Wie Konzerne Wasser rauben

18. August 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Während UN und Politik den „Wasserbankrott“ als neue Krise inszenieren, wird Wasser parallel fleißig privatisiert und kommodifiziert.

Ein besonders klares Beispiel liefert Baruth in Brandenburg – laut Daten eines der trockensten Bundesländer Deutschlands. Red Bull und sein Partner Rauch dürfen künftig 92 Prozent des des lokalen Grundwassers abpumpen. Das Wasserwerk Baruth darf jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter fördern. Davon stehen dem Energydrink-Konzern und Rauch über 90 Prozent zu. Für die restliche Bevölkerung und andere Nutzer bleiben nur acht Prozent.

Die Verträge laufen 25 Jahre und bleiben geheim: Die Stadt verweigert Einsicht. Offenbar zahlen Konzerne zudem nur etwa zehn Cent pro Kubikmeter – dreimal weniger als in Berlin.

Offenbar sind die Folgen der Wassergier in Brandenburg schon spürbar: . In Siedlungen wie Radeland laufen private Brunnen leer; Anwohner müssen teure neue Bohrlöcher setzen. Sinkende Pegel lassen Torfböden austrocknen, Häuser sacken ab. Der „Klimawandel“ als Ausrede hält kaum her, wenn Red Bull gleichzeitig eine Dosenfabrik plant: 16 Hektar Kiefernwald sollen gerodet werden, teilweise im Wasserschutzgebiet. Geplant sind bis zu 3,3 Milliarden Dosen pro Jahr.

Foodwatch und die Bürgerinitiative Ressourcen-Bündnis Baruth kritisieren die Ungerechtigkeit scharf: „Wenn es um das Allgemeingut Grundwasser geht, muss Transparenz Pflicht sein.“ Die staatliche Propaganda führt sich ad absurdum: Während Behörden zum Wassersparen aufrufen, sichern sich Konzerne langfristig de facto das gesamte Wasser der Gegend. Dann gibt es wirklich einen „Wasserbankrott“ allerdings anders, als ihn die UN beschreibt: öffentliche Ressourcen werden privatisiert, Gewinne privatisiert. Knappheit wird dabei zum Geschäftsmodell. Dazu passt das neue Wassergesetz in Bayern, das in Krisenfällen die Lebensmittelindustrie mit der öffentlichen Versorgung gleichstellt. Werden die Gewinne der Konzerne im Krisenfall dann ebenfalls verallgemeinert?

Ganz neu ist die Geschichte nicht, egal wohin man blickt: Seit der Privatisierung in England und Wales 1989 steigen Preise, Leitungen verfallen, Rohabwasser fließt in Flüsse. Thames Water, versorgt 16 Millionen Menschen, steckt in Milliarden-Schulden – Investoren entnahmen Dividenden, während die Infrastruktur verrottete. Eine mögliche Verstaatlichung wird diskutiert.

In Argentinien treibt die Regierung unter Milei die Privatisierung der großen Wasserversorgung AySA voran und schwächt staatliche Kontrolle. In Kenia sollen private Firmen Dämme bauen und Wasser verkaufen. Historisch setzten Weltbank und IWF Privatisierungen oft als Bedingung für Kredite durch – mit mäßigem Erfolg bei Preisen und Zugang, dafür oft mit höheren Gebühren und Ausschluss Armer.

Ein historisch radikales Beispiel ist Chile, das 1981 unter Pinochet ein Wassergesetz schuf, mit dem sich Agrarkonzerne und Bergbau Wasser für den Export sichern, während über eine Million Menschen keinen sicheren Zugang haben und ganze Regionen wie Petorca austrocknen. Teilweise ist das Gesetz noch immer in Kraft.


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7 Kommentare

  1. OMS 19. August 2026 um 8:11 Uhr - Antworten

    Unter dem YT-Kanal „Make Tech Future“ wird eindrucksvoll gezeigt, wie man Wasser in der Region hält und den Grundwasserspiegel erhöhen kann. Wenn man jedoch Feuchtgebiete trocken legt, Bäche und Flüsse als Entwässerungskanäle nutzt, darf man sich nicht wundern, dass der Grundwasserspiegel sinkt und das Land zur Steppe und in weiterer folge zur Wüste wird. Man baut zwar in meiner Gegend Überschwemmungsbecken bei jedem Bach und Fluss, füllt aber diese nur im Extremfall und wundert sich dass das Grundwasser weniger wird, anstelle diese Becken regelmäßig zu fluten um Wasser in der Region zu halten. Bau- oder Ackerland im trocken gelegten Überschwämmungsboden ist doch auch viel Ertrag reicher! Und wer benötigt schon einen Wald, welcher Wasser speichert?

  2. Der Zivilist 19. August 2026 um 6:39 Uhr - Antworten

    Da kaufen die Menschen also massenhaft aromatisiertes Brandenburger Wasser in Aludosen. Dieser Schwachsinn wäre wirklich leicht abzustellen, aber die Trägheit der Massen . . .

