Israels Kriegsminister: kein Rückzug aus besetzten Gebieten in Libanon, Syrien und Gaza – USA in Problemen

13. August 2026von 3,9 Minuten Lesezeit

Der israelische Kriegsminister Israel Katz hat bei einem Besuch an der Front im Südlibanon klargestellt, dass Israel seine Truppen auf unbestimmte Zeit in den von ihm als „Sicherheitszonen“ bezeichneten Gebieten belassen wird. Matrosen springen von Bord der US-Kriegsschiffe, Waffen und Munition fehlen.

„Wir werden unter keinen Umständen aus den Sicherheitszonen abziehen: nicht im Libanon, nicht in Syrien und nicht in Gaza“, erklärte Katz laut Angaben seines Ministeriums. Die Armee solle sich administrativ und operativ auf eine langfristige Präsenz vorbereiten.
Katz besuchte israelische Positionen in südlibanesischen Dörfern, von denen Dutzende besetzt und zerstört worden seien. Israel besetzt nach eigenen und internationalen Berichten Gebiete im Südlibanon (über 600 Quadratkilometer), mehr als die Hälfte des Gazastreifens sowie strategische Positionen in Syrien, darunter Teile des Jabal al-Sheikh (Hermon-Gebirge).

Was Israel beschönigend „Sicherheitszonen“ nennt, ist nichts anderes als völkerrechtswidrige Annexion im laufenden Betrieb:

  • Südlibanon — israelische Truppen stehen weiterhin auf libanesischem Boden

  • Gazastreifen — mehr als die Hälfte des Streifens ist militärisch besetzt

  • Syrien — strategische Stellungen inklusive Teilen des Jabal al-Sheikh (Hermon), des höchsten Berges des Landes

Die Botschaft ist unmissverständlich: Was Israel einmal erobert hat, gibt es nicht mehr her. Friedensverhandlungen sind damit reine Fassade — während über einen Waffenstillstand mit dem Iran geredet wird, besiedelt und besetzt Israel seine Nachbarn weiter.

Der Genozid geht weiter

Während Katz die ewige Besatzung verkündet, dokumentiert Middle East Eye die fortlaufende Gewalt gegen die palästinensische Zivilbevölkerung:

  • Israelische Luftangriffe auf Gaza gehen weiter — trotz laufender Waffenstillstandsverhandlungen. Hamas stellt fest, dass Israel die Bemühungen der Vermittler „bewusst sabotiert“.

  • Angriffe im Südlibanon halten an. In der Nacht auf Donnerstag wurden Häuser in Majdal Zoun und Mansouri bombardiert und in Brand gesetzt.

  • Massenverhaftungen im Westjordanland — täglich werden Palästinenser verschleppt, darunter Journalisten und Jugendliche im Alter von 18 und 19 Jahren.

Aseel Baidoun, stellvertretende Direktorin von Medical Aid for Palestinians, bringt es auf den Punkt: Israel verfolge eine „systematische Politik ethnischer Säuberung“ im Westjordanland.

Deutschlands Ex-Botschafter rechnet ab

Bemerkenswert ist die Kritik ausgerechnet aus Deutschland — jenem Land, das Israel traditionell bedingungslos den Rücken stärkt. Deutschlands ehemaliger Gesandter in Israel nannte die Siedlungspolitik im Westjordanland laut Middle East Eye „katastrophal“.

Dass selbst eingefleischte Transatlantiker die Politik Netanjahus nicht mehr mittragen können, zeigt: Die Realität lässt sich nicht mehr hinter der „Existenzrecht“-Rhetorik verstecken. Wer einen souveränen Staat fordert, während er drei Nachbarländer besetzt, Frauen und Kinder bombardiert und politische Gefangene ohne Verfahren festhält, hat jede moralische Legitimation verspielt.

Preis der Vasallentreue: Die USA zerfallen von innen

Während Washington weiter unkritisch hinter Israel steht, zeigt sich der wahre Preis dieser Politik an der eigenen Heimatfront. Die Independent berichtet über verzweifelte Zustände auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln:

  • Matrosen versuchen über Bord zu springen — aus Erschöpfung nach monatelanger, verlängerter Einsatzzeit

  • Nahrungsmittelknappheit und verseuchtes Wasser an Bord

  • Familien berichten von Suizidgedanken ihrer Angehörigen

  • Die Navy dementiert — wie üblich

Ein Matrose, der nach 13 Dienstjahren versuchte, vom Deck zu springen, fürchtet nun die unehrenhafte Entlassung. So dankt der Staat jenen, die er in einen Krieg schickt, der nicht ihrer Verteidigung dient, sondern den Interessen einer fremden Regionalmacht.

