
Drohkulisse und Realität: Europas große Geste an Russlands Grenze
Es ist eine dieser Geschichten, die man eigentlich parallel lesen muss, um den vollen Gehalt an strategischer Absurdität zu erfassen. Auf der einen Seite: Britische Elitesoldaten, 70 Kilometer vor der russischen Grenze, trainieren mit KI-gesteuerten Kamikaze-Drohnen den Krieg der Zukunft. Auf der anderen Seite: Die gesamte britische U-Boot-Jagdflotte liegt im Hafen, kein einziges Boot einsatzbereit.
In Finnland, nahe der russischen Grenze, läuft derzeit Exercise Northern Star — ein NATO-Manöver mit rund 4.500 Soldaten aus Großbritannien, Finnland, Frankreich, Ungarn und den USA. Das britische 3. Bataillon The Rifles (3 Rifles) trainiert dort mit finnischen Truppen der Kainuu-Brigade, die seit Jahrzehnten nichts anderes getan haben, als sich auf den Krieg gegen Russland vorzubereiten.
Die technologische Schaukomponente des Manövers ist beachtlich. 3 Rifles operiert als neu konzipiertes Near Surface Infantry Battalion — eine Organisationsform, die autonome Drohnen nicht als Spezialanhang behandelt, sondern als taktischen Kern der Infanterie:
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Ghost: Ein autonomer Aufklärungshubschrauber, der Ziele in Echtzeit identifiziert und Daten an einen rückwärtigen Gefechtsstand übermittelt
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Bolt: Eine „One-Way-Attack-Drone“ — ein Loitering-Munition-System, das sich mitsamt Ziel in die Luft sprengt
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ATAK (Android Tactical Assault Kit): Ein digitales System, das die Sensor-zu-Schütze-Pipeline auf Zugebene integriert
Die Operationslogik ist ebenso simpel wie tödlich: Ghost findet das Ziel, Kommandoposten bestätigt, Bolt zerstört — und der Infanterist, der den Angriff auslöst, muss dem Feind nie näher kommen als einige Kilometer. Kein Sichtkontakt. Kein direktes Feuer. Kein eigenes Risiko.
Das ist, technisch gesprochen, die Zukunft der Kriegsführung. Und es findet 70 Kilometer von Murmansk entfernt statt.
Der Kontrast: Docks voller U-Boote, die nicht fahren
Während 3 Rifles in Finnland den Krieg von übermorgen probt, liegt die gesamte britische Angriffs-U-Boot-Flotte im Hafen. Alle fünf Boote der Astute-Klasse — die modernsten Jagd-U-Boote der Welt, Stückpreis über 2 Milliarden Pfund, Gesamtprogramm 12,2 Milliarden Pfund — sind gleichzeitig nicht einsatzfähig.
Die Zahlen sind vernichtend. Im gesamten Jahr 2025 brachten es die fünf Boote zusammen auf etwa 300 Seetage — das sind durchschnittlich 60 Tage pro Boot. Zum Vergleich: Ein einsatzfähiges U-Boot sollte 180–220 Seetage pro Jahr leisten. Die Astute-Flotte operierte 2025 bei etwa einem Drittel der Soll-Verfügbarkeit.
Anfang 2026 war Berichten zufolge nur noch ein einziges Boot voll einsatzfähig: die HMS Anson. Die schickte die Royal Navy dann prompt nach Australien — nicht etwa zur Feindaufklärung, sondern als AUKUS-Ausbildungsplattform. Jetzt ist sie zurück. Und liegt ebenfalls im Hafen.
Die Deutschen und Franzosen: Große Worte, gleiche Muster
Die Briten sind mit ihrer Diskrepanz zwischen Rhetorik und Fähigkeit nicht allein. Deutschland und Frankreich liefern das gleiche Schauspiel in größerem Maßstab.
Wir würden eher sagen: United by grottigste Beliebtheitswerte ever! (Geschätzte Zustimmung: 3%) (alle 4 zusammen!) pic.twitter.com/RBjyc35b9y
— Martin Sonneborn (@MartinSonneborn) June 8, 2026
Deutschland hat sich unter Kanzler Friedrich Merz zum Ziel gesetzt, die „stärkste konventionelle Armee Europas“ aufzubauen. General Carsten Breuer, Deutschlands oberster Soldat, warnt, Russland könne bis 2029 zu einem größeren Krieg gegen die NATO fähig sein, obwohl sie laut westlichen Politikern und Meiden gerade den Krieg gegen die Ukraine verlieren. Die geplanten Verteidigungsausgaben: 162 Milliarden Euro für 2029, hoch von 95 Milliarden 2025. Merz will die Truppe um 20.000 Mann innerhalb eines Jahres aufstocken, um 100.000 innerhalb eines Jahrzehnts.
Frankreich peilt 3,5 Prozent des BIP für Verteidigung an. Macron spricht von „europäischer operativer Unabhängigkeit“ innerhalb der NATO.
Die Rhetorik ist martialisch. Die Umsetzung ist eine andere Sache.
6.000 britische Drohnen — für weniger als eine Woche Krieg
Zurück zu den Drohnen, mit denen 3 Rifles in Finnland so eindrucksvoll trainiert. Die britische Armee verfügt über einen Gesamtbestand von etwa 6.000 Drohnen. In einem umfassenden Konflikt mit Russland, so interne Schätzungen, würde Großbritannien 1.600 Kamikaze-Drohnen pro Tag gegen Truppen, Luftabwehr und Panzerung sowie 3.000 Aufklärungsdrohnen pro Tag benötigen.
Das bedeutet: Der gesamte britische Drohnenbestand wäre in weniger als einer Woche aufgebraucht. Die Armee liegt, nach eigener Einschätzung, 80 bis 90 Prozent unter dem Bedarf.