  3. alter Mann 18. August 2026 um 22:21 Uhr - Antworten

    Schade – Baruth wäre eine optimale Basis gewesen (einschl. Umgebung), wie nach 1989 Betriebe, welche auf viel Wasser angewiesen sind, entstanden / weitergeführt / immer wieder übernommen / strategisch geschlossen bzw. vorübergehend in Ruheposition gesetzt wurden. Baruth ist ein Paradebeispiel, wie systematisch Wasser langsam in wenige zentrale private Hände gelangt – step by step.
    Geht natürlich auch ganz anderst – man braucht Industrialisierung und da greift man zum Bergbau. Jahrhundert bestehende Trinkwassereinzugsgebiete werden gesetzlich aufgelöst. Das Trinkwasser – jetzt nur noch Grundwasser – wird in Flüsse abgepumpt. Nutzung für Menschen und Landwirtschaft – Null. Senkung des Grundwasserspiegels so stark, das Brunnen trocken werden und Bäche austrockneten. Setzungen und Trockenschäden an Vegetation sind normal haben aber damit natürlich nix zu tun. Man stellt auch fest, es wird wärmer in dem Gebiet (fehlende Verdunstungskälte), dafür ist dann aber der vom Menschen verursachte Klimawandel Schuld. Verlsse ich das betreffende Gebiet – na, was machen die Temperaturen wohl? Warum werden wohl Regenwasserschäden größer? Upps, hat dies etwa etwas mit der Austrocknung von vorher dauerhaft nassen Lehmschichten zu tun, welche jetzt Ziegeleigenschaften haben? Wasser insbesondere Trinkwasser wird das neue Gold und in Zukunft zugeteilt werden. Perfekte Möglichkeit zu kontrollieren und abzukassieren.

  4. VerarmterAdel 18. August 2026 um 21:48 Uhr - Antworten

    Tokenisierung von H2O: Ist O2 der nächste Schritt? – https://www.technocracy.news/de/tokenization-of-h2o-is-o2-next/

    Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Die UN spricht von einem globalen Wasserbankrott und plädiert daher für ein Insolvenzverfahren, in dem gerichtlich bestellte Verwalter die verbleibenden Wasserreserven ausverkaufen sollen. Und genau hier kommt die Tokenisierung ins Spiel: Die Knappheit des Wassers wird in einer Preisauktion weltweit versteigert. Dieses ganze System ist unbestreitbar verwerflich! – Patrick Wood, Redakteur.

    • Pusteblume 19. August 2026 um 6:31 Uhr - Antworten

      Die UN sind längst gekauft. Es wäre für die BRD besser, aus der UN auszutreten. Doch es gibt die giergetriebenen geld- und machtgeilen Parteinicks in allen Parteien, die die UNO super finden, was die UNO so an Menschenvernichtung betreibt.

  5. local.man 18. August 2026 um 20:11 Uhr - Antworten

    Erstaunlich ist, dass sowas überhaupt legal ist.
    Jedoch nur ein weiterer aktueller Beweis, des Wahnsinns durch das Systems selbst.
    Geld regelt hier den Besitz, der Besitz regelt wieder das Geld und der Kreislauf aus Abhängigen und Besitzenden steht, der sich zudem immer weiter verfestigt, genau weil die Spielregeln es maximal erzeugen.

    Am Ende wird dann dieser Wassermangel noch genutzt, um weitere Krisen und die Lügen darum zu verstärken wie Klimawandel und somit für die Unterworfenen noch mehr Regeln und Knappheiten zu erzeugen.

    Man kann also festhalten, dass dieses Modell, also die Regeln so gemacht sind, dass die eine Seite immer gewinnt und die überwältigende Mehrheit, bzw. könnte man alle sagen, verlieren und dazu noch immer weiter unterworfen werden, ganz zwangsläufig, solange sie diese Spielregeln akzeptieren und mitmachen. Aber diese Regeln zu ändern, dafür hat man den Unterworfenen alle Mittel entzogen und ersetzt mit Matrix. Wenn man dann den Mund aufmacht, sagt das System, Rechts, Böse, gefährlich, Demokratiefeind usw.

    Mal sehen wie lange das so weiter geht… hoffentlich nicht mehr so lange, bevor es wirklich flächendeckend richtig hässlich wird… also die Einzelfälle mal ausgenommen..

    • LmaA 19. August 2026 um 9:34 Uhr - Antworten

      Die überwältigende Mehrheit interessiert es nicht und ist zum Teil auch noch Strohdoof.
      Sie nützen ( daher auch als NutzVolk bezeichnet ) den Eliten als Kanonenfutter, als Lohnarbeiter und als Gebärautomaten für weiteres Kanonenfutter usw. Und damit die Kanonenfutteroroduktion auch reibungslos funktioniert werden massenhaft
      Ficki Ficki nach Europa geholt. Denen ist die sich sich abzeichnente Wasserrationierung egal, weil die von Wesen her garnicht so weit denken können.
      So etwas kann man nur mit einen strohdoofen NutzVolk
      veranstalten. Hier, zumindest in Europa bzw. der EU geht nix mehr zu retten. Der Zug ist weg.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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