
Zerstört Israel auch Syrien? Idlib brennt wieder
Israel besetzt und zerstört nicht nur den Süden des Libanons, sondern immer größere Teile Syriens und zerstört systematisch jede militärische Aktivität des Landes, insbesondere die Möglichkeit mit der Türkei zu kooperieren. Und das obgleich nun die Wunschregierung aus ehemaligen Terroristen das Land kontrolliert. Was passiert da gerade?
Über acht Monate nach dem Sturz Assads setzt Israel seine Kampagne gegen die militärische Substanz Syriens ungebremst fort. In der Nacht auf Dienstag traf es die Luftbasis Abu al-Duhur im östlichen Idlib – nach eigenen Angaben Syriens der tiefste Schlag seit Juli. Die Basis war seit 2012 außer Betrieb, stellte keine Bedrohung dar und hatte weder mit Iran noch mit der Hisbollah zu tun. Das hat Israel nicht davon abgehalten, sie zu bombardieren.
Was in dieser Nacht geschah
Nach übereinstimmenden Berichten wurde die Landebahn der Basis in mehreren Angriffswellen getroffen; syrische Staatsmedien sprachen von acht Einschlägen, andere Quellen von vier. Offiziell bestätigt hat Israel wie üblich nichts – das Militär reagierte mit einem knappen „kein Kommentar“ auf Presseanfragen. Verletzte wurden zunächst keine gemeldet. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Laut dem Syrian Observatory for Human Rights war kurz zuvor eine türkische Militärdelegation vor Ort gewesen, um über eine Reaktivierung des Flugfelds zu sprechen – ein Schritt, der in Tel Aviv offenbar Alarm auslöste.
Denn genau darum scheint es zu gehen: nicht um eine akute Bedrohung, sondern um den wachsenden Einfluss Ankaras in Syrien. Israels Verteidigungsminister Israel Katz hatte erst Anfang August direkte Warnungen an Präsident Erdoğan gerichtet und erklärt, man werde keine Schritte dulden, die Syriens militärische Fähigkeiten stärken. Der türkische Außenminister Hakan Fidan hatte zuvor Israel vorgeworfen, mit seinen wiederholten Angriffen die Sicherheit Syriens zu bedrohen, und internationalen Druck gefordert. Statt Diplomatie folgt auf diese Warnung: eine weitere Bombardierung.
Kein Einzelfall, sondern Methode
Wer den Angriff auf Abu al-Duhur isoliert betrachtet, verpasst das eigentliche Bild. Israel führt seit dem Sturz Assads im Dezember 2024 eine der intensivsten Bombenkampagnen gegen ein fremdes Staatsgebiet seit Jahrzehnten – ohne Kriegserklärung, ohne UN-Mandat, gegen ein Land, das sich in einem fragilen Übergangsprozess befindet. Bereits in den ersten 48 Stunden nach Assads Flucht meldete die israelische Armee, 70 bis 80 Prozent der strategischen militärischen Fähigkeiten der ehemaligen Regierung zerstört zu haben – Luftwaffe, Marine, Chemiewaffenanlagen, Forschungseinrichtungen. Über 300 Angriffe innerhalb weniger Tage; Beobachter sprachen von einem de facto entmilitarisierten Land.
Seither riss die Kampagne nicht ab. Bereits im Januar 2025 traf ein israelischer Drohnenangriff erstmals auch die neuen Machthaber selbst – ein Konvoi der HTS-Sicherheitskräfte in Quneitra wurde getroffen, drei Menschen starben. Im April 2025 folgten Angriffe auf Flughäfen und militärische Infrastruktur in Hama und Homs sowie auf eine Forschungseinrichtung in Damaskus. Bis Dezember 2025 zählte Al Jazeera bereits über 600 israelische Angriffe innerhalb eines Jahres seit Assads Sturz – im Schnitt fast zwei pro Tag.
Was die westliche Berichterstattung ausblendet
In den meisten großen Medien erscheint jeder einzelne dieser Angriffe als isolierte Meldung, oft im Konjunktiv („wahrscheinlich Israel“), begleitet von routinemäßigem Schweigen der israelischen Seite. Was dabei verloren geht, ist die Systematik: Es handelt sich nicht um punktuelle Selbstverteidigung gegen konkrete Bedrohungen, sondern um eine fortlaufende, präventive Zerstörung jeglicher militärischer Handlungsfähigkeit eines Nachbarstaats – unabhängig davon, wer dort gerade regiert und wie er sich verhält. Die neue Führung in Damaskus hat wiederholt betont, keinen Konflikt mit Israel zu suchen. Das hat an der Angriffsfrequenz nichts geändert.
Auch die eigentliche Motivlage bleibt in der westlichen Berichterstattung meist unterbelichtet: Es geht Tel Aviv erkennbar auch darum, eine türkische Militärpräsenz oder -kooperation in Syrien im Ansatz zu verhindern – ein geopolitisches Kalkül zwischen zwei regionalen Mächten, das auf dem Rücken der syrischen Zivilbevölkerung und ihrer ohnehin zerstörten Infrastruktur ausgetragen wird. Ein wiederaufgebautes Rollfeld ist in dieser Logik bereits ein Grund für Bomben.
Guter Cop – böser Cop
Für die USA bedeutet jeder dieser Schläge diplomatischen Schadensbegrenzungsaufwand – in Syrien selbst, aber auch gegenüber der Türkei, die ihrerseits keine Garantie mehr hat, dass ihr wachsender Einfluss in der Region nicht direkt mit israelischen Bomben beantwortet wird. Für Syrien bedeutet es: Ein Land, das gerade erst versucht, sich nach über einem Jahrzehnt Bürgerkrieg neu zu ordnen, wird systematisch daran gehindert, überhaupt wieder über eine funktionierende eigene Verteidigungsfähigkeit zu verfügen – unabhängig davon, wer in Damaskus regiert. Abu al-Duhur war nur die jüngste Station.
Bild: Screenshot von Video über die Bombardierung Syriens
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Dennoch finden diese keine „Cojones“, sich den Angriffen zu widersetzen und die Angreifer aktiv zu bekämpfen? Die müssten sogar die Befreiung der Golan-Höhen anstreben.
Anzahl der Juden 16,8 Millionen, davon in Israel 7,1 Millionen, USA ca. 6,3 Millionen (Statista 2023)
Anzahl Moslemsim im nahen Osten (Google KI) 300 bis 400 Millionen.
Die 16,8 Millionen Juden machen etwa 0,2% der Weltbevölkerung aus.
Wenn ein religiös strukturierter Staat von ca. 10 Millionen Einwohnern den Anspruch erhebt, eine ganze Region ebenfalls religiös strukturierter Staaten mit 300 – 400 Millionen Einwohnern militärisch, wirtschaftlich und kulturell zu kontrollieren (früher nannte man das auch einfach: unterdrücken und ausbeuten), gibt es da Alternativen zur militärischen Gewalt?
Fragen:
wieviele Menschen jüdischen Glaubens befinden sich unter den Top 100 Reichsten der Erde? Wieviel Prozent sind das?
Wieviele Menschen jüdischen Glaubens befinden sich an hervorragender Stelle im Kulturleben sowohl „westlicher“ als auch nicht westlicher Völker? Wieviel Prozent sind das?
Wo kommt das Bewusstsein der israelischen Eliten her, das „auserwählte Volk“ zu sein?
Welchen Anteil an den US-Milliardären machen sie aus? Ohne AIPAC und die USA könnte die Kabale nicht jahrzehntelang toben.
Iran ist böse, Israel ist gut, und aus! Mehr darf man ja zu diesem künstlich entstandenen Staat ja nicht sagen. Mir tun nur die friedlichen Menschen mit jüdischem Glauben leid, weil der Hass gegen Israel durch diese Politik nur wachsen kann. Die Täter und Kriegsverbrecher trifft es ja leider nicht, sondern das gemeine Volk. Wenn Israel so weiter macht, wird es wie das Reich enden. Man könnte sogar das Gefühl haben, sie wollen es so!