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Politik

Kalifornien verbietet „ineffiziente“ Reifen – zum „Schutz“ des Klimas

11 Kommentare 19. August 2026 5 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Die California Energy Commission entscheiden künftig, welche Ersatzreifen Autofahrer kaufen dürfen. Begründet wird das mit Klimaschutz und angeblichen Kosteneinsparungen – ein weiteres Beispiel für die wachsende Macht von Bürokraten über alltägliche Entscheidungen. Wann folgt die EU-Kommission mit einer entsprechenden Direktive?

Es war nur eine Frage der Zeit. Nach Glühbirnen, Duschköpfen, Toilettenspülungen, Gasherden und Rasenmähern hat sich der nimmersatte kalifornische Regulierungsapparat nun ein neues Opfer ausgesucht: Ihre Autoreifen. Die California Energy Commission (CEC) — eine Behörde, für die kein Kalifornier jemals eine Stimme abgegeben hat — verabschiedete am Montag einstimmig die landesweit ersten Effizienzstandards für Ersatzreifen. Ab 2029 werden die ineffizientesten Reifen vom Markt verbannt, ab 2033 trifft es dann den Großteil des Sortiments.

Goodyear selbst warnt: Rund 70 Prozent der derzeit in Kalifornien verkauften Reifen würden bis 2033 eliminiert.

Die Orwell’sche Verkaufstaktik: „Wir tun das nur zu Ihrem Schutz“

David Hochschild, Vorsitzender der CEC, formulierte es mit der für solche Figuren typischen Arroganz: „Letztlich geht es hier um Verbraucherschutz. Ich sehe dies als Abschirmung der Öffentlichkeit vor höheren Kosten.“

„Abschirmung.“ Vor „höheren Kosten.“ Frau Leyen? Gute Idee, nicht whr?

Wenn Ihnen ein ungewählter Bürokrat erklärt, er müsse Sie vor Ihren eigenen Kaufentscheidungen „abschirmen“, dann greifen Sie besser zum Geldbeutel — denn was folgt, ist garantiert das Gegenteil von dem, was behauptet wird.

Die CEC rechnet vor: Phase 1 spare $79 an Sprit oder Strom über vier Monate. Phase 2 bringe etwa $153 über sieben Monate. Pro Reifen schlage die Regulierung mit etwa $6,50 Mehrkosten zu Buche. Klingt harmlos — wenn man den Reifenkauf als isolierten Vorgang betrachtet, was er in der Realität nicht ist.

Der entscheidende Denkfehler: Werksreifen sind nicht die besten Reifen

Die gesamte Regulierung ruht auf einer fundamental falschen Annahme: Dass der Reifen, der ab Werk auf Ihrem Fahrzeug montiert war, irgendeine Art von Optimalzustand darstellt.

Jeder, der jemals einen Ersatzreifen gekauft hat, weiß: Das Gegenteil ist der Fall.

Autohersteller wählen Reifen nach einem Kompromiss aus Kosten, Lieferantenbeziehungen, Fahrkomfort, Geräuschentwicklung, Haltbarkeit, Verfügbarkeit und Flottenverbrauchszielen. Manchmal ist der Werksreifen gut. Häufig ist er mittelmäßig. Oft wurde er schlicht gewählt, weil er dem Hersteller half, eine Kostenquote zu erreichen.

Genau deshalb existiert der Ersatzreifenmarkt überhaupt: Damit Verbraucher die Kompromisse der Erstausrüstung korrigieren können.

Wer im Schnee lebt, will Wintertraktion — nicht Rollwiderstandsoptimierung. Wer eine Familie mit knappem Budget hat, will Langlebigkeit — nicht eine marginale Spritersparnis über sieben Monate. Wer sich einen Mustang, eine Corvette oder einen Porsche kauft, hat nicht Maximaleffizienz im Sinn.

Die CEC tut so, als sei der Rollwiderstand das einzig relevante Kriterium. Das ist er nicht. Und das wissen sie.

Lauren Fix brachte es in ihrem ausgezeichneten Kommentar bei CBT News auf den Punkt: „Das Problem ist, dass Regulierer annehmen, Kraftstoffeffizienz sei der wichtigste Faktor für jeden Fahrer. Ist er nicht.“

Die schleichende Entmündigung

Wir erleben es in der EU praktisch tagtäglich. Was in Kalifornien passiert, ist oft beispielgebend für die EU und Teil eines Musters, das sich seit Jahren wiederholt:

  • Duschköpfe wurden so weit reguliert, dass man heute länger duschen muss, um die Seife aus den Haaren zu bekommen
  • Waschmaschinen und Geschirrspüler laufen mittlerweile so „effizient“, dass sie doppelt so lange brauchen und trotzdem schlechter reinigen
  • Gasherde sollen verboten werden — angeblich wegen der Raumluft, in Wahrheit weil sie nicht ins elektrifizierte Weltbild passen
  • Rasenmäher und Laubbläser mit Verbrennungsmotor sind bereits auf der Abschussliste

Jetzt also Reifen. Und wie immer gilt: Was in Kalifornien beginnt, schwappt über New York, New Jersey, Illinois und Massachusetts und letztlich in die Eu mit der entsprechenden Verzögerung, die durch die intellektuelle Aufnahmefähigkeit gegeben ist.

Wie ein Kommentator auf X treffend bemerkte: Kalifornier können ihre Einkaufsliste für den Trip über die Staatsgrenze jetzt um Reifen erweitern — neben Feuerwerk, Zigaretten, Rattengift, Benzinkanistern mit funktionierenden Ausgießern und Duschköpfen.

Die Kalifornier werden Wege finden — sie fahren ja bereits für Feuerwerk und Duschköpfe über die Grenze. Wie Marc Morano vom Climate Depot sarkastisch anmerkte: „Kalifornien scheint sich wirklich um seine Bürger zu sorgen! Denkt immer an Wege, ihnen Geld zu sparen!“

Hierzulande wird man immer öfter an die Idiotie von Brüssel und eigener Politiker erinnert. Etwa mit den Flaschenverschlüssen und dem Pfand für Plastikflaschen. Du stehst vor dem Automaten und hörst wie hinter der 70.000 Euro Maschine die Flasche zerknüllt wird. Bisher hast du das selbst ohne zusätzliche Kosten in einem Zehntel der Zeit gemacht, die du jetzt benötigst.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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11 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3
    Antworten

    Ich freue mich schon auf die Millionenklagenwegen verunfallter Fahrer gegen Kalifornien. Fenn weniger Rollwiderstand heisst weniger Grip also längere Bremswege und geringere Kurvengeschwindugkeiten. Dazu Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung furch Hinterbliebene.

  2. Charles M.
    Antworten

    The land of the free…
    Haha, ich lach mich schlapp.

  3. OMS
    Antworten

    Politiker sollten einmal bei sich selber anfangen zu sparen und nicht mit dümmlichen Ideen der Bevölkerung auf den Nerv gehen! Selber vom Kuchen naschen und dem Volk Brotkrümel vorwerfen!

    Beim Gehalt maximal €10.000 brutto! Die Zeit als Politiker wird analog der Selbständigkeit gewertet. Das wäre zB (laut KI für Österreich)

    Mindestversicherungszeit: Sie benötigen mindestens 180 Versicherungsmonate (15 Jahre), um eine reguläre Alterspension zu erhalten. Davon müssen mindestens 84 Monate (7 Jahre) durch echte Erwerbstätigkeit erworben sein. – Als echte Erwerbstätigkeit verstehe ich einen Beruf ausgeübt zu haben oder eine eigene Firma geleitet zu haben (nicht nur auf dem Papier)

    Pensionsalter: Das Regelpensionsalter liegt für Männer bei 65 Jahren. Für Frauen wird es schrittweise an die 65 Jahre angeglichen.

    Pensionskonto: Ihre erworbenen Ansprüche werden im persönlichen, digitalen Pensionskonto erfasst. Jedes Jahr fließen 1,78 % der jeweiligen Beitragsgrundlage als Teilgutschrift in die Berechnung Ihrer künftigen Jahrespension ein. – Somit kein Anspruch auf Politiker Pension nach 5 Jahren als Abgeordneter.

    Die Besserstellung von Politikern muss beendet werden um deren Abgehobenheit wieder auf ein erträgliches Maß zu bringen.

    Zurück zum Thema. Dabei dachte ich immer, dass der Markt im Kapitalismus alles regeln wird. Warum greift die Politik dann immer ein?

  4. VerarmterAdel
    Antworten

    Politik für den Untergang der Menschheit

  5. Thomas Moser
    Antworten

    In einem zukünftigen europäischen Maßnahmenpaket zur maximalen Auto‑Eindämmung könnte man sich vorstellen, dass Fahrzeuge grundsätzlich nicht mehr als 1.200 kg wiegen dürfen. Alles darüber gilt als klimaschädlicher Schwertransport und müsste eine persönliche Sondergenehmigung der EU einholen. Gleichzeitig würde die Motorleistung für private Pkw auf 100 PS begrenzt. Der Sportmodus fiele vollständig weg, weil sportliches Fahren ohnehin nur eine Illusion ist, die mit der tatsächlichen Fitness der meisten Fahrer wenig zu tun hat.

    Auch die Klimaanlage würde strenger reguliert: Sie dürfte nur noch auf maximal 22 Grad herunterkühlen und nur dann, wenn die Außentemperatur über 35 Grad liegt. Ansonsten gilt das neue Nachhaltigkeitsprinzip: Schwitzen ist klimafreundlich. Alle Fahrzeuge, incl. Oldtimer, müssen Sensoren zur Messung des Reifenabriebs nachrüsten, damit Mikroplastik endlich nicht nur entsteht, sondern auch präzise dokumentiert wird. Die Geschwindigkeit würde nicht mehr vom Fahrer bestimmt, sondern per GPS automatisch angepasst, gesteuert durch eine zentrale Leitstelle, die darüber wacht, dass niemand aus Versehen zu schnell unterwegs ist.

    Das übergeordnete Ziel dieses Maßnahmenpakets wäre die Vision eines Zero Vehicle – eine vollständige Straßenentlastung analog zu früheren Zero‑Covid‑Strategien. Wenn keine Fahrzeuge mehr unterwegs sind, werden die Städte endlich autofrei, die Luft sauberer und die Menschen können auf wirklich klimafreundliche Alternativen umsteigen, etwa das Bobby Car, das neue Premium‑Fortbewegungsmittel einer emissionsfreien Zukunft.
    Problem solved – next problem please.

    1. Hello
      Antworten

      Getreu nach Wilhelm Busch (abgewandelt):
      Ein jed Problem, wenn es sich löst,
      kriegt augenblicklich Junge

    2. W. Baehring
      Antworten

      Von Ihren Zukunfts-Visionen sind wir ja praktisch gar nicht mehr so weit entfernt:
      Aus gegebenem Anlaß (erforderlicher Auto-Neukauf nach 23 Auto-Ehejahren) mußte ich mich z.B. mit der penetranten Übergriffigkeit des Software-Bedienkonzeptes von Volkswagen/SEAT herumschlagen, die eindeutig schon in Richtung „Nudging“ geht.
      Da entscheidet nämlich nicht mehr der Fahrer, welche der zahlreichen Assistenz – und Informationssysteme er nutzen möchte. Nein, das entscheiden heute die Manager in den Führungsetagen des Konzerns bzw. die von ihnen jeweils freigegebene Software-Version.
      Das beginnt mit dem penetranten Übergriff, dass z.B. das „Start-Stop-System“ nach JEDEM Aus-und Wiedereinschalten der Zündung erneut von der Software aktiviert wird, auch wenn der Fahrer das schon zig mal vor Fahrtantritt manuell deaktiviert hat und die ja sonst so „intelligente“ Software ja endlich mal „merken“ könnte, das der Fahrer das System dauerhaft NICHT „nutzen“ möchte.
      Genauso verhält es sich z.B. mit dem Spurhalte-Assistent („Lane Assist“), der bei jedem Fahrtantritt erneut aktiviert ist, gerade so, als könnte der Fahrzeugführer das Fahrzeug ohne diese „Assistenz“ gar nicht mehr sicher auf der Straße halten.
      Aber vielleicht ist das bei den heutigen Fahrern wirklich so und das betreute Denken mußte auch bei den Führern eines Fahrzeugs Einzug halten.
      Das schlimme daran ist: Manche Fahrer finden das ganz toll und je mehr übergriffige Assistenz- und Informationssysteme oder völlig nebensächliche Gadgets (wie z.B. „Ambiente-Beleuchtung“) ein Fahrzeug besitzt und an denen der Fahrer seinen infantilen Spieltrieb auslassen kann, desto „hochwertiger“ wird es eingeordnet.

      1. Thomas Moser

        Das ist tatsächlich ein Prinzip: Abschalten wenn überhaut dann nur im laufenden Zündzyklus. Ein permanentes Abschalten ist damit nicht möglich. Der angebliche Komfort muss eben aufgezwungen werden, er darf nicht sanft daherkommen. Das ist die Grundregel, Ausnahmen mag es geben. Und niemand hat uns gefragt ob wir das wollen. Vielleicht sollte es eine Petition geben der Art: jedes nicht unbedingt notwendige Subsystem muss vom Fahrer permanent deaktivierbar sein. Ob permanent, oder temporär deaktivierbar sollte vom Fahrer im Menü einstellbar sein bei den bekannten Trottelfunktionen wie Lane Assist, Driver Drowsiness Detection, etc.

      2. Hello

        W. Baehring
        „…Spurhalte-Assistent („Lane Assist“), der bei jedem Fahrtantritt erneut aktiviert ist, gerade so, als könnte der Fahrzeugführer das Fahrzeug ohne diese „Assistenz“ gar nicht mehr sicher auf der Straße halten.“

        Aber, das ist doch ganz toll! Es ERZIEHT die Fahrer, die permanent nicht blinken, wenn sie abbiegen oder die Spur wechseln. Denn wenn man nicht blinkt und die Spur wechselt, dann zuckt das Auto.
        Das habe ich von einer Fahrerin gehört, die früher einmal kritisch dachte.
        Ich habe vor acht Jahren gerade noch ein Auto erstehen können, das weder piepst, noch sonstige Assistenz hat. Hoffentlich hält es noch 15 Jahre.

    3. Der Zivilist
      Antworten

      Also ein selbstfahrendes Auto fände ich erfreulich, aber da geht die Reise ja nicht hin, es ist eher eine Geiselnahme des ‚Fahrers‘

      1. Thomas Moser

        Ein autonomes Auto im freien Strassenverkehr sehe ich nicht mit hinreichender Sicherheit derzeit realisierbar. Daher ist der Hype ums autonome Fahren weg. Warum ist das so?

        Autonomes Fahren auf KI‑Basis wird auf absehbare Zeit nicht sicher funktionieren, weil die grundlegenden Wahrnehmungsprobleme nicht durch Skalierung lösbar sind. Selbst wenn Modelle tausendmal größer werden, bleibt die Logik dieselbe: Pixelstatistik statt Weltverständnis. Die Fehlerszenarien – falsch erkannte Stoppschilder, übersehene Fußgänger, Reflexionen, Nebel, ungewöhnliche Perspektiven, verschmutzte Sensoren – sind nicht Kinderkrankheiten, sondern systemische Grenzen. Deshalb wird es auch in 10 Jahren keine KI geben, die zuverlässig genug ist, um ein Fahrzeug ohne menschliche Kontrolle sicher zu führen. Man braucht also klassische Sensorik mit 3D Weltmodell – nicht auf statistischer Basis, Neuro-KI bringt hier also wenig.
        Die einzige realistische Lösung wäre ein Rückgriff auf klassische, deterministische Programmierung, die exakt definierte Regeln befolgt und deren Verhalten überprüfbar ist. Doch klass. Programmierung kann nur in streng strukturierten Umgebungen autonom fahren – also auf abgesperrten Werksgeländen, dedizierten Spuren wie Autobahn ohne Baustellen oder vollständig regulierten Verkehrsnetzen. Für den offenen Straßenverkehr ist das nicht erreichbar.

        Derzeit kann man klar sagen: Safety killt KI.

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