Die Labour-Regierung hat 4 Milliarden Pfund für Drohnen über die Legislaturperiode zugesagt. Ein hochrangiger Verteidigungsvertreter nannte dies gegenüber dem Telegraph „unzureichend“. Der tatsächliche jährliche Mehrbedarf allein für die Armee: 550 Millionen Pfund — zusätzlich zu den bereits zugesagten Mitteln.
Die parallele Realität der NATO-Übungen
Derzeit läuft Ramstein Flag 2026 an — eine zweiwöchige NATO-Luftwaffenübung in mehreren Ländern, darunter solchen, die direkt an Russland grenzen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte dazu am Montag: „Russland ergreift die notwendigen Maßnahmen, um seine Sicherheit zu gewährleisten.“
Die NATO ihrerseits erklärt, das primäre Ziel der Übung sei „kritisches kollektives Training“. Unter dem Londoner Charing-Cross-Bahnhof simulierte kürzlich eine geheime Kommandoübung (Exercise Arrcade Strike) einen russischen Angriff auf das Baltikum im Jahr 2030 — komplett mit Virtual-Reality-Brillen von Anduril, die eine 3D-Schlachtfeldansicht boten, in der Tausende NATO-Drohnen von der estnischen Grenze bis St. Petersburg vordringen.
Das ist beeindruckend — in der Simulation. In der Realität hat Großbritannien Drohnen für weniger als eine Woche und null einsatzbereite Angriffs-U-Boote.
Der militärisch-industrielle Komplex dankt
Eine Funktion hat jedenfalls die ganze Übung: Die Verschiebung von Steuergeld in den militärisch-industriellen Komplex un deren Aktionäre in den großen Finanzinstitution wie BlackRock, wo bekanntlich Merz ein Führungspostion hatte, sowie generell in die Konten der Klasse der Oligarchen und Multi-Milliardäre.
Die materielle Basis dieser Drohkulisse ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Keine einsatzbereiten U-Boote. Drohnenreserven für weniger als eine Woche. Deutsche Panzer, die in Werkstätten auf Ersatzteile warten. Französische Eingreiftruppen, deren strategische Reichweite ohne US-Logistik stark eingeschränkt ist.
Der französische Abgeordnete Florian Philippot:
Wahnsinnig! (s. Video ⤵️)
In dieser Szene: die 3 unbeliebtesten Führer der Welt!
+ ein ukrainischer Präsident, der seit 27 Monaten nicht mehr gewählt wurde! 🤦🏻♂️Und Macron, Hand in der Tasche, der alle wie gewohnt manipuliert!…
➡️ RAUS, alle!
Gebt uns unsere Länder, unser Geld und den Frieden zurück!
Délirant ! (cf vidéo ⤵️)
Dans cette scène : les 3 dirigeants les plus impopulaires du monde !
+ un président ukrainien qui n’est plus élu depuis 27 mois ! 🤦🏻♂️Et Macron, main dans la poche, qui tripote tout le monde comme à son habitude !…
➡️ DEHORS, tous !
Rendez-nous nos… pic.twitter.com/KosNYKxWVQ— Florian Philippot (@f_philippot) June 8, 2026
Geht es also nur um den finanziellen Aspekt, oder ist doch ein angriff auf Russland das Ziel. Gestern haben sich jedenfalls die Führer der Länder getroffen die in der Vergangenheit schon Angriffskriege gegen Russland geführt haben und dabei gescheitert sind.
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In Belfast tobt gerade Bürgerkrieg auf den Straßen (schon wider). Vielleicht sollte Starmer dorthin seine Soldateska schicken und nicht an die russische Grenze?
Die NATO macht das was sie schon immer macht. Manöver möglichst dicht an der Grenze zu Russland. Bereits vor 2022 wurden regelmäßig NATO Manöver in der Ukraine abgehalten, dabei ist die Ukraine noch nichtmal in der NATO. Das Ergebnis war wie wir mittlerweile wissen Eskalation und nicht Schutz. Wo ich Soldaten üben lasse ist eigentlich egal, es sei denn ich will meinen Nachbarn provozieren.
Da steht sie so schön auf dem Titelbild, Europas korrupteste Polit-Elite! Fehlt nur noch v. d. Leyen. Sie können alle so schön unser Geld zu Fenster hinaus werfen, für Kriege, die wir Bürger weder brauchen noch wollen! Eigentlich können wir wenigstens froh sein, wenn unsere Waffen nicht funktionieren! Das beschert uns ein paar Tage länger den Frieden, aber kostet uns trotzdem unser Geld, da die verrückten Politiker um jeden Preis aufrüsten wollen … für einen Krieg, den wir absolut nicht wollen!
Es handelt sich nicht um den Krieg der Zukunft – der wird mit Steinen geführt werden Es handelt sich um das selbstreferentielle Schaffen jener Dämonen und Geister, die die Blavatsky ua vorhergesagt hatten.
In einer physisch und ressourcenmäßig begrenzten Welt, können nur noch symbolische Werte geschaffen werden. Eine Drohne erhält ihren Wert durch ihre Programmierung, nicht durch ihr Material – das ist bereits bei einem Baumwoll-T-Shirt anders. Die Preisfindung hängt von der Marktvergleichbarkeit ab und darf sehr kreativ sein. Daher sind Waffen und Medikamente interessante Assets in einer Wirtschaft, die wachsen muss, aber den Ressourceneinsatz zurückfährt.
Offenbar versprechen die sich davon, bei den geplünderten Bevölkerungen zu punkten. Noch einmal spürt man die exzessive Dekadenz in Westeuropa – man kommt mit nichts zurecht, dann rennt man in großen Krieg.