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Wissenschaft

Australien startet das größte Impfexperiment an Wildvögeln aller Zeiten – 5.000 Pinguine im Visier

4 Kommentare 18. August 2026 3 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Tausende Zwergpinguine sollen eingefangen, doppelt mit einem Hühner-Impfstoff geimpft, gechippt und wieder freigelassen werden. Kritiker warnen vor unkalkulierbaren ökologischen und evolutionären Risiken.

Australien bereitet das größte Impfexperiment an freilebenden Wildvögeln vor, das je versucht wurde. 5.000 Zwergpinguine (Little Penguins) sollen eingefangen, zweimal mit einem aviären Influenza-Impfstoff geimpft, mit Mikrochips versehen und wieder in die Freiheit entlassen werden. Insgesamt sind rund 10.000 Injektionen und 5.000 permanente Chips geplant.

Hühner-Impfstoff gegen H5N1 bei Pinguinen

Der eingesetzte Impfstoff ist ein von Zoetis entwickelter H5N2-Totimpfstoff, der ursprünglich für Geflügel (Hühner) bestimmt ist. In der australischen Wildtierpopulation zirkuliert jedoch vor allem das Virus H5N1. Die Behörden räumen selbst ein, dass die Erfahrungen mit solchen Impfstoffen bei Nicht-Geflügelarten begrenzt sind. Dennoch soll die Maßnahme nun auf Tausende freilebende Tiere ausgeweitet werden.

Der Ablauf ist aufwendig: Die Pinguine müssen eingefangen, fixiert, geimpft und gechippt, freigelassen und Wochen später erneut eingefangen werden, um die zweite Dosis zu verabreichen. Es handelt sich um einen beispiellosen pharmazeutischen Eingriff in ein freies Ökosystem.

Evolutionäre Risiken

Epidemiologe Nicolas Hulscher von der McCullough Foundation warnt vor den möglichen Folgen. Solche Impfstoffe verhindern nicht zwangsläufig Infektion oder Virusreplikation. Das Virus kann weiter zirkulieren und dabei unter dem Selektionsdruck der Impfung mutieren. Influenza-Viren verändern sich ohnehin rasch; Impfdruck kann antigenen Drift beschleunigen und impfstoffresistente Varianten begünstigen. Bei Ko-Infektionen steigt zudem das Risiko von Reassortments und neuen Varianten.

In freilebenden Pinguinpopulationen sind diese Risiken besonders schwer vorhersehbar, da es kaum praktische Erfahrungen mit Massenimpfungen in Wildpopulationen gibt.

Finanzielle Verbindungen

Auffällig ist die Rolle des Impfstoffherstellers Zoetis. Das Unternehmen hat von der Bill & Melinda Gates Foundation nahezu 30 Millionen Dollar an Zuschüssen erhalten – unter anderem für Geflügelgesundheit (sic!), veterinärmedizinische Produkte und Impfstoffe. Die Gates Foundation hat zudem separat die Entwicklung von H5N1-Impfstoffen gefördert.

Experiment mit ungewissem Ausgang

Was hier geplant wird, ist kein klassisches Naturschutzprogramm, sondern ein großangelegtes biologisches Experiment an einer geschützten Wildtierart. 5.000 Pinguine werden einem Hühner-Impfstoff ausgesetzt, dauerhaft markiert und in eine Umgebung zurückgebracht, in der H5N1 weiter zirkuliert.

Die Behörden spielen mit, obwohl die Evidenz für diese spezifische Anwendung dünn ist und die langfristigen ökologischen und evolutionären Konsequenzen kaum abschätzbar sind. Einmal mehr zeigt sich die Bereitschaft, großflächig in natürliche Systeme einzugreifen – diesmal nicht nur bei Nutztieren, sondern direkt in der Wildnis.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇

Image by Barbara Dougherty from Pixabay

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4 Kommentare

  1. Jurgen
    Antworten

    Die Kampagne zur Ausmerzung größerer Vögel auch in der Natur scheint jetzt anzulaufen, um den konstruierten Nahrungsmittelengpass in den nächsten Jahren alternativlos werden zu lassen. Hühner, Rinder und Schweine sind ja schon länger unter Bespritzung…

    Australien macht wie immer den britisch gesteuerten Vorreiter…

  2. anamcara
    Antworten

    Tausende Wildtiere müssen für zwei separate Dosen im Abstand mehrerer Wochen eingefangen, fixiert, geimpft und gechippt werden.
    Dieser physische und psychische Stress führt bei Wildvögeln zu einer massiven Ausschüttung von Stresshormonen die das Immunsystem unterdrücken, das man eigentlich stärken möchte, und macht die Tiere anfälliger für das zirkulierende Wildvirus und andere Krankheiten.

    Es gibt weltweit keinerlei Erfahrungswerte darüber, wie sich eine solche Massenimpfung auf die soziale Struktur, das Brutverhalten und die langfristige Genetik einer freien Wildtierpopulation auswirkt; genetisch anfällige Tiere bleiben am Leben; der natürliche Selektionsprozess wird blockiert und die Population wird langfristig nicht widerstandsfähiger, sondern bleibt dauerhaft vom Menschen und weiteren Impfungen abhängig.

    Durch den Einsatz einer unvollständigen impfung, die das Virus nicht stoppt, sondern nur die Symptome unterdrückt, zwingt man den Erreger künstlich zur Anpassung. Das Risiko, dadurch direkt in der Wildnis aggressive und impfstoffresistente Fluchtmutanten zu züchten ist vermutlich extrem hoch.

    Ausserdem prognostizieren offizielle epidemiologische Modellierungen! für die Pinguinkolonien eine Sterblichkeit von “nur” 20 bis 40 Prozent ohne Impfung.
    Wenn die Mehrheit der Pinguine (60 bis 80 %) eine Infektion natürlicherweise überleben und eine körpereigene, robuste Immunität entwickeln würde, ist die Verhältnismäßigkeit dieses Eingriffs hochgradig fragwürdig.

    Wird dieses Projekt Schule machen, droht die Wildnis schrittweise in eine Art „pharmazeutisch gemanagten Zoo“ verwandelt zu werden, bei dem der Mensch dauerhaft steuernd und kontrollierend eingreifen muss.

    1. Jurgen
      Antworten

      Aggressive „Viren“mutanten rotten sich selbst aus bzw. mutieren erneut, um sich besser zu vermehren. Man verwende zur Simulation die Wellentheorie, Kaventzmänner sind wirklich selten und treten nur unter bestimmten Bedingungen auf… Also dient die Meldung vorrangig der Angstmache bzw. Aufrechterhaltung von Angst… Also Pipifax von Billy the Kid…

    2. bribrei
      Antworten

      „Es gibt weltweit keinerlei Erfahrungswerte darüber, wie sich eine solche Massenimpfung auf die soziale Struktur,…“
      Das ist auch überhaupt nicht nötig! Das Wunderwerk Natur reguliert sich selbst – wo auch immer der Mensch eingreift, er zerstört… Wieder eines solcher sinnbefreiten, kranken Hirnen geschuldeten Aktion.
      Und welche verheerenden Auswirkungen (End“ziel“ Tod…) „Impfungen“ zur Folge haben, könnte mensch mittlerweile doch kapiert haben… Aber, es sind ja nur Tiere…

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