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Wissenschaft

Covid kurz nach der Impfung: Der aus Rechnungen zur Wirksamkeit gestrichene Zeitraum

6 Kommentare 7. Oktober 2026 4 Minuten Lesezeit von Dr. Peter F. Mayer

Kaum geimpft, auch schon krank. In den Tagen nach der Impfung kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Covid-Infektionen. Pharama und Behörden entfernten diese frühen Infektionen bei der Berechnung der Impfstoffwirksamkeit. Man erklärte den Betroffenen, ihre Covid-Erkrankung nach der Impfung sei lediglich ein Zufall gewesen.

Wer in den Tagen nach einer Covid-Impfung erkrankte, galt offiziell als Zufall. Maryanne Demasi beschreibt in einem aktuellen Beitrag, dass die Infektionen in genau diesem Fenster anstiegen und dass die CDC diese frühen Fälle aus den Berechnungen der Impfeffektivität ausschloss. Das Muster ist nicht neu. Es wurde bereits im Frühjahr 2021 in dänischen Registerdaten sichtbar und auf TKP im März 2021, also bereits kurz nach Impfbeginn, berichtet.

Die dänische Kohortenstudie von Moustsen-Helms und Kollegen, damals als Preprint auf medRxiv, verglich Bewohner von Langzeitpflegeeinrichtungen und Beschäftigte im Gesundheitswesen nach der ersten Dosis BNT162b2 mit Ungeimpften. Ab dem siebten Tag nach der zweiten Dosis lag die geschätzte Wirksamkeit bei 64 Prozent in den Heimen und bei 90 Prozent beim Personal.

In den ersten 14 Tagen nach der ersten Dosis war das Infektionsrisiko dagegen erhöht: um etwa 40 Prozent bei den Heimbewohnern und um etwa 104 Prozent beim Gesundheitspersonal. Der Beitrag „Dänische Studie zeigt massive Covid Infektionen nach der Impfung“ vom 26. März 2021 hat diese Zahlen eingeordnet.

Die Verfälschung der Wirksamkeit

Behörden und viele Auswertungen setzen den Wirksamkeitsbeginn bewusst erst 7 oder 14 Tage nach der Dosis an. Fälle davor werden zensiert oder – noch wesentlicher übler und die Ergebnis bewusst fälschend – der ungeimpften Vergleichsgruppe zugerechnet.

Methodisch soll das die noch nicht aufgebaute adaptive Immunantwort ausblenden. Epidemiologisch verschwindet damit genau jenes Intervall, in dem die Register wiederholt mehr und nicht weniger Infektionen zeigten. Demasi wirft der CDC vor, diesen Anstieg anschließend als Koinzidenz darzustellen, statt ihn in die Effektivitätsrechnung aufzunehmen.

Ursachen für erhöhte Infektionsanfälligkeit nach Impfung

Die biologische Erklärung liegt näher an der Formulierung als an einem bereits schützenden Antikörpertiter. Die mRNA-Impfstoffe sind in Lipidnanopartikel verpackt. Diese Partikel, nicht nur die kodierte Spike-Sequenz, treiben die frühe angeborene Antwort. Ionisierbare Lipide aktivieren Entzündungswege, locken Monozyten und verändern vorübergehend die Zytokinlage. Eine Übersicht dazu gibt der Beitrag von Verbeke et al. in Immunity. Ndeupen und Kollegen zeigten bereits 2021 in iScience, dass die leeren Lipidnanopartikel allein hochentzündlich sind und über Interleukin-1 und andere Mediatoren wirken.

Parallel dazu fällt in den ersten ein bis zwei Tagen nach der Injektion der Anteil zirkulierender Lymphozyten. Die Zellen wandern in den Injektionsort und die drainierenden Lymphknoten ab. Für die Abwehr eines gerade eingeatmeten Virus an der Schleimhaut ist das ein ungünstiges Zeitfenster.

Hinzu kommt die Interferon-Achse. Typ-I-Interferon ist antiviral, bremst aber auch die Translation fremder RNA und kann die lokale Immunbalance kurzfristig verschieben.

Die mRNA der zugelassenen Präparate ist nukleosidmodifiziert, eben damit sie nicht sofort über Toll-like-Rezeptoren zerstört wird. Die Lipidhülle bleibt davon unberührt und setzt trotzdem eine Entzündungskaskade in Gang.

Solange noch keine neutralisierenden Antikörper vorhanden sind, kann diese Umverteilung der angeborenen Abwehr die Empfänglichkeit erhöhen, statt sie zu senken. Das deckt sich mit dem dänischen Befund der ersten 14 Tage und mit den späteren Beobachtungen, dass der Schutz gegen Infektion erst nach diesem Fenster und dann auch nur vorübergehend messbar wurde.

Die Gegenerklärung ohne wissenschaftliche Grundlage lautet, Geimpfte hätten sich unmittelbar nach der Spritze unvorsichtiger verhalten oder seien zum Impftermin bereits infiziert gewesen. Beides kann einen Teil der Fälle erklären, ersetzt aber nicht die immunologische Beobachtung.

Verhaltensänderung allein erzeugt kein reproduzierbares Risikoplus in Pflegeheimen, in denen der Tagesablauf kaum von der Impfung abhing. Und eine bereits laufende Infektion erklärt nicht, warum das Risiko über das gesamte 14-Tage-Fenster und in zwei sehr verschiedenen Populationen erhöht war.

Spätere dänische Auswertungen, etwa Gram et al. in PLOS Medicine, bestätigten den raschen Wirkungsverlust gegen Infektion, besonders unter Omikron, und zugleich einen länger anhaltenden Schutz vor Hospitalisierung. Sie begannen die Zählung erneut erst nach dem frühen Fenster.

Damit bleibt die Frage offen, die schon 2021 gestellt wurde: Wie viele Infektionen entstanden nicht trotz, sondern im zeitlichen und mechanistischen Zusammenhang mit der Lipidnanopartikel-Injektion, und warum wurde dieses Intervall aus der öffentlichen Wirksamkeitsbilanz gestrichen?

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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6 Kommentare

  1. Daisy
    Antworten

    Ja, die erkrankten reihenweise nach der „Impfung“ und der Deppatste sagte auf meinen Spott hin: „Ja, aber dafür schützt sie vor schwerem Verlauf.“ Er war wochenlang rotzig und heißer…

    1. Daisy
      Antworten

      Heiserkeit…man wusste das übrigens damals, wenn man sich alternativ informiert hat, dass wirklich zwei Wochen nach der Impfung die Nebenwirkungen nicht erhoben wurden, denn da gabs ja die häufigsten, nicht nur Covid-Erkrankungen, sondern auch Herzinfarkte. Dass man das den Ungeimpften angelastet hat, schlägt dem Fass den Boden aus. Ich kann mich erinnern, dass man wissen wollte, wieviele der „Hospitalisierten“ geimpft wären. Auch das wurde verschwiegen und stattdessen von den Lügenmedien frei erfunden behauptet, das wären Ungeimpfte. In Wahrheit waren es primär Geimpfte. Gelsenhirn meinte damals, aus Gründen des Datenschutzes gäbe es solche Erhebungen nicht. Und das heißt, er wusste Bescheid und log.

  2. cwsuisse
    Antworten

    Wohl dem, der mit „Sputnik“ geimpft wurde. Bei uns waren keine Wissenschaftler, sondern Stümper und Rosstäuscher am Werk.

    1. Daisy
      Antworten

      Sputnik V war ein DNS- bzw. Vektor-Impfstoff wie AstraZeneca. Allerdings mit zwei Vektoren. Wenn der nicht so viele Nebenwirkungen hatte wie AZ, dann garantiert deshalb, weil das nicht kommuniziert wurde. Man hört gar nichts mehr davon.

      Die Russen selbst wollten sich damit kaum impfen lassen wegen der starken Nebenwirkungen. Darauf ließ sich Putin angeblich damit selbst impfen. Also die gleiche Kacke wie hierzulande. Btw Russland tritt nicht aus der WHO aus und bleibt beim Pariser Klimaabkommen.

      https://www.businessinsider.de/politik/starke-nebenwirkungen-russen-haben-angst-vor-eigenem-impfstoff-deshalb-will-putin-sich-jetzt-selbst-mit-sputnik-v-impfen-lassen-g/

      Es ist mittlerweile still geworden darum. Wohl wurde er einfach zum Ladenhüter…

  3. Jan
    Antworten

    Klingt, als hätte die Spritze überhaupt irgendeine schützende Wirkung gehabt. Dass man direkte Nebenwirkungen betrügerisch den Ungeimpften zurechnet, schafft noch keine Wirkung.

    Man hat die Definition einer Impfe von Schutzwirkung auf Antikörpertiter geändert, einem Surrogatparameter. Wie stellt man einen spezifischen Antikörper für ein nicht isoliertes Virus fest? Mit einem Test, dem von Anfang an bescheinigt wurde, nicht messen zu können, was er zu messen vorgibt? Einem Metermass mit verschiedenen Abständen?

    Laut Pfizer besteht weder Schutz vor Übertragung noch vor Infektion, allenfalls ein wenig für eine gewisse Zeit vor „schweren Verläufen“ – was auch immer das ist. Kein Schutz bedeutet „nie“ – auch dann nicht, wenn man über die erste Zeit nach der Infektion gelogen hat.

    Wie kann man nachweisen, dass die Infektionen nach Spritze nicht Allerweltsinfekte durch das durch die Impfe geschwächte Immunsystem waren?

  4. Thomas Moser
    Antworten

    Das Impfgeschäft lebt von Behörden für alternative Erklärungen von Impfschäden, die Pharmafirmen unterstützen in ihren Fake-Erklärungen.

    Wer kurz nach einer Impfung ein negatives Ereignis erlebt, dem wird der zeitliche Zusammenhang meist nicht abgesprochen. Niemand bestreitet, dass die Erkrankung, die Beschwerden oder die Komplikation nach der Impfung aufgetreten sind. Bestritten wird aber der kausale Zusammenhang.

    Die eigentliche Kunst besteht darin, für jedes negative Ereignis eine alternative Ursache zu finden. Covid nach der Impfung? Bereits vorher infiziert. Fieber? Wetter, Stress oder Zufall. Herzrasen? Aufregung. Erschöpfung? Schlafmangel. Schwindel? Zu wenig getrunken. Zu viel Wiener Schnitzel gegessen. Wichtig ist die Nicht-Nachprüfbarkeit der Alternativerklärung.

    Die Regel lautet: Der zeitliche Zusammenhang wird akzeptiert, die Kausalität jedoch konsequent an andere Faktoren delegiert.

    Positive Ereignisse werden dagegen gerne als Wirkung der Impfung interpretiert. Wer gesund bleibt, gilt als Beispiel für die Wirksamkeit. Wer krank wird, ist Opfer unglücklicher Umstände. So entsteht ein asymmetrisches Erklärungsmodell: Gute Entwicklungen sprechen für die Maßnahme, schlechte Entwicklungen möglichst nie gegen sie.

    Die satirische Pointe lautet daher: Für jedes negative Ereignis existiert stets mindestens eine Alternativerklärung. Und solange noch irgendeine Alternativerklärung denkbar ist, darf die Impfung nicht die Ursache gewesen sein. Zufall ist schließlich ein sehr belastbarer Rohstoff.

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