Die USS Theodore Roosevelt soll das Schiff „irgendwann“ ablösen — ein Datum nennt niemand. Währenddessen sinkt der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz auf ein Wochentief, wie Al Jazeera berichtet.

Diese Schwierigkeiten werden durch Berichte unterstrichen, wonach der oberste US-General und Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, Dan Caine, der Ansicht ist, dass den USA im Grunde keine Optionen mehr im Iran bleiben und dass ein Ausweg, der das Gesicht wahrt, notwendig ist, um eine Katastrophe zu verhindern:

In den letzten Wochen hat der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, anderen hochrangigen Beratern von Trump hinter verschlossenen Türen deutlich gemacht, dass die USA einen Ausweg aus dem Krieg mit dem Iran finden müssen – denn die zur Eskalation des Konflikts zur Debatte stehenden militärischen Optionen könnten nach hinten losgehen, und Luftangriffe allein dürften die von Präsident Donald Trump erklärten Ziele kaum erreichen, so drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

„Caine sucht nach einem Ausweg“, sagte eine der Quellen unverblümt.

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9 Kommentare

  1. Varus 13. August 2026 um 13:23 Uhr - Antworten

    Ungeschnittene am 28.10.2025: „Sie sagen uns, wir sollen Muslime fürchten, während das US-Imperium die Welt terrorisiert“ – „… Die schreiende Hetze gegen den Islam und die Muslime, die wir in letzter Zeit erleben, wird bewusst und systematisch als kalkulierte Strategie geschürt. … Wenn Sie Beiträge bemerken, die Islamophobie schüren oder Angst vor dem Dschihad schüren, die von pro-israelischen Konten stammen, dann geschieht dies mit Absicht. Israel hat eine Umfrage in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie man die Stimmung in den USA wieder zugunsten Israels lenken kann. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Förderung der Islamophobie dazu beitragen wird, die Unterstützung Israels um 20 Prozent zu erhöhen. …“

    TKP könnte es öfter ansprechen… in Westeuropa wird es ja genauso umgesetzt.

    • Andreas_Sch. 13. August 2026 um 20:03 Uhr - Antworten

      Leben hier in Europa nicht zu viele Moslems dafür? 🤔

      • Varus 14. August 2026 um 4:37 Uhr

        Die vielen Muslime hier müssten erst recht ein Grund sein, einen Religionskrieg zu vermeiden, der nur sehr verheerend ausgehen kann. Einfach mal lesen, wie der Dreißigjährige Krieg lief – auch in dem ging es eigentlich um Geopolitik.

        Jedes Problem muss man zuerst mit Massnahmen ohne Waffen angehen – zum Beispiel den Illegalen die bedingungslose Alimentierung streichen. Insbesondere im gewissen „Einblick“ möchte stets wer damit anfangen, Maschinengewehre aufzustellen oder gleich zu bombardieren – egal, wie wenig es zur Problemlösung beiträgt. Einige „Einblicker“ bejubeln die gewisse westliche Nahost-Entität, die immer nur Kriege bringt, aber auf keinen Fall irgendwelche Probleme Westeuropas löst.

  2. Fritz Madersbacher 13. August 2026 um 12:04 Uhr - Antworten

    „Wir werden unter keinen Umständen aus den Sicherheitszonen abziehen: nicht im Libanon, nicht in Syrien und nicht in Gaza“, erklärte Katz laut Angaben seines Ministeriums. Die Armee solle sich administrativ und operativ auf eine langfristige Präsenz vorbereiten“

    Es gibt für Israel kein Zurück mehr., nur mehr ein Vorwärts in den Abgrund. Und der öffnet sich immer schneller, immer weiter, immer tiefer, unausweichlich … Dieser Staat wird für seine Verbrechen büßen wie andere Staaten zuvor, eher früher als später …

    • Varus 13. August 2026 um 12:18 Uhr - Antworten

      Wie einst Caitlin Johnstone beschrieb, die sehen mittlerweile, dass man keinen mehr dazu bringen kann, die Entität zu lieben. Neues Konzept ist daher – Christen und Muslime gegenseitig in einen heftigen Religionskrieg hetzen, in dem sich die jeweils zwei Milliarden Erdbewohner zerfleischen und Great Eretz machen kann, was es will.

