Unabhängig davon, warum Putin so lange damit gezögert haben mag: Er ist inzwischen zumindest teilweise von der verlockenden Aussicht motiviert, nach Kriegsende große Rohstoffdeals mit den USA abzuschließen – Details, über die seine und Trumps Gesandte bereits seit über einem Jahr verhandeln.
Die New York Times berief sich auf angeblich abgefangene russische Kommunikation und berichtete, Russland plane, die Strom-, Heizungs- und Wasserversorgung der Ukraine in diesem Winter zu zerstören. Die Behauptung lässt sich zwar nicht bestätigen, passt aber zu Putins milder Eskalation im Sommer als Reaktion auf Selenskyjs Angriffskampagne – in Form verstärkter Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Trifft der Bericht zu, geht es Russland nicht nur darum, die militärische Logistik der Ukraine zu unterbrechen, sondern die Ukraine in die Knie zu zwingen.
Bisher hat Putin darauf verzichtet – wohl aus der Überzeugung heraus, dass Russen und Ukrainer verwandte Völker sind. Manche vermuten auch, Russland habe früher schlicht nicht über die nötige Drohnen- und/oder Raketenkapazität verfügt, sei es wegen bis dahin geringer Produktion oder als Absicherung für den Fall eines heißen Krieges mit der NATO. Jedenfalls scheint Putin inzwischen mit den humanitären Folgen seinen Frieden gemacht zu haben, den Krieg eher früher als später zu Russlands Bedingungen zu beenden – oder zumindest zu so vielen davon wie möglich.
Motiviert sein könnte er durch mehr als nur den „Abnutzungskrieg“ der Ukraine gegen Russland, der im Sommer mit amerikanischer und interessanterweise auch französischer Unterstützung begann. Finanzminister Scott Bessent soll seinem russischen Amtskollegen im Sommer gesagt haben, solange der Konflikt andauere, seien keine Geschäftsdeals möglich. Seither trafen sich Steve Witkoff und Jared Kushner mit Putin, um unter anderem über solche Deals zu sprechen; anschließend reiste Kirill Dmitrijew in die USA, um das weiterzuverfolgen.
Zum Hintergrund: Putin prahlte Ende Februar 2025 damit, amerikanische Unternehmen würden „einen anständigen Gewinn“ aus Investitionen in Russlands Rohstoffindustrie ziehen. Trumps Sondergesandter für Belarus, John Coale, bestätigte kürzlich, er habe die Freigabe erhalten, Putin einen belarusähnlichen Deal vorzuschlagen. Dabei ginge es um Sanktionserleichterungen im Austausch gegen die Freilassung „politischer Gefangener“. Putins Verbündeter Alexander Lukaschenko hat mehreren solchen Deals bereits zugestimmt und verhandelt nun mit Trump über ein massives Kaliumgeschäft.
Erst letzte Woche schlug Lukaschenko zudem ein trilaterales Düngemittelwerk von Belarus, Russland und den USA vor – dafür müssten die USA allerdings ihre Sanktionen gegen Gazprom aufheben. Russische Amtsträger von Putin abwärts fordern den Westen auf, seine Sanktionen gegen Russland zu lockern. Die USA könnten einige davon aufheben, wenn Putin einem belarusähnlichen Quidproquo zustimmt, doch der Ukraine-Konflikt müsste dafür zuerst enden, damit das in größerem Maßstab geschieht. Die daraus entstehende, rohstoffzentrierte strategische Partnerschaft könnte die globale Wirtschaftsarchitektur dann revolutionieren.
Die russische Wirtschaft hat dem beispiellosen Sanktionsansturm des Westens standgehalten, vor allem dank ihrer natürlichen Ressourcen und des nationalen Zahlungssystems. Das Wirtschaftsministerium rechnet in diesem Jahr jedoch nur mit 0,6 Prozent BIP-Wachstum. Der Erdrutschsieg von Einiges Russland bei den Dumawahlen im vergangenen Monat – den ersten seit Beginn der großangelegten Phase des Ukraine-Konflikts – gibt Putin das Mandat, alles Nötige zu tun, um den Krieg zu gewinnen und seinem Volk danach mehr Wohlstand zu verschaffen.
Es liegt daher im Bereich des Möglichen und entspricht Russlands Forderung nach Aufhebung der westlichen Sanktionen, dass Putin zumindest teilweise motiviert ist, den Konflikt eher früher als später zu so vielen russischen Bedingungen wie möglich zu beenden, um anschließend große Rohstoffdeals mit den USA zu erreichen. Dieses Gebot, das die globale Wirtschaftsarchitektur revolutionieren und seinem Volk mehr Wohlstand bringen könnte, setzt den Bericht der New York Times in den Kontext, wonach er plant, die Ukraine in die Knie zu zwingen.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.
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Große Seuche in Russland ausgebrochen?
Neue Eskalation im Ukraine-Krieg
14 Kommentare
Odessa am 2. Mai 2014: Ein Schlüssel zum Verständnis dieses Krieges
https://hinter-der-fichte.blogspot.com/search?q=Donbass
Die Mehrzahl der Deutschen versteht diesen Krieg nicht.
Seit Jahrzehnten werden sie russophob indoktriniert.
Die militaristische und geheimdienstliche Infiltration der Ukraine ist ihnen von den Medien verschwiegen worden.
Selbst offenen faschistische Symbolik wird in harmlose Vaterlandsliebe umgedeutet.
Deshalb sind die überwiegend gutmeinenden und gutgläubigen Deutschen leichte Beute für die – man muss es so und nicht anders nennen – faschistische Propaganda in den deutschen Massenmedien.
Das wissen die deutschen Medienopfer nicht
Einer der Schlüssel zum Verständnis des heutigen Krieges in der Ukraine liegt in Odessa.
Heute vor acht Jahren, am 2. August 2014 verübten die widerrechtlich an die Macht gelangten Faschisten ein grausames Massaker.
Eines von vielen in Kiew, Odessa, Mariupol, Slawjansk und anderen Städten, nicht nur in der Ostukraine.
Hier im Blog sind die schrecklichen Vorgänge von Odessa dokumentiert.
Dieser Link fasst einige Beweise zusammen.
Daraufhin beschlossen die russischen Bevölkerungsgruppen in der Ukraine sich vor der drohenden faschistischen Okkupation zu schützen.
Nochmal sei erinnert: Es gab einen verfassungswidrigen Putsch gegen den gewählten Präsidenten in dem die CIA und Faschisten ganz offen Hand in Hand die führende Rolle spielten.
Die stellvertretende US-Außenministerin Nuland bekannte, dass der Putsch sie 5 Mrd. Dollar gekostet hatte.
Der Rummelboxer Klitschko flog auf, als seine Korrumpierung durch Gelder aus dem Westen bekannt wurde.
Das erfuhr der deutsche Michel nicht.
Auf Klitschko-Niveau würde ich es so ausdrücken: Wer diesen Idioten heute noch zum Helden hochstilisiert, der hat sie nicht mehr alle.
Es gibt keinen Faschismus in der Ukraine?
Der Nazi-Führer Parubij, der für die Morde auf dem Maidan verantwortlich war, wurde später Parlamentspräsident.
G. Gysi zählte 2014 im Bundestag auf wie viele Nazis Minister wurden. Heute will der gewendete „Außenpolitiker“ der ehemaligen Linken übrigens davon nichts mehr wissen.
Die Angst der Russen vor Massakern und Völkermord waren mehr als begründet. Die ukrainische – von niemandem gewählte – Putschisten-Führung setzte unvermittelt die Armee !!! (ein dramatischer, tödlicher Verstoß gegen jedes nationale und Völkerrecht) gegen das eigene Volk ein und bombardiert seit 2014 ununterbrochen die vor allem ethnisch russische Zivilbevölkerung im Donbass.
Von den deutschen Parteien SPD, CDU, Grünen wurde der Putsch in Kiew aktiv unterstützt.
Natürlich setzte sich von 2014 bis heute niemand von ihnen für die bombardierte Bevölkerung des Donbass ein. ALLES LESEN !!
Meine Analühse: Die Strom-, Heizungs- und Wasserversorgung wollte Putin schon im letzten Winter zerstören. Er hat aber damals beschlossen, so lange damit zu warten, bis Schland „kriegstüchtig“ ist und gemeinsam mit der NATO Königsberg von Russland abtrennt. Nun, das passiert bald. Für Mörds pressierts, denn er steht kurz vor seinem Rausschmiss. Schland ist weder „kriegstüchtig“ noch willig. Viele dt. Soldaten quittieren schon den Dienst, viele verweigern den Wehrdienst, die aufgehussten jungen Männer demonstrieren und skandieren: „Russland hat uns nichts getan!“ Mörds hat wirklich hôchste Zeit, wenn er den Wunsch von seinem ehem. Arbeitgeber noch erfüllen möchte.
Was macht Putin dann?
Putin wird dann die dt. Rüstungsindustrie und NATO-US-Quartiere wie Ramstein mit Oreshniks in Luft auflösen. Niemand wird Schland zu Hilfe eilen, denn die Zerstörung Schlands war das eigentliche Kriegsziel. Börlin wird vom Weltall aus betrachtet einem Mondkrater ähneln…
Dann können wieder alle dealen. Trump möchte die BMW-Werke, China möchte VW und Russland will alle Schwarzmeerregionen der Ukraine.
Mörds und Schneelenski verzupfen sich nach Südamerika, wo sie sich dann jeden Tag mehrmals abbusseln können. Mörds wird viel weinen und Koksi spielt Klavier. Sie werden oft von Mörkel besucht, denn diese beschließt, auch auszuwandern, weil sie nicht mehr täglich irgendwelche Orden dafür bekommt, die Wegbereiterin fûr die Zerstörung Schlands gewesen zu sein…
Es gibt ein Sprichwort:
Wenn du wissen willst, was die Russen denken – frag sie.
Wenn ich also wissen will, was die Russen vorhaben, dann frage ich keine West-Propaganda-Schleuder.
Ich denke, die Wahrheit wird viel einfacher sein: Russland wird sich an das Völkerrecht halten und tun was nötig ist, behalten was legal (und vorteilhaft) ist. Die Ukraine wird dem österr. Vorbild folgen müssen – zu dem sich das Original hoffentlich bald wieder bekennt…..
Wenn es zu einem von den USA verhandelten Frieden oder einem russischen Sieg kommt, sind jene Parteien und Personen, die 300 Mrd bezahlt haben, damit Putin die Krim zurück gibt, auf ewig erledigt.
Sie wissen es nur noch nicht!
Oh doch! Sie wissen es! Sie fürchten es! Und sie sind alles andere als bereit dafür! 😁
Der Abschluss solcher Geschäfte würde das langfristige amerikanische Ziel der wirtschaftlichen Zerstörung Russlands und eines „regime change“ konterkarieren. Zudem wäre auch bei einer Kapitulation Kiews der Konflikr mit den EU-NATO Staaten nicht beendet. Ich glaube daher nicht an den Abschluss solcher Deals. Das sind nur Köder um Moskau zu Zugeständnissen zu bewegen. Ein Zusammenbruch des Kiewer Oligarchenregimes wäre aber sinnvoll um das Blutvergiessen zu beenden.
Auf der anderen Seite sagt Trump zu Selenskij, bitte nicht die russischen Raffinerien angreifen, weil „wir“ die Amis günstigen Diesel brauchen. Also konsequent ist die Zerstörungsabsicht gegen Russland nicht so wirklich.
Russland gewinnt, während die rotbraunen EU Eliten und ihre Marionetten unseren Wohlstand und unsere Sicherheit in auf den Scheiterhaufen werfen.
Ja, vermutlich drängen sie Russland in den Krieg. Der wird dann aber ausnahmsweise ein kurzer sein 😂
Ich frage mich immer warum die EU Diktatur von Werten spricht die sie selbst mit Füßen tritt.
Wer immer von Werten spricht hat selber keine. Unsere Politiker sind Turbo-Heuchler.
aber der Krieg des Westens endet damit nicht – es gibt dann noch genug weitere potentielle Unruheherde, die „unterstützt“ werden können gegen Russland. Ausserdem braucht es keine Bevölkerung mehr dort, ein wenig Militär + Söldner reicht völlig aus…
So ist es. Auch wenn der Ukrainekrieg morgen zu Ende wäre, wären die vielen neuen Kriegsfabriken in EU und insbesondere D bereits gebaut oder geplant, und die müssen sich ja irgendwie amortisieren.
Da vom Westen nichts in Sachen Frieden in der Ukraine kommet, denke ich es ist das Beste, wenn Russland den Sack zu macht! Ansonsten wird die Ukraine vom Westen weiterhin als Provokation mit NATO-Einheiten gegen Russland eingesetzt und sorgt damit für ein instabiles Europa! Wir brauchen genau das Gegenteil!
Warum, ist mir sekundär – wie schnell mag es passieren? Gerne würde ich asap spektakuläre Niederlage westlicher Satrapien sehen.
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