Anti-Migrations-Krawalle in Nordirland: Alte Feinde verbünden sich

10. Juni 2026von 3,2 Minuten Lesezeit

Nach versuchter Enthauptung auf offener Straße in Belfast kommt es zu gewalttätigen Aufständen und Protesten gegen die Regierungspolitik und Migranten. 

Zwei Tage nach einem brutalen Messerangriff in Nord-Belfast, der wie eine versuchte Enthauptung gefilmt und im Internet verbreitet wurde, ist Nordirland in der Nacht zum Mittwoch von schweren Unruhen erschüttert worden. Mehrere Wohnhäuser wurden gezielt angezündet, ein Polizeiauto ging in Flammen auf. Die Gewalt richtete sich vor allem gegen Unterkünfte von Migranten sowie gegen die Regierung. Dabei beginnen sich die alten Fronten zwischen protestantischen Loyalisten und katholischen Republikanern zu überlagern – die beiden verfeindeten Lager verbünden sich plötzlich.

Der Auslöser: Am Montagabend gegen 22.30 Uhr wurde in der Kinnaird Avenue im Norden Belfasts ein 40-jähriger Mann von einem sudanesischen Migranten mit einem Messer mehrfach am Kopf, im Gesicht, am Hals und am Rücken attackiert. Augenzeugen-Videos zeigen, wie der Täter offenbar versuchte, dem Opfer den Kopf abzuschneiden. Ein Anwohner rief: „Er versucht, ihm den Kopf abzuschneiden.“ Der Verletzte schwebt in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, angeklagt und soll noch am Mittwoch vor Gericht erscheinen.

Zunächst kam es am Dienstagabend zu friedlichen Protesten, in der Nacht eskalierten sie. Ein Mob setzte Häuser in Brand, die als Asylheime gelten, wie der Belfast Telegraph berichtet. Die Politik zeigt sich empört über die ausländerfeindliche Gewalt. „Viele unschuldige Familien wurden terrorisiert – nur wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft. Das fühlte sich an wie die dunkelsten Kapitel unserer Vergangenheit“, sagte der unabhängige Stadtrat Paul Doherty. „Statements aus der Ferne reichen nicht. Politiker müssen sich den Mobs in den Straßen entgegenstellen.“

First Minister Michelle O’Neill (Sinn Féin) verurteilte die Ausschreitungen scharf: „Gruppen maskierter Männer, die Familien aus ihren Häusern brennen – das ist nichts anderes als feige Gewalt. Das hat nichts mit Gemeinschaft zu tun.“

UnHerd berichtet indes über eine bemerkenswerte Entwicklung auf der nordirischen Straße. Der Zorn gegen die Einwanderungspolitik bringt offenbar die alten Feinde – die pro-britischen Protestanten und die katholischen Nationalisten – einander näher. In Nord-Belfast beobachteten katholische Nationalisten die maskierten loyalistischen Jugendlichen der anderen Seite aus sicherer Entfernung – ohne einzugreifen. Etwas, das bisher undenkbar war.

Manche Republikaner äußerten offen Verständnis für die Wut: „Diese Migranten gehören nicht in dieses Land“, sagten Anwohner gegenüber Reportern. Die irisch-republikanische IRSP kritisierte erstmals offen die Masseneinwanderung und warnte vor „demografischen Verschiebungen ohne Absprache mit den Gemeinden“.

Reporter vor Ort in Ost-Belfast beschrieben eine gespenstische Atmosphäre: In der protestantischen Newtownards Road, einer früher trendigen, aber weiterhin paramilitärisch geprägten Gegend, wurden Dutzende Asyl- und Migrationsunterkünfte von der Polizei mit gepanzerten Fahrzeugen evakuiert. Journalisten stießen auf offene Feindseligkeit – Maskierte durchsuchten Handys und warnten: „Keine Fragen, sonst gibt’s Ärger.“ Die Polizei hielt sich auffallend zurück und ließ die beiden traditionell verfeindeten Gemeinschaften erstmals in unmittelbarer Nähe aufeinandertreffen.

UnHerd spricht von einem sich abzeichnenden historischen Bruch: Die alten gesellschaftlichen Trennlinien weichen neuen Gräben – aus Protestanten gegen Katholiken werden Einheimische gegen islamische Einwanderer. Nordirland wurde in den letzten Jahren durch die britische Asylpolitik zu einem der wichtigsten Aufnahmeorte für Migranten im Vereinigten Königreich.

Der Horror des Messerangriffs hat nun auch in katholischen Vierteln offene Kritik an der Einwanderungspolitik ausgelöst. „Du hättest das hier nicht erwartet, nicht seit den Zeiten der Troubles“, sagte eine katholische Mutter. Ein Mann aus dem republikanischen New Lodge fasste es zusammen: „Es geht jetzt um beide Seiten – Grün und Orange kommen zusammen.“

Die Polizei ruft zur Ruhe auf, Politiker fordern Besonnenheit. Dennoch bereitet man sich offenbar auf eine weitere Krawallnacht vor.


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2 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 10. Juni 2026 um 11:33 Uhr - Antworten

    Die Problematik dabei ist, die verantwortlichen Politiker verschanzen sich hinter ihren Maueren und Leibwachen, während viele unschuldige Migranten keinen Schutz haben. Genauso wie die Einheimischen, die alle in Europa unter der Migrantenflut leiden müssen!

    Lächerlich die Aussage im Artikel von Stadtrat Paul Doherty. „Statements aus der Ferne reichen nicht. Politiker müssen sich den Mobs in den Straßen entgegenstellen.“

    Wie denn? Wollen sie selbst auf die Straße gehen? Das zeigt mal wieder das Geschwätz der Politik! Erst hat sie diesen Zustand herbeigeführt und dann will sie sich als vermeintlichen „Retter“ darstellen, obwohl sie selbst für das alles verantwortlich sind!

  2. 1150 10. Juni 2026 um 10:59 Uhr - Antworten

    schrecklich,
    das der weisse mob sich gegen kulturelle bereicherung in dieser form wehrt …….

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