  3. Fritz Madersbacher 13. August 2026 um 11:54 Uhr - Antworten

    „Die USA zerfallen von innen – Während Washington weiter unkritisch hinter Israel steht, zeigt sich der wahre Preis dieser Politik an der eigenen Heimatfront. Die Independent berichtet über verzweifelte Zustände auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln“

    Einer sieht das anders:
    „President Trump claimed on Wednesday that the US has “total control” over the Strait of Hormuz and may “keep it” despite Iran continuing to demonstrate its control of the waterway and engaging in negotiations with Oman on its future.
    “The USA has total control over the Strait of Hormuz. I THINK WE WILL KEEP IT! Our Naval Blockade is being called, by everyone, ‘A WALL OF STEEL,’ and there is nothing Iran can do about it,” Trump wrote on Truth Social, one day after US forces bombed a ship allegedly attempting to get past the US blockade of Iranian ports.
    “They have no Navy, they have no Air Force, their remaining soldiers are unpaid, the IRGC is decimated and fleeing, and their ‘Leadership’ is uncertain, at best! They have No Money – Their country is ‘shot.’ All they have is FAKE NEWS and 300% INFLATION, and getting worse! Iran is all talk and no action, the Bully of the Middle East No Longer. Praise be to Allah!” he added“
    („Antiwar.com“, August 12, 2026)

    • Varus 13. August 2026 um 12:03 Uhr - Antworten

      Praise be to Allah!

      Jemand könnte noch denken, der Herr wurde zum Isl@misten und will deswegen den gesamten Westen vernichten…

  4. Kriegsgegner 13. August 2026 um 8:50 Uhr - Antworten

    Der Wahnsinn in Israel und den besetzten Gebieten geht so lange weiter, wie die USA Israel unterstützen.
    Das Ausweglose an der ganzen Geschichte ist aber, dass die USA gar nicht aufhören können Israel zu unterstützen, da sie in diesem Fall selbst untergehen würden und sich die bisherigen nicht staatlichen Unterstützer der USA und ihrer Regierung in der heutigen Form andere Werkzeuge oder auch Staaten suchen würden um den Wahnsinn in Israel und den besetzten Gebieten ad infinitum fortführen zu können.

  5. VerarmterAdel 13. August 2026 um 8:40 Uhr - Antworten

    „USA in Problemen“, weil die Bevölkerung die Schnauze voll hat von ISraehell. Immerhin, Gottes auserwählte Psychopathen ist bereits gelungen, auch in den USA die Lunte zu legen…

    8 Examples That Demonstrate That The Islamization Of America Is Steadily Progressing – https://michaeltsnyder.substack.com/p/8-examples-that-demonstrate-that

    …denn „der Islam ist der Eiserne Besen Israels. Anstatt dass wir selbst die Arbeit machen, schicken wir den Islam zur Erledigung des Problems.“
    — Rabbi David Touitou im Video „Das Islamisierungskomplott: Wer spielt gegen Europa? (komplettes Hörbuch)
    Wobei es natürlich nicht nur Europa sondern der Westen insgesamt ist.

    Siehe auch:

    Communism. A Deflection From Global Economies & Trump – https://helenaglass.net/2026/08/12/communism-is-a-deflection-from-global-economies-and-trump/

    The Communist Propaganda League: Formed in Chicago on November 7, 1918, coinciding with the first anniversary of the Russian Bolshevik Revolution. The group emerged from the left-wing faction of the Socialist Party of America to promote Marxist ideology and soviet-style communism. It’s source alliance was the Bolshevik Communist Party of the Soviet Union calling for ‘Revolution’ and ending the passivity of the ‘petty bourgeoise’ of the Socialist Party. Key founders include: C.E. Ruthenberg, Alfred WAGENKNECHT, John Reed, and Benjamin Gitlow.

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