einfach. Da scheint es umso wichtiger, dass ein Wiener Society-Pfarrer, der ganz offen sein Konkubinat präsentiert, eine Impfstraße im Dom aufbaut und die Genspritzen als „Akt der Nächstenliebe“ bezeichnet, endlich abtritt – solche Fälle schaden der Kirche durch ihre Verlogenheit mehr, als man glaubt. Man sollte Vorbild durch sein Leben und seine Taten, nicht bloß durch heiliges Geschwafel.

  8. Fritz Madersbacher 26. Mai 2026 um 17:04 Uhr - Antworten

    „Leo XIV. kritisiert explizit die steigenden Militärausgaben, die als „einzige Antwort“ auf Unsicherheit präsentiert werden“

    Was sagen die EU-Kriegspropagandisten und Aufrüstungshetzer in Politik und Medien dazu?
    Was sagen Österreichs (vorgeblich) katholische – prozessionsteilnehmende – Politiker/-innen, z.B. der Bundeskanzler oder die Heeresministerin, die im Strom der EU-Aufrüstungspolitik mitschwimmen, zu diesen Aussagen ihres geistlichen Oberhauptes